Am 15. Januar zeigte BBC One die dritte und letzte Folge der vierten „Sherlock“-Staffel mit dem vielsagenden Namen „The Final Problem“. Ist die Serie damit wirklich beendet? Wir analysieren (weitgehend spoilerfrei), was dafür und was dagegen spricht.

Nun müssen die Fans ganz tapfer sein: Nach der grandiosen 13. Folge der Serie (4 Staffeln mit je drei Folgen, dazu ein Weihnachts-Special, eine Kritik zu „The Six Thatchers“ gibt es hier) könnte sich für die beliebte Variation des weltberühmten Detektivs von Steven Moffat und Mark Gatiss der Vorhang für immer schließen. Aber alle Hoffnung fahren lassen, soweit ist es denn doch noch nicht.

Was für ein Ende von Sherlock spricht

Nicht erst seit Staffel 4 klagen die beiden Stars Benedict Cumberbatch und Martin Freeman über Terminprobleme. Nicht zuletzt deshalb dauerte es mehr als drei Jahre, bis die vierte Staffel endlich gedreht und gesendet werden konnte. Und das wird nicht besser: Cumberbatch ist durch seine Beliebtheit extrem ausgelastet, er musste sich unlängst für den Dreh von „Avengers: Infinity War“ sogar doubeln lassen und wird wohl erst nachträglich in die Szenen eingefügt. Auch Freeman kann sich über Angebote nicht beklagen, zurzeit wirkt er in der Serie „Start Up“ mit, die gerade die Bestellung für eine zweite Staffel erhalten hat.

Die letzte Folge ist ein denkbarer Abschluss, wie auch Produzent Steven Moffat sagte:

Falls es die letzte Folge sein sollte, ist es eine würdige letzte Folge, mit der man gehen kann. Eine lange Geschichte ist erzählt.

Es wäre also gut möglich, dass sich Autoren und Schauspieler darauf einigen, hier einen Schluss-Strich zu ziehen und die Serie nicht fortzuführen, der Zeitpunkt wäre nahezu perfekt. Tatsächlich müssten Moffat und Gatiss für eine mögliche fünfte Staffel, die sie vor Jahren bereits als „im Prinzip fertig“ angekündigt hatten, etwas gänzlich Neues schreiben, ihre bisherigen Handlungsstränge sind weitgehend auserzählt.

Ende von Sherlock

Alle paar Jahre ein Special wie „Die Braut des Grauens“ wäre eine vorstellbare Zukunft für Sherlock.

Was gegen ein Ende von Sherlock spricht

Alle Beteiligten, nicht zuletzt Benedict Cumberbatch selbst, haben häufig deutlich gemacht, wie viel ihnen die Serie bedeutet und wie viel Spaß es macht, immer wieder dorthin zurückzukehren. Also dürfen die Fans hoffen, dass die Stars trotz voller Terminkalender nach einer grundsätzlichen Einigung, dass sie weitermachen werden, einen Termin im Jahr 2019 oder 2020 finden, an dem drei neue Folgen entstehen könnten. Cumberbatch hat im Januar 2014 jedenfalls nach Presseberichten auch für eine fünfte Staffel unterschrieben.

Moffat gab unlängst in einem Interview zwar bekannt, er wisse nicht, ob es weiterginge, aber er hoffe es sehr. Die Produzenten sind also noch lange nicht müde, neue Sherlock-Geschichten zu schreiben und zu erzählen, mit dem Ende der Staffel 4 sei Sherlock Holmes erst der geworden, den man aus den Büchern kenne. Mark Gatiss sagte dazu:

Wir haben nun erzählt, wie Holmes und Watson zu den Männern wurden, die man kennt. Es war quasi eine Rückblende.

Dazu kommt er Erfolg. Es ist zwar nicht so, dass die BBC besonders erfolgreiche oder beliebte Serien deshalb auch fortsetzt, aber selbst wenn die BBC abwinkt, stünden wohl dutzende Sender Schlange, um die Serie zu übernehmen. In weiten Teilen der Welt ist Sherlock ein Quotengigant (in Deutschland erwartungsgemäß natürlich nicht), die Fans durch das jahrelange Warten auf Neues ohnehin Kummer gewohnt und daher geduldig. Einen echten Grund, jetzt das sichere Ende zu verkünden, gibt es daher eigentlich nicht.

Prognose

Wir sollten optimistisch sein und glauben, dass wir Sherlock nicht zum letzten Mal gesehen haben. Benedict Cumberbatch hat mehrfach geäußert, er können sich vorstellen, die Rolle noch Jahrzehnte immer wieder zu besuchen. Vielleicht gibt es keine Staffel mehr, sondern nur alle paar Jahre einen 90-Minüter, auch das ist denkbar. Vermutlich werden sich Stars und Macher in einigen Wochen zusammensetzen und beraten, was sie tun wollen. Diese Entscheidung dürfte zugunsten der Serie ausfallen, auch wenn in unmittelbarer Zukunft wohl noch keine neuen Infos über konkrete Pläne zu erwarten sind. Wir hoffen und glauben: Sherlock geht weiter!

Update vom 7. Juni 2017: Schauspieler Andrew Scott, der in der Serie Moriarty spielt, gab in einem Interview bekannt, dass neue Folgen „mindestens noch einige Jahre entfernt“ seien.

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