Die Freude über die Wiederaufnahme der beiden FBI-Agenten Dana Scully und Fox Mulder nach 14 Jahren Pause währte nicht lang. Staffel zehn mit sechs neuen Folgen war eine Enttäuschung, Staffel elf mit zehn Folgen kaum besser. Es wird höchste Zeit, die X-Akten wieder zurück in den Keller zu bringen – und sie diesmal dort zu lassen.

Es war einmal eine Serie, die mit der damaligen Fernsehlandschaft gehörig aufräumte. Waren Sci-Fi- und Horrorserien bis dato eher eine Randerscheinung im US-TV gewesen, so eroberten die unheimlichen Fälle des FBI, wie Pro Siegen die Serie damals untertitelte, tatsächlich unheimlich. 1994 begann das Duo seine Ermittlungen in Deutschland beim Münchner Privatsender, wo sie auch heute noch ihren Platz hat.

X-Akten

Das waren noch Zeiten: die brillante Folge „Der Hellseher“ aus Staffel 3.

X-Akten: Chris Carter hat sein Mojo verloren

Schon nach einigen Staffeln verlor die Serie ihren Reiz. Die ersten fünf Jahre waren im Großen und Ganzen sehr sehenswert. Und bescherten Horror-Fans so brillante Folgen wie „Das Nest“, „Heilige Asche“ oder „Blutschande“. Und auch die Sci-Fi-Gemeinde bekam mit den Folgen, die auf eine große Alien-Verschwörung irgendwo innerhalb der Regierung hinarbeitete, tolle TV-Momente zu sehen.

Mit dem Eintritt von Darin Morgan, dem Bruder des Chefautors und späteren Produzenten Glen Morgan, kam auch galliger Humor in die X-Akten. Folgen wie „Der Zirkus“ oder „Andere Wahrheiten“ zeugen davon, wie witzig die Ermittlungen der beiden Agenten sein konnten, wenn der richtiger Autor den Stoff bearbeitete. Und über allem thronte Serienerfinder Chris Carter. Der allerdings außer den „X-Files“, wie die Serie im Original heißt, nie einen weiteren Hit landen konnte.

Doch ob Carter oder Darin Morgan, der in den neuen Staffeln für die Folgen „Mulder und Scully gegen das Wer-Monster“ und „Der Mandela-Effekt“ verantwortlich war, die Macher der Serie haben offenbar ihr Talent für gute Folgen eingebüßt.

X-Akten: Ende mit Schrecken

Tatsächlich sind von den 16 neuen Folgen bestenfalls zwei bis drei von normaler bis guter Qualität, vergleichen mit den besten Zeiten von 1993 bis 1997. Der Rest nicht wirklich der Rede wert. Vor allem die vier Folgen, die jeweils die neuen Staffeln eröffneten und beendeten (im Original „My Struggle I-IV“), fanden in den Augen der Fans in aller Welt wenig Gnade und waren nur noch ein Schatten der einstigen Verschwörungsstorys.

Gillian Anderson hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und nach Beendigung der Dreharbeiten von Staffel elf ihren endgültigen Abschied von der Serie verkündet. Chris Carter hingegen schloss bisher aus, die Serie ohne Scully und Mulder weiter fortzusetzen. Uns so könnten die X-Akten diesmal tatsächlich endgültig enden – sie haben sich schon mit ihrer Wiederauferstehung keinen Gefallen getan. Denn es gibt so viel bessere Sci-Fi-Serien heutzutage.

X-Akten

Die Neuauflage nach 14 Jahren Pause konnte die alten Fans nicht überzeugen. Die US-Quoten fielen innerhalb von sechs Folgen um mehr als zehn Millionen.

X-Akten: Schert Fox aus?

US-Heimsender Fox hat sich bisher allerdings noch mit keinem Wort zur Zukunft der Serie geäußert. Denn die Quoten der elften Staffel waren zwar deutlich schwächer als noch von Staffel zehn, aber immer noch akzeptabel. Und so könnten die X-Akten möglicherweise mit neuem Showrunner und komplett neuem Personal als Reboot oder Fortsetzung im Herbst 2018 zurückkehren. Und das kann bei der jetzigen Qualität der Serie wirklich niemand wollen.

Allerdings wäre ein Reboot mit neuem Team und neuem Showrunner – und vor allem ohne den Ballast jahrelang immer verquaster werdenden Verschwörungsplots – durchaus denkbar. So ließe sich vielleicht frischer Wind in das momentan tote Franchise bringen. Fraglich nur, ob Fox tatsächlich so einen radikalen Schritt wagt. So wie bisher sollte es aber in jedem Fall nicht weitergehen. Lassen wir Fox und Dana endlich ihre gemeinsame Zukunft jenseits der X-Akten genießen. So haben wir Zeit für bessere Serien als diese.

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