Kurz vor Weihnachten zeigte 20th Century Fox der Presse ein paar noch unfertige Szenen aus Ridley Scotts neuem – und für ihn wohl letzten – Alien-Film „Alien: Covenant“. Kann der Altmeister nach seinem eher enttäuschenden „Prometheus“ an alte Erfolge mit den wohl gruseligsten E.T.s der Filmgeschichte anknüpfen, oder wird auch die neue Begegnung mit den tödlichen Kreaturen ein Reinfall? Hier unser erster Eindruck (Achtung Spoiler!).

Hektik im Schiff: Zwei Frauen schleppen einen offenkundig unter starken Schmerzen leidenden Mann in die Krankenstation, sind sich aber ob des weiteren Vorgehens uneinig. Die dunkelhäutige Frau (Carmen Ejogo aus „Phantastische Tierwesen„) drängt auf eine schnelle Behandlung, die blonde Soldatin (Amy Seimetz) ist bereits sichtlich in Panik und würde am liebsten die Tür hinter sich schließen und die Sache auf sich beruhen lassen. Der alienkundige Zuschauer ahnt schon hier, was gleich kommen wird: Während die Soldatin sich nach einer brauchbaren Waffe umsieht, muss die andere ungläubig beobachten, wie sich aus dem Rücken des Mannes ein fremder Organismus ins Freie kämpft – und sie sofort attackiert…

Der Mann auf der Liege hat ein deutlich schlimmeres Problem als einen Hexenschuss.

Eines ist bereits in dieser kurzen Szene deutlich geworden: Scott betreibt die Jagd nach den Aliens diesmal deutlich brutaler und blutiger als in seinem Debüt vor 37 Jahren – hier splattert es ordentlich und die Kamera bleibt stets auf dem Geschehen. Schnelle, hektische Schnitte tun ein Übriges, um den Puls in die Höhe zu treiben. Ähnlich wie in einer der wenigen gelungenen Szenen von Prometheus – der Operationsszene mit Noomi Rapace – gelingt es Scott auch im vorab gezeigten Ausschnitt, den Schrecken auf den Zuschauer zu übertragen und ihn ebenso ungläubig zusehen zu lassen, was man doch kaum glauben und eigentlich gar nicht sehen will.

Leider ist aber auch eine bedeutend unerfreulichere Parallele zu Prometheus zu sehen: Hatte man dort die wohl dämlichsten Wissenschaftler an Bord, die auf der Erde zu finden waren (Oh, ein Wesen, dass ich noch nie gesehen habe, dass muss ich anfassen!), machen hier die angeblich für den Kampf ausgebildeten Soldaten nicht den allerbesten Eindruck. Cleveres Verhalten scheint Drehbuchschreiber John Logan („Penny Dreadful“, „Skyfall“), der eigentlich kluge Storys erzählen kann, hier nicht ins Konzept gepasst zu haben. Schade eigentlich, hatten doch die meisten Horrorfans gehofft, das klassische Treppe hochlaufen angesichts einer Gefahr hätte sich inzwischen aus dem Kino verabschiedet. Hier leider nicht.

Prognose:

Spannend kann Ridley Scott noch immer inszenieren, das machen Trailer und Ausschnitte von Alien: Covenant deutlich. Und auch in Sachen Gorefaktor scheint Scott mächtig Gas zu geben. Leider macht das Drehbuch bisher aber keinen guten Eindruck. Nicht nur, dass der Trailer verdächtig nach einer Neuauflage von Alien aussieht – einschließlich einer toughen Heldin, diesmal von Katherine Waterston gespielt. Auch die Entscheidungen, die von der Crew getroffen werden, machen wenig Hoffnung auf gleichwertige Gegner für die fiesen Aliens. Bleibt zu hoffen, dass dieser EIndruck täuscht…

Achtung: Der Trailer hat eine „Red Band“-Einstufung, ist also nur für Erwachsene empfohlen.

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