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		<title>Serienkritik: 1899</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Nov 2022 15:11:33 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen 2017 und 2020 landeten Baran bo Odar und Jantje Friese mit drei Staffeln &#8222;Dark&#8220; einen weltweiten Serienhit auf Netflix. Die Mystery-Serie, in der unterschiedliche Zeiten eine große Rolle spielten, bestach mit komplexer Handlung und zumindest teilweise superbem Schauspiel, war aber manchem Zuschauer fast schon zu verwirrend. Und so machten bald Schaubilder im Internet die Runde, auf denen die komplizierten Verhältnisse der Serie anschaulicher erklärt wurden. Ob auch die neue Serie des Duos, die jetzt beim Streamingdienst startet, einen ähnlichen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/1899-kritik-serie-netflix/">Serienkritik: 1899</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen 2017 und 2020 landeten Baran bo Odar und Jantje Friese mit drei Staffeln &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-dark/">Dark</a>&#8220; einen weltweiten Serienhit auf Netflix. Die Mystery-Serie, in der unterschiedliche Zeiten eine große Rolle spielten, bestach mit komplexer Handlung und zumindest teilweise superbem Schauspiel, war aber manchem Zuschauer fast schon zu verwirrend. Und so machten bald Schaubilder im Internet die Runde, auf denen die komplizierten Verhältnisse der Serie anschaulicher erklärt wurden. Ob auch die neue Serie des Duos, die jetzt beim Streamingdienst startet, einen ähnlichen Plan braucht, ob &#8222;1899&#8220; ebenfalls das Zeug zum Hit hat und warum hier die Sprache eigentlich eine entscheidende Rolle spielt, klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_13364" aria-describedby="caption-attachment-13364" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-13364 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-2.webp" alt="Andreas Pietschmann" width="1024" height="643" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-2.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-2-300x188.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-2-768x482.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-2-750x471.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13364" class="wp-caption-text">Als nach Monaten das verschollene Schwesternschiff auftaucht, ist Kapitän Eyk vor eine schwere Wahl gestellt.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Wir schreiben das Jahr 1899. Der Dampfer &#8222;Kerberos&#8220; durchpflügt den Atlantik auf dem Weg in die USA. Noch immer Gespräch an Bord: das spurlose Verschwinden von Schwesternschiff &#8222;Prometheus&#8220; vor vier Monaten. Einige der Passagier interessieren sich aber ganz besonders dafür, denn sie haben von einem Unbekannten einen Brief bekommen, in dem ein Zeitungsartikel über die Prometheus steckt. So vermutet die junge Ärztin Maura (Emily Beechum) ihren vermissten Bruder auf dem Schiff. Auch Kapitän Eyk (Andras Pietschmann) hat einen solchen Brief erhalten. Und der kämpft nicht nur mit Kurs und Wellen, sondern auch mit einem Trauma nach einer persönlichen Tragödie.</p>
<p>Als der Funker dann meldet, er bekäme regelmäßig Koordinaten zugeschickt, die ansonsten unkommentiert blieben, hat Eyk eine Vermutung und lässt den Kurs zum angegebenen Ort ändern. Tatsächlich hat ihn sein Gefühl nicht getrogen. Denn die Kerberos sichtet das verloren gegangene Schwesterschiff &#8211; die Prometheus. Allerdings findet die kleine Gruppe, die an Bord geht, nicht das, was sie erwartet hat. Denn das Schiff beherbergt keine 1400 Leichen, sondern ist komplett menschenleer. Zumindest denken das die Sucher so lange, bis sie auf einen Jungen stoßen, den irgendjemand in einem Schrank eingeschlossen hat. Er hält eine seltsam aussehende, schwarze Pyramide in seinen Händen und spricht kein winziges Wort &#8230;</p>
<p><iframe title="1899 | Offizieller Trailer | Netflix" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/I82-PXjqols?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Ein neues &#8222;Lost&#8220;</h2>
<p>Als eine der besten Mystery-Serien aller Zeiten gilt &#8222;Akte X&#8220;, außerdem hat die TV-Serie &#8222;Lost&#8220; viele Fans in diesem Bereich. Und der Vergleich mit letzterer passt auch für <strong>1899</strong>, da die neue Serie von bo Odar und Friese ebenfalls eine lange Story erzählt. Und die erinnert auch immer wieder an die erfolgreiche US-Serie, die von J.J. Abrams und Damon Lindelof geschaffen wurde. Deren großes Manko war es, dass den Machern nach einem großartigen Start irgendwann die kreative Luft ausging und die Serie von Staffel zu Staffel schwächer wurde. Das müssen Fans bei <strong>1899</strong> nicht befürchten. Die Macher haben die Serie auf drei Staffeln geplant, sollten den Schluss also bereits kennen. Nun muss die Serie nur noch erfolgreich genug werden, damit Netflix auch alle drei Staffeln ordert.</p>
<p>Die Chancen dafür stehen gut. Denn bo Odar und Friese erinnern natürlich mit ihrer neuen Serie an Dark, erschaffen aber etwas, das eigenständig genug ist, um nicht andauernd an ihren Hit zu erinnern. Auch hier bauen die Macher ein recht großes Ensemble zu Hauptfiguren auf. Alle bekommen ihre Zeit, um ein wenig Tiefe und Kontur zu erhalten, auch wenn nicht alle davon wirklich interessant sind. Das größte Problem der Serie liegt allerdings in der deutschen Sprachversion. Denn im Gegensatz zum englischen Original, in der das Publikum neben Englisch auch Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch und sogar Kantonesisch hört und entsprechende Untertitel eingeblendet bekommt, gibt es in der deutschen Sprachversion nur Deutsch.</p>
<figure id="attachment_13365" aria-describedby="caption-attachment-13365" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13365 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-3.webp" alt="1899" width="1024" height="596" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-3.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-3-300x175.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-3-768x447.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-3-750x437.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13365" class="wp-caption-text">Der einzige Überlebende der Prometheus ist ein kleiner Junge, der nicht spricht.</figcaption></figure>
<p>Das mag zwar bequemer sein, nimmt <strong>1899</strong> aber viel von ihrem Flair. Den es geht eben auch darum, dass sich die zusammengewürfelte Schar von Passagieren untereinander nicht versteht. Und dieser Umstand geht in der deutschen Sprachversion komplett über Bord. Das schadet der Atmosphäre und entzieht der Serie ein wenig von den starken Mystery-Momenten, die sie schafft.</p>
<h2>Aufmerksames Sehen nötig</h2>
<p>Denn die Mischung aus persönlichen Schicksalen und (mindestens) einem großem Mysterium funktioniert auch in <strong>1899</strong> gut. Wie schon <strong>Dark</strong> ist <strong>1899</strong> aber keine Serie, der man zwischen Abendessen schneiden und auf Smartphone schauen großartig etwas abgewinnen kann. Die kühl inszenierte und bebilderte Serie, die mehr den Intellekt als das Gefühl anspricht, wimmelt vor Andeutungen und möglichen Hinweisen und verlangt schon deshalb die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Worum es hier genau geht (insofern man das nach sechs von acht Folgen der ersten Staffel überhaupt schon beurteilen kann), soll natürlich nicht verraten werden. Aber das Symbol eines durchgestrichenen Dreiecks spielt offenkundig eine große Rolle, soviel sei gesagt. Also Augen offenhalten!</p>
<p>Schauspielerisch bietet <strong>1899</strong> mehr als der Vorgänger. Zwar konnten in Dark bekannte Größen wie Oliver Masucci oder Angela Winkler überzeugen, aber längst nicht alle Rollen waren stark besetzt. Das ist in <strong>1899</strong> anders, hier gibt es keinerlei Ausfälle zu verzeichnen. Jede Figur ist stark gespielt, selbst wenn ihre Story nicht sonderlich viel hergibt. Dazu liefern die Macher erneut eine extrem starke Soundkulisse für ihren Alptraum auf hoher See ab. Und begeistern dazu Fans von Rock-Klassikern mit einem Song zum Ende jeder Folge. Titelmusik der Serie ist mit &#8222;White Rabbit&#8220; von &#8222;Jefferson Airplane&#8220; denn auch passenderweise eine Hymne des Psychedelic Rock, in der es textlich um Alice im Wunderland geht. Um einen Zufall dürfte es sich dabei wohl kaum handeln. Auch die Namen der Schiffe dürften mit Bedacht gewählt sein.</p>
<figure id="attachment_13366" aria-describedby="caption-attachment-13366" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13366 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-4.webp" alt="1899" width="1024" height="524" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-4.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-4-300x154.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-4-768x393.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-4-750x384.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13366" class="wp-caption-text">Die dänische Familie, die in die USA fliehen will, muss einen herben Verlust ertragen.</figcaption></figure>
<p>Wenn man der Serie etwas vorwerfen will, dann ist es die bereits angesprochene Kühle. Es ist nicht leicht, mit den Charakteren der Geschichte warm zu werden, denn bo Odar und Friese achten darauf, einen deutlichen Abstand zwischen Publikum und Protagonisten einzuhalten. Das erhöht zwar die Rätselhaftigkeit des Plots und der Akteure darin, schafft aber kaum Berührungspunkte, bei denen Zuschauer wirklich emotional gebunden ist. So bleibt man über weite Teile der Story nur interessierter Beobachter &#8211; hier böte <strong>1899</strong> noch Luft nach oben. Ansonsten ist die neue Serie der Dark-Macher eine optisch auf Goldrand genähte Reise in einen absolut sehenswerten Alptraum.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Nein, die neue Serie <strong>1899</strong> der <strong>Dark</strong>-Macher unterscheiden sich nicht völlig vom Vorgänger. Wer Dark gesehen hat, wird genug Parallelen entdecken, um die Verwandtschaft zu sehen. Aber die neue Story unterscheidet sich dennoch genug von der alten, um problemlos als eigenständig durchzugehen. Dabei sind Ausstattung, Schauspieler und Sound auffällig stark, während das Drehbuch mit der einen oder anderen Schwäche aufwartet. So ist es vor allem die betont kühle Erzählweise, die <strong>1899</strong> eher zum Vergnügen für den Kopf macht. Denn das Miträtseln und Hinweise suchen dürfte dem richtigen Publikum viel Spaß machen. Wer sich auch emotional so richtig in eine Serie versenken will, ist hier aber (bislang) falsch.</p>
<p><em>Gesehen: Sechs von acht Folgen</em></p>
<p><strong>1899 startet am 17. November 2022 bei Netflix.</strong></p>
<figure id="attachment_13367" aria-describedby="caption-attachment-13367" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13367 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-5.webp" alt="Emily Beechum" width="1024" height="680" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-5.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-5-300x199.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-5-768x510.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-5-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-5-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/11/1899-5-750x498.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13367" class="wp-caption-text">Können Daniel, Maura und Eyk das Rätsel um die Schiffe Kerberos und Prometheus lösen?</figcaption></figure>
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		<title>Serienkritik: Gänsehaut um Mitternacht</title>
		<link>https://lauterfilme.de/gaensehaut-um-mitternacht-kritik-serie-netflix/</link>
					<comments>https://lauterfilme.de/gaensehaut-um-mitternacht-kritik-serie-netflix/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2022 09:47:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
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		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mike Flanagan ist so etwas wie der Kronprinz der Horrorszene. Seit seinen Anfängen mit Filmen wie &#8222;Oculus&#8220; oder &#8222;Ouija: Ursprung des Bösen&#8220; hat sich Flanagan zum neuen Stephen King-Regisseur hochgearbeitet und sowohl &#8222;Das Spiel&#8220; als auch &#8222;Doctor Sleep&#8220; verfilmt. Mittlerweile hat sich Flanagan allerdings weitgehend auf Serien für Netflix verlegt. Und drehte mit &#8222;Spuk in Hill House&#8220; eine der besten Horror-Serien, die Netflix überhaupt hat. Der Nachfolger &#8222;Spuk in Bly Manor&#8220; war schwächer, aber noch immer gut und mit &#8222;Midnight [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mike Flanagan ist so etwas wie der Kronprinz der Horrorszene. Seit seinen Anfängen mit Filmen wie &#8222;Oculus&#8220; oder &#8222;Ouija: Ursprung des Bösen&#8220; hat sich Flanagan zum neuen Stephen King-Regisseur hochgearbeitet und sowohl &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-das-spiel/">Das Spiel</a>&#8220; als auch &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-doctor-sleep/">Doctor Sleep</a>&#8220; verfilmt. Mittlerweile hat sich Flanagan allerdings weitgehend auf Serien für Netflix verlegt. Und drehte mit &#8222;S<a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-spuk-in-hill-house/">puk in Hill House</a>&#8220; eine der besten Horror-Serien, die Netflix überhaupt hat. Der Nachfolger &#8222;Spuk in Bly Manor&#8220; war schwächer, aber noch immer gut und mit &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/midnight-mass-kritik-serie-netflix/">Midnight Mass</a>&#8220; ließ sich Flanagan nicht nur massiv von King-Werken inspirieren, sondern schuf auch einen außerordentlichen Slowburner. Nun kommt &#8222;Gänsehaut um Mitternacht&#8220; &#8211; kann Flanagan sein Niveau halten?</p>
<figure id="attachment_13136" aria-describedby="caption-attachment-13136" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13136 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1.webp" alt="Heather Langenkamp" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-1-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13136" class="wp-caption-text">Einst bot sie als Nancy Freddy Kruger die Stirn, nun spielt sie die Leiterin eines Hospizes für Jugendliche: Heather Langenkamp.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Die USA Mitte der 90er Jahre. Die junge Ilonka (Iman Benson) wurde bereits vom Leben gebeutelt und lebt nach harter Kindheit seit Jahren bei einem liebevollen Pflegevater. Da wird bei der jungen Frau Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. Zwar nimmt sie den Kampf auf, doch alle Therapien schlagen nicht an. Und so muss sich Ilonka mit dem Gedanken abfinden, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Bei Recherchen im Internet entdeckt sie das Jugendhospiz Brightcliffe, das sich auf Fälle wie den ihren spezialisiert hat. So überredet sie ihren Vater, sie dorthin zu bringen, um ihre letzten Monate unter anderen todkranken Jugendlichen verbringen zu können, die ihre Situation verstehen.</p>
<p>Schnell findet die clevere Ilonka heraus, dass die anderen Patienten wie der an Leukämie erkrankte Kevin (Igby Rigney), Spencer (Chris Sumpter), der an AIDS leidet oder ihre neue Zimmergenossin Anya (Ruth Codd) sich nachts heimlich in der Bibliothek des alten Gemäuers treffen. Dort trinken die Teenager Alkohol und erzählen sich gegenseitig Gruselgeschichten. Außerdem schwören sie dort immer wieder, dass der erste, der stirbt, einen Weg zurückfinden soll, um den anderen Mitgliedern dieses Mitternachtsclubs vom Jenseits zu erzählen. Bald wird Ilonka in die Gruppe aufgenommen, doch ihre Motive sind anders als die der übrigen. Sie hat von einer Patientin gelesen, die vor Jahrzehnten nach seltsamen Vorkommnissen als geheilt entlassen wurde. Das will auch Ilonka schaffen &#8230;</p>
<p><iframe title="THE MIDNIGHT CLUB | Official Trailer | Netflix" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/X3cCROeOQLQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Geisterbahn statt Atmosphäre</h2>
<p>Ein altes, unheimliches Haus, eine verzweifelte Gemeinschaft und viele Geister der Vergangenheit, die nicht zur Ruhe kommen &#8211; <strong>Gänsehaut um Mitternacht</strong> klingt eigentlich wie eine weitere Staffel Spuk in &#8230;, denn die Zutaten sind ähnlich. Allerdings weicht die Vorlage diesmal ab. Während für die Spukstaffeln Klassiker wie die Romane von Henry James und Shirley Jackson adaptiert wurden, dient diesmal der gleichnamige Young Adult-Roman von Christopher Pike als Vorlage. Und das merkt man der Serie deutlich an. Zwar bietet bereits die erste Folge einen angeblichen Weltrekord an Jump Scares. Dennoch ist die Serie bei weitem nicht so erschreckend wie Spuk in Hill House, noch immer Flanagans beste Netflix-Show.</p>
<p>Immer wieder wirken die Szenen, als habe Flanagan seine Autoren und Regisseur gebremst, um nicht zu gruselig zu werden. Und so wirken viele Szenen nicht nur harmloser als frühere Arbeiten, sie werden durch die Menge auch nicht besser. So hallt <strong>Gänsehaut um Mitternacht</strong> trotz seiner düsteren Vorgaben von todgeweihten Teenagern weit weniger nach, als die dysfunktionale Crain-Familie aus Hill House. Was auch an dem ungewöhnlichen Format der Serie liegt. Denn der Zuschauer bekommt die einzelnen Geschichten, die die Mitglieder nachts erzählen, als eigenen Kurzfilm innerhalb der Serie zu sehen. Die sind gerade zum Start der Serie wenig beeindruckend, kosten dennoch oft mehr als die Hälfte der Zeit einer Folge. Dadurch kommt die Hauptstory um das Geheimnis von Brightcliffe nur sehr schleppend voran.</p>
<figure id="attachment_13137" aria-describedby="caption-attachment-13137" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13137 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2.webp" alt="Gänsehaut um Mitternacht" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-2-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13137" class="wp-caption-text">Anya ist Ilonkas Zimmergenossin und zunächst wenig angetan von der Neuen.</figcaption></figure>
<h2>Zuviele Storys für eine Serie</h2>
<p>Flanagan-Kenner wissen zwar, dass man dem Maestro ein wenig Zeit lassen muss, bis seine Stoffe so richtig in Fahrt kommen. Aber diesmal dauert das extrem lange. Erst ab der Hälfte der Staffel wird <strong>Gänsehaut um Mitternacht</strong> langsam spannend. Und erzählt auch dann erst eine richtig gute Story innerhalb der Club-Geschichten. Selbst danach bleibt das Tempo der Erzählung niedrig, dafür zeigt Flanagan immer wieder die gleichen Geisterszenen. Was auf Dauer fast langweilt, weil der Zuschauer auch in Folge sieben noch nicht mehr über sie weiß als zu Beginn. Der ganz reale Horror der sterbenden Jugendlichen kann die Lücke aber nicht füllen, denn auch dieser Teil des Plots tritt nur selten in Erscheinung, wenn auch ungleich emotionaler als der Rest.</p>
<p>Stark ist hingegen der Cast, den Flanagan für die Serie um sich sammelte. Von den jungen, recht unbekannten Teenager-Darstellern sticht vor allem Ruth Codd als wenig sympathische Anya hervor, die viel aus ihrer Rolle herausholt. Dazu hat der Showrunner mit Zach Gilford und Samantha Sloyan zwei der besten Schauspieler aus Midnight Mass erneut vor die Kamera geholt. Höhepunkt für Genre-Fans ist aber natürlich Heather Langenkamp als Dr. Stanton, Leiterin von Brightcliffe. Seit ihren Auftritten in &#8222;Nightmare on Elm Street&#8220; 1 und 3 gehört sie zu den Ikonen des modernen Horrorkinos und absolviert hier einen angemessenen Auftritt in gleich mehreren Rollen. Zu einer guten Serie macht aber auch sie <strong>Gänsehaut um Mitternacht</strong> nicht.</p>
<figure id="attachment_13138" aria-describedby="caption-attachment-13138" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13138 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3.webp" alt="Gänsehaut um Mitternacht" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-3-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13138" class="wp-caption-text">Shasta ist die Nachbarin von Brightcliffe und scheint mehr über die Vergangenheit des Ortes zu wissen.</figcaption></figure>
<p>Denn mit dem Konglomerat aus Anthologie-Serie mit kurzen Horrorstorys, den todkranken Teens, deren Zustand die meiste Zeit aber nur Mittel zum Zweck ist, um die Figuren zusammenzubringen, und der oftmals auf der Stelle tretenden Hauptgeschichte um die bunte Vergangenheit von Brightcliffe, kann <strong>Gänsehaut um Mitternacht</strong> Flanagans früheren Serien nicht das Wasser reichen, was auch an teilweise erstaunlich schlechten CGI-Effekten liegt. Nun bleibt zu hoffen, dass seine Edgar Allan Poe-Serie &#8222;The Fall of the House Usher&#8220; und &#8222;Something is Killing the Children&#8220;, eine Horror-Comic-Adaption, wieder die Qualität seiner früheren Shows erreichen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Nicht Fisch, nicht Fleisch! <strong>Gänsehaut um Mitternacht</strong> bremst seine eigene Story immer wieder durch oft nur wenig überzeugende Kurzgeschichten innerhalb der Serie aus. Und erzählt deutlich zu behäbig von einigen sterbenskranken Teenagern, die einen düsteren Pakt schließen. Die immer wieder gleichen Geister sind auf Dauer ebenso ermüdend wie das Erzähltempo, das nochmal langsamer ist als bei <strong>Midnight Mass</strong> und im Gegensatz dazu auch keine brillante letzte Folge bietet. Zwar ist die Serie handwerklich (bis auf die CGI-Tricks) immer solide bis gut, aber eine morbide Optik allein macht noch keinen Horror. Hier verzettelt sich Flanagan zu sehr, um mehr als Durchschnitt abzuliefern. Hoffentlich kann sich der 44-jährige mit den kommenden Serien wieder steigern.</p>
<p><strong>Gänsehaut um Mitternacht startet am 7. Oktober 2022 bei Netflix.</strong></p>
<figure id="attachment_13139" aria-describedby="caption-attachment-13139" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13139 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4.webp" alt="Gänsehaut um Mitternacht" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/midnight-4-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13139" class="wp-caption-text">Haben die Teens mit ihren nächtlichen Aktivitäten alte, böse Mächte geweckt?</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/gaensehaut-um-mitternacht-kritik-serie-netflix/">Serienkritik: Gänsehaut um Mitternacht</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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		<title>Filmkritik: Last Night in Soho</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Nov 2021 22:15:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der britische Regisseur Edgar Wright ist bekannt dafür, lieber aus einem Projekt auszusteigen, als für seinen Geschmack halbe Sachen zu machen, die ihm nicht zusagen. So warf er nach mehreren Jahren die Regie von &#8222;Ant-Man&#8220; hin, weil Kevin Feige und er über einige Punkte des Films unterschiedlicher Ansicht waren. Bei einem so konsequenten Regisseur kann der Zuschauer also davon ausgehen, dass sein neuestes Werk &#8222;Last Night in Soho&#8220; exakt so aussieht und genau die Story erzählt, die Wright auch erzählen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der britische Regisseur Edgar Wright ist bekannt dafür, lieber aus einem Projekt auszusteigen, als für seinen Geschmack halbe Sachen zu machen, die ihm nicht zusagen. So warf er nach mehreren Jahren die Regie von &#8222;Ant-Man&#8220; hin, weil Kevin Feige und er über einige Punkte des Films unterschiedlicher Ansicht waren. Bei einem so konsequenten Regisseur kann der Zuschauer also davon ausgehen, dass sein neuestes Werk &#8222;Last Night in Soho&#8220; exakt so aussieht und genau die Story erzählt, die Wright auch erzählen und zeigen wollte. Zum ersten ersten Mal probiert sich Wright dabei an einem ernsten Thriller aus, nachdem er bislang eher für witzige Filme wie &#8222;Shaun of the Dead&#8220; bekannt war. Wie gut sein neues Werk geworden ist, verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_11391" aria-describedby="caption-attachment-11391" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11391 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-1.jpg" alt="Thomasin McKenzie" width="1024" height="682" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11391" class="wp-caption-text">Ellie erfüllt sich ihren Traum vom mode-Studium in London. Doch bald folgt das böse Erwachen.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Ellie (Thomasin McKenzie) lebt bei ihrer Großmutter in der englischen Provinz, träumt aber seit Jahren davon, in London auf eine Modeschule zu gehen. Und tatsächlich hat sie mit ihrer Bewerbung Erfolg und darf ihr Studium in der Metropole aufnehmen. Doch mit dem Glanz, den sie erwartet hatte, ist es nicht weit her. Der Taxifahrer, der sie nach Soho bringt, macht ihr schmierige Avancen, ihre Mitbewohnerin im Wohnheimzimmer ist eine arrogante Nymphomanin. Und der Geist ihrer Mutter, die ebenfalls in London lebte und sich vor einigen Jahren das Leben nahm, schwebt ebenfalls über Ellie. Zumindest in Sachen Wohnraum ist Ellie aber bald erfolgreich. Die alte Ms. Collins (Diana Rigg) ist bereit, ihre ihre Dachkammer zu vermieten. Die ist zwar etwas schäbig, aber dafür ruhig und sauber.</p>
<p>Bald beginnt Ellie, intensive Träume zu erleben. Darin beobachtet sie die junge Sängerin Sandy (Anya Taylor-Joy) in den Swinging Sixties, der Zeit, die Ellie schon immer faszinierte und aus der sie auch ihre Mode-Entwürfe entlehnt hat. Und sie muss erleben, dass aus dem aufstrebenden Star bald eine gebrochene Frau wird. Denn die 60er sind nicht sonderlich freundlich mit jungen Mädchen umgegangen, wie Ellie erleben muss. Immer mehr gerät sie in den Bann Sandys, kleidet sich wie sie, trägt ihr Haar wie sie. Und eines Nachts muss sich etwas Schreckliches mit ansehen und ist sich bald sicher: Diese Träume sind keine, sondern Visionen aus einer längst vergangenen Zeit. Ein 60 Jahre alter Hilfeschrei. Aber kann Ellie wirklich helfen oder gerät auch sie ins Visier einer dunklen Macht?</p>
<p><iframe title="LAST NIGHT IN SOHO - Official Trailer [HD] - Only in Theaters October 29" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/AcVnFrxjPjI?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Brillante Bilder</h2>
<p>Auch wenn Edgar Wright in fast 20 Jahren nur sechs Kinofilme inszenierte, so darf er doch als Meister seines Fachs gelten. Das bewies er beispielsweise in &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-baby-driver/">Baby Driver</a>&#8220; in dem er die Schusswechsel im Film passend auf die unterlegten Musikrhythmen schnitt. Und das zeigt er auch in <strong>Last Night in Soho</strong>, der von seiner wunderschönen Bilderflut lebt. Was ihm von manchen Kritikern den Vorwurf einbrachte, sein neuer Film sei &#8222;Style over Substance&#8220;, also die Verpackung sei besser als der tatsächliche Inhalt. Das ist zwar im Prinzip richtig, dennoch läuft die Kritik hier ins Leere. Denn auch der Inhalt ist interessant, gut geschrieben und mit einigen effektiven Twists gewürzt. Nur dass die Verpackung eben nochmal besser ist als die bereits gute Story.</p>
<p>Zu verdanken hat er das auch seinem Kameramann Chung-Chung-hoon, der bereits Erfolge wie &#8222;ES&#8220; und &#8222;Zombieland 2&#8220; vorweisen kann. Gemeinsam erwecken sie das London der 60er in seiner ganzen Schönheit wieder zum Leben. Auf nassen Straßen spiegeln sich die Neonlichter der Clubs, die Kleider der Frauen sind bunt und sexy. In den Bars und Theatern tobt das Leben und Petula Clarks &#8222;Downtown&#8220; ist gerade der angesagte Hit. Gleich in der ersten Szene, in der der Zuschauer gemeinsam mit Ellie Sandy und ihren vermeintlichen Traumprinzen Jack (Matt Smith) kennenlernt, inszeniert Wright eine Tanzszene, die derart brillant choreographiert, fotografiert und geschnitten ist, dass man allein ihretwegen die Blu-Ray des Films zuhause haben sollte. Um sie sich immer wieder anzusehen.</p>
<figure id="attachment_11392" aria-describedby="caption-attachment-11392" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11392 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-2.jpg" alt="Diana Rigg" width="1024" height="682" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11392" class="wp-caption-text">Ellies Mitschülerinnen sind Zicken und so kann sie nicht im Wohnheim bleiben. Bei der alten Miss Collins kommt sie in einer Dachkammer unter.</figcaption></figure>
<h2>Abschied von der alten Dame</h2>
<p>Die Bilder sind aber auch deshalb so stark, weil großartige Schauspieler in ihnen zu sehen sind. Thomasin McKenzie, unlängst als Jüdin in &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-jojo-rabbit/">Jojo Rabbit</a>&#8220; bereits umwerfend, hat auch mit der Rolle der schüchternen und doch mutigen Ellie keine Probleme. Der wandelbaren Schauspielerin nimmt auch optisch den Wandel hin zum Vorbild Sandy problemlos ab, weil der Zuschauer ihn durch ihr Spiel so gut nachvollziehen kann. Der Wunsch nach mehr Glamour und Glanz ist in Ellies Leben einfach zu gut nachvollziehbar. Aber auch die immer gute Anya Taylor-Joy liefert hier ein weiteres Mal ab. Als ambivalente Sandy, kühl und doch feurig, klug und doch dumm, was Männer angeht, zieht sie Blicke vom ersten Augenblick an fast magnetisch auf sich. Selbst ein gestandener Schauspieler wie Ex-&#8222;Doctor Who&#8220; Matt Smith hat Mühe, dagegen anzuspielen.</p>
<p>Dass auch noch Diana Rigg in ihrer letzten Rolle in diesem Film mitwirkt, passt nicht nur perfekt in die Sixties-Ära des Films, in der Rigg als Emma Peel eine Ikone war, sie darf sich mit <strong>Last Night in Soho</strong> auch auf hohem Niveau von ihrem Publikum verabschieden. Und Terence Stamp als undurchsichtiger Charakter im Nachtleben von Soho liefert ebenfalls eine ganz starke Vorstellung ab.</p>
<figure id="attachment_11393" aria-describedby="caption-attachment-11393" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11393 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-3.jpg" alt="Last Night in Soho" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11393" class="wp-caption-text">Und dort hat sie jede Nacht Visionen von Sandy, einer jungen Sängerin, die in den 60er Jahren Karriere machen will.</figcaption></figure>
<p>Wenn man dem Film eine Schwäche anlasten will, dann liegt die in der Lauflänge. Knapp zwei Stunden braucht Wright nur, weil er zu Beginn des finalen Akts doch ein wenig redundant erzählt, was Ellie Schreckliches zustößt. Hier schien er plötzlich seiner Idee nicht mehr zu vertrauen und erklärt die Sachlage häufiger und expliziter, als es eigentlich nötig wäre. Dafür lässt er einige Kleinigkeiten weg, die den Film noch etwas stärker gemacht hätten. Denn dass Ellie mit bestimmten Personen nicht über ihre Erlebnisse spricht, wirkt im Nachgang doch etwas merkwürdig und gibt aufmerksamen Zuschauern mehr Hinweise, als dem Plot gut tut. Aber das ist das berühmte Jammern auf hohem Niveau. <strong>Last Night in Soho</strong> ist ein wunderbarer Film, den man unbedingt auf der großen Leinwand genießen sollte.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mit <strong>Last Night in Soho</strong> zeigt Edgar Wright einmal mehr, dass er vor keinem Genre Angst hat. In seinem ersten unheimlichen Thriller inszeniert er nicht nur gewohnt brillant und eigenwillig, sondern zaubert auch eine dunkle, unwiderstehliche Version der Swinging Sixties auf die Leinwand, dass der Zuschauer manchmal gar nicht mehr weiß, wo er zuerst hinsehen soll. Die Kirsche auf der Torte sind dabei die beiden Hauptdarstellerinnen Anya Taylor-Joy und Thomasin McKenzie. Die nicht nur die interessantesten Rollen haben, sondern sie auch so spielen. Ob der Film nun ein Beitrag zu #metoo-Debatte ist, weil es um starke Frauen und schreckliche Männer geht, kann jeder für sich entscheiden. Nötig hat <strong>Last Night in Soho</strong> diesen modernen Bezug nicht, um fast durchgehend mit magischen Bildern zu überzeugen.</p>
<p><strong>Last Night in Soho startet am 12. November 2021 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_11394" aria-describedby="caption-attachment-11394" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11394 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-4.jpg" alt="Last Night in Soho" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-4-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-4-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-4-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/11/soho-4-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11394" class="wp-caption-text">Bald hat Ellie Mühe, zwischen Traum und Realität zu unterscheiden, zu sehr ist sie bereits in den Bann der damaligen Ereignisse geraten.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Serienkritik: Midnight Mass</title>
		<link>https://lauterfilme.de/midnight-mass-kritik-serie-netflix/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Sep 2021 08:40:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen King]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mike Flanagan hat sich im Lauf der Jahre einen Ruf als einer der momentan besten Horror-Regisseure erarbeitet. So setzte er mit &#8222;Das Spiel&#8220; und &#8222;Doctor Sleep&#8220; zwei Stephen King-Romane um und zog sich dabei ansehnlich aus der Affäre. Mit &#8222;Spuk in Hill House&#8220; brachte er die vielleicht beste Horrorserie der vergangenen Jahre auf Netflix heraus und legte mit &#8222;Spuk in Bly Manor&#8220; zumindest ordentlich nach. Und nun präsentiert er mit &#8222;Midnight Mass&#8220; eine selbst verfasste, selbst produzierte und selbst inszenierte [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mike Flanagan hat sich im Lauf der Jahre einen Ruf als einer der momentan besten Horror-Regisseure erarbeitet. So setzte er mit &#8222;Das Spiel&#8220; und &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-doctor-sleep/">Doctor Sleep</a>&#8220; zwei Stephen King-Romane um und zog sich dabei ansehnlich aus der Affäre. Mit &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-spuk-in-hill-house/">Spuk in Hill House</a>&#8220; brachte er die vielleicht beste Horrorserie der vergangenen Jahre auf Netflix heraus und legte mit &#8222;Spuk in Bly Manor&#8220; zumindest ordentlich nach. Und nun präsentiert er mit &#8222;Midnight Mass&#8220; eine selbst verfasste, selbst produzierte und selbst inszenierte Mini-Serie für den Streaming-Dienst. Warum King dennoch ein großes Stichwort für diese Serie ist und ob die Qualität mit Flanagans letzten Arbeiten mithalten kann, verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_10993" aria-describedby="caption-attachment-10993" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10993 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-1.jpg" alt="Zach Gilford" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10993" class="wp-caption-text">Riley ist nach vier Jahren im Gefängnis zurück an seinem Geburtsort &#8211; der winzigen Insel Crockett Island.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Riley Flynn (Zach Gilford) kommt nach vier Jahren im Gefängnis nach Hause auf die winzige Insel Crockett Island. Er hatte unter Alkoholeinfluss ein junges Mädchen bei einem Unfall tödlich verletzt. Noch immer von Schuld geplagt, versteht er die kühle Begrüßung durch seinen Vater Ed (Henry Thomas), genießt aber aber über die Erleichterung seiner Mutter Annie (Kristin Lehman), die sich über die Rückkehr des verlorenen Sohnes freut. Nur einen Tag nach ihm erreicht auch ein neuer Priester die Insel. Pater Paul Hill (Hamish Linklater) ist als Ersatz für Pater Pruitt gekommen, der sich auf einer Pilgerreise verletzt hat und noch eine Weile im Krankenhaus bleiben muss.</p>
<p>Schnell gewinnt der charismatische Priester einige der Gläubigen auf Crockett Island für sich, darunter die glühende Katholikin Beverly (Samantha Sloyan). Und als er beginnt, vor den Augen der Gemeinde Wunder zu vollbringen, wenden sich ihm die Herzen der meisten Einwohner zu. Doch Riley und seine Jugendfreundin Erin Green (Kate Siegel) bleiben misstrauisch, denn auch unheimliche Dinge geschehen. So werden Dutzende toter Katzen am Strand angespült und bald werden auch Menschen vermisst. Weiß Hill etwas darüber, ist er vielleicht sogar der Grund für all die seltsamen Dinge, die geschehen? Die Antwort, die Riley findet, erschüttert ihn mehr als er je erwartet hätte &#8230;</p>
<p><iframe title="Midnight Mass | Official Trailer | Netflix" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/y-XIRcjf3l4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Inhalt zu 100 Prozent Stephen King</h2>
<p>Stephen King äußerte sich in der Vergangenheit stets wohlwollend über Flanagans Umsetzungen seiner Stoffe. Zudem mochte der Meister des Horrors auch Flanagans andere Arbeiten. Das dürfte auch der Grund sein, warum King <strong>Midnight Mass</strong> vorab sehen durfte und in höchsten Tönen lobte. Denn eigentlich hätte er Flanagan wegen des Plagiats verklagen müssen. Diese Mini-Serie basiert zu fast 100 Prozent auf Storys von King. Aus Spoilergründen werden diese hier zwar nicht aufgeführt. Doch Kenner des Autors werden nach wenigen Minuten schon erkennen, wo sich Flanagan bedient hat. Und das macht <strong>Midnight Mass</strong> eine ganze Ecke unorigineller, als Horrorfans sich das wünschen würden. Zwar lässt sich aus den Vorlagen nicht das Finale der Serie herauslesen. Doch der Weg dorthin wird King-Fans bald klar sein.</p>
<p>Denn bereits in Folge eins werden Horror-affine Zuschauer alle Hinweise erkennen und das Geheimnis von Crockett Island weitgehend gelöst haben. So ist die Aufdeckung für das Publikum in Folge drei für viele wahrscheinlich keine große Überraschung mehr. Die Spannung bezieht <strong>Midnight Mass</strong> dann ausschließlich aus dem Suspense, dass der Zuschauer mehr weiß als die Protagonisten der Serie. Und hier spielt Flanagan seine Qualitäten als Regisseur voll aus. Langsam baut er das Unbehagen auf, das den Zuschauer bald ständig begleitet, auch wenn er noch nicht die ganze Wahrheit kennt. Und zieht am Ende der Serie die Spannungsschraube dann mächtig an. Auch hier macht er King alle Ehre, dessen Romanaufbau (von  zumindest einigen Werken) er mustergültig kopiert.</p>
<figure id="attachment_10994" aria-describedby="caption-attachment-10994" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10994 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-2.jpg" alt="Kate Siegel" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10994" class="wp-caption-text">Unerwartete Freude: Auch Rileys Jugendliebe Erin lebt nach Jahren der Abwesenheit wieder hier.</figcaption></figure>
<h2>Abrechnung mit religiösem Eifer</h2>
<p>Dem Meister dürfte Flanagans knallharte Abrechnung mit den dunklen Seiten von Religion und blindem Gehorsam gefallen haben, den der Regisseur hier mit einer Deutlichkeit präsentiert, die keine Fragen offen lässt. Denn die Figur des charismatischen Priesters, so nuancenreich sie sich auch entwickelt, steht doch für eine klare Botschaft des Regisseurs. Die Figur der Beverly hingegen darf wohl als tiefe Verbeugung vor King verstanden werden. Denn dessen Leser kennen die religionsfanatische Jungfer aus verschiedenen Werken des Autors nur zu gut. Was Flanagan als Drehbuchautor in der Hauptstory verschenkt, indem er dreist bei Stephen King abkupfert, so stark sind dafür seine kleinen Szenen, die zwischenmenschliche Teile der Geschichte erzählen.</p>
<p>Wenn Riley und Hill sich bei einem Zwei-Personen-AA-Meeting über Gott und die Welt unterhalten und ihre Glaubensideen austauschen, dann ist das großes Kino. Und auch Rileys Gespräch mit Jugendliebe Erin über den Tod und wie er sich ihn vorstellt, gehört zu den stärksten Momenten der ganzen Serie. Wie Flanagan ohnehin in der zweiten Hälfte ein paar kleine Twists setzt, die der Zuschauer nicht unbedingt kommen sieht. Bedanken kann sich Flanagan dafür auch bei seinem starken Ensemble. Angefangen bei seiner Ehefrau Kate Siegel, die abermals umwerfend spielt, über den beeindruckenden Hamish Linklater als Pater Paul Hill bis zu Zach Gilford als schuldgeplagter Riley sind die Hauptfiguren alle stark besetzt und überzeugen in jeder Szene.</p>
<figure id="attachment_10995" aria-describedby="caption-attachment-10995" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10995 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-3.jpg" alt="Midnight Mass" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10995" class="wp-caption-text">Inselärztin Sarah stellt bei ihrer senilen Mutter seltsame Veränderungen fest. Was hat der neue Priester damit zu tun?</figcaption></figure>
<h2>Top gespielt</h2>
<p>Auch der Nebencast mit Namen wie Henry Thomas, Kristin Lehman oder Michael Truoco erledigt seinen Job durchgehend auf hohem Niveau. Selbst wenn mancher Charakter trotz der sieben Stunden Laufzeit nicht genug Szenen bekommt, um wirklich zu glänzen. Und weil Flanagan das Erfolgsrezept von Hill House hier wiederholt, echtes Drama in seinen Horror einfließen zu lassen, lässt sich auch die Story von <strong>Midnight Mass</strong> nicht so einfach abschütteln. Und wer die betreffenden Romane von Stephen King nie gelesen hat, wird vielleicht sogar die Story originell finden. Flanagan kehrt bereits im kommenden Jahr mit der Serie &#8222;The Midnight Club&#8220;, die inhaltlich nichts mit <strong>Midnight Mass</strong> zu tun hat, zu Netflix zurück. Nach diesem Siebenteiler durchaus ein Grund zur Freude.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mike Flanagan bringt in <strong>Midnight Mass</strong> bekannte Tugenden ein, die er schon früher gezeigt hat. Das Drehbuch enthält starke Dialoge abseits von Horror, die Darsteller bringen unter seiner Regie Höchstleistung und die Inszenierung bietet sowohl wunderschöne als auch gruselige Momente. Schade nur, dass er bei seiner Story so derartig dreist bei Stephen King-Werken abkupfert und somit bei Horrorfans etliche Deja-Vus auslösen dürfte. Dabei steht ein Frühwerk Kings besonders im Fokus von <strong>Midnight Mass</strong>, etwa 80 Prozent der Story findet sich in Flanagans Serie wieder. Wer Kings Roman nicht gelesen hat (der aus Spoilergründen hier nicht genannt wird) dürfte die Serie deutlich besser finden als Kenner des Buches. Mehr als das lässt sich an Flanagans neuer Serie allerdings kaum kritisieren.</p>
<p><strong>Midnight Mass startet am 24. September 2021 bei Netflix.</strong></p>
<figure id="attachment_10996" aria-describedby="caption-attachment-10996" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10996 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-4.jpg" alt="Midnight Mass" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-4-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/mass-4-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10996" class="wp-caption-text">Bald kommt es auf der Insel zu seltsamen Ereignissen &#8211; und Menschen verschwinden.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Old</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2021 19:56:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wohl kaum ein Regisseur ist so umstritten bei Genre-Fans wie M. Night Shyamalan. Der in Indien geborene US-Regisseur hatte seinen Durchbruch 1999 mit seinem Film &#8222;The Sixth Sense&#8220;. Und gilt seitdem als Synonym für einen heftigen Twist in einem Film. Die liefert er auch &#8211; auf Gedeih und Verderb. Und nicht immer goutierte das Publikum seine Ideen, so erntete er für &#8222;The Lady in the Water&#8220; und &#8222;The Happening&#8220; zum Teil extrem negative Kritiken. Und auch untypische Projekte wie &#8222;The [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wohl kaum ein Regisseur ist so umstritten bei Genre-Fans wie M. Night Shyamalan. Der in Indien geborene US-Regisseur hatte seinen Durchbruch 1999 mit seinem Film &#8222;The Sixth Sense&#8220;. Und gilt seitdem als Synonym für einen heftigen Twist in einem Film. Die liefert er auch &#8211; auf Gedeih und Verderb. Und nicht immer goutierte das Publikum seine Ideen, so erntete er für &#8222;The Lady in the Water&#8220; und &#8222;The Happening&#8220; zum Teil extrem negative Kritiken. Und auch untypische Projekte wie &#8222;The Last Airbender&#8220; oder &#8222;After Earth&#8220; wurden verrissen. Erst mit dem starken &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-split/">Split</a>&#8220; meldete sich der Regisseur zurück, erreichte mit dem Nachfolger &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-glass/">Glass</a>&#8220; aber nicht den erhofften Erfolg. Nun kommt &#8222;Old&#8220;, den Shyamalan nach einer Graphic Novel drehte. Ein starker Film von ihm?</p>
<figure id="attachment_10412" aria-describedby="caption-attachment-10412" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10412 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-2.jpg" alt="Old" width="1024" height="588" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-2-300x172.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-2-768x441.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10412" class="wp-caption-text">Der Strand-Geheimtipp des Hotels scheint ein Paradies zu sein, doch bald findet der kleine Trent ungewöhnliche Dinge.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Guy (Gael Garcia Bernal) und Prisca (Vicky Krieps) Cappa kommen mit ihren beiden Kindern Maddox und Trent in einem exklusiven Ferienclub an, wo sie sofort herzlich empfangen werden. Zwar erweisen sich einige Gäste, wie der Arzt Charles (Rufus Sewell) und seine Frau Crystal (Abbey Lee) als ein wenig nervig, aber die Cappas beschließen, sich den Urlaub nicht von anderen vermiesen zu lassen, denn die Stimmung ist schon schlecht genug. Guy und Prisca wollen sich trennen, weil sie einen anderen Mann kennengelernt hat, wissen aber noch nicht, wie sie es den Kindern sagen sollen. Da kommt die Ablenkung, die ein geheimer Strand verspricht, zu dessen Besuch der Hoteldirektor die Familie einlädt, mehr als recht.</p>
<p>Zuerst freuen sich die Gäste, zu denen auch Charles und seine Familie zählen, über die Schönheit des Strandes und das glasklare Wasser der Bucht. Doch schon bald mehren sich die Anzeichen, dass an diesem von einem seltenen Mineralgestein umgebenen Strand nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Zuerst merken es die Kinder, die sich zunehmend unwohl fühlen und über ein großes Hungergefühl klagen. Doch erst als Trent (Alex Wolff) und Maddox (Thomasin McKenzie) innerhalb weniger Stunden von kleinen Kindern zu Teenagern werden, wird das ganze Ausmaß der Situation klar, in der sich die Gäste befinden. Bald gibt es den ersten Toten &#8230;</p>
<p><iframe title="Old - Official Trailer [HD]" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/A4U2pMRV9_k?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Achterbahn-Qualität</h2>
<p>Eines muss man Shyamalan lassen: Wenn er einen Film macht, dann ohne Kompromisse. Auch bei <strong>Old</strong> hat der Zuschauer an keiner Stelle das Gefühl, hier habe möglicherweise das Studio eingegriffen, um bestimmte Szenen besser verständlich oder harmloser zu machen. Das neueste Werk des Regisseurs ist allerdings, was selten vorkommt, nach einer weitgehend unbekannten Graphic Novel entstanden, so dass es schwer zu beurteilen ist, welche Ideen aus dem Comic und welche von Shyamalan stammen. Interessant wäre das schon deshalb, weil <strong>Old</strong> in unterschiedlichen Bereichen von höchst unterschiedlicher Qualität ist. Optisch gehört der neue Film beispielsweise zu den Besten, die der Regisseur bislang inszenierte. Kameramann Mike Gioulakis findet für Old ebenso spannende wie manchmal irritierende Perspektiven.</p>
<p>Zudem gelingt es ihm lange, dem Zuschauer genaue Bilder des tatsächlichen Geschehens vorzuenthalten und ihn so relativ lange im Unklaren zu lassen, was sich am Strand eigentlich abspielt. Auf dem Papier hat Shyamalan auch eine beeindruckend menge spannender Schauspieler für sein Projekt gewinnen können, die allerdings einen mitunter sehr undankbaren Job in <strong>Old</strong> bekommen. Denn sie müssen (zumindest in der deutschen Synchronisation) zum Teil wirklich furchtbar schwache Dialoge von sich geben. Wenn Prisca bei ihren sechsjährigen Sohn, der plötzlich aussieht wie ein Elfjähriger, einen Virus vermutet oder dass er vielleicht etwas Falsches gegessen hat, dann lässt sich das auch mit der Panik einer Mutter nicht mehr ernsthaft erklären, das ist einfach doof.</p>
<figure id="attachment_10413" aria-describedby="caption-attachment-10413" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10413 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-3.jpg" alt="Old" width="1024" height="687" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-3-300x201.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-3-768x515.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10413" class="wp-caption-text">Bald merken auch die Erwachsenen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.</figcaption></figure>
<h2>Dialoge ohne Sinn</h2>
<p>Immer wieder kommt es zu Gesprächen, bei denen man im Zuschauerraum nur den Kopf schütteln kann, um, nur kurz darauf mit einer sehenswerten Body-Horror-Szene oder einem unerwarteten Ereignis überrascht zu werden &#8211; <strong>Old</strong> ist eine echte Achterbahnfahrt. So sind die Anfangsminuten am Strand durchaus gelungen, wenn er das Publikum zu Komplizen der Protagonisten macht, die sich die Hoffnung teilen, es wird schon nicht so schlimm werden. Nur um die dann sehr effektvoll zunichte zu machen. Auch die Hinweise auf den großen Twist, die Shyamalan eigentlich offensichtlich zeigt und doch so klug versteckt, dass der Zuschauer den einen oder anderen garantiert übersieht, sind gelungen und schüren die Spannung weiter.</p>
<p>Und damit sind wir beim großen Thema jedes Shyamalan-Films: den Twist. Wie eigentlich immer, ist auch der in <strong>Old</strong> erst einmal Geschmackssache. Denn er hat zwar mit dem Geheimnis der Bucht zu tun, geht aber in eine leicht andere Richtung. Da wird sicher nicht jeder im Saal jubeln. Entscheidend ist aber: In der inneren Logik des Films ist das Ganze sinnvoll, auch wenn Shyamalan immer wieder kurze Szenen in den Film packt, die zumindest an der Glaubwürdigkeit der Story kratzen. Aber der Regisseur hat in seiner Karriere schon deutlich schwächere Twists abgeliefert als diesen hier. Zudem sorgt er damit auch für ein Finale, dass der Zuschauer so garantiert nicht kommen sieht.</p>
<figure id="attachment_10414" aria-describedby="caption-attachment-10414" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10414 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-4.jpg" alt="Thomasin McKenzie" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-4-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-4-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-4-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-4-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10414" class="wp-caption-text">Die Cappas müssen zusammenhalten, obwohl die Situation vor allem für die Kinder furchtbar ist.</figcaption></figure>
<p>Allerdings stellt man sich bei Ansicht des Films schon die Frage, ob der Twist überhaupt nötig war. Oder ob Shyamalan seinen neuen Film nicht einfach als Essay über die Zeit und das Leben hätte aufsetzen sollen. Vorstellbar wäre das durchaus, dann hätte der Regisseur allerdings deutlich bessere Dialoge schreiben müssen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>M. Night Shyamalan bleibt auch mit <strong>Old</strong> Geschmackssache. Auf der einen Seite präsentiert er dem Publikum einen toll gefilmten und über weite Strecken spannenden Mystery-Thriller, der auch ein paar harte Momente offenbart. Auf der anderen Seite verschwendet er seine gute Schauspieler-Riege an komplett hohle Dialoge und abenteuerliche Charakter-Entwicklungen. Immerhin gehört der typische Shyamalan-Twist in <strong>Old</strong> zu den gelungeneren in seiner Karriere. Mögen muss man ihn trotzdem, denn er beantwortet längst nicht alle Fragen, die sich der Zuschauer stellen wird. Nach dem sehr mäßigen Glass kann sich der bald 51-jährige Regisseur aber wieder etwas steigern. Und sein Mut zu sehr unkonventionellen Storys scheint auch ungebrochen. Vielleicht wird ja der nächste Film wieder richtig gut.</p>
<p><strong>Old startet am 29. Juli 2021 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_10415" aria-describedby="caption-attachment-10415" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10415 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-5.jpg" alt="Alex Wolff" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-5.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-5-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/old-5-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10415" class="wp-caption-text">Panik greift um sich! In wenigen Stunden ist Trent um mindestens zehn Jahre gealtert.</figcaption></figure>
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		<title>Serienkritik: Curon</title>
		<link>https://lauterfilme.de/serienkritik-curon/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2020 11:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[italienisch]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Curon&#8220; ist der italienische Name des Dorfes Graun in Südtirol, dessen Kern 1950 durch den Bau eines Staudammes überflutet wurde. Nur der alte Kirchturm ragt jetzt noch aus dem Reschensse. Und die Macher der Serie stricken um diese Überflutung und Umsiedelung eine Story um einen Fluch und dessen Folgen auf die heutige Bevölkerung. Die erste italienische Mystery-Serie, die Netflix in Auftrag gab, bewegt sich also auf auf dem Grund von Tatsachen. Ist sie deshalb auch gelungen? Das verrät die Kritik. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Curon&#8220; ist der italienische Name des Dorfes Graun in Südtirol, dessen Kern 1950 durch den Bau eines Staudammes überflutet wurde. Nur der alte Kirchturm ragt jetzt noch aus dem Reschensse. Und die Macher der Serie stricken um diese Überflutung und Umsiedelung eine Story um einen Fluch und dessen Folgen auf die heutige Bevölkerung. Die erste italienische Mystery-Serie, die Netflix in Auftrag gab, bewegt sich also auf auf dem Grund von Tatsachen. Ist sie deshalb auch gelungen? Das verrät die Kritik.</strong></p>
<p>Vor einigen Jahren kündigte Netflix an, nicht nur amerikanische und britische Serien zu finanzieren, sondern auch in anderen Ländern, in denen der Streamingdienst aktiv ist, Produktionen zu ermöglichen. Deutschland ist mit <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-dark/">&#8222;Dark&#8220;</a>, <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-how-to-sell-drugs-online-fast/">&#8222;How to Sell Drugs online&#8220;</a> und einigen anderen bereits gut dabei, aus Dänemark kam unlängst <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-ragnaroek/">&#8222;Ragnarok&#8220;</a>, die eine zweite Staffel bekommt. Und nun startet mit <em>Curon</em> auch wieder eine italienische Produktion für Netflix, die erstmals im Horror- und Mystery-Bereich angesiedelt ist. Wie gruselig ist sie?</p>
<figure id="attachment_8854" aria-describedby="caption-attachment-8854" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8854 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-1.jpg" alt="Curon" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8854" class="wp-caption-text">Anna bereut schnell, dass sie und ihre Kinder in ihren Geburtsort zurückgekehrt sind.</figcaption></figure>
<h3>Curon: Die Handlung</h3>
<p>Anna (Valeria Bilello, &#8222;Sense8&#8220;) kommt nach 17 Jahren wieder nach Hause in die kleine Gemeinde Curon am Reschensee zurück, nachdem sie damals überstürzt geflohen war. Denn ihre Mutter hatte Selbstmord begangen, den Anna mitansehen musste und ihre Familie galt unter den Bewohnern des Dorfes als schuldig, einen Fluch über die Gemeinde gebracht zu haben. Doch weil die Dinge sich nicht gut entwickelt haben, steht sie nun mit ihren 17-jährigen Zwillingen Daria (Margherita Morchio) und Mauro (Federico Russo) vor der Tür ihres Vaters.</p>
<p>Der ist wenig begeistert, dass seine Tochter wieder da ist, zumal sich im Dorf das Wissen darum schnell verbreitet. So trifft Anna in der Kneipe ihre Jugendliebe Albert (Alessandro Tedeschi) wieder, der inzwischen selbst verheiratet ist und Tochter Miki (Juju Di Domenico) und Sohn Giulio (Giulio Brizzi) hat. Während sich die Kinder der beiden schnell annähern, bleibt Albert keine Gelegenheit, mit Anna zu reden, denn sie verschwindet kurz darauf in den Bergen. Und Mauro entdeckt nachts im Hotel eine Frau, die wie seine Mutter aussieht, es aber nicht ist &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/ayshu4JytJQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Curon: Bekannte Horror-Motive</h3>
<p>Schon in der ersten Szene der Serie gibt Chef-Autor Ezio Abbate den Twist preis. Und wer hofft, <em>Curon</em> hätte danach noch irgendeinen Dreh zu bieten, wird enttäuscht. Tatsächlich arbeitet die Serie mit einem seit Jahrhunderten beliebten Horror-Motiv, dem die Macher hier aber nicht viel Neues abgewinnen können. Zudem ist der Begriff Horror für diese Serie, die sich ganz ähnlich wie <em>Ragnarok</em> hauptsächlich als Teenager-Drama präsentiert, definitiv zu hoch gegriffen. Auch wenn sie gelegentlich Spannung aufbaut &#8211; mit Horror hat das wenig zu tun.</p>
<p>Auch wenn hier Übernatürliches am Werk ist, das die Serienschöpfer mit einem Fluch erklären, der allerdings nie wirklich thematisiert wird, so ist das Ergebnis doch eher milde Mystery. Und die ist mit sieben Folgen auch noch deutlich zu lang geraten, denn viel mehr Handlung, als in einen langen Film gepasst hätte, kann die Serie nicht bieten. Dafür widmet sie sich recht ausführlich ihren Figuren, von denen einige im Fokus der Erzählung stehen: Anna, Daria, Mauro, Miki, Lucas, Giulio, Albert, seine Frau Klara und Opa Thomas. Ganz schön viele.</p>
<figure id="attachment_8855" aria-describedby="caption-attachment-8855" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8855 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-2.jpg" alt="Curon" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8855" class="wp-caption-text">Daria freundet sich bald mit Miki an, der Tochter von Annas Jugendliebe Albert.</figcaption></figure>
<h3>Curon: Gründe zum Einschalten</h3>
<p>Für Horrorfans ist <em>Curon</em> also nicht unbedingt ein Muss, Gründe zum Ansehen gibt es dennoch. Da wären beispielsweise die Schauspieler. Valeria Belillo ist zwar erst in den finalen Folgen wirklich aktiv, spielt ihre Rolle aber überzeugend. Auch ihre Kinder Daria und Mauro werden von zwei guten Darstellern verkörpert. Und die Kinder von Albert bekommen ebenfalls ein paar interessante Sub-Plots, die von Juju Di Domenico und Giulio Brizzi auch stark gespielt werden. Daneben gibt es aber auch ein paar Ausfälle, wie den sehr unglaubwürdigen Lucas.&nbsp;</p>
<p>Auch optisch kann <em>Curon</em> durchaus überzeugen. In eine ähnliche Dunkelheit getaucht wie &#8222;Dark&#8220; oder <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-der-pass/">&#8222;Der Pass&#8220;</a> untermauern die entsättigten, düsteren Bilder die Atmosphäre der Story. Und bringen so wenigstens ein wenig Unbehagen in die ansonsten doch weitgehend harmlose Schauermär. Schwächen dagegen liegen im Drehbuch. Wenn man dem Zuschauer schon keinerlei Erklärungen gibt, warum etwas geschieht, dann sollte zumindest das Geschehen so fesseln, dass die fehlende Information nicht weiter stört. Das gelingt in <em>Curon</em> so gut wie nie.</p>
<p>Nur gelegentlich blitzen gute Ideen auf, wenn sich Großvater Thomas beispielsweise über den gefangenen Wolf auslässt, dessen Präsenz in der Serie immer wieder für gelungene Überleitungen steht. Außerdem steuert der Plot sein Ursprungs-Motiv aus dem Schwarz-Weiß-Bereich langsam in eine durchaus originelle Grauzone, aus der man allerdings mehr hätte machen können, wenn nicht müssen. Leider bringen die Macher ihre Story auch nicht zu einem wirklich überzeugenden Abschluss, sondern winken einer zweiten Staffel mit dem Zaunpfahl zu.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Ein wenig Licht und viel Schatten, so lässt sich <em>Curon</em> ganz treffend umschreiben. Ein bereits oft strapaziertes Horrormotiv verkommt hier zu einem sehr sanften Mystery-Plot, der auch Zartbesaitete nicht verschrecken dürfte. Dafür glänzt die Serie mit starken Bildern und guten Schauspielern, die beim Zuschauer zumindest das Interesse an ihren Figuren wachhalten. Einige interessante Ansätze der Geschichte reichen zwar nicht für einen echten Netflix-Hit. Wer <em>Ragnarok</em> oder &#8222;Locke &amp; Key&#8220; mochte, sollte aber mal reinschauen.</p>
<p><strong>Curon startet am 10. Juni 2020 bei Netflix.</strong></p>
<p><em>Gesehen: Sieben von sieben Folgen.</em></p>
<p>Die Serie liegt mit komplett deutscher Synchronisation vor.</p>
<figure id="attachment_8856" aria-describedby="caption-attachment-8856" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8856 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-3.jpg" alt="Curon" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/doppel-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8856" class="wp-caption-text">Doch der Blondine droht Gefahr von gänzlich unerwarteter Seite &#8230;</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Die Weite der Nacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2020 10:20:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Sci-Fi]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Regisseur Andrew Patterson legt mit &#8222;Die Weite der Nacht&#8220; jetzt bei Amazon Prime sein Spielfilm-Debüt vor. Gemeinsam mit den Drehbuchautoren Craig W. Sanger und James Montague, beide ebenfalls noch Neulinge in ihrem Job, erzählt Patterson von einer Nacht in einer Kleinstadt in New Mexico in den 50er Jahren. Und verbeugt sich dabei nicht nur tief vor Serien wie &#8222;Akte X&#8220; und &#8222;The Twilight Zone&#8220;, sondern beweist auch ein gutes Gespür für Atmosphäre. Wer sich diesen Film ansehen sollte, klärt die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regisseur Andrew Patterson legt mit &#8222;Die Weite der Nacht&#8220; jetzt bei Amazon Prime sein Spielfilm-Debüt vor. Gemeinsam mit den Drehbuchautoren Craig W. Sanger und James Montague, beide ebenfalls noch Neulinge in ihrem Job, erzählt Patterson von einer Nacht in einer Kleinstadt in New Mexico in den 50er Jahren. Und verbeugt sich dabei nicht nur tief vor Serien wie <a href="https://lauterfilme.de/schliesst-die-x-akten/">&#8222;Akte X&#8220;</a> und &#8222;The Twilight Zone&#8220;, sondern beweist auch ein gutes Gespür für Atmosphäre. Wer sich diesen Film ansehen sollte, klärt die Kritik.</strong></p>
<p>Seit 1947 nach der offiziellen Erklärung der US-Regierung angeblich ein Wetterballon dort abstürzte, gilt Roswell als Mekka der UFO-Jünger aus aller Welt. Der kleine Ort Cayuga ist zwar nicht Roswell, liegt aber inhaltlich nicht weit weg. Denn die Jagd zweier Teenager nach dem Ursprung eines geheimnisvollen Radio-Signals ist ein Sci-Fi-Mystery-Film reinsten Wassers und fühlt sich ein wenig so an, als würde man Scullys und Mulders Vorfahren zusehen. Kann der Film formal und inhaltlich Sci-Fi- und Horror-Fans überzeugen?</p>
<figure id="attachment_8822" aria-describedby="caption-attachment-8822" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8822 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-1.jpg" alt="Die Weite der Nacht" width="1024" height="626" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-1-300x183.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-1-768x470.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8822" class="wp-caption-text">Everett und Fay entdecken ein geheimnisvolles Signal &#8211; wer steckt dahinter?</figcaption></figure>
<h3>Die Weite der Nacht: Die Handlung</h3>
<p>Er ist schmächtig und trägt eine dicke Brille wie Buddy Holly, dennoch ist Everett (Jake Horowitz) so etwas wie ein Star in der Kleinstadt Cayuga in New Mexico. Denn der junge Mann ist der Radio-DJ der Stadt und damit der Entertainer der kleinen Gemeinde. Auch die 16-jährige Fay (Sierra McCormick), die Telefonistin des Ortes, schwärmt für Everett und fragt ihn beim Basketball-Spiel, dem sportlichen Höhepunkt der Woche, ob er ihr das neue Tonband-Gerät erklären würde, das sich Fay gerade von ihren Ersparnissen gekauft hat.</p>
<p>Als Everett ein seltsames Signal hört und aufnimmt, spielt er es über seinen Sender ab und fragt seine Hörer nach dem möglichen Ursprung. Als sich dann bei Fay in der Telefonzentrale ein Mann namens Billy meldet, der den beiden eine haarsträubende Geschichte erzählt, geraten die Teenager bald in eine Jagd nach einer Macht, die möglicherweise nicht von der Erde stammt. Haben Everett und Fay tatsächlich zufällig den Funkverkehr einer Alienrasse abgefangen? Oder sind die beiden nur einem Schwindel aufgesessen?<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/ZEiwpCJqMM0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Die Weite der Nacht: Vollendete Kamerakunst</h3>
<p>Schon der Anfang legt den Kurs des Films fest. Dort sieht der Zuschauer, dass die nachfolgenden Ereignisse eigentlich eine Folge der Serie &#8222;Paradox Theater&#8220; sind, eine deutliche Hommage an Rod Serlings <em>Twilight Zone</em>. Das körnige Schwarz-Weiß-Bild weicht dann einem immer noch körnigen Farbbild, das wohl für die 50er Jahre stehen soll, auch wenn <em>Die Weite der Nacht</em> einen authentischen Vintage-Look nicht einfangen kann. Dafür wartet Pattersons erster Langfilm mit anderen Qualitäten auf &#8211; und die sind vornehmlich handwerklicher Natur.</p>
<p>Nach etwa 30 Minuten präsentiert der Regisseur seinem Publikum eine minutenlange Plansequenz, in der die Kamera scheinbar schwerelos durch die ganze Kleinstadt fliegt, eine Runde in der vollen Sporthalle dreht und dann wieder in die dunkle Nacht entschwindet. Allein dafür lohnt es sich bereits, den Film zu sehen. Was der chilenische&nbsp; Kameramann M.I. Littin-Minz hier abliefert, haben weitaus bekanntere Filme nicht besser gemacht. Diese Plansequenz legt auch endgültig den weiteren Kurs des Films fest.</p>
<figure id="attachment_8823" aria-describedby="caption-attachment-8823" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8823 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-2.jpg" alt="Die Weite der Nacht" width="1024" height="654" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-2-300x192.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-2-768x491.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8823" class="wp-caption-text">Wenig später meldet sich ein Anrufer bei Fay, der Licht in die Sache bringen kann.</figcaption></figure>
<h3>Die Weite der Nacht: Mäßiges Drehbuch</h3>
<p>Denn der Film hat keineswegs ein grandioses oder auch nur originelles Drehbuch. Was <em>Die Weite der Nacht</em> erzählt, gibt es bereits hundertfach. Und in Sachen Spannung kommt der Film an die Klassiker des Genres wie &#8222;Unheimliche Begegnung der Dritten Art&#8220; auch nicht heran. Die Story vom möglichen Besuch Außerirdischer auf unserem Planeten hat dazu einfach zu wenig Neues zu erzählen. Viel spannender als die Story selbst ist dafür, wie Regisseur Andrew Patterson sie inszeniert. Denn die liebevolle Ausstattung und die Figuren erwecken eine alte Zeit wieder zum Leben.</p>
<p>Mega-Spannung sollten Zuschauer zwar nicht erwarten, das verrät schon die Freigabe ab 12 Jahren. Aber Patterson gelingt es immerhin, in der zweiten Hälfte des Films eine Atmosphäre zunehmender Verunsicherung aufzubauen, die mit einem passenden Finale garniert ist. Wie in einer guten Akte-X-Folge führt ein Hinweis zum nächsten. Und die beiden jungen Alienjäger stürzen sich mit Elan in ihre Aufgabe. Dass die Story annähernd in Echtzeit erzählt wird, hat ebenfalls seinen Reiz &#8211; und einen guten Einfluss auf die Spannung.</p>
<p>Dazu fand Patterson auch Schauspieler, die perfekt für ihre Rollen passen. Jake Horowitz spielt den scheinbar coolen Radio-DJ mit einer schönen Mischung aus Neugier und Misstrauen. Und Sierra McCormick ist als stürmischer Teenager mit mitreißendem Schwung ohnehin die eigentliche Heldin des Films. Der Übereifer, mit dem sie jede Sache angeht, ist fast körperlich ansteckend, so sehr geht McCormick in ihrer Rolle auf. Was <em>Die Weite der Nacht</em> an Effekten und packender Story fehlt, macht der Film mit Retro-Charme und gutem Schauspiel wett.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Auch wenn sich manche Kritiker in der Premiere-armen Zeit vor Begeisterung überschlagen, ein Must-See ist Die Weite der Nacht nicht, dazu fehlt dem Film eine wirklich mitreißende und originelle Geschichte. Dafür bietet Regisseur Andrew Patterson in seinem Spielfilm-Debüt tolle Schauspieler, wunderbaren Retro-Charme und einen handwerklich beeindruckend starken Film, der vor allem Fans der frühen Sci-Fi-Anthologien wie Twilight Zone abholt. Wer an sanftem Schauer und liebevoller Hommage seinen Spaß hat, sollte einschalten.&nbsp;</p>
<p><strong>Die Weite der Nacht läuft ab dem 29. Mai bei Amazon Prime in deutscher Sprache.</strong></p>
<figure id="attachment_8824" aria-describedby="caption-attachment-8824" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-8824 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-3.jpg" alt="Die Weite der Nacht" width="1024" height="572" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-3-300x168.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/06/vast-3-768x429.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-8824" class="wp-caption-text">Während der Rest der Kleinstadt das Basketball-Spiel verfolgt, ermitteln Everett und Fay weiter. Wird das gut gehen?</figcaption></figure>
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		<title>Serienkritik: Ragnarök</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2020 13:50:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Sci-Fi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Marvel-Fans, die das MCU in englisch verfolgen, wird der Name bekannt vorkommen. Denn &#8222;Ragnarök&#8220; wer der Untertitel des dritten Thor-Films, der hier als &#8222;Thor: Tag der Entscheidung&#8220; in die Kinos kam. Der Begriff bezeichnet den Weltuntergang in der nordischen Mythologie. Die norwegisch-dänische Serienproduktion für Netflix nimmt diese Idee auf und würzt eine Krimihandlung mit Mystery-Elementen aus der Welt von Thor und Odin. Kann das tatsächlich funktionieren? Was Marvel seinen Zuschauern bislang zeigte, kratzte nur an der Oberfläche der reichhaltigen Sagenwelt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Marvel-Fans, die das MCU in englisch verfolgen, wird der Name bekannt vorkommen. Denn &#8222;Ragnarök&#8220; wer der Untertitel des dritten Thor-Films, der hier als &#8222;Thor: Tag der Entscheidung&#8220; in die Kinos kam. Der Begriff bezeichnet den Weltuntergang in der nordischen Mythologie. Die norwegisch-dänische Serienproduktion für Netflix nimmt diese Idee auf und würzt eine Krimihandlung mit Mystery-Elementen aus der Welt von Thor und Odin. Kann das tatsächlich funktionieren?</strong></p>
<p>Was Marvel seinen Zuschauern bislang zeigte, kratzte nur an der Oberfläche der reichhaltigen Sagenwelt der Germanen und Wikinger. Ähnlich wie die griechische Mythologie bietet auch die nordische spannende Geschichten, die heute als gute Fantasy durchgehen würden. Die Serie Ragnarök mischt diese Mythologie mit ganz aktuellen Problemen der Welt und erzählt in sechs Folgen eine Story, die das Publikum so noch nicht oft zu sehen bekommen hat. Ist das Experiment der dänisch-norwegischen Produzenten geglückt?</p>
<figure id="attachment_7836" aria-describedby="caption-attachment-7836" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7836 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-1.jpg" alt="Ragnarök" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7836" class="wp-caption-text">Die Teenager von Edda: Fjor, Isolde, Saxa, Gry, Laurits und Magne. Nicht alle von ihnen sind, was sie scheinen.</figcaption></figure>
<h3>Ragnarök: Die Handlung</h3>
<p>Magne (David Stakston) und sein Bruder Laurits (Jonas Strand Gravli, <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-22-juli/">&#8222;22.Juli&#8220;</a>) ziehen mit ihrer Mutter wieder in die Kleinstadt zurück, aus der ihre Eltern ursprünglich stammen. In Edda ist nur wenig los. Die Stadt wird von den Jütüls kontrolliert, einer reichen Familie, der die einzige ansässige Industrie gehört. Und bis auf die Schülerin und Umwelt-Aktivistin Isolde, mit der Magne sich bald anfreundet, scheint auch niemand ein Problem damit zu haben, dass Vidar (Gisli Örm Gardasson), seine Frau Ran und die Kinder Saxa und Fjor das Sagen haben.</p>
<p>Als Isolde bei einem angeblichen Unfall ums Leben kommt, erwacht in dem sonst so stillen Magne eine ungeahnte Wut. Weil die hiesige Polizei die offensichtlich merkwürdigen Umstände des Unfalls nicht untersuchen will und den Fall zu den Akten legt, wird Magne selbst aktiv und ermittelt. Dabei verliebt er sich nicht nur in Mitschülerin Gry, auf die auch Fjor ein Auge geworfen hat. Er kommt auch einem Komplott auf die Spur, das viel älter ist, als er sich das vorstellen konnte. Und woher kommen plötzlich seine immensen Kräfte? Ist Magne gar kein Mensch?<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/FtxTPQWlVL0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Ragnarök: Für die Story zu lang</h3>
<p>Wer sich mit der nordischen Mythologie ein wenig auskennt, hat in dieser Serie definitiv mehr Spaß als andere, denn er ahnt früh, worum es hier eigentlich geht. Und sieht die Hinweise, die die Macher klug verstreut haben, schon sehr früh. Dennoch erreicht das Erzähltempo der Serie nie vergleichbare Produktionen. Recht gemächlich entdeckt Magne seine neuen Kräfte, erfährt der Zuschauer mehr über die eigenartige Familie der Jütüls und muss sich dabei mitunter arg gestelzte Dialoge zwischen den Jugendlichen auf der Schule anhören.</p>
<p>Dennoch entwickelt Ragnarök durchaus einen eigenen Reiz, den zwar sicher nicht jeder für sich entdecken wird, der gerade Fantasy-Fans aber durchaus gefallen könnte. Denn die Grundidee, angesichts immer stärker werdender Umweltverschmutzung und drohender Klimakatastrophe eine Erklärung dafür zu finden, warum Großindustrielle den Planeten zerstören, ist zwar kein tiefgehendes Drama, dafür aber ein so origineller Ansatz, dass er für ein paar starke Szenen sorgen kann. Und das bei sichtbar wenig Budget für eine Fantasy-Story.</p>
<figure id="attachment_7837" aria-describedby="caption-attachment-7837" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7837 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-2.jpg" alt="Ragnarök" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7837" class="wp-caption-text">Für Magne und Laurits ändert sich mit dem Umzug nach Edda so einiges.</figcaption></figure>
<h3>Ragnarök: Gute Schauspieler&nbsp;</h3>
<p>Das verdankt die Serie auch ihrem großartigen Casting. David Stakston als scheinbar eher tumber Geselle, der aber irgendwie mit dem alten Gott Thor in Verbindung steht, ist nicht nur eine schöne Verbeugung vor dem ebenfalls nicht unbedingt schlauen Thor der Marvel-Filme. Sondern auch ein höchst ungewöhnlicher Held. Strand Gravli spielt den Laurits (oder Loki?) als sehr klugen, aber nicht unbedingt freundlichen Zeitgenossen. Und die vier Jütüls passen allesamt großartig in ihre Rollen als undurchsichtige Mitglieder des mächtigen Klans.</p>
<p>Die beiden schlanken Blondinen strahlen genug Kälte und Arroganz aus, dem dunkelhaarigen und drahtigen Oberhaupt der Familie sieht man den rohen Willen zur Macht und die ständige Kampfeslust sehr gut an. Das kann zwar die mitunter arg unglaubwürdigen Dialoge und Verhaltensweisen einiger Figuren nicht aufwiegen, aber es macht dennoch Spaß, diese Figuren zu beobachten. Ebenso gut gelungen ist die Kameraarbeit, die den Fjord, in dem Edda liegt, je nach Situation in wunderschönes oder unheimliches Licht taucht.&nbsp;</p>
<p>Der Krimiplot um die Umweltsünden in Edda und den Unfall von Isolde passt überraschend gut mit den Mystery-Elementen um die alten Götter und Sagen zusammen. So sorgt Ragnarök zwar nicht für eine großartige, aber zumindest unterhaltsame Zeit. Die nach dem Wunsch der Macher auch noch nicht am Ende ist. Zumindest lässt das Finale der Serie genug Raum für eine Fortsetzung. Ob die kommt, wird wie immer bei Netflix von den Quoten abhängen. Schlecht stehen die Chancen nicht.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Mit Ragnarök legt Netflix kein Meisterwerk vor. Dafür aber eine so originelle Story und gute Schauspieler, dass die Schwächen der Serie, ein mäßiges Erzähltempo und schwache Dialoge, nicht so sehr ins Gewicht fallen. Der Hybrid aus Krimi- und Mystery-Elementen dürfte allerdings weder reinen Crimefans, noch harten Fantasy-Freunden gefallen. Wer sich aber an interessanten Mischungen eigentlich wenig vereinbarer Storys erfreuen kann, sollte hier definitiv einen Blick riskieren. Es könnte sich lohnen.</p>
<p><strong>Ragnarök startet am 31. Januar 2020 bei Netflix.</strong></p>
<figure id="attachment_7838" aria-describedby="caption-attachment-7838" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7838 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-3.jpg" alt="Ragnarök" width="1024" height="522" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-3-300x153.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/01/ragna-3-768x392.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7838" class="wp-caption-text">Fjor hat zu seinem Vater ein eher gespanntes Verhältnis. Aber woher kommt das?</figcaption></figure>
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		<title>Serienkritik: Chambers</title>
		<link>https://lauterfilme.de/serienkritik-chambers/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2019 23:44:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Horror liegt auch bei Netflix im Trend. Im vergangenen Jahr produzierte der Streaming-Gigant mit &#8222;Spuk in Hill House&#8220; eine der besten Horror-Drama-Serien der vergangenen Jahre und vor wenigen Tagen überraschte Netflix mit dem frischen Zombie-Mehrteiler &#8222;Black Summer&#8220;. Und nun legen sie mit &#8222;Chambers&#8220; nach, in der es um ein junges Mädchen geht, die nach einer Herztransplantation nicht mehr dieselbe zu sein scheint. Lohnt sich das Ansehen? Serienschöpferin Leah Rachel ist eigentlich Schauspielerin und hat als Drehbuchautorin bislang noch keine große [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Horror liegt auch bei Netflix im Trend. Im vergangenen Jahr produzierte der Streaming-Gigant mit <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-spuk-in-hill-house/">&#8222;Spuk in Hill House&#8220;</a> eine der besten Horror-Drama-Serien der vergangenen Jahre und vor wenigen Tagen überraschte Netflix mit dem frischen Zombie-Mehrteiler <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-black-summer/">&#8222;Black Summer&#8220;</a>. Und nun legen sie mit &#8222;Chambers&#8220; nach, in der es um ein junges Mädchen geht, die nach einer Herztransplantation nicht mehr dieselbe zu sein scheint. Lohnt sich das Ansehen?</strong></p>
<p>Serienschöpferin Leah Rachel ist eigentlich Schauspielerin und hat als Drehbuchautorin bislang noch keine große Karriere vorzuweisen. Doch bei der Umsetzung ihrer Horror-Serie hatte sie Hilfe von Experten. So ist Alfonso Gomez-Rejon, der hier produziert und auch Regie führt, bereits ein Teil des <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-american-horror-story-cult/">&#8222;American Horror Story&#8220;</a>-Teams gewesen. Dazu wirkt auch Uma Thurman als eine der Hauptdarstellerinnen und Produzentin an <em>Chambers</em> mit. Und Lili Taylor aus &#8222;The Conjuring&#8220; ist auch dabei. Große Namen also &#8211; auch eine große Serie?</p>
<figure id="attachment_6042" aria-describedby="caption-attachment-6042" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6042 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-1-1024x682.jpg" alt="Chambers" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6042" class="wp-caption-text">Eben noch ein glückliches Paar, jetzt Todesangst: TJ bringt Freundin Sasha ins Krankenhaus.</figcaption></figure>
<h3>Chambers: Die Handlung</h3>
<p>Die junge Sasha (Sivan Alyra Rose) hat es nicht leicht. Ohne Eltern wächst sie bei ihrem Onkel Frank (Marcus LaVoi) auf, der sich und seine Nichte mit einem kleinen Laden für Aquarien gerade so über Wasser halten kann. Und als Sasha mit ihren Freund TJ (Griffin Powell-Arcand) das erste Mal Sex haben will, versagt auch noch ihr Herz. Nur weil TJ schnell reagiert und sie ins Krankenhaus bringt, überlebt sie und bekommt dort das Herz eines toten Mädchens eingepflanzt, um weiterleben zu können.</p>
<p>Drei Monate später nimmt die Familie der toten Becky (Lilliya Reid) Kontakt mit Sasha auf und möchte sie gern kennen lernen. Allerdings scheint Mutter Nancy (Uma Thurman) noch immer sehr unter der Tragödie zu leiden, während Vater Ben (Tony Goldwyn) offenbar mit Esoterik einen Weg gefunden hat, damit umzugehen. Bruder Elliot (Nicholas Galitzine) scheint eine gewisse Gleichgültigkeit entwickelt zu haben. Nach der Begegnung bemerkt Sasha plötzlich, dass sie Dinge kann und weiß, die sich nicht wissen dürfte. Bald geschehen unheimliche Dinge &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/DOCrOzKkGHc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Chambers: Zu wenig Handlung?</h3>
<p>Die Serie geht über zehn Episoden &#8211; und das scheint ein etwas zu ambitioniertes Projekt gewesen zu sein. Denn die Handlung entwickelt sich in den ersten Folgen nicht nur extrem langsam, die Serie zeigt dem Zuschauer auch immer wieder die gleichen Dinge. So gibt es etliche Momente, in denen Sasha sich seltsam benimmt oder etwas tut, das gar nicht zu ihr passt. Ohne dass sie deshalb irgendwelche Konsequenzen ziehen würde. Möglicherweise war das Ziel der Macher, hier einen langsamen, atmosphärischen Grusel zu entwickeln &#8211; geklappt hat das nicht.</p>
<p>Hin und wieder setzt die Serie&nbsp; gute Jump-Scares, häufig scheinen die Macher aber&nbsp; Regie-Giganten wie David Lynch nacheifern zu wollen, in dem sie schräge und verworrene Bilder zeigen, ohne eine Erklärung zu liefern, was der Zuchauer da nun gerade genau gesehen hat. Wirklich packend ist das nicht inszeniert, vor allem fehlt aber der tiefere Sinn dahinter. Denn was bei Lynch schnell durch seine Unerklärbarkeit bedrohlich wirkt, wird hier im Nachhinein immer wieder durch Andeutungen verwässert, die der Serie verschiedene potenzielle Richtungen geben.</p>
<figure id="attachment_6043" aria-describedby="caption-attachment-6043" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6043 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-2-1024x682.jpg" alt="Chambers" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-2-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6043" class="wp-caption-text">Nur durch das Herz der toten Becky überlebt Sasha &#8211; und lernt bald Beckys Familie kennen. Besonders Beckys Mutter Nancy scheint noch immer sehr mitgenommen.</figcaption></figure>
<h3>Chambers: Wilder Ideen-Mix ohne echten Horror</h3>
<p>Denn Ideen hatte Leah Rachel offenbar genug. Ist Sasha nun vom Geist der toten Becky besessen und ihm hilflos ausgeliefert? Oder haben Beckys Eltern etwas mit dem Tod ihrer Tochter zu tun? Und was hat es mit der seltsamen Esoterik-Sekte um die Mutter einer Mitschülerin (Lili Taylor) auf sich? Alles Ansätze, die an sich nicht uninteressant sind, aber durch das fehlende Tempo einfach nur selten Spannung aufbauen. Was möglicherweise in der halben Laufzeit noch geklappt hätte. Es gibt sogar Spielfilme, die ähnliche Storys in 90 Minuten erzählt haben.</p>
<p>Dabei überzeugt <em>Chambers</em> im Detail durchaus. Die karge Landschaft New Mexikos setzen die Macher immer wieder in Relation zum Innenleben ihrer Figuren, was durchaus seinen Reiz hat. Und auch das Fremde, das Sasha um sich herum und in sich spürt, wird immer wieder mit starken Bildern sehr schön visualisiert. Aber weil die Story auch nach drei Folgen noch träge fließt, verliert der Zuschauer trotz der gelungenen Optik bald das Interesse, denn weder entwickeln sich die Charaktere weiter, noch bekommen sie durch das Gezeigte mehr Tiefe.</p>
<p>Und irgendeinen nachvollziehbaren Grund sollte die gewählte Erzählgeschwindigkeit dann doch haben. Zuschauer, die eigentlich keine Horrorfans sind, sich aber mit Netflix-Serien wie &#8222;Tote Mädchen lügen nicht&#8220; oder <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-quicksand/">&#8222;Quicksand&#8220;</a> anfreunden konnten, werden möglicherweise auch in diesem Mix aus Coming of Age-Problemen und übernatürlichen Elementen glücklich. Echten Thrill für Freunde des Genres bietet <em>Chambers</em> aber nicht. Da war das wahrscheinliche Vorbild <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-hereditary-das-vermaechtnis/">&#8222;Hereditary&#8220;</a>&nbsp;doch ein anderes Kaliber.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Eine richtige Enttäuschung ist <em>Chambers</em> sicher nicht. Dazu bietet die zehnteilige Staffel zu viele gute Ansätze, interessante Bilder und brauchbare Ideen. Aber die doch sehr langsame Erzählweise bremst die Handlung immer wieder unnötig aus, da sie weder zur Atmosphäre noch zur Charakterisierung der Figuren beiträgt, sondern oft einfach nur redundant ist. Was der Zuschauer längst begriffen hat, ist für die Protagonisten immer noch nicht klar. Das kann spannend sein, hier gelingt das nur selten. So ist <em>Chambers</em> eine Serie, die unter ihren Möglichkeiten bleibt.</p>
<p><strong>Chambers startet am 26. April 2019 bei Netflix.</strong></p>
<p><em>Gesehen: Vier von zehn Folgen</em></p>
<figure id="attachment_6044" aria-describedby="caption-attachment-6044" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6044 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-3-1024x682.jpg" alt="Chambers" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/04/chamb-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6044" class="wp-caption-text">Doch bald merkt Sasha, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Sie hat plötzlich Erinnerungen an Dinge in ihrem Kopf, die ihr nie passiert sind.</figcaption></figure>
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		<title>Serienkritik: Twin Peaks &#8211; Staffel 3</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 May 2017 22:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als David Lynch 1991 beschloss, auch einmal Fernsehen zu machen, revolutionierte er quasi im Vorbeigehen die Sehgewohnheiten einer ganzen Generation. &#8222;Twin Peaks&#8220; wurde zum Ereignis, das von totaler Ablehnung bis götzengleicher Verehrung alles erreicht hat. Ist es da eine gute Idee, nach mehr als 25 Jahren weiterzumachen? Regisseur David Lynch ist mittlerweile 71 Jahre alt, und wenn eines seiner Werke finanziell erfolgreich war, dürfte das ihn wohl am meisten verwundert haben. Denn er schert sich wenig um gängige Erzählstrukturen, nachvollziehbare [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als David Lynch 1991 beschloss, auch einmal Fernsehen zu machen, revolutionierte er quasi im Vorbeigehen die Sehgewohnheiten einer ganzen Generation. &#8222;Twin Peaks&#8220; wurde zum Ereignis, das von totaler Ablehnung bis götzengleicher Verehrung alles erreicht hat. Ist es da eine gute Idee, nach mehr als 25 Jahren weiterzumachen?</strong></p>
<p>Regisseur David Lynch ist mittlerweile 71 Jahre alt, und wenn eines seiner Werke finanziell erfolgreich war, dürfte das ihn wohl am meisten verwundert haben. Denn er schert sich wenig um gängige Erzählstrukturen, nachvollziehbare Handlung oder gar so etwas profanes wie eine Genre-Einteilung. Und das hat sich in den elf Jahren seit seinem letzten Werk &#8222;Inland Empire&#8220; überhaupt nicht geändert.</p>
<h4>Twin Peaks: Die Handlung</h4>
<p>Tja, die Handlung. Da ließe sich schon einiges erzählen. Nur: Macht das irgendeinen Sinn? Wie soll man wiedergeben, was in den ersten vier Episoden der neuen Staffel passiert? Ohne dass Sie als Leser sich Sorgen machen, der Verfasser dieser Zeilen könnte möglicherweise ernste, psychische Probleme haben?</p>
<p>Daher nur so viel: Wenn Sie noch nie eine Folge <em>Twin Peaks</em> gesehen haben, verstehen Sie so gut wie nichts. Wenn Sie noch nie etwas von David Lynch gesehen haben, verstehen Sie überhaupt nichts. Aber wenn Sie das aus irgendeinem unerfindlichen Grund gar nicht stört, dann haben Sie das Zeug, die Staffel bis zum Ende durchzustehen.<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/vsdRG0mJj-w?ecver=1" width="1280" height="720" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h4>Dreifache Metaebene oder pure Emotion?</h4>
<p>Tatsächlich sind die ersten vier neuen Folgen mit den ersten Folgen der damaligen Serie nicht zu vergleichen. Selbst das für viele Fans sehr wirre Ende der zweiten Staffel, an die diese mehr oder weniger anschließt, ist im Vergleich zu den neuen Episoden geradezu harmlos klar erzählt. Es scheint, als habe Lynch sich überlegt, sein Publikum zu testen: Nur wer die ersten drei Stunden durchhält, bekommt langsam so etwas ähnliches wie eine normale Handlung präsentiert. Stattdessen begnügt sich Lynch damit, Emotionen zu erzeugen. Und die sind zu Beginn fast ausschließlich unangenehmer Natur: Twin Peaks präsentiert zum Auftakt hauptsächlich furchteinflößende Momente. Brutale Morde, ausgeführt von fast nicht sichtbaren Monstern. Eiskalte Morde, ausgeführt von Bob, der scheinbar noch immer in Agent Dale Cooper steckt. Und Sequenzen in der Schwarzen Hütte, die in der Machart bekannt sind (rückwärts gesprochene Texte werden vorwärts abgespielt), die auch noch unheimlicher ausfallen als die damaligen.</p>
<p>Was man vergeblich sucht, ist irgendein roter Faden, an dem man sich festhalten und die Bilder in irgendeine sinnvolle Ordnung bringen kann. Lynch kreiert Bilderfluten, aber (noch) keine Story. Falls man David Lynch die Erfindung der Mystery-Serie zuschreiben möchte, dann sieht man hier warum. Macht das alles einen Sinn? Muss es das? Warum sehe ich mir das an? Existenzielle Fragen, die jeder für sich beantworten muss.</p>
<figure id="attachment_1966" aria-describedby="caption-attachment-1966" style="width: 750px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-1966 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-aufmacher-1024x682.jpg" alt="Twin Peaks" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-aufmacher-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-aufmacher-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-aufmacher-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-aufmacher-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-aufmacher-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-aufmacher.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-1966" class="wp-caption-text">Hat Agent Cooper all die Jahre in der Schwarzen Hütte zugebracht? Die ersten Folgen legen das nahe.</figcaption></figure>
<h4>Wenig Retro-Feeling</h4>
<p>Gut, im (neuen) Intro ertönt die alte, geliebte Musik von Angelo Badalamenti. Aber sonst halten Lynch und sein Co-Autor Mark Frost die Wiedersehensfreude mit Ort und Personen auf Sparflamme: In den ersten drei Stunden spielen kaum zehn Minuten in <em>Twin Peaks</em>. Aber hier darf man dem Meister Absicht unterstellen, denn in Folge vier geht es langsam los mit der Heimkehr nach <em>Twin Peaks</em> und seinen schrulligen Bewohnern. Doch die ersten bekannten Gesichter, die der Zuschauer zu sehen bekommt, gehören beide den Toten: Laura Palmer und ihr Vater Leland sind als Bewohner der Schwarzen Hütte zu sehen und nur spärlich lässt Lynch Blicke auf Shelly, Benjamin Horne, Bobby, Andy und alle die anderen zu, auf die sich die Fans seit Beginn der Gerüchte über eine dritte Staffel gefreut haben. Diesmal scheint Lynch das Pferd von hinten aufzuzäumen und nach völlig wirrem Start langsam konventioneller zu werden. Obwohl, trauen kann man diesem Frieden natürlich nicht.</p>
<p>Auch der Spaß stellt sich ab Folge drei langsam ein und sorgt nach all der Düsternis für befreiende Lacher. So legt Gaststar Michael Cera als Wally Brando im Outfit aus &#8222;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wilde">Der Wilde</a>&#8220; (berühmter Marlon Brando-Klassiker) einen grandiosen Auftritt hin, der süße Erinnerungen an den absurden Humor der früheren Staffeln aufkommen lässt. Und im Büro des FBI-Chefs Gordon Cole (David Lynch selbst) hängen sich Bilder einer Atombombenexplosion und Franz Kafka gegenüber. Das wäre doch ein schönes Gesprächsthema bei der nächsten Therapiesitzung, oder?</p>
<h4>Fazit:</h4>
<p>David Lynch ist auf einem stringenten Weg. Fast alles, was er nach <em>Twin Peaks</em> drehte, darunter solche Perlen wie &#8222;Mulholland Drive&#8220; oder &#8222;Lost Highway&#8220; sind noch schwerer zugänglich als die Serie, mit der er einst das Serien-Fernsehen auf neue Wege brachte. Und diesen Kurs hält Lynch eisern. Die ersten vier Folgen der neuen Twin Peaks-Staffel sind für Neulinge vermutlich kaum auszuhalten und selbst für Fans mitunter harter Tobak. Denn Lynch schert sich offenkundig einen Dreck darum, ob das irgendjemand versteht. Doch er kann noch immer meisterhaft Szenen filmen, die Angst machen, für Unbehagen sorgen oder dem Zuschauer ein Grinsen ins Gesicht treiben, ohne dass er sofort sagen könnte, warum das so ist. Lynch muss man eben nicht verstehen, man muss ihn erleben &#8211; auf eigene Gefahr.</p>
<p>P.S.: Keine Sorge, falls Sie mit dieser Serie nichts anfangen können, mit Ihnen ist alles in Ordnung. Twin Peaks war nie für alle, die neuen Folgen schon gar nicht.</p>
<p><strong>Twin Peaks läuft ab dem 25. Mai wöchentlich auf Sky.</strong></p>
<p>Weitere angesagte Serien gefällig? Wie wäre es mit <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-gypsy/">Gypsy </a>oder <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-ozark/">Ozark</a>? Oder Sie schauen mal in der <a href="https://lauterfilme.de/serien-reviews/">Serienkritik-Rubrik </a>vorbei!</p>
<figure id="attachment_1967" aria-describedby="caption-attachment-1967" style="width: 750px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-1967 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-1-1024x682.jpg" alt="Twin Peaks" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/05/tp-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-1967" class="wp-caption-text">Shelly und Norma machen noch immer &#8222;verdammt guten Kaffee&#8220;. Was die neuen Folgen zu bedeuten haben, scheinen sie aber auch nicht zu wissen.</figcaption></figure>
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    </iframe></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-twin-peaks-staffel-3/">Serienkritik: Twin Peaks &#8211; Staffel 3</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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