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		<title>Serienkritik: Der Pass Staffel 3</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 May 2023 13:37:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In ihrer Kälte, schauspielerischen Brillanz und starker Charakterzeichnung bietet die Sky-Serie &#8222;Der Pass&#8220; schon seit der ersten Staffel außerordentlich gutes Fernsehen. Grandios besetzt und großartig geschrieben hat die Serie, die mit &#8222;Der Pass Staffel 3&#8220; nun zu Ende geht, eine Ausnahmestellung, mit der sich höchstens noch &#8222;Babylon Berlin&#8220; messen kann. Doch vor den letzten Episoden hat die Serie ihre Stammschreiber verloren. Haben die neuen Autoren eine gelungene Abschluss-Staffel zu Papier gebracht? In der die neue Feindschaft zwischen den Protagonisten entsprechenden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In ihrer Kälte, schauspielerischen Brillanz und starker Charakterzeichnung bietet die Sky-Serie &#8222;Der Pass&#8220; schon seit der ersten Staffel außerordentlich gutes Fernsehen. Grandios besetzt und großartig geschrieben hat die Serie, die mit &#8222;Der Pass Staffel 3&#8220; nun zu Ende geht, eine Ausnahmestellung, mit der sich höchstens noch &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/babylon-berlin-staffel-4-kritik-serie/">Babylon Berlin</a>&#8220; messen kann. Doch vor den letzten Episoden hat die Serie ihre Stammschreiber verloren. Haben die neuen Autoren eine gelungene Abschluss-Staffel zu Papier gebracht? In der die neue Feindschaft zwischen den Protagonisten entsprechenden Raum bekommt? Oder fällt das Ende der Geschichte deutlich ab? Das klärt die Kritik.</p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-der-pass/">Die Kritik zu Der Pass Staffel 1 gibt es hier.</a></p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/der-pass-staffel-2-kritik-serie-sky/">Die Kritik zu Der Pass Staffel 2 gibt es hier.</a></p>
<figure id="attachment_14236" aria-describedby="caption-attachment-14236" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-14236 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1.webp" alt="Julia Jentsch als Ellie Stocker" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-1-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-14236" class="wp-caption-text">Ellie Stocker sucht weiterhin nach Beweisen, um ihren Kollegen Gedeon Winter zu überführen.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Ellie Stocker (Julia Jentsch) ist noch immer wütend. Ihr Kollege Gedeon Winter (Nicholas Ofczarek) hat ein wichtiges Beweismittel im Fall der toten Kollegin Yela Antic verschwinden lassen und damit dem Täter die Flucht ermöglicht. Dass Gedeon dadurch eine Spur zu einem verschwundenen Maler bekam, der ihn als Kind missbraucht hatte, weiß Ellie nicht. So setzt sie all ihre Kräfte ein, um den ehemaligen Freund und Lebensretter ans Messer zu liefern. Doch das muss zurückstehen, als im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich ein Serienmörder grausam zuschlägt. Und seine Opfer unsagbaren Qualen aussetzt, bevor sie sterben.</p>
<p>Und so müssen sich Gedeon Winter und Ellie Stocker noch einmal zusammenraufen, um den Killer zu stoppen, bei dem selbst Profiler kaum ein Motiv erkennen können. Mit jedem weiteren Opfer gerät die Sonderkommission weiter unter Druck. Erste Spuren scheinen in eine Richtung zu deuten, die normalerweise in Ermittlungen keine Rolle spielen: das Reich der Mythen und Sagen. Offenbar orientiert sich der Mörder an einer Gestalt, die angeblich im Mittelalter in der Gegend lebte. Und sich gegen die Herrschenden stellte. Während Gedeon Winter somit gleich zwei Verbrecher jagt, muss sich Ellie schließlich entscheiden, wo ihre Prioritäten liegen &#8230;</p>
<p><iframe title="Der Pass Staffel 3 | First Look Trailer |  Sky Österreich" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/eFkFjPmvI4k?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Neue kreative Köpfe</h2>
<p>Für die finale Staffel wurden die Showrunner und Autoren Cyril Boss und Philipp Steinert abgelöst. Christopher Schier und Thomas W. Kiennast, Macher der &#8222;Ibiza-Affäre&#8220; wurden von Sky zu den neuen kreativen Chefs gemacht, um die Geschichte um Winter und Stocker zu einem Ende zu bringen. Auch neue Autoren wurden verpflichtet. Wer die bisherigen Staffeln gesehen hat, wird die Veränderungen auch bemerken. Sie sind aber nicht so groß, dass aus <strong>Der Pass Staffel 3</strong> eine grundlegend andere Serie werden würde. Die grundlegende, düstere Atmosphäre bleibt bestehen, wird sogar fast noch dunkler als zuvor. Das führt manchmal sogar dazu, dass es in einigen Momenten fast wie eine Parodie wirkt. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.</p>
<p>Denn in einigen Szenen wirkt die Brutalität der Serie, die in den beiden ersten beiden Staffeln als sparsames Stilmittel eingesetzt wurde, diesmal eher wie ein Selbstzweck, um zu vermitteln, wie grausam der Killer vorgeht. Das wird sicher nicht jedem gefallen, denn die vorherigen Showrunner erreichten die manchmal eiskalte Stimmung der Serie auch ohne expliziten Einsatz von blutigen Bildern. Während die erste Staffel sich mit einem glaubhaften Psychopathen beschäftigte, schlug die zweite Staffel als Psychogramm einer dysfunktionalen Familie eine andere Saite an, die ebenfalls gut funktionierte. <strong>Der Pass Staffel 3</strong> schielt hingegen mehr auf Vorbilder wie &#8222;Sieben&#8220;, ohne ganz dessen Qualität zu erreichen.</p>
<figure id="attachment_14237" aria-describedby="caption-attachment-14237" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-14237 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3.webp" alt="Der Pass Staffel 3" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-3-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-14237" class="wp-caption-text">Wer sind die seltsamen Kinder, die immer wieder auftauchen?</figcaption></figure>
<h2>Grandios gespielt &#8211; schon wieder</h2>
<p>Dennoch bleibt die Serie auch in ihrer finalen Staffel auf hohem Niveau. Denn Julia Jentsch und der nach wie vor grandios aufspielende Nicholas Ofczarek spielen ihre Rollen mit einer Intensität, die es so im deutschen Fernsehen nicht oft zu sehen gibt. Die innere Zerrissenheit, die der körperlich kernige Ofczarek hier zeigt und die Art und Weise, wie er sich in einigen Szenen wieder in ein verängstigtes Kind verwandelt, bleibt auch nach Ende der Staffel noch lange im Gedächtnis. Schauspielerisch gibt es aber auch in <strong>Der Pass Staffel 3</strong> keinen einzigen Ausfall. Besonders erwähnenswert sind Lucas Gregorowicz als schmieriger Journalist. Und August Diehl als undurchsichtiger Einsiedler.</p>
<p>Auch inszenatorisch können die neuen  Folgen überzeugen. So fängt die Kamera Gedeon Winter, dessen Schicksal sich in dieser Staffel anhand von Gemälden entwickelt, immer wieder in einer Art Rahmen ein. Mal sind es schroffe Felswände, mal sind es Türrahmen, aber immer steht Winter auf eine falsche Art im Zentrum eines mehr oder weniger bizarren Bildes. Das ist wohltuend subtil gemacht. Eine Eigenschaft, die man <strong>Der Pass Staffel 3</strong> leider nicht durchgehend attestieren kann. Gerade der Beginn vieler Episoden, in der das Publikum Kinder zu sehen  bekommt, die seltsame Rituale vollziehen, ist eher redundant als verstörend. Und bringt auch die Handlung nicht wirklich voran. Auch die Suche nach dem Killer wird durch einige sehr unglaubwürdige Kandidaten nicht spannender.</p>
<figure id="attachment_14238" aria-describedby="caption-attachment-14238" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-14238 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild.webp" alt="Nicholas Ofczarek als Gedeon Winter" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-bild-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-14238" class="wp-caption-text">Ein Gefangener in seinem Kopf: Gedeon Winter.</figcaption></figure>
<p>Denn erstmals haben die Autoren tatsächlich die Auflösung nicht in die Mitte der Staffel gesetzt, sondern ans Ende. Und sind damit der klassischen Mörderjagd deutscher Krimis einen großen Schritt näher gekommen. Spannender als die Vorgänger ist die finale Staffel dadurch zwar nicht. Aber zumindest wirkt sie anders als die Vorgänger, was auch einen gewissen Grad an Frische durch die nach wie vor nachtschwarzen Wälder der Grenzregion wehen lässt. Und so ist <strong>Der Pass Staffel 3</strong> inhaltlich vielleicht die schwächste, emotional aber vielleicht auch die stärkste Staffel dieser zu kurzen, aber stets fulminanten Serie.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mit <strong>Der Pass Staffel 3</strong> hält die großartige Serie nicht mehr ganz das Niveau ihrer Vorgänger, punktet dafür aber mit besonders emotional ergreifenden Momenten. Bleibende Elemente wie die entsättigten Farben und die wilde, gefährliche Natur, die das zarte Pflänzchen Zivilisation umgibt, prägen erneut das Erscheinungsbild, während die letzte Staffel inhaltlich etwas bekanntere Pfade wählt, ohne deshalb zu langweilen. Denn die abermals großartigen Schauspieler machen auch aus der etwas weniger innovativen Story noch ein Fest für Serienfans. Auch mit den finalen Folgen verteidigt <strong>Der Pass</strong> den Ruf als eine der besten Thriller-Serien, die je in Deutschland entstanden sind. Chapeau!</p>
<p><strong>Der Pass Staffel 3 startet am 4. Mai 2023 bei Sky und WOW.</strong></p>
<figure id="attachment_14239" aria-describedby="caption-attachment-14239" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-14239 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4.webp" alt="Der Pass Staffel 3" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2023/05/pass3-4-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-14239" class="wp-caption-text">Der Reichsbürger und Ex-Polizist Hass ist ein echter Unsympath &#8211; aber ist er auch der Killer?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Old People</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2022 15:25:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
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		<category><![CDATA[Horror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Horrorfilm aus Deutschland? Das ist mittlerweile fast seltener als eine Fußball-Weltmeisterschaft. Denn was immer die deutsche Filmförderung auch für gut genug hält, um Gelder zu erhalten &#8211; Genrefilme sind in aller Regel nicht dabei. Da ist es gut, dass bei Netflix das Geld deutlich lockerer sitzt und der US-Streamingdienst sich auch auf die Fahnen geschrieben hat, in den großen Abo-Ländern eigene Serie und Filme produzieren zu lassen. So bekam auch Andy Fetscher die Chance, elf Jahre nach seinem letzten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-old-people/">Filmkritik: Old People</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Horrorfilm aus Deutschland? Das ist mittlerweile fast seltener als eine Fußball-Weltmeisterschaft. Denn was immer die deutsche Filmförderung auch für gut genug hält, um Gelder zu erhalten &#8211; Genrefilme sind in aller Regel nicht dabei. Da ist es gut, dass bei Netflix das Geld deutlich lockerer sitzt und der US-Streamingdienst sich auch auf die Fahnen geschrieben hat, in den großen Abo-Ländern eigene Serie und Filme produzieren zu lassen. So bekam auch Andy Fetscher die Chance, elf Jahre nach seinem letzten Horrorfilm &#8222;Urban Explorer&#8220; einen weiteren zu drehen &#8211; &#8222;Old People&#8220;. Ob Netflix sein Geld da gut angelegt hat, verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_13123" aria-describedby="caption-attachment-13123" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13123 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-1.webp" alt="Old People" width="1024" height="575" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-1.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-1-300x168.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-1-768x431.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-1-750x421.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13123" class="wp-caption-text">Kim und Ella wundern sich über den Zustand der Heimbewohner.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Ella (Melika Foroutan) fährt mit ihren Kindern Laura (Bianca Nawrath) und Noah (Otto Emil Koch) zurück in ihren Geburtsort, ein Dorf an der ostdeutschen Ostseeküste. Der Anlass ist erfreulich, ihre kleine Schwester Sanna (Maxina Kazis) feiert ihre Hochzeit. Die Kinder freuen sich auf ein Wiedersehen mit ihrem Vater Lukas ( Stephan Luca), der sich von Ella getrennt hatte, weil er nicht in die Großstadt Berlin ziehen wollte. Er lebt mittlerweile mit der Altenpflegerin Kim (Daniela Galbo) zusammen, hat aber offenbar noch immer Gefühle für seine Ex-Frau. Als Ella mit Noah ihren Vater aus dem Altersheim abholen will, damit er die Hochzeit mitfeiern kann, sehen sich die beiden allerdings mit unheimlichen Bildern konfrontiert.</p>
<p>Denn viele der alten Leute scheinen in dem Heim nur noch vor sich hin zu vegetieren und nicht mehr am realen Leben teilzunehmen. Auch Opa Aike (Paul Faßnacht) scheint seine Sprache verloren zu haben und reagiert kaum noch auf die Worte seiner Tochter und seines Enkels. Dennoch nimmt Ela ihn mit und die Feier kann steigen. Als die Musik des Fests bis zum Altersheim dringt und die alten Laute sich an einem offenen Fenster sammeln, um die Lichter zu sehen und den Klängen zu lauschen, drängt ein Pfleger darauf, dass nun alle ins Bett gehen sollen und verweigert die Bitte einer alten Frau, noch ein wenig länger zuhören zu dürfen. Damit bringt er das Fass zum Überlaufen, die Insassen töten ihre Pfleger und machen sich dann eigenmächtig auf den Weg zur Hochzeit &#8230;</p>
<p><iframe title="Old People | Offizieller Trailer | Netflix" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/8gnxYa9M41c?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Der Zombiemacher als Vorbild</h2>
<p>Wie wichtig George Romeros &#8222;Night of the Living Dead&#8220; für den modernen Horrorfilm ist, dürften die meisten Fans des Genres wissen. Wer aber noch einen Beweis braucht, findet ihn in Old People. Denn Fetschers Film, für den er auch das Drehbuch schrieb, lehnt sich inhaltlich stark an Romeros Meisterwerk an, nutzt aber auch noch Romeros &#8222;Crazies&#8220; als Inspiration, denn Untote sind die alten Leute ja nicht. Die Mischung aus einem weltweiten Phänomen und scheinbar verrückt gewordenen Mitmenschen passt dann genau auf <strong>Old People</strong>. Manch einer wird jetzt vielleicht schon aussteigen, doch gerade Horrorfans sind ja Wiederholungen des immer gleichen Plots durchaus gewohnt &#8211; und manche stören sich nicht daran.</p>
<p>In Fetschers Film treffen sich allerdings handwerklich durchaus ordentliche Szenen mit Momenten, in denen man den Film fast für eine Parodie halten könnte. So ist etwa der Besuch des kleinen Noah im Altersheim von Bilder geprägt, die so übertrieben sind, dass sie einer Karikatur gleichkommen. Ausgemergelte Gestalten drücken sich in den Zimmerecken herum und starren grunzend auf den Jungen &#8211; subtil sieht anders aus. Allerdings kann man Andy Fetschers Film auch danach nicht nachsagen, er würde seine <a href="https://lauterfilme.de/smile-siehst-du-es-auch-kritik-film/">Spannung mit feiner Klinge</a> erstellen. In <strong>Old People</strong> geht es ohne großes Zaudern und ordentlich blutig zur Sache, wenn auch der Gewaltgrad der Romero-Werke nicht erreicht wird.</p>
<h2>Die langsamste Kamerafahrt der Welt?</h2>
<p>Eine Rekord mag Fetscher für seinen Film aufgestellt haben. Es gibt möglicherweise keinen anderen Horrorfilm mit derart quälend langsamen Kamerafahrten wie <strong>Old People</strong>. Allein der Schwenk durch ein Wohnzimmer dauert gefühlt Minuten. So etwas kann durchaus Spannung erzeugen, hier ist es eindeutig etwas zu viel des Guten. Trotzdem hat der Film auch starke Momente. Die Morde der Alten sind effektvoll in Szene gesetzt, statt auf Jump Scares setzt Fetscher mehr auf die stetig wachsende Bedrohung von außen, und wenn die letzten Überlebenden sich im Haus verschanzen, zeigt der Regisseur durchaus Gefühl für das stetig steigende Spannung. Wenn nur das Drehbuch nicht wäre!</p>
<figure id="attachment_13122" aria-describedby="caption-attachment-13122" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-13122 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-2.webp" alt="Old People" width="1024" height="633" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-2.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-2-300x185.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-2-768x475.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/10/old-2-750x464.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-13122" class="wp-caption-text">Die Atmosphäre stimmt bei Old People, das Drehbuch leider nicht.</figcaption></figure>
<p>Denn als satirischer oder bissiger Kommentar zur Lage der Senioren im Lande taugt das reichlich flache Script ebenso wenig wie zur Zeichnung glaubhafter Figuren. Trauriger Tiefpunkt ist ein Eifersuchtsdrama, dass gleichzeitig völlig unglaubwürdig und auch noch mäßig gespielt ist. Solche Momente holen auch den tolerantesten Horrorfan schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die häufigen Wechsel zwischen atmosphärisch gelungenen Szenen und dramaturgischen Tiefeschlägen sind es denn auch, die die durchaus guten Ansätze von <strong>Old People</strong> oft im Keim ersticken. Und den Film schlechter machen, als er hätte sein müssen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mit <strong>Old People</strong> präsentiert Netflix Horrorfans tatsächlich einen Genrebeitrag aus deutscher Produktion. Und handwerklich kann sich Regisseur Andy Fetscher durchaus mit vielen internationalen Produktionen messen. Lange Kamerafahrten, sich langsam steigernde Musik und im richtigen Moment gesetzte schnelle Schnitte erzeugen Unbehagen, die blutigen Effekte funktionieren ebenfalls gut. Leider kann das Drehbuch, ebenfalls von Fetscher, nicht mit der Qualität der Bilder mithalten. Denn schwach gezeichnete Charaktere, abstruse Storywendungen und zum Teil mäßige Darsteller trüben die Freude merklich. Fetschers Vorbild George Romero ist zwar stets erkennbar, genauso erkennbar ist aber auch, wie weit der Abstand zu Filmen wie <strong>Night of the Living Dead</strong> oder <strong>Crazies</strong> sind.</p>
<p><strong>Old People startet am 7. Oktober 2022 bei Netflix.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-old-people/">Filmkritik: Old People</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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		<title>Filmkritik: Das Privileg &#8211; die Auserwählten</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-das-privileg-die-auserwaehlten/</link>
					<comments>https://lauterfilme.de/filmkritik-das-privileg-die-auserwaehlten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Feb 2022 19:57:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Horror aus Deutschland! Als das zuletzt ein Markenzeichen für Qualität war, gab es in Deutschland gerade die Weimarer Republik. Seit beinahe 100 Jahren zählen die deutschen Filmemacher nicht mehr zu den wichtigen Köpfen, wenn es um eines der ältesten Genres geht, das Kino hervorgebracht hat. Umso lobenswerter ist jeder Versuch, wieder einmal einen Horrorfilm in Deutschland zu drehen und zu versuchen, das Genre wiederzubeleben. Gerade Netflix hat in den vergangenen Jahren viel für das Ansehen von Horror, Sci-Fi- oder Fantasy-Themen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-das-privileg-die-auserwaehlten/">Filmkritik: Das Privileg &#8211; die Auserwählten</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Horror aus Deutschland! Als das zuletzt ein Markenzeichen für Qualität war, gab es in Deutschland gerade die Weimarer Republik. Seit beinahe 100 Jahren zählen die deutschen Filmemacher nicht mehr zu den wichtigen Köpfen, wenn es um eines der ältesten Genres geht, das Kino hervorgebracht hat. Umso lobenswerter ist jeder Versuch, wieder einmal einen Horrorfilm in Deutschland zu drehen und zu versuchen, das Genre wiederzubeleben. Gerade Netflix hat in den vergangenen Jahren viel für das Ansehen von Horror, Sci-Fi- oder Fantasy-Themen aus Deutschland in der Welt getan, denn &#8222;Dark&#8220; hat viele Zuschauer weltweit beeindruckt. Doch dann kam ein Rohrkrepierer: &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-freaks-du-bist-eine-von-uns/">Freaks &#8211; du bist eine von uns</a>&#8222;. Wo reiht sich &#8222;Das Privileg &#8211; die Auserwählten ein? Top oder Flop?</p>
<figure id="attachment_11955" aria-describedby="caption-attachment-11955" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-1.webp"><img decoding="async" class="wp-image-11955 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-1.webp" alt="Max Schimmelpfennig" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-1.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-1-300x169.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-1-768x432.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-1-750x422.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-11955" class="wp-caption-text">Trotz seiner psychischen Probleme geht Finn gern zur Schule. Schließlich trifft er da Samira.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Als Kind muss Finn mit ansehen, wie seine große Schwester Anna an der nahe gelegenen Talsperre in den Tod stürzt, nachdem sie vorher eine Art Nervenzusammenbruch erlitten hatte. Inzwischen ist Finn (Max Schimmelpfennig) 18, aber immer noch in Behandlung bei einer Psychologin (Nadeshda Brennecke), die ihm Tabletten aus eigener Forschung verschreibt, um seine Alpträume und sein Schlafwandeln unter Kontrolle zu halten. Denn abgesehen von seinen psychischen Problemen ist Finn ein ganz normaler Teenager. Von fern himmelt er Samira (Tijan Marei) auf seiner Schule an, seine beste Freundin ist die lesbische Punkerin Lena (Lea von Acken) und mit seiner Zwillingsschwester Sophie (Milena Tscharnke) hat er ein gutes Verhältnis.</p>
<p>Doch eines Abends ändert sich alles. Nur eine Nacht nach einer wilden Party,  bei der Finn auch Drogen geschluckt hat, sieht er seine Eltern und Sophie, die mit einer alten Frau im Wohnzimmer der Villa ein seltsames Ritual abhalten. Doch bevor er eingreifen kann, schlägt etwas ihn nieder. Als er erwacht, scheint alles in bester Ordnung zu sein und seine Eltern führen seine Beobachtungen auf die Drogen in seinem Körper zurück. Doch Finns Misstrauen wächst. Hat seine Familie ein Geheimnis, von dem er nichts weiß? Warum hat sich Sophie nach dieser Nacht so stark verändert? Und welchen Einfluss hat das Pharma-Unternehmen, bei dem sein Vater arbeitet, auf die ganze Gemeinde? Je mehr Finn und Lena herausfinden, desto mehr packt sie die blanke Angst &#8230;</p>
<p><iframe title="Das Privileg - Die Auserwählten | Offizieller Trailer | Netflix" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/BpSZQEwL_yE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Viel Handlung, wenig Sinn</h2>
<p><strong>Das Privileg &#8211; die Auserwählten</strong> will vieles sein: Teenie-Horror zum Beispiel, denn die Darsteller spielen fast alle noch Schüler. Außerdem soll es um eine böse Macht gehen, ob die nun wissenschaftliche, oder okkulte Gründe hat. Und schließlich darf auch noch ein wenig Story sich mit der Frage nach der eigenen Herkunft und den tatsächlichen Gefühlen der eigenen Familie gegenüber befassen. Klingt nach ganz schön viel Inhalt &#8211; und das ist auch eines der Probleme des Films vom Regie-Duo Katharina Schöde und Felix Fuchssteiner. Hier ist deutlich zu viel Story für einen Film enthalten, und die einzelnen Aspekte vertragen sich untereinander auch nicht sonderlich gut. Das führt zu klassischen Szenen, in denen die Figuren sich auf eine bestimmte Art verhalten müssen, damit die ganze Story nicht über ihnen zusammenstürzt. Selbst wenn diese Handlung überhaupt nicht einleuchtend ist.</p>
<p>Spätestens, wenn sich der Zuschauer zum dritten Mal fragt, warum eine Figur jetzt nicht nachfragt oder sich mit einem Halbsatz abspeisen lässt, dann merkt er: diese Story funktioniert nicht sonderlich gut. Das wirkt sich ganz besonders negativ auf die Spannung aus. Denn nach dem durchaus gut gemachten Auftakt, wenn man von den mäßigen Special-Effects einmal absieht, passiert über gefühlte 45 Minuten eigentlich gar nichts mehr. Das Script hört nicht auf, mögliche Horrorszenarien einzuführen und verschiedene Richtungen weiterzuentwickeln, statt sich um eine Storyline vernünftig zu kümmern. Und so weiß der Zuschauer auch nach einer Stunde noch nicht so recht, wohin das Ganze nun führen soll. Das wäre nicht schlimm, wäre dieses Verwirrspiel wenigstens aufregend.</p>
<figure id="attachment_11956" aria-describedby="caption-attachment-11956" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-2.webp"><img decoding="async" class="wp-image-11956 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-2.webp" alt="Horst Janson" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-2.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-2-300x169.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-2-768x432.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-2-750x422.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-11956" class="wp-caption-text">Finn hängt sehr an seinem Großvater, dem eine schwierige OP bevorsteht.</figcaption></figure>
<h2>Horror braucht Spannung</h2>
<p>Leider holen Fuchssteiner und Schöde aus der großen Auswahl an möglichen Schrecken nur ein Minimum heraus. Kaum eine Szene nach dem Beginn baut noch Spannung auf, meist verläuft sich eine Andeutung von Thrill nach ein paar mäßigen Dialogen im Sande. Und wenn dann endlich eine Aufklärung kommt, ist die den meisten Zuschauern bis dahin vermutlich egal. Denn auch der wenig originelle Schluss rettet diesen Fehlversuch von einem Horrorfilm nicht mehr. Dazu erinnert <strong>Das Privileg</strong> zu sehr an ein Puzzle, bei dem die Teile von verschiedenen Motiven stammen. Was die Regisseure und Schauspieler auch versuchen, daraus lässt sich kein stimmiges Bild zusammensetzen.</p>
<p>Dazu kommen einzelne Schauspieler-Leistungen, die ebenfalls wenig überzeugend ausfallen und angesichts des Genres schlicht nicht passen. Neben Hauptdarsteller Max Schimmelpfennig überzeugt Lea van Acken als toughe Punkerin noch am ehesten, einige andere wirken seltsam steif und abwesend, selbst wenn das die Story gar nicht vorschreibt. Und schließlich runden die Effekte, die nicht an internationalen Standard heranreichen, das maue Gesamtbild ab. Ob das ganze Projekt nun zu viel gewollt hat oder ob <strong>Das Privileg</strong> auch mit weniger Storyfinten mäßig ausgefallen wäre, lässt sich nur vermuten. So ist es jedenfalls kein Aushängeschild für deutsches Genre-Kino.</p>
<figure id="attachment_11957" aria-describedby="caption-attachment-11957" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-4.webp"><img decoding="async" class="wp-image-11957 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-4.webp" alt="Milena Tscharntke" width="1024" height="653" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-4.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-4-300x191.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-4-768x490.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-4-750x478.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-11957" class="wp-caption-text">Finns Zwillingsschwester Sophie wirkt nach einem nächtlichen Erlebnis nicht mehr wie sie selbst.</figcaption></figure>
<p>Dennoch ist es erfreulich, dass sich deutsche Produzenten und Regisseure überhaupt an solche Stoffe heranwagen, auch wenn diesmal das Ergebnis (noch) nicht überzeugen kann. Wenn beim nächsten mal ein besseres Drehbuch vorliegt, kann es ja mit ordentlichem Horror aus Deutschland doch noch was werden. Und die Verpflichtung des inzwischen 86-jährigen Schauspieler-Urgesteins Horst Janson darf man den Machern auch hoch anrechnen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Leider kann <strong>Das Privileg &#8211; die Auserwählten</strong> das selbst gesteckte Ziel eines spannenden Horrorfilms kaum je einmal einlösen. Zu langweilig und mit unwichtigen Nebenplots vollgestopft ist die Handlung, zu mäßig die Tricks, zu unterschiedlich die schauspielerische Leistung. Der Film wirkt wie ein Sammelsurium von Szenen, die in anderen Filmen gut funktioniert haben, hier aber nicht zur Entfaltung kommen, weil sie sich gegenseitig im Weg stehen. Seine größte Sünde ist aber das fast völlige Fehlen von Spannung oder Grusel-Momenten. Lediglich der Anfang gerät recht ordentlich, danach ist bei diesem missglückten Horror-Experiment die Luft schon raus. Schade. Bliebt zu hoffen, dass es einen weiteren Versuch gibt &#8211; und der besser wird.</p>
<p><strong>Das Privileg &#8211; die Auserwählten startet am 9. Februar 2022 bei Netflix.</strong></p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/netflix-filmkritik-im-ueberblick/">Mehr Kritiken zu Netflix-Filmen gibt es hier.</a></p>
<figure id="attachment_11958" aria-describedby="caption-attachment-11958" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-3.webp"><img decoding="async" class="wp-image-11958 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-3.webp" alt="Lea van Acken" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-3.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-3-300x169.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-3-768x432.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/privi-3-750x422.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-11958" class="wp-caption-text">Lena entdeckt bei ihren Ermittlungen schließlich das düstere Geheimnis der Gemeinde. Kann sie es auch überleben?</figcaption></figure>
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		<title>Serienkritik: Der Pass Staffel 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jan 2022 15:06:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Sky]]></category>
		<category><![CDATA[spannend]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist soweit: &#8222;Der Pass Staffel 2&#8220; steht bei Sky in den Startlöchern. Drei Jahre nach ihrem ersten Einsatz schickt der Pay-TV-Sender sein Ermittlerteam Ellie Stocker und Gedeon Winter ein weiteres Mal in den Einsatz, um einen Killer zu finden. Denn die erste Staffel, die sich augenscheinlich von der skandinavischen Serie &#8222;Die Brücke&#8220; inspirieren ließ, weil es um einen Mord geht, der genau auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland stattfand, bekam gute Kritiken und war auch beim Publikum ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist soweit: &#8222;Der Pass Staffel 2&#8220; steht bei Sky in den Startlöchern. Drei Jahre nach ihrem ersten Einsatz schickt der Pay-TV-Sender sein Ermittlerteam Ellie Stocker und Gedeon Winter ein weiteres Mal in den Einsatz, um einen Killer zu finden. Denn die erste Staffel, die sich augenscheinlich von der skandinavischen Serie &#8222;Die Brücke&#8220; inspirieren ließ, weil es um einen Mord geht, der genau auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland stattfand, bekam gute Kritiken und war auch beim Publikum ein großer Erfolg. Am 21. Januar 2022 geht es nun mit einem neuen Fall weiter, der aber die offenen Fragen der ersten Staffel aufnimmt. Ob <strong>Der Pass Staffel 2</strong> ebenso gelungen ist wie der Auftakt, verrät die Kritik.</p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-der-pass/"><em>Die Kritik zu Staffel 1 gibt es hier.</em></a></p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/der-pass-staffel-3-kritik-serie-sky/"><em>Die Kritik zu Staffel 3 gibt es hier.</em></a></p>
<figure id="attachment_11801" aria-describedby="caption-attachment-11801" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11801 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1.jpg" alt="Julia Jentsch" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1-480x320.jpg 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1-720x480.jpg 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-1-750x500.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11801" class="wp-caption-text">Ellie Stocker hat ihre Erlebnisse mit dem Krampus-Mörder bis heute nicht gänzlich verarbeitet.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Seit Ellie Stocker (Julia Jentsch) dem Tod knapp von der Schippe gesprungen ist &#8211; und Gedeon Winter (Nicholas Ofczarek) Opfer eines Attentats wurde &#8211; ist einige Zeit vergangen. Ellie ist wieder in ihren alten Job bei der Kripo Traunstein zurückgekehrt. Und jagt mit ihrem Team weiterhin Mörder und andre Gewaltverbrecher. Doch mit den Ereignissen von damals hat sie trotz Therapien nie ganz abgeschlossen. Und deshalb noch heute mitunter Panikattacken. Gedeon Winter liegt seit seinem Verrat an einem Verbrecher-Clan und der darauf folgende Strafe mit einer Kugel im Kopf im Koma. Als er daraus erwacht, bekommt er eine niederschmetternde Diagnose. Das Projektil ist so gut wie inoperabel, er wird seinen Beruf als Polizist nicht mehr ausüben können.</p>
<p>Als in Österreich eine junge Frau aus Deutschland brutal ermordet aufgefunden wird, hat Ellie gerade einen schweren Rückfall und kann die Ermittlungen daher nicht übernehmen. Deshalb schickt sie ihre junge Kollegin Yela Antic (Franziska von Harsdorf) über die Grenze, um den Kollegen vor Ort bei den Ermittlungen zu helfen. Doch die tut sich mit den männlichen Kollegen ebenso schwer wie mit dem Fall. Als sie eher zufällig mitbekommt, dass Gedeon Winter erwacht ist, besucht sie ihn deshalb im Krankenhaus und bittet um seine Mithilfe. Und tatsächlich erwacht im erst noch zögerlichen Schnüffler erneut der Jagdinstinkt. Die Spur führt zu einem Brüderpaar in einflussreicher Position. Ist einer von ihnen der Killer?</p>
<p><iframe title="Der Pass 2 - Trailer | Sky" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/J_R0ZgjIk8I?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Starkes Drehbuch</h2>
<p>Wie bereits im ersten Fall liegt auch in <strong>Der Pass Staffel 2</strong> der Schwerpunkt der Story nicht auf dem klassischen &#8222;Whodunnit&#8220; für das Publikum. Noch früher als in der ersten Staffel geben die Macher die Identität des Killers preis. Und wie in der ersten Staffel tut das der Spannung überhaupt keinen Abbruch &#8211; ganz im Gegenteil. Allerdings hat die neue Story zu Beginn etwas mehr zu kämpfen, bis sie richtig in die Gänge kommt. Das hat Staffel 1 mit ihren düsteren Bildern, den düsteren und unheimlichen Traditionen und der eiskalten Stimmung etwas besser gemacht. Aber ist Staffel 2 erst einmal so richtig gestartet, entwickelt auch sie schnell den alten Sog, der es dem Zuschauer kaum möglich macht, nach einer gesehenen Episode abzuschalten. Zu spannend ist der Moment, zu sehr möchte man wissen, wie es weitergeht.</p>
<p>Wie im Vorgänger liegt der Erfolg dabei auf vielen Schultern. So haben die Drehbuch-Autoren erneut einen tollen Job gemacht und liefern eine facettenreiche und doch glaubhafte Geschichte ab, deren einzelne Facetten so gut ineinandergreifen, dass es kaum einmal Langeweile gibt. Zudem präsentieren sie einen ganz anderen Typ Serienkiller als noch den Krampusmörder aus Staffel 1. Und sie entwickeln die beiden gebrochenen Helden glaubhaft weiter und führen interessante neue Figuren ein. Ihre Arbeit bildet das Rückgrat der zweiten Staffel, denn ohne eine gute Story kommt kaum eine Krimi-Serie aus, die den Zuschauer fesseln will. Dass dabei auch noch aktuelle und ewige Probleme der Gesellschaft und des Kapitalismus aufs Korn genommen werden, ist die Sahne auf der Torte.</p>
<figure id="attachment_11802" aria-describedby="caption-attachment-11802" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11802 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2.jpg" alt="Nicholas Ofczarek" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2-480x320.jpg 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2-720x480.jpg 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-2-750x500.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11802" class="wp-caption-text">Gedeon Winter muss nach einem Attentat auf ihn mit einer Kugel im Kopf leben.</figcaption></figure>
<h2>Grandioser Cast</h2>
<p>Es ist allerdings nicht so, dass der Plot von <strong>Der Pass Staffel 2</strong> vor Originalität strotzt. Alles, was dem Zuschauer präsentiert wird, hat der Thriller-Fan auf die eine oder andere Art schon einmal gesehen. Auch die von Küchenpsychologie durchsetzte Motivation der Charaktere ist wahrlich nicht neu. Aber es ist dramaturgisch so gut zusammengefügt, dass es dennoch stets interessant und bedrohlich bleibt. Das liegt auch in der gewohnt guten Inszenierung der Serie. Auch diesmal haben Cyrill Boss und Philipp Stennert als Autoren, Produzenten und Regisseure einen beeindruckenden Job gemacht. Denn die Atmosphäre der Serie trägt maßgeblich zu ihrer Qualität bei &#8211; und die haben die beiden Macher perfekt eingefangen.</p>
<p>Und doch wäre alles nichts ohne die Schauspieler, die den Charakteren Leben einhauchen. Erneut spielt Nicholas Ofczarek die Figur des Gedeon Winter grandios. Wohl auch deshalb steht der korrupte Gesetzeshüter in <strong>Der Pass Staffel 2</strong> noch stärker im Mittelpunkt als zuvor. Ellie Stocker tritt dadurch ein wenig in den Hintergrund, was dem Charakter aber durchaus gut tut. Julia Jentsch hat diesmal einige extrem intensive Szenen. Die auch dem zurückhaltenden Einsatz ihres Charakters geschuldet sind. Dominic Marcus Singer und Christoph Luser als dubioses Brüderpaar und die relative Newcomerin Franziska von Harsdorf runden den starken Cast ab.</p>
<figure id="attachment_11803" aria-describedby="caption-attachment-11803" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11803 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3.jpg" alt="Franziska von Harsdorf" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3-480x320.jpg 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3-720x480.jpg 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-3-750x500.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11803" class="wp-caption-text">Daher steht er der jungen deutschen Kollegin Jela Antic bei der Jagd nach einem Frauenmörder nur beratend zur Seite.</figcaption></figure>
<p>Das Zusammenspiel all dieser Faktoren sorgt auch in der zweiten Auflage für ein Thriller-Erlebnis, das dem typisch deutschen Durchschnitts-Krimi um Lichtjahre voraus ist. Und sich mit den großen skandinavischen und britischen Thriller-Serien durchaus messen kann. In Qualität der Story, Atmosphäre und Kälte, die eine Serie verströmen kann. Zwar muss es nicht wieder drei Jahre dauern, aber wenn Sky weiterhin auf diesem Niveau liefern kann, dann sollte die dritte Staffel möglichst schnell bestellt werden. Etwas Besseres aus Deutschland haben Fans von düsteren Krimis und Thrillern sicher lange nicht gesehen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Auch <strong>Der Pass Staffel 2</strong> ist wieder eine Serie von Sky, die zum Besten gehört, was an deutschen Produktionen in diesem Jahrtausend zu sehen war. Nach &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-babylon-berlin-staffel-3/">Babylon Berlin</a>&#8222;, deren letzte Staffel die Qualität der beiden ersten halten konnte, gelingt da Kunststück auch diesem eiskalten Thriller. Das liegt sicher zum großen Teil daran, dass das Team zusammenblieb &#8211; vor und hinter der Kamera. Und das sich dort außergewöhnlich begabte Kreative gefunden haben, um eine Serie zu schaffen, die unter die Haut geht. Ja, die Grundidee geht auf <strong>Die Brücke</strong> zurück, aber <strong>Der Pass</strong> hat sich inzwischen längst emanzipiert und ist zu etwas Eigenem geworden. Hier können neben Krimifans der gehobenen Sorte auch Thriller- und Horrorfreunde unbesorgt einschalten &#8211; es lohnt sich!</p>
<p><strong>Der Pass Staffel 2 startet am 21. Januar 2022 bei Sky (diverse Möglichkeiten).</strong></p>
<figure id="attachment_11804" aria-describedby="caption-attachment-11804" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11804 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-4.jpg" alt="Der Pass Staffel 2" width="1024" height="714" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-4-300x209.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-4-768x536.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/pass2-4-750x523.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11804" class="wp-caption-text">Die Familie Gössen leitete ein großes Bauunternehmen &#8211; hat sie auch einen Mörder hervorgebracht?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: One Night Off</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Dec 2021 12:56:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon Prime]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland kann in Sachen Film nur Komödien? Zumindest bei internationalen Auszeichnungen ist diese These nicht haltbar. Zwar kommen immer wieder Komödien auch im Oscar-Rennen weit und gewinnen (wie &#8222;Tony Erdmann&#8220;) sogar den Preis. Aber auch Dramen wie &#8222;Das Leben der anderen&#8220; kamen bei den Juroren so gut an, dass es den Goldjungen dafür gab. Dennoch: Schaut man sich den heimischen Kinomarkt an, überwiegen die Filme, die mehr oder weniger harmlosen Spaß verbreiten sollen. Warum also sollte nicht auch Amazon Prime [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland kann in Sachen Film nur Komödien? Zumindest bei internationalen Auszeichnungen ist diese These nicht haltbar. Zwar kommen immer wieder Komödien auch im Oscar-Rennen weit und gewinnen (wie &#8222;Tony Erdmann&#8220;) sogar den Preis. Aber auch Dramen wie &#8222;Das Leben der anderen&#8220; kamen bei den Juroren so gut an, dass es den Goldjungen dafür gab. Dennoch: Schaut man sich den heimischen Kinomarkt an, überwiegen die Filme, die mehr oder weniger harmlosen Spaß verbreiten sollen. Warum also sollte nicht auch Amazon Prime mit der ersten deutschen Eigenproduktionen einen sicheren Weg gehen und eine Komödie präsentieren? Gesagt, getan, das Ergebnis ist da und heißt &#8222;One Night Off&#8220;. Wie gut ist es geworden? Das klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_11659" aria-describedby="caption-attachment-11659" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11659 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-1.jpg" alt="Milena Tscharntke" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11659" class="wp-caption-text">Marie ist Noahs Traumfrau. Wegen ihr und Baby Ben will er sein Leben als Partylöwe hinter sich lassen.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Noah (Emilio Sakraya, &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-kalte-fuesse/">Kalte Füße</a>&#8222;) und seine große Liebe Marie (Milena Tscharntke) haben sich nicht nur beim Feiern im legendären &#8222;Tube&#8220; kennengelernt, sogar der Nachwuchs kommt auf einem Festival zur Welt, bei dem gerade &#8222;Deichkind&#8220; gespielt hat. Umso härter trifft es Noah, dass er zwar alles versucht, um mit seinem kleinen Sohn Ben zurecht zu kommen, er seine Vergangenheit als Feierbiest aber dennoch nicht vergessen kann. Und Marias Schwester Sarah (Carol Schuler) hält wenig von ihrem Schwager. Und wartet nur darauf, dass Noah mit Ben einen Fehler macht und sie als zweifache Mutter einspringen kann, um als Ersatzvater zu fungieren.</p>
<p>Doch ausgerechnet als Marie erstmals beruflich die Stadt verlassen muss und Noah in der Verantwortung steht, ruft Kumpel Baumi (Andreas Helgi Schmied) an. Er teilt Noah mit, dass das Tube seine Pforten für immer schließt und heute Nacht das letzte Konzert dort steigt. Trotz schwerer Bedenken siegt Noahs Partylaune und er willigt ein, mit Baumi zumindest kurz vorbeizuschauen. Weil aber Marie im anschließenden Telefonat misstrauisch wird, tritt Sarah auf den Plan. Die riecht den Braten sofort und begibt sich in bester Privatdetektiv-Manier auf die Fährte der beiden Kumpels mit Baby. Die Nacht droht für Noah zum absoluten Debakel zu werden, was seine Rolle als Ehemann und Vater betrifft &#8230;</p>
<p><iframe title="One Night Off Offizieller Trailer I Prime Video DE" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/szQ8jSHLPHo?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Interessante Köpfe  hinter der Kamera</h2>
<p>Die kreativen Köpfe hinter <strong>One Night Off</strong> machen Hoffnung. Regisseur Martin Schreier ließ vor gut zwei Jahren mit &#8222;Traumfabrik&#8220; aufhorchen, der immerhin kontrovers diskutiert wurde. Und die Drehbuchautoren Doron Wisotzky und Murmel Clausen sind ebenfalls keine Unbekannten. Wisotzky schrieb Komödien wie &#8222;What a Man&#8220; oder &#8222;Contra&#8220;, Clausen zeichnet für die meisten der großartigen Weimar-Tatorte mit Christian Ulmen und Nora Tschirner als Autor (und bei einigen als Regisseur) verantwortlich. Bis hierhin lässt sich Amazon Prime also kein Vorwurf machen. Das Projekt scheint auf durchaus geeigneten Füßen zu stehen, um zumindest einen ansehnlichen Film zu produzieren.</p>
<p>Auch gegen die Besetzung lässt sich wenig sagen. Emilio Sakraya, der nicht zum ersten Mal einen solchen Charakter spielt, ist also Chaot mit dem Wunsch, das Richtige zu tun, durchaus eine gute Wahl. Sein Kumpel Baumi wird von Andreas Helgi Schmied stark verkörpert. Weswegen der Schauspieler auch für viele der besten Szenen im Film verantwortlich ist. Sein Timing sorgt in Verbindung mit dem passenden Gesichtsausdruck für ein paar gute Lacher. Etwa wenn sich die beiden aus dem Auto ausgesperrt haben und Baby Ben noch drinsitzt. Heimlicher Star ist allerdings Carol Schuler, die als Mischung aus Furie und Bluthund die mit Abstand besten Szenen im Film hat.</p>
<figure id="attachment_11660" aria-describedby="caption-attachment-11660" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11660 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-2.jpg" alt="One Night Off" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11660" class="wp-caption-text">Doch als Kumpel Baumi ihn erzählt, dass ihr Lieblingsclub heute den letzten Abend feiert, kommen Noah Zweifel.</figcaption></figure>
<h2>Alpha-Mutter auf Speed</h2>
<p>Schuler wirft sich geradezu mit Anlauf in ihre Rolle als verbitterte Doppelmutter ohne Mann, deren einziges Lebensziel daraus zu bestehen scheint, Männer als verantwortungslose Schweine bloßzustellen &#8211; und in Noah dabei ein prädestiniertes Opfer sieht. Wenn sie mit ihren Horrorgeschichten von der Belastung durch Kinder eine Party sprengt, gehört das zu den Highlights von<strong> One Night Off</strong>. Und auch später legt Schuler noch beeindruckend überdrehte Momente hin, die im Kontext das Films einfach gut funktionieren. Ohne die Schauspielerin wäre der Film deutlich schwächer als er ist.</p>
<p>Dass er dennoch nicht komplett überzeugt, liegt an deutlich zu vielen Klischees, die das Drehbuch nicht immer als solche bloßstellt und damit als Gag nutzt. Die Partys samt Drogenmissbrauch, der zickigen pubertierenden Tochter von Sarah und ihren Drogenfreund, das sind die Schwachpunkte des Scripts, während das Autoren-Duo bei einer an sich peinlichen Schlägervisagen-Nummer mit türkischem Kiosk gerade noch die Kurve kriegt. Vermutlich ist <strong>One Night Off</strong> auch lustiger, wenn man sich vorher nicht ansieht, wer dahintersteckt. Denn gerade von Murmel Clausen erwarten Fans staubtrockenen, teilweise abgründigen Humor jenseits des Mainstreams. Und den bedient <strong>One Night Off</strong> leider zu selten.</p>
<figure id="attachment_11661" aria-describedby="caption-attachment-11661" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11661 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-3.jpg" alt="Carol Schuler" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11661" class="wp-caption-text">Als sich Noahs Schwägerin Sarah auf ihre Fährte setzt, um zu beweisen, dass er ein lausiger Vater ist, wird es für Noah eng.</figcaption></figure>
<p>Man hätte sich gewünscht, zwei wie Wisotzky und Clausen hätten sich tatsächlich in ihren Ideen treiben lassen. Und sich auch ein paar radikalere Dinge getraut, statt von vornherein auf ein festes Ziel hinzuarbeiten, das möglichst viele Zuschauer da abholt, wo sie es gewohnt sind, auf den Bus der vorhersehbaren Filme zu warten. Dennoch unterhält <strong>One Night Off</strong> ganz ordentlich und ist als deutsches Filmdebüt von Amazon Prime Video durchaus akzeptabel. Bei den Autoren, insbesondere bei Clausen, wäre aber so viel mehr möglich gewesen, als am Ende im Film enthalten ist.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p><strong>One Night Off</strong> liefert wohl genau das, was die meisten Zuschauer auch von einem solchen Film erwarten: ein wenig harmlosen Spaß, ein paar ganz gute Gags, ein flottes Tempo und witzige oder zumindest sympathische Figuren. Wer sich aber anschaut, welche kreativen Köpfe hinter dem Projekt stecken, darf man schon ein wenig enttäuscht sein. Denn Regisseur Martin Schreier, der seiner Traumfabrik immerhin einen unverwechselbaren Stempel aufdrückte, den man mochte oder nicht, bleibt hier deutlich beliebiger. Und von Drehbuch-Autor Murmel Clausen haben vor allem Fans des Tatorts aus Weimar schon sehr viel abgründigere und lustigere Momente gesehen, als hier im Film. So ist <strong>One Night Off</strong> ein ordentliches Debüt für Prime, das aber das Gefühl umgibt, einen noch besseren Film verschenkt zu haben.</p>
<p><strong>One Night Off startet am 29. Dezember 2021 bei Amazon Prime.</strong></p>
<figure id="attachment_11662" aria-describedby="caption-attachment-11662" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11662 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-4.jpg" alt="Emilio Sakraya" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-4-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-4-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-4-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/night-4-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11662" class="wp-caption-text">Beim Versuch, die Situation zu klären, erlebt Noah einige haarsträubende Momente.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Du Sie Er und Wir</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2021 12:54:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungskrise]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei Paare, ein abgeschiedenes Haus und mehr Probleme, als alle zugeben wollen. Aus dieser Vorgabe ist bereits großes Kino entstanden, wie beispielsweise &#8222;Wer hat Angst vor Virginia Woolf&#8220;. Autor Edward Albee gewann dafür einen Grammy, die Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton staubte fünf Oscars ab. Die Konstellation ist identisch, allerdings hinkt der Vergleich zur deutschen Netflix-Produktion &#8222;Du Sie Er und Wir&#8220; ein wenig, da der Film eindeutig eine Komödie sein möchte und keine Tragödie. Ob es hier wirklich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Paare, ein abgeschiedenes Haus und mehr Probleme, als alle zugeben wollen. Aus dieser Vorgabe ist bereits großes Kino entstanden, wie beispielsweise &#8222;Wer hat Angst vor Virginia Woolf&#8220;. Autor Edward Albee gewann dafür einen Grammy, die Verfilmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton staubte fünf Oscars ab. Die Konstellation ist identisch, allerdings hinkt der Vergleich zur deutschen Netflix-Produktion &#8222;Du Sie Er und Wir&#8220; ein wenig, da der Film eindeutig eine Komödie sein möchte und keine Tragödie. Ob es hier wirklich etwas zu lachen gibt oder der Film doch eher ein Rohrkrepierer ist, klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_11152" aria-describedby="caption-attachment-11152" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11152 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-1.jpg" alt="Du Sie Er und Wir" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-1-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-1-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11152" class="wp-caption-text">Maria und Ben erreichen das Wochenendhaus, in dem sie einiges zu klären haben.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Zwei Paare machen sich am Freitag Nachmittag auf den Weg zur Küste. Die aufstrebende Journalisten Janina (<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-heilstaetten/">Nilam Farooq</a>) und der Makler Nils (Jonas Nay) fahren gemeinsam zum Wochenendhaus von Nils&#8216; Vater. Janinas beste Freundin Maria (Paula Kalenberg) und der Schauspieler Ben (Louis Nitsche) erwarten die beiden bereits. Allerdings sind eigentlich Maria und Nils sowie Janina und Ben die Paare. Vor vier Wochen haben die Vier aus einer Laune heraus einen Partnertausch vorgeschlagen, der nun endet. Dabei gab es klare Regeln, die wichtigste davon: kein Sex! Allerdings machen Maria und Ben schnell den Eindruck, als hätten sie diese Regel nicht beachtet.</p>
<p>Eigentlich will das Quartett nach einem guten Abendessen besprechen, wie die Zeit in der neuen Konstellation abgelaufen ist, doch Nils sieht seiner Freundin bereits vorher an, dass da etwas im Busch ist. Und macht sich aus verletztem Stolz einen Spaß daraus, beim Essen die ganze Zeit zu sticheln. Die Lage eskaliert gründlich, was auch daran liegt, dass ein positiver Schwangerschaftstest im Bad gefunden wird, der augenscheinlich Janina gehört. Hat ihr Freund sie betrogen, obwohl sie bereits ein Kind von ihm erwartet? Als sie diese Konstellation noch nicht kompliziert genug, offenbaren sich bald weitere unangenehme Wahrheiten in der Beziehung des Quartetts. Hat die Liebe hier noch eine Chance?</p>
<p><iframe title="DU SIE ER &amp; WIR | Offizieller Trailer | Netflix" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/c-gxVy_ByHc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Hin und wieder witzig</h2>
<p>Ein Haus, vier Personen &#8211; da ist klar, dass sich das Drehbuch hauptsächlich auf geschliffene Dialoge und mögliche Situationskomik verlassen muss, um Lacher zu erzeugen. Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Florian Gottschick, bisher vor allem in TV-Serien tätig, dürfte um die Herausforderungen also gewusst haben. Klar wird auch schnell, dass es bei <strong>Du Sie er und Wir</strong> nicht um Schenkelklopfer-Humor oder Fäkal-Lacher geht, sondern angesichts des durchaus auch ernsten Themas eher im gehobenen Wortwitz, bissigen One-Linern und überraschenden Situationen angesiedelt sein muss. Und genau das hat Gottschick mit seinem Co-Autor Florian von Bornstädt auch versucht. Leider bleibt es oft beim Versuch.</p>
<p><strong>Du Sie Er und Wir</strong> erinnert durch die Konstellation an Kinohits wie &#8222;Der Nachname&#8220;, erreicht aber zu keinem Zeitpunkt dessen Qualität. Das liegt in erster Linie am Script. Zwar sitzen gelegentlich mal One-Liner wirklich gut, vor allem dem Charakter Nils schreiben die Autoren ein paar wirklich witzige Kommentare auf den Leib, aber insgesamt fehlt in der letztlich arg harmlosen Komödie schlicht ein wenig Biss. Ein weiteres Problem des Drehbuchs ist die fehlende Homogenität. Zwar sind einige Szenen durchaus gelungen, aber der Übergang zwischen den einzelnen Handlungsteilen wirkt oft holprig und unglaubwürdig. Warum die Vier beispielsweise nach dem schlimmen Abendessen überhaupt im Haus bleiben, obwohl zwei Autos vor der Tür stehen &#8211; solche Antworten bleibt die Story schuldig.</p>
<figure id="attachment_11153" aria-describedby="caption-attachment-11153" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11153 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-2.jpg" alt="Nilam Farooq" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-2-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-2-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11153" class="wp-caption-text">Denn eigentlich und Janina und Ben ein Paar. Aber sind sie das noch?</figcaption></figure>
<h2>Opfer oder Täter?</h2>
<p>Was Gottschick und von Bornstädt hingegen gut hinbekommen, ist das Kippen der Figuren von Opfern zu Tätern &#8211; oder andersherum. So werden im Lauf der Geschichte aus den vermeintlich Betrogenen selbst Charaktere mit mindestens zweifelhaften Entscheidungen, was Freunde und Beziehung angeht. So ist der vermeintlich coole Arsch doch etwas anders als gedacht, die schlimm gedemütigte Freundin gar nicht so unschuldig, wie sie tut. In diesen Momenten funktioniert <strong>Du Sie Er und Wir</strong> richtig gut. Leider sind sie zu selten, um den ganzen Film in den grünen Bereich zu bringen. Denn weite Teile des ohnehin kurzen Films sind weder witzig, noch anderweitig sonderlich unterhaltsam, auch wenn Gottschick immerhin gute Einsatzmöglichkeiten für Split-Screen-Szenen findet.</p>
<p>Den Schauspielern kann man dabei eigentlich keinen Vorwurf machen. Jonas Nay spielt die interessanteste Figur des Quartetts mit schöner Kühle und Überheblichkeit, ohne deshalb zu unsympathisch zu werden. Louis Nitsche hat seinen weichen, aber doch berechnenden Ben gut im Griff. Und die beiden Frauenrollen sind ebenfalls glaubhaft und gut gespielt. Aber aus wenig inspirierten Dialogen lässt sich manchmal eben nicht mehr machen, als einen durchschnittlichen Film. Genau das ist bei <strong>Du Sie Er und Wir</strong> auch passiert. Fans der Schauspieler sollten aufgrund der starken Präsenz aller vier Darsteller natürlich einschalten. Der Film trägt aber weder inhaltlich noch mit einer besonderen Szene zur Erweiterung der Beziehungskomödie aus Deutschland bei. Das kennt man alles &#8211; und meist besser.</p>
<figure id="attachment_11154" aria-describedby="caption-attachment-11154" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11154 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-3.jpg" alt="Du sie er und wir" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-3-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-3-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11154" class="wp-caption-text">Denn Janina hat die vergangenen vier Wochen mit Marias Freund Nils verbracht.</figcaption></figure>
<h2>Fazit:</h2>
<p>An der deutschen Netflix-Komödie ist der Titel <strong>Du Sie er und Wir</strong> noch das Originellste. Obwohl die Drehbuchautoren, von denen Florian Gottschick auch als Regisseur in Erscheinung trat, durchaus ein paar gute Momente schaffen, bleibt der Großteil der Story beliebig und wenig packend. Lediglich bei der Entwicklung der Figuren leisten Gottschick und sein Partner Florian von Börnstedt gute Arbeit. Denn wer hier wirklich Opfer und wer Täter ist, damit spielt das Script gekonnt. Vielleicht wäre mit etwas mehr Überarbeitung sogar eine kleine Perle der deutschen Beziehungskomödie herausgekommen, so ist <strong>Du Sie er und Wir</strong> leider ein sehr durchschnittliches Filmerlebnis.</p>
<p><strong>Du Sie Er und Wir startet am 15. Oktober 2021 bei Netflix.</strong></p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/netflix-filmkritik-im-ueberblick/">Mehr Kritiken zu Netflix-Filmen gibt es hier.</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-11155" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-4.jpg" alt="Du sie er und wir" width="1024" height="576" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-4-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/10/dusie-4-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
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		<title>Filmkritik: Hinterland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2021 16:45:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[surreal]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stefan Ruzowitzky ist ein österreichischer Regisseur, der 2007 für &#8222;Die Fälscher&#8220; den Oscar als Bester fremdsprachiger Film gewann. Seitdem war der Mann weiterhin fleißig, drehte im vergangenen Jahr den starken &#8222;Narziss und Goldmund&#8220; nach Hermann Hesse, setzte allerdings die Endzeit-Serie &#8222;8 Tage&#8220; für Sky zwei Jahre davor in den Sand. Nun kommt sein neuestes Werk in die Kinos. Mit &#8222;Hinterland&#8220;, an dessen Drehbuch er auch beteiligt war, macht Ruzowitzky nicht nur inhaltlich einen Ausflug in die Zeit kurz nach dem [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Ruzowitzky ist ein österreichischer Regisseur, der 2007 für &#8222;Die Fälscher&#8220; den Oscar als Bester fremdsprachiger Film gewann. Seitdem war der Mann weiterhin fleißig, drehte im vergangenen Jahr den starken &#8222;Narziss und Goldmund&#8220; nach Hermann Hesse, setzte allerdings die Endzeit-Serie &#8222;8 Tage&#8220; für Sky zwei Jahre davor in den Sand. Nun kommt sein neuestes Werk in die Kinos. Mit &#8222;Hinterland&#8220;, an dessen Drehbuch er auch beteiligt war, macht Ruzowitzky nicht nur inhaltlich einen Ausflug in die Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg, er schnappt sich auch einen ganz speziellen Look aus dieser Epoche. Ob er damit auch einen starken Film abgeliefert hat, verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_11040" aria-describedby="caption-attachment-11040" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11040 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-2.jpg" alt="Hinterland" width="1024" height="651" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-2-300x191.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-2-768x488.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11040" class="wp-caption-text">Nach Jahren der Gefangenschaft kehrt Peter Perg aus dem Krieg heim.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Wien, ein paar Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Der einst als brillanter Ermittler umjubelte Peter Perg (Murathan Muslu) kehrt mit einigen Kameraden aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Wien zurück. Doch der Empfang ist frostig. Keiner möchte mehr an den verlorenen Krieg erinnert werden, der Kaiser hat längst abgedankt, die junge Republik hat mit Kriegshelden nichts am Hut. Viele leben im bitterer Armut und betteln an den Straßen. Doch damit nicht genug. Perg muss feststellen, dass seine Frau mit seiner Tochter die Stadt verlassen hat und nun auf dem Land lebt, er kehrt in eine leere Wohnung zurück. Unschlüssig, wie er nun mit seinem Leben fortfahren will &#8211; und ob überhaupt &#8211; nimmt ihm schließlich das Schicksal diese Entscheidung ab.</p>
<p>Denn am nächsten Morgen ist einer der Soldaten, mit denen er zurückgekehrt ist, tot. Er wurde gekreuzigt und von 19 Holzpflöcken durchbohrt. Zuerst gerät Perg unter Tatverdacht, doch dann wird er von seinem ehemaligen Kollegen Victor Renner (Marc Limpach) erkannt. Der leitet mittlerweile die Mordkommission und hat neben dem jungen Detektiv Paul Severin (Max von der Groeben) auch die Gerichtsmedizinerin Theresa Körner (<a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-babylon-berlin-staffel-3/">Liv Lisa Fries</a>) auf den Fall angesetzt. Eigentlich will Perg nicht wieder zurück in seinen alten Job, doch dann stirbt ein weiterer seiner Kameraden einen grausamen Tod. Und nun sind die Instinkte des Ex-Polizisten endgültig wieder geweckt und er macht sich auf die Jagd nach einem unerbittlichen Killer &#8230;</p>
<p><iframe title="HINTERLAND | Trailer (Deutsch / German) | 2021 | Thriller" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/jnAS2eVaR7g?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Der vielleicht stärkste Look des Jahres</h2>
<p>Obwohl noch ein paar Wochen bis Silvester ins Land gehen, dürfte <strong>Hinterland</strong> der visuell interessanteste Film des Kinojahres 2021 bleiben. Denn Ruzowitzky verbeugt sich tief vor den Regie-Größen der Weimarer Republik und setzt dem Expressionismus im Stummfilm dieser Zeit ein beeindruckendes Denkmal. Wie &#8222;Das Kabinett des Dr. Caligari&#8220; aus dem Jahr 1920 nutzt Ruzowitzky die gesamte Kulisse, um das Innenleben seines gebrochenen Helden sichtbar zu machen. In Hinterland gibt es keinen rechten Winkel und kein grades Bild. Die Kamera steht immer ein wenig schief, sodass der Boden links mit der unteren Ecke abschließt, rechts aber deutlich höher aus dem Sichtfeld verschwindet. Dazu sind alle Häuser und Straßen in sich merkwürdig verdreht und verzerrt, wirken die Fenster wie schreiende Münder.</p>
<p>Wenn es je eine fleischgewordene Version von Edvard Munchs berühmten Gemälde &#8222;Der Schrei&#8220; gab, dann ist es <strong>Hinterland</strong>. Und wenn der Film nichts zu bieten hätte als diese Optik, er wäre das Eintrittsgeld für den Kinobesuch schon wert. Denn diesen unglaublich beeindruckenden Look sollte man unbedingt auf großer Leinwand genießen &#8211; je größer, desto besser. Tatsächlich kann <strong>Hinterland</strong> aber nicht nur optisch überzeugen, auch wenn er letztlich eine eklatante Schwäche aufweist.</p>
<figure id="attachment_11041" aria-describedby="caption-attachment-11041" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11041 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-1.jpg" alt="Hinterland" width="1024" height="429" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-1-300x126.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-1-768x322.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-1-600x250.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11041" class="wp-caption-text">Seine Heimatstadt Wien erkennt er kaum wieder &#8211; alles wirkt wie aus der Achse geschoben.</figcaption></figure>
<h2>Krimihandlung als einzige Schwäche</h2>
<p>Und das liegt wie so oft im Drehbuch. Auch hier gibt es starke Momente, gerade zu Beginn, wenn Perg aus einem Alptraum in den nächsten gerät und er sich in seiner Heimatstadt fremd fühlt. Aber ausgerechnet die Thrillerstory um den Serienkiller bekommt das Autoren-Trio nicht in den Griff, verengt den Plot von Minute zu Minute mehr zu einer unglaubwürdigen Story, dessen Finale deshalb auch nicht überzeugt. Zudem erklären die Drehbuchschreiber die gesamte Wiener Mordkommission zu Idioten, weil sie manche offensichtliche Spur nicht erkennen. Das ist auch deshalb so schade, weil die Story auf diese Art in keiner Weise mit der grandiosen Optik zusammenpasst. So ehrenhaft der Versuch der Handlung auch ist, die Bestie Krieg und deren Nachwirkungen zu zeigen, so mäßig ist er geschrieben.</p>
<p>Dass man es dennoch kaum bereut, ins Kino zu gehen, liegt zu einem guten Teil an der Besetzung. Murathan Muslu ist als desillusionierter Kriegsheimkehrer immer präsent und lässt das Publikum in jeder Szene an seiner stummen und doch so tiefen Verzweiflung teilhaben. Und Liv Lisa Fries, deren Figur mit Perg eine originelle Vorgeschichte aufweist, blitzt als Funke der Hoffnung auf ein mögliches besseres Leben immer wieder hell auf und lindert die Düsternis der Stadt zumindest für einen Moment. Lediglich Max von der Groben wirkt in seiner Rolle als hitziger Jung-Polizist hin und wieder überfordert und erinnert leider zu sehr an seine bekannteste Rolle als Trottel in &#8222;Fack Ju Göhte&#8220;.</p>
<figure id="attachment_11042" aria-describedby="caption-attachment-11042" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11042 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-3.jpg" alt="Liv Lisa Fries" width="1024" height="615" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-3-300x180.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-3-768x461.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11042" class="wp-caption-text">Gerichtsmedizinerin Körner ist eine Bewunderin Pergs und freut sich über seine Mitarbeit.</figcaption></figure>
<p>Geht es aber nicht um den Killer, so liefern Ruzowitzky und seine Co-Autoren ein spannendes Sitten- und Zeitgemälde der Metropole Wien nach dem Ersten Weltkrieg ab und machen die Melancholie und Trauer, die über der Stadt liegt, fast greifbar. Diese kleinen Szenen, durch die viele der Figuren erst Tiefe und Lebendigkeit erhalten, überzeugen sehr viel mehr. Und beweisen, dass hier Könner am Werk waren, die sich möglicherweise etwas mehr Zeit hätten lassen sollen, bis der Krimi-Plot dem Rest ebenbürtig gewesen wäre. Aber auch mit diesem Manko ist <strong>Hinterland</strong> noch immer ein cineastischer Genuss. Es hätte ein Meilenstein werden können.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p><strong>Hinterland</strong> ist in erster Linie ein Film, dessen visuelle Brillanz den Zuschauer umhaut. Optisch gehört der düstere Thriller zum besten, was es in diesem Jahr im Kino zu sehen gab. Die Hommage an den Expressionismus in der großen Zeit des deutschen Films während der Weimarer Republik ist atemberaubend morbid-schön. Leider lässt sich das über das Drehbuch nicht sagen. Vor allem der brutale Thrillerplot wandelt sich nach starkem Beginn immer mehr zum Klischee und wirkt letztlich auch nicht sonderlich durchdacht. Das können die Schauspieler auch durch ihre starke Leistung nicht auffangen. Dennoch bleibt <strong>Hinterland</strong> ein gelungenes Experiment, dass sogar das Zeug zum modernen Klassiker gehabt hätte.</p>
<p><strong>Hinterland startet am 7. Oktober in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_11043" aria-describedby="caption-attachment-11043" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11043 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-4.jpg" alt="Hinterland" width="1024" height="525" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-4-300x154.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/09/land-4-768x394.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11043" class="wp-caption-text">Kann Perg die grausamen Verbrechen aufklären, bevor er selbst den Verstand verliert?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Schwarze Insel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Aug 2021 22:55:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deutschland ist Krimi-Land! Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen bei Netflix, als sie &#8222;Schwarze Insel&#8220; in Auftrag gaben. Denn vor rauer Nordsee-Kulisse erzählt Regisseur und Drehbuch-Autor Miguel Alexandre seine Idee von einem düsteren Krimistoff. Ob er damit an die skandinavischen Vorbilder heranreicht und den guten Cast um Alice Dwyer und Hanns Zischler nutzen kann, verrät die Kritik. Die Handlung Inselkind Jonas (Philip Froissant) wird vom Leben hart getroffen. Erst wird seine Großmutter am Strand von einem streunenden Hund totgebissen. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland ist Krimi-Land! Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen bei Netflix, als sie &#8222;Schwarze Insel&#8220; in Auftrag gaben. Denn <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-zeit-der-geheimnisse/">vor rauer Nordsee-Kulisse</a> erzählt Regisseur und Drehbuch-Autor Miguel Alexandre seine Idee von einem düsteren Krimistoff. Ob er damit an die skandinavischen Vorbilder heranreicht und den guten Cast um Alice Dwyer und Hanns Zischler nutzen kann, verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_10606" aria-describedby="caption-attachment-10606" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10606 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-1.jpg" alt="Schwarze Insel" width="1024" height="696" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-1-300x204.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-1-768x522.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10606" class="wp-caption-text">Jonas hat in seinem jungen Leben schon viel verloren, doch nun scheint er etwas zu bekommen.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Inselkind Jonas (Philip Froissant) wird vom Leben hart getroffen. Erst wird seine Großmutter am Strand von einem streunenden Hund totgebissen. Und auf dem Heimweg nach deren Beerdigung sterben seine Eltern bei einem Autounfall. Nun lebt er bereits ein Jahr bei seinem Großvater Friedrich, einem ehemaligen Lehrer und Schuldirektor auf der Insel, den Jonas aber in seiner Kindheit kaum gesehen hat. Denn sein Vater und Opa Friedrich sprachen kein Wort miteinander. Doch weil die Alternativ der Umzug zu einer Tante nach Bayern gewesen wäre, nahm Jonas Friedrichs Angebot an, bei ihm zu leben, bis er volljährig wird. So konnte er auch bei seinen Freunden bleiben, vor allem bei Jugendfreundin Nina (Mercedes Müller), für die er mehr als nur Freundschaft empfindet.</p>
<p>Schon der erste Schultag des Abschlussjahres birgt eine Überraschung. Der Deutschlehrer hat sich im Urlaub auf Mallorca verletzt und fällt Monate aus. Als Ersatz für ihn ist nun Helena Jung (Alice Dwyer) da, die gerade auf die Insel gezogen ist. Währen die Mädchen schnell eine Abwehrhaltung einnehmen, finden viele der Jungs die neue, noch recht junge Lehrerin durchaus interessant. Doch während Frau Jung bei den anderen Jungs nur milde grinst, scheint sie an Jonas wirklich Gefallen zu finden. Sie bestärkt ihn in seinen Ambitionen, Schriftsteller zu werden &#8211; und beginnt schließlich eine Affäre mit dem 17-jährigen. Doch eigentlich verfolgt Helena Jung ein ganz anderes Ziel &#8230;</p>
<p><iframe title="Schwarze Insel 2021 - Offizieller Trailer (English Subtitled)" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/JbUOxcCBGAo?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Ein Krimi von der Stange</h2>
<p>Millionen Menschen in Deutschland sehen sich jeden Sonntag ihren Tatort an, andere schwören auf die ZDF-Serienkrimis, die seit Jahrzehnten laufen. Auch <strong>Schwarze Insel</strong> ist offenbar für diese Zielgruppe gedacht. Denn die wenig originelle Geschichte von der undurchsichtigen Frau mit möglicherweise üblen Plänen gibt sich wenig Mühe, auch nur ansatzweise so etwas wie Suspense oder Spannung aufkommen zu lassen. Schnell wird klar, dass Helena wirklich nichts Gutes im Schilde führt, nur ihr Motiv dafür spart sich Alexandre für den dritten Akt auf. Alexandre inszeniert sein Script solide, aber eben auch auf deutschen TV-Durchschnitts-Niveau. Von schönen Aufnahmen des Wattenmeeres und der tollen Natur der Nordseeinsel einmal abgesehen, sticht hier optisch nichts heraus.</p>
<p>Das ist zweckdienlich, weil es die Story transportiert, aber es fesselt oder beeindruckt nicht. Was man auch von der Story sagen muss. Zwar gelingt es Alexandre in ein paar Szenen, die Schraube etwas weiter zu drehen, als man das vielleicht erwartet hätte, ansonsten hält sich <strong>Schwarze Insel</strong> aber Punkt für Punkt an eine Checkliste der Vorhersehbarkeit. Wie eine junge Möwe am Strand hebt die Geschichte ab und zu ein wenig ab, gerät aber nie so richtig ins Fliegen. Möglicherweise war auch die Entscheidung, den Film auf eine Freigabe von 12 Jahren zu inszenieren, nicht die beste Idee. Denn dadurch beschneidet sich <strong>Schwarze Insel</strong> in einem der wichtigsten Punkte der Story &#8211; der Leidenschaft.</p>
<figure id="attachment_10607" aria-describedby="caption-attachment-10607" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10607 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-2.jpg" alt="Alice Dwyer" width="1024" height="477" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-2-300x140.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-2-768x358.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10607" class="wp-caption-text">Denn die neue Lehrerin Helena jung zeigt ihr Interesse an ihm bald recht deutlich.</figcaption></figure>
<h2>Wenn gute Schauspieler nicht mehr helfen</h2>
<p>Zwar nimmt man dem jungen Philip Froissant den zwischen zwei Frauen hin- und hergerissenen jungen Mann durchaus ab, aber die Sex- und Verführungsszenen fallen doch arg bieder aus und entfachen auf dem Bildschirm höchstens ein zur Umgebung passendes eher kühles Feuer. Mit ein wenig mehr Hitze wäre die Story vielleicht auch etwas fesselnder und emotional packender ausgefallen. Klar, manchmal ist weniger mehr &#8211; hier aber nicht.</p>
<p>Vor der ganz großen Langeweile rettet <strong>Schwarze Insel</strong> dann auch hauptsächlich das Ensemble vor der Kamera. Alice Dwyer, im ZDF schon seit einigen Jahren als &#8222;Frau Bulle&#8220; im Einsatz, wechselt hier problemlos die Seiten und spielt die Femme Fatale zwar nicht gänzlich ohne Gewissen, aber doch mit genug krimineller Energie, um eine glaubwürdige Täterin zu sein. Mit welcher kalten Wut sie ihre Pläne verfolgt und welchen Preis sie für deren Erreichen zu zahlen bereit ist, das kann die Zuschauer durchaus abholen und überzeugen. Auch Philip Froissant und Mercedes Müller füllen ihre Rollen gut aus. Hanns Zischler hingegen hat in seinem Charakter leider kein großes Los gezogen und dementsprechend erst im Finale der Story die Chance, sein Können zu zeigen.</p>
<p>Aber gute Schauspieler allein reichen nicht, um dieses hochgradig durchschnittliche Krimistück mit viel zu wenig Ecken und Kanten zum ansehnlichen Thriller zu machen. Ein Film, von dem Gesichter hängenbleiben, die Story sicher nicht.</p>
<figure id="attachment_10608" aria-describedby="caption-attachment-10608" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10608 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-3.jpg" alt="Schwarze Insel" width="1024" height="697" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-3-300x204.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/insel-3-768x523.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10608" class="wp-caption-text">Und bald bleibt es nicht mehr bei Blicken. Doch Helena handelt nicht aus Leidenschaft &#8230;</figcaption></figure>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Plattes Land, platter Film! Obwohl sich die Schauspieler hier alle Mühe geben, ihren wenig spannenden Figuren halbwegs Charakter zu verleihen, können auch sie gegen das harmlose und biedere Drehbuch, das auch noch harmlos und bieder inszeniert wurde, nicht anspielen. Für einen spannenden Krimi bietet <strong>Schwarze Insel</strong> nicht genug Überraschungen, für eine Charakterstudie nicht genug Substanz. So bleibt letztlich beides unbefriedigend. Schade um die tolle Kulisse und den guten Cast. Aber diesen Krimi werden wohl nur eingefleischte Fans deutscher Dutzendware richtig gut finden.</p>
<p><strong>Schwarze Insel startet am 18. August 2021 bei Netflix.</strong></p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/netflix-filmkritik-im-ueberblick/">Mehr Kritiken zu Netflix-Filmen gibt es hier.</a></p>
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		<title>Filmkritik: Fabian oder der Gang vor die Hunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2021 10:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturverfilmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kinderbücher von Erich Kästner gehören unbestritten zu den großen Klassikern des Genres. Geschichten wie &#8222;Das fliegende Klassenzimmer&#8220; oder &#8222;Das doppelte Lottchen&#8220; wurden mehrfach verfilmt und auch Jahrzehnte nach Erscheinen noch vielen Kindern bekannt. Weniger bekannt ist heute, dass Kästner auch Romane für Erwachsene schrieb. Das bekannteste davon ist der autobiographisch angehauchte &#8222;Fabian oder der Gang vor die Hunde&#8220;, in dem Kästner das Berlin der Weimarer Republik und das Aufkommen der Nationalsozialisten thematisiert. Der deutsche Regie-Altmeister Dominik Graf (&#8222;Die Sieger&#8220;) [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kinderbücher von Erich Kästner gehören unbestritten zu den großen Klassikern des Genres. Geschichten wie &#8222;Das fliegende Klassenzimmer&#8220; oder &#8222;Das doppelte Lottchen&#8220; wurden mehrfach verfilmt und auch Jahrzehnte nach Erscheinen noch vielen Kindern bekannt. Weniger bekannt ist heute, dass Kästner auch Romane für Erwachsene schrieb. Das bekannteste davon ist der autobiographisch angehauchte &#8222;Fabian oder der Gang vor die Hunde&#8220;, in dem Kästner das Berlin der Weimarer Republik und das Aufkommen der Nationalsozialisten thematisiert. Der deutsche Regie-Altmeister Dominik Graf (&#8222;Die Sieger&#8220;) verfilmte nun den Roman als dreistündiges Opus Magnum. Wie gut der Film geworden ist, verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_10482" aria-describedby="caption-attachment-10482" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10482 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-1.jpg" alt="Tom Schilling" width="1024" height="768" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-1-300x225.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-1-768x576.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-1-80x60.jpg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10482" class="wp-caption-text">Fabian lässt sich durchs Berlin der frühen 30er treiben &#8211; und nimmt mit, was er kriegen kann.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Berlin, Anfang der 30er Jahre. Der angehende Schriftsteller Jakob Fabian (Tom Schilling) genießt das Leben. Tagsüber verdingt er sich als Werbetexter für einen Zigarettenhersteller, die Nächte verbringt er mit seinem Kumpel Labude (Albrecht Schuch) in Bars und Kneipen der Metropole. Dabei begegnet er vielen seltsamen Gestalten, wie der reichen Gattin Irene (Meret Becker). Als überzeugter Hedonist genießt Fabian die Freuden der Großstadt und kümmert sich wenig um unerfreuliche Dinge wie Politik. Im Gegensatz zu Labude, der zwar aus reichem Hause stammt, aber an den Sozialismus als richtige Regierungsform glaubt. Doch Fabians Leben ändert sich, als seine Firma ihn auf die Straße setzt.</p>
<p>Bald hat der junge Mann ernsthafte Geldsorgen und muss seine Wirtin mit der Miete vertrösten. Dennoch bleibt das Nachtleben für ihn Lebensmittelpunkt. Bis ihm eines Nachts die junge angehende Schauspielerin Cornelia Battenberg (Saskia Rosendahl) begegnet &#8211; und Fabian sich Hals über Kopf in die junge Frau verliebt. Aber hat diese Liebe angesichts der großen finanziellen Sorgen und Cornelias Karriereplänen überhaupt eine Chance?</p>
<p><iframe title="FABIAN | TRAILER | Jetzt nur im Kino." width="750" height="563" src="https://www.youtube.com/embed/VQFk1DMzvvI?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Klare Aussagen &#8211; nicht nur zu Nazi-Deutschland</h2>
<p>Erich Kästner schrieb zwar mit <strong>Fabian</strong> einen Roman, der sich mit Erwachsenen-Themen beschäftigt, seine Ansichten macht der Schriftsteller aber ebenso klar wie in seinen Kinderbüchern. Mit erstaunlicher Genauigkeit prognostiziert der Schriftsteller den Lauf der weiteren deutschen Geschichte und entlarvt die Nazis in seinem Buch als die große Gefahr für Deutschland, als die sich sich später auch erwiesen. Obwohl die Politik auch in Grafs Film keine zeitlich üppige Rolle einnimmt, so schwebt doch der dunkle Schatten der Nazis den gesamten Film über der Handlung und die braunen Gestalten tauchen hin und wieder bereits als Schreckgespenster für das liberale Bürgertum auf.</p>
<p>Es wäre aber nicht fair, <strong>Fabian</strong> auf diese weitsichtige Aussage Kästners zu reduzieren. Denn im Zentrum der Geschichte steht die Liebesgeschichte zwischen Fabian und Cornelia, bei der der Zuschauer durch die starke Regie Grafs schnell ahnt, dass sie unter keinem guten Stern steht. Währen der Schriftsteller Fabian bereit ist, die Armut in Würde zu ertragen und von Luft und Liebe zu leben, hat Cornelia andere Pläne. Und für die bringt die junge Frau auch Opfer, mit denen Fabian nicht umgehen kann. Graf zeigt nicht nur die auftauchende Gefahr des rechten Terrors, sondern verhandelt in seiner filmischen Umsetzung auch zeitlose Themen. Und das tut der fast 70-jährige Graf mit der Erfahrung einer langen Regie-Karriere.</p>
<figure id="attachment_10483" aria-describedby="caption-attachment-10483" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10483 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-2.jpg" alt="Albrecht Schuch" width="1024" height="768" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-2-300x225.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-2-768x576.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-2-80x60.jpg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10483" class="wp-caption-text">Meist an Fabians Seite: Kumpel Labude, der an seiner Magisterarbeit über Lessing arbeitet.</figcaption></figure>
<h2>Starke Story, spannend erzählt</h2>
<p>Denn was Graf hier in seinem Spätwerk an Ideen auffährt, um die tragische Geschichte zu erzählen, kann sich mehr als sehen lassen. Spannende Kamerafahrten und Perspektiven und eine zwar chronologische, aber dennoch interessante Erzählstruktur zeigen Grafs ganzes Können. Auch das Drehbuch, das Graf gemeinsam mit Constantin Lieb schrieb, zeugt von großem Talent und Verständnis für die Vorlage. Wie aus dem Hedonisten Fabian angesichts der Schlechtigkeit der Welt ein Moralist wird, das erzählt Graf intensiv und packend, sodass der Zuschauer die drei Stunden Laufzeit kaum einmal negativ wahrnimmt.</p>
<p>Verlassen kann sich Graf dabei auf seinen Star Tom Schilling. Der Schauspieler, der bereits in &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-werk-ohne-autor/">Werk ohne Autor</a>&#8220; eine große Rolle schulterte, schlüpft auch furchtlos in die Haut von Fabian. Und liefert eine große Vorstellung ab. Die Entwicklung seiner Figur macht Schilling beinahe schmerzhaft transparent, fiebert immer stärker mit dem zunehmend an der Welt verzweifelnden Schöngeist mit. Im Zusammenspiel mit Saskia Rosendahl verbreitet Schilling eine Melancholie, die von der Leinwand in den Kinosaal strömt. Denn auch Rosendahl, die mit Schilling schon für Werk ohne Autor vor der Kamera stand, ist als ebenso starke wie verletzliche Cornelia eine großartige Besetzung.</p>
<figure id="attachment_10484" aria-describedby="caption-attachment-10484" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10484 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-3.jpg" alt="Fabian" width="1024" height="768" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-3-300x225.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-3-768x576.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-3-80x60.jpg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10484" class="wp-caption-text">Fabians Leben ändert sich, als er die junge Schauspielerin Cornelia kennenlernt.</figcaption></figure>
<p>Eines kann Dominic Graf allerdings trotz seiner frischen, manchmal fast wilden Herangehensweise an den Stoff nicht verhindern: <strong>Fabian</strong> bleibt Bildungsbürger-Kino. Dass sich tatsächlich ein junges Publikum in den Film verirrt, scheint eher unwahrscheinlich. Auch wenn er eigentlich für genau diese Zielgruppe gedacht ist. Zu sehr haftet dem Film der Geruch von Deutsch-Leistungskurs an &#8211; zu Unrecht natürlich.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mit <strong>Fabian oder der Gang vor die Hunde</strong> präsentiert der erfahrene Regisseur und Drehbuchautor Dominik Graf großes Kino. Die Adaption von Erich Kästners Roman ist mitreißende Liebesgeschichte, faszinierendes Zeit-Gemälde und deutlicher Kommentar zum Gedankengut der Nazis. Das wird von Tom Schilling, Saskia Rosendahl und Albrecht Schuch in den wichtigsten Rollen großartig verkörpert. Graf hüllt dieses starke Trio in viele kreative Ideen bei Kamera, Schnitt und Erzählweise. Ein Film, der mehr verdient hätte als Schulklassen und Literaturclubs.</p>
<p><strong>Fabian oder der Gang vor die Hunde startet am 5. August 2021 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_10485" aria-describedby="caption-attachment-10485" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10485 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-4.jpg" alt="Saskia Rosendahl" width="1024" height="768" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-4-300x225.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-4-768x576.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/fabian-4-80x60.jpg 80w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10485" class="wp-caption-text">Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern: Gibt es dennoch die Chance auf ein Happy-End?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Nebenan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 11:08:33 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
		<category><![CDATA[schwarze Komödie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Daniel Brühl ist seit seinen schauspielerischen Anfängen Mitte der 90er Jahre weit gekommen. Momentan gibt es wohl keinen deutschen Schauspieler, der so oft in internationalen Produktionen zu sehen ist, wie der 43-jährigen Deutsch-Spanier. Neben Blockbustern wie &#8222;Falcon and the Winter Soldier&#8220; spielt er aber auch in kleineren, anspruchsvolleren Filmen mit. Und nun hat er beschlossen, erstmals selbst Regie zu führen &#8211; bei der schwarzen Komödie &#8222;Nebenan&#8220;. Und konnte als Drehbuchautor nach einer eigenen Idee auch noch den großartigen deutschen Schriftsteller [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Daniel Brühl ist seit seinen schauspielerischen Anfängen Mitte der 90er Jahre weit gekommen. Momentan gibt es wohl keinen deutschen Schauspieler, der so oft in internationalen Produktionen zu sehen ist, wie der 43-jährigen Deutsch-Spanier. Neben Blockbustern wie &#8222;Falcon and the Winter Soldier&#8220; spielt er aber auch in kleineren, anspruchsvolleren Filmen mit. Und nun hat er beschlossen, erstmals selbst Regie zu führen &#8211; bei der schwarzen Komödie &#8222;Nebenan&#8220;. Und konnte als Drehbuchautor nach einer eigenen Idee auch noch den großartigen deutschen Schriftsteller Daniel Kehlmann gewinnen. Als Counterpart für seine eigene Hauptrolle holte er sich &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-babylon-berlin/">Babylon Berlin</a>&#8222;-Star Peter Kurth. Da kann ja eigentlich nichts schiefgehen &#8211; oder doch ? Das klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_10270" aria-describedby="caption-attachment-10270" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10270 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-1.jpg" alt="Nebenan" width="1024" height="681" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-1-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10270" class="wp-caption-text">Was ziehe ich an? Daniel muss zu einem wichtigen Casting nach London.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Der erfolgreiche deutsch-spanische Schauspieler Daniel (Daniel) Brühl muss zu einem Casting nach London &#8211; eine Rolle in einem Big Budget-Superheldenfilm in den USA winkt. Als eine Art Ritual kehrt Daniel vor Abflug noch in seine Stammkneipe ein, um schnell einen Kaffee zu trinken und die Nerven noch ein wenig zu schonen, bevor er sich in den stressigen Tag wirft. Doch an diesem Vormittag ist etwas anders als sonst. Ein Mann sitzt an der Theke und lässt scheinbar wahllos immer wider Kommentare zu Daniels Telefonat fallen, das er gerade führt. Leicht genervt stellt Daniel den Rüpel zur Rede &#8211; und erlebt sein blaues Wunder. Denn der scheinbar so harmlose Kneipengast entpuppt sich als jemand völlig Anderes.</p>
<p>Bruno (Peter Kurth) beginnt, Details aus Daniels Leben zu erzählen, die der Schauspieler gern privat gehalten hätte. Offensichtlich beobachtet ihn Bruno schon seit längerer Zeit. Und bald beginnt Daniels joviale und freundliche Fassade zu bröckeln, denn Bruno bedroht ihn versteckt mit Informationen, die Daniels Karriere ernsthaft bedrohen könnten. Schnell gerät das wichtige Casting in den Hintergrund, denn für Daniel stehen noch wichtigere Dinge auf dem Spiel &#8211; auch seine Ehe &#8230;</p>
<p><iframe title="NEBENAN - Trailer #1 Deutsch German (2021)" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/ujRKKXXsofs?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Gute Idee, stark umgesetzt</h2>
<p>Als <strong>Nebenan</strong> im Winter als Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale lief, straften ihn internationale Kritiker mit dem letzten Platz ab. Warum? Das lässt sich nur vermuten. Denn Daniel Brühl macht bei seinem Debüt als Regisseur, bei dem er auch die Hauptrolle spielt, ganz viel richtig. Für so ein Kammerspiel, der Film spielt zu 90 Prozent in der Kneipe, braucht man eine passende Location. Und die könnte kaum besser mit der Story harmonieren als diese herzliche, aber manchmal auch schroffe Eck-Kneipe mit typischer Berliner Schnauze. Und um ein Psycho-Duell glaubhaft und spannend zu inszenieren, sind zwei Schauspieler von Format nötig, die sich gegenseitig nichts schenken und sich die Bälle traumhaft sicher zuspielen können. So einen hat Brühl in Peter Kurth gefunden.</p>
<p>Wer die ersten beiden Staffeln von Babylon Berlin gesehen hat, muss eigentlich seitdem ein Fan des 64-jährigen sein, so grandios spielte Kurth die undurchsichtige Rolle des Bruno Wolter, dem erfahrenen Kollegen von Gereon Rath. Ob es ein Zufall ist, dass er auch in <strong>Nebenan</strong> Bruno heißt? Jedenfalls ist sein Charakter genauso undurchsichtig. Und weil Bruno die Urgewalt ist, die über Daniel hereinbricht, kommt Kurths Spiel eine ganz besonders wichtige Bedeutung zu. Er darf das Publikum weder ganz auf seine Seite ziehen, es aber auch nicht wegstoßen,&nbsp; indem er zu unsympathisch und fies wirkt. Peter Kurth spielt das allerdings meisterhaft. Immer wieder kochen Aggressionen im Zuschauer hoch, hin und wieder aber kommt man nicht umhin, auch Mitleid für Bruno zu empfinden, dem das Leben übel mitgespielt hat.</p>
<figure id="attachment_10271" aria-describedby="caption-attachment-10271" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10271 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-2.jpg" alt="Nebenan" width="1024" height="681" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-2-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10271" class="wp-caption-text">In der Stammkneipe noch schnell einen Kaffee &#8211; dabei trifft Daniel auf den undurchsichtigen Bruno.</figcaption></figure>
<h2>Großes Schauspieler-Kino</h2>
<p>Dieser Mann, dem man trotz seiner ruhigen Art die stille Wut auf ein verlorenes Leben jederzeit anmerkt, braucht einen Gegenpart, der seinerseits den Zuschauer auf eine emotionale Achterbahn schickt. Und Daniel Brühl meistert diese Herausforderung ebenfalls bravourös. Denn sein Alter Ego Daniel ist zwar auf den ersten Blick nett und sympathisch. Aber schon früh zeigt Brühl auch Risse in dieser Fassade und lässt den zutiefst unzufriedenen Hedonisten durchscheinen. Im Gegensatz zu Kurth, der die meiste Zeit des Films über seine Beherrschung nicht verliert, darf und muss Brühl den Zuschauer durch emotionale Spitzen hindurchführen &#8211; und das macht er tadellos. Nur hin und wieder darf der Zuschauer durchatmen, weil Kehlmanns Drehbuch einen skurrilen Charakter auftauchen lässt.</p>
<p>Ein solches Duell sollte optimalerweise auch glaubwürdig sein. Hier kann die Kritik am ehesten ansetzen, denn Kehlmann und Brühl schießen hier manchmal übers Ziel hinaus. Die Art und Weise, wie Bruno nach eigenen Erklärungen an das brisante Wissen über Daniel gelangte, ist schon mit glücklichen Zufällen gespickt und nicht immer ganz realistisch. Dafür bietet das Script Ebenen an, die sich auf interessante Art interpretieren lassen. So ist Bruno nicht einfach nur von Daniel genervt. Als um seine Chancen betrogener Ossie steht Bruno auch kollektiv für ein Lebensgefühl. Und der Zorn auf den erfolgreichen Wessie, der das tolle Leben in Brunos Augen nicht verdient hat, zeigt viel von den noch immer nicht zugeschütteten Gräben im Land im Mikrokosmos der Kneipe. Das Gute an <strong>Nebenan</strong> ist aber: Auch ohne diese Interpretation funktioniert <strong>Nebenan</strong> auf dieser Mikro-Ebene ausgezeichnet.</p>
<figure id="attachment_10272" aria-describedby="caption-attachment-10272" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10272 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-3.jpg" alt="Nebenan" width="1024" height="681" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-3-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10272" class="wp-caption-text">Bald staunt nicht nur die Wirtin, welche intimen Geheimnisse aus Daniels Leben Bruno kennt.</figcaption></figure>
<p>Man muss den Film nicht als Allegorie auf das deutsche Befinden sehen, um ihn zu genießen. Denn Daniel Kehlmanns Charakterzeichnung ist so gut gelungen, dass Daniel und Bruno bald sehr lebendig vor dem Zuschauer stehen und man beide Seiten verstehen kann. Weil beide Figuren zutiefst menschlich sind. Und es bis zum Ende wirklich schwerfällt, selbst zur moralischen Instanz zu werden. Zurück zu den schlechten Kritiken. War Daniel Brühl zu arrogant, indem er sein eigenes Leben als Vorlage für seine Idee nahm und sich selbst auch noch in der Hauptrolle inszenierte? Vielleicht haben manche so etwas in der Art in <strong>Nebenan</strong> gesehen. Nachvollziehbar ist es nicht.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mit <strong>Nebenan</strong> kommt ein deutscher Film in die Kinos, der auf einer feinen Linie zwischen Psycho-Thriller und schwarzer Komödie balanciert, ohne je ins Straucheln zu kommen. Daniel Brühl inszeniert sich und seinen Kollegen Peter Kurth zurückhaltend und lässt so die beiden Schauspieler ihre maximale Wirkung entfalten. Ein kleiner, aber feiner Film über Lebenslügen, geplatzte Träume, Neid und Rache, ohne moralischen Zeigefinger und mit teils geschliffenen Dialogen. Dass die Ausgangslage und manch ein glücklicher Zufall ein wenig konstruiert wirken, fällt dann auch nicht mehr sonderlich ins Gewicht. Für Fans von Brühl und Kurth ein Muss, aber hier dürfte jeder Spaß haben, der gern guten Schauspielern bei der Arbeit zusieht.</p>
<p><strong>Nebenan startet am 15. Juli 2021 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_10273" aria-describedby="caption-attachment-10273" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10273 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-4.jpg" alt="Peter Kurth" width="1024" height="681" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-4-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-4-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-4-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/nebenan-4-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10273" class="wp-caption-text">Schließlich wird sogar Daniels Ehe zum Thema von Brunos Vorträgen.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
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