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	<title>Allegorie - lauterfilme.de</title>
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	<title>Allegorie - lauterfilme.de</title>
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		<title>Filmkritik: Men</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2022 12:05:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Alex Garland ist sicher einer der spannendsten britischen Multitalente des neuen Jahrtausends. Der Buchautor, Drehbuchschreiber, Regisseur und Produzent fiel erstmals durch seinen Roman &#8222;The Beach&#8220; auf, der dann mit Leonardo DiCaprio verfilmt wurde. Mit dem Script zu &#8222;28 Days Later&#8220; verbeugte er sich vor Romeros Zombiefilmen und verpasste ihnen einen zeitgemäßen Anstrich. Und sein Regiedebüt &#8222;Ex Machina&#8220; machte nicht nur Alicia Vikander zum internationalen Star, sondern räumte auch zahlreiche Preise ab. Nach dem dem enigmatischen Sci-Fi-Thriller &#8222;Auslöschung&#8220; für Netflix, drehte [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alex Garland ist sicher einer der spannendsten britischen Multitalente des neuen Jahrtausends. Der Buchautor, Drehbuchschreiber, Regisseur und Produzent fiel erstmals durch seinen Roman &#8222;The Beach&#8220; auf, der dann mit Leonardo DiCaprio verfilmt wurde. Mit dem Script zu &#8222;28 Days Later&#8220; verbeugte er sich vor Romeros Zombiefilmen und verpasste ihnen einen zeitgemäßen Anstrich. Und sein Regiedebüt &#8222;Ex Machina&#8220; machte nicht nur Alicia Vikander zum internationalen Star, sondern räumte auch zahlreiche Preise ab. Nach dem dem enigmatischen Sci-Fi-Thriller &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-ausloeschung/">Auslöschung</a>&#8220; für Netflix, drehte er nun mit &#8222;Men&#8220; (dt. Zusatz: Was dich sucht, wird dich finden&#8220;) einen Arthaus-Horror der ganz besonderen Art. Für wen dieser Film eventuell geeignet ist &#8211; und für wen nicht, das klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_12692" aria-describedby="caption-attachment-12692" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-12692 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1.webp" alt="Men" width="1024" height="681" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1-768x511.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-1-750x499.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12692" class="wp-caption-text">Harpers Ehe ist am Ende, doch ihr Mann will das nicht wahrhaben &#8211; und springt in den Tod.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Nach einem furchtbaren Streit muss Harper (Jessie Buckley) miterleben, wie sich ihr Gatte (Paapa Essiedu) zu Tode stürzt. Um mit ihren Gefühlen fertig zu werden und ein wenig zur Ruhe zu kommen, mietet sich die junge Frau ein altes Landhaus irgendwo im ländlichen England. Der etwas kauzige Vermieter (Rory Kinnear) erwartet sie bereits mit dem Schlüssel und vielen Fragen zu ihrem Aufenthaltsgrund und ihren Plänen. Das tut Harper noch als lokalen Brauch ab. Als ihr beim Spaziergang in einem Tunnel allerdings ein Unbekannter begegnet, den sie als bedrohlich empfindet, macht sie sich zügig auf den Heimweg.</p>
<p>Später am Abend taucht dann eine männliche, nackte Gestalt (Rory Kinnear) an ihrem Fenster auf und erschreckt sie fast zu Tode. Zwar nehmen die herbeigerufenen Polizisten den Mann in Gewahrsam, doch Harpers Unruhe ist geweckt und sie fühlt sich in der scheinbaren Idylle zunehmend unwohl. Auch der Priester des Dorfes (Rory Kinnear) und ein sehr ungezogener Junge (Rory Kinnear) machen die Situation nicht besser. Welche unheimliche Macht versucht, die junge Frau zu schockieren und mit Anschuldigungen und Angriffen in den Wahnsinn zu treiben?</p>
<p><iframe title="Men | Official Trailer HD | A24" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/pt81CJcWZy8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Schrecklich-schöne Bilder</h2>
<p>Um sich <strong>Men</strong> in der richtigen Art zu nähern, sollte man wissen, was eine Allegorie ist. Das bezeichnet eine bildliche Darstellung eines abstrakten Begriffes. Alex Garland trifft in seinem Film Aussagen über das titelgebende Geschlecht und befasst sich mit traditioneller oder auch toxischer Männlichkeit. Die Story nutzt der Regisseur und Autor dabei lediglich als Transportmittel für seine zum Teil verstörenden und Angst machenden Bilder, drehte im engeren Sinn aber keinen Horrorfilm. Denn die Aussage ist Garland hier deutlich sichtbar wichtiger als der Schrecken. Für den 52-jährigen steht <strong>Men</strong> damit am momentanen Ende einer Entwicklung vom Geschichtenerzähler hin zum Künstler, der über Bilder und Emotionen seine Gedanken vermittelt &#8211; und das mitunter ganz schön sperrig.</p>
<p>Und diese Bilder sind zum Teil wunderschön, wie die idyllische Waldlandschaft um das Haus herum, die aber in Sekundenschnelle durch diffuse Veränderungen in Licht oder Blickwinkel plötzlich bedrohlich werden können. Garlands Stamm-Kameramann Rob Hardy leistet hier ganze Arbeit und irritiert das typische Sehverhalten des Publikums mit Fremdkörpern, die in normale Bilder eindringen und sie so unheimlich machen &#8211; wie den nackten Mann mitten im Wald. Aber wie es sich für eine Allegorie gehört, verbergen sich hinter diesen Bildern oft ganz andere Themen. Wenn Harper bei ihrer Ankunft einen Apfel vom Baum im Hof pflückt und sich dafür einen Kommentar des Vermieters einfängt, ist damit natürlich der christliche Sündenfall im Paradies gemeint.</p>
<figure id="attachment_12693" aria-describedby="caption-attachment-12693" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-12693 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2.webp" alt="Jessie Buckley" width="1024" height="682" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-2-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12693" class="wp-caption-text">Ein Tunnel wird in Harpers Urlaub auf dem Land zum ersten Stresstest.</figcaption></figure>
<h2>Subtil ist anders</h2>
<p>Und das ist so unsubtil wie es klingt. Garland hat offenbar keinerlei Interesse daran, in seinen Aussagen missverstanden zu werden und liefert entsprechend deutliche Bilder zur Thematik toxische Männlichkeit. Ob das der Apfel ist oder die Tatsache, dass alle männlichen Wesen im Film vom gleichen Schauspieler verkörpert werden, um zu zeigen, wie allumfassend das Problem ist, Garland legt keinen Wert auf zu viel Interpretationsspielraum. Was nicht heißt, dass der Zuschauer zum einen oder anderen Punkt von Garlands Erzählung nicht eine andere Meinung haben könnte. Was Garland dazu denkt, macht er aber mehr als deutlich.</p>
<p>Das gipfelt dann in einem derben Body-Horror-Finale, über das hier aus Spoilergründen keine genaueren Angaben gemacht wird, aber Fans von blutigeren Momenten durchaus entgegenkommen dürfte. Wer sich Men also eher als Arthaus-Film ansehen möchte, muss sich auf ein paar verstörende Momente einstellen. Bei Arthaus-Horror werden manchem sofort die Namen Ari Aster und Robert Eggers einfallen, zumal auch <strong>Men</strong> in den USA von A24 verliehen wird, der die Filme dieser beiden Regisseure ermöglicht hat. Doch der Vergleich hinkt. Denn Aster und Eggers lassen viele Aspekte ihrer Geschichten gezielt im Dunkeln &#8211; und davon hält Garland eben gar nichts.</p>
<figure id="attachment_12694" aria-describedby="caption-attachment-12694" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-12694 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-3.webp" alt="Rory Kinnear" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-3.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-3-300x162.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-3-768x416.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-3-750x406.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12694" class="wp-caption-text">Der Priester des Dorfes hat eigenwillige Ansichten zu Schuld und Sühne.</figcaption></figure>
<p>Ob nun <strong>Men</strong> dafür geeignet ist, Männern tatsächlich den Spiegel vorzuhalten oder nicht, das dürfte vom Zuschauer abhängen. Als Beitrag über männliches Verhalten aus der Sicht einer tief verletzten weiblichen Seele ist <strong>Men</strong> aber ein absolut sehenswerter Film, den zwar manche sicher ein wenig plump finden, der dafür aber emotional bereits in kleinen Gesten und Blicken außerordentlich gut funktioniert. Was Jessie Buckley und Rory Kinnear hier abliefern, ist definitiv großes Kino und lohnt bereits die Sichtung. Selbstverständlich bietet <strong>Men</strong> in Sachen männliches Verhalten nun keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse &#8211; aber das muss er ja auch nicht. Auch Rassismus-Dramen haben in der Regel nichts Neues zu erzählen. Müssen sie auch nicht, solange das Problem noch existiert. Gleiches darf man auch Garland zugestehen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>An <strong>Men</strong> werden sich die Geister scheiden. Denn Regisseur und Autor Alex Garland geht mit seinem eigenen Geschlecht hart ins Gericht und vermittelt mit seinem Film einen guten Einblick, wie sich typische männliches Verhalten auswirkt, vor allem, aber nicht nur, auf Frauen. Das verpackt der Brite in wenig subtile, aber zum Teil wunderschöne, zum Teil erschreckende Bilder. Und traut sich Finale, mal richtig die Sau rauszulassen. Eine klare Botschaft, eindeutig vermittelt, damit belegt Garland auch innerhalb der Arthaus-Horrorfilme der vergangenen Jahre eine Sonderstellung. Fans von typischem modernen Horror wie &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-scream/">Scream</a>&#8220; oder &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/the-conjuring-3-kritik-film/">The Conjuring</a>&#8220; sind in Men aber vermutlich falsch. Denn Garland drehte eigentlich ein allegorisches Drama und nutzt die Standards des Genres nur selten.</p>
<p><strong>Men startet am 21. Juli 2022 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_12695" aria-describedby="caption-attachment-12695" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-12695 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-4.webp" alt="Men" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-4.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-4-300x162.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-4-768x416.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/07/men-4-750x406.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-12695" class="wp-caption-text">Und was verbirgt sich hinter dem Wesen, dass wie der Gott Pan ein Naturgeist zu sein scheint?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Die Einöde</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-die-einoede/</link>
					<comments>https://lauterfilme.de/filmkritik-die-einoede/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jan 2022 16:07:15 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spanien hat sich in den vergangenen Jahren für Netflix als durchaus lohnenswertes Erzeugerland in Sachen Spielfilmen gezeigt. Ob kluge Parabeln wie der Hit &#8222;Der Schacht&#8220; oder harte Thriller wie &#8222;Die Stille des Todes&#8220; &#8211; die Iberer haben einige starke Beiträge zum Programm des Streamingdienstes geliefert. Lediglich bei echtem Horror klappte es bislang nicht, Filme wie &#8222;Böser Einfluss&#8220; konnten nur bedingt überzeugen. Hat Regisseur David Casademunt, der auch die Idee zum Film hatte und am Drehbuch mitschrieb, mit seinem Film &#8222;Die [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Spanien hat sich in den vergangenen Jahren für Netflix als durchaus lohnenswertes Erzeugerland in Sachen Spielfilmen gezeigt. Ob kluge Parabeln wie der Hit &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-der-schacht/">Der Schacht</a>&#8220; oder harte Thriller wie &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-die-stille-des-todes/">Die Stille des Todes</a>&#8220; &#8211; die Iberer haben einige starke Beiträge zum Programm des Streamingdienstes geliefert. Lediglich bei echtem Horror klappte es bislang nicht, Filme wie &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-boeser-einfluss/">Böser Einfluss</a>&#8220; konnten nur bedingt überzeugen. Hat Regisseur David Casademunt, der auch die Idee zum Film hatte und am Drehbuch mitschrieb, mit seinem Film &#8222;Die Einöde&#8220; mehr Erfolg? Das klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_11706" aria-describedby="caption-attachment-11706" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11706 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-1.jpg" alt="Inma Cuesta" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11706" class="wp-caption-text">Lucia liebt ihren Sohn Diego. Deshalb lebt die Familie weitab von den Kriegen im Land in einem kargen menschenleeren Gebiet.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Spanien im 19. Jahrhundert. Der junge Diego (Asier Flores) lebt mit seiner Mutter Lucia (Inma Cuesta) und seinem Vater Salvador (Roberto Alamo) irgendwo in einem öden Landstrich. Weitab von der Zivilisation, die sich nach Meinung von Diegos Eltern selbst vernichtet. Deshalb haben die beiden ihren Sohn in ein weitgehend unbewohntes Gebiet gebracht. Und trotzen ihre Nahrung dem kargen Boden ab, schlachten hin und wieder eines der Kaninchen, die sie züchten. Diego ist ein kluger Junge und hungert nach Wissen und Geschichten. Während seine Mutter ihm harmlose Spukgeschichten erzählt, lässt sich Salvador eines Abends die Geschichte seiner toten Schwester entlocken, die von der Bestie geholt wurde, einem mythischen Monster, das sich von der Angst der Menschen ernährt.</p>
<p>Der ohnehin schreckhafte Diego wird durch diese Geschichte noch ängstlicher und fürchtet sich vor der Bestie und dem Tag, an dem sie ihr Haus in der Einöde entdeckt. Als die Zivilisation in Form eines verletzten Soldaten in ihr Leben tritt, muss Salvador eine Entscheidung treffen und verlässt seine Familie für einige Tage. Kurze Zeit später meint Lucia, ein seltsames Wesen ums Haus streichen zu sehen. Erst ist Diego skeptisch, doch bald kann auch er die Vorgänge rund um ihre kleine Hütte nicht mehr als Einbildung abtun. Etwas scheint es auf ihn und seine Mutter abgesehen zu haben. Und vom Vater ist auch nach Tagen noch nichts zu sehen &#8230;</p>
<p><iframe title="The Wasteland | Official English Trailer 4K | Netflix Series | El Paramo" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/QojkL0FA0CY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Als reiner Horrorfilm keine Empfehlung</h2>
<p>Wenn man David Casademunts Films <strong>Die Einöde</strong> wohlwollend gegenüber steht, kann man dem nur knapp 90 Minuten langen Film ein paar positive Aspekte attestieren. So ist der Film atmosphärisch dicht. Auch die Bilder sind in Verbindung mit dem stets besonderen Licht der trüben Tage und der ebenso schummrigen Beleuchtung im Inneren des Hauses von einem besonderen Look, der durchaus gefällt. Zudem überzeugen die Schauspieler alle drei in ihrem Rollen, auch wenn die deutsche Synchronisation manchmal schon etwas auf die Nerven geht. Um auch der Handlung etwas abgewinnen zu können, muss sicher der Zuschauer aber schnell davon lösen, hier eine richtige Story zu sehen. Und sich dafür entscheiden, die Geschichte als Allegorie für sich zu interpretieren. Als reiner Horrorfilm ohne Hintersinn ist <strong>Die Einöde</strong> jedenfalls wenig packend.</p>
<p>Das liegt auch daran, dass über weite Strecken nichts Neues passiert. Immer wieder hört Lucia Geräusche oder sieht die Bestie vor dem Haus und schießt auf sie. Das Publikum lässt Casademunt dabei bewusst im Dunkeln tappen, denn er zeigt nichts von dem, was Lucia wahrnimmt. Das passt zwar zu der konsequent aus Diegos Sicht erzählten Handlung, was ein wenig an Guillermo del Toros Meisterwerk &#8222;Pans Labyrinth&#8220; erinnert, aber dessen Qualität erreicht<strong> Die Einöde</strong> leider in keinem Moment. Lässt sich der Zuschauer aber auf das Gedankenexperiment ein, dass die Bestie für etwas anderes steht, dann leidet der Film zwar immer noch unter ein wenig Redundanz der Erzählung, wirkt aber dennoch deutlich sinnvoller.</p>
<figure id="attachment_11707" aria-describedby="caption-attachment-11707" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11707 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-2.jpg" alt="Die Einöde" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11707" class="wp-caption-text">Doch eines Tages bricht die Realität in Form eines halbtoten Soldaten in die kleine Welt der Familie ein.</figcaption></figure>
<h2>Bestie Mensch?</h2>
<p>Denn wenn die Bestie für die dunkle Seite des Menschen steht, vor der seine Eltern den kleinen Diego bewahren wollten, der aber niemand jemals wirklich entkommen kann, dann zeigt Casademunts Film starke Momente der Erkenntnis. So ist die Erzählung des Vaters letztlich ebenso für das Erscheinen der Bestie verantwortlich wie die grausamen Lieder Lucias, die sie ihrem Sohn beibringt. Und als die Realität in Form des Soldaten endgültig in die Welt der Familie eindringt, gibt es für die Offenbarung der Natur des Menschen endgültig kein Halten mehr. Casademunt findet für diesen Ansatz eine starke Ausdrucksform: die Art, wie Diego mit seinen geliebten Kaninchen umgeht. Während er zu Beginn der Story nicht in der Lage ist, seinen Tieren etwas anzutun, wandelt sich sein Charakter im Laufe der Ereignisse.</p>
<p>Somit ist Lucias Kampf um die Unschuld ihres Sohnes ebenso tapfer wie vergeblich und mit der Akzeptanz Diegos, dass die Bestie existiert, endet auch seine Kindheit drastisch. Hier zeigen sich erneut die Parallelen zu <strong>Pans Labyrinth</strong>, in dem ein Kind mit seiner Phantasie dem Schrecken des Krieges entfliehen will. Casademunts Film fehlt aber die Ambivalenz von del Toros Film und auch die Vielschichtigkeit der Story bietet <strong>Die Einöde</strong> nicht. Der Film mag durchaus den Intellekt ansprechen, denn die Chance zur Interpretation der Ereignisse bietet er durchaus. Aber es fehlt die emotionale Ebene, die <strong>Die Einöde</strong> trotz der guten Schauspieler nicht öffnet. Dazu ist der Plot einfach zu dünn, der Film selbst mit 90 Minuten noch zu lang.</p>
<figure id="attachment_11708" aria-describedby="caption-attachment-11708" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11708 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-3.jpg" alt="Roberto Alamo" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11708" class="wp-caption-text">Salvador beschließt, etwas zu tun, das ihn von Lucia und Diego für einige Tage trennt.</figcaption></figure>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Als reiner Horrorfilm überzeugt <strong>Die Einöde</strong> von Regisseur David Casademunt in keinem Moment, dazu ist die Handlung nicht interessant genug und auch die Horrormomente viel zu selten. Sieht man den Film als Allegorie auf das Erwachen der Bestie Mensch in einem Kind, lohnt sich das Anschauen schon eher. Denn Casademunt liefert in edlen Bildern einige deprimierende wie treffende Aussagen. Allerdings funktioniert sein Film trotzdem nur auf einer kopflastigen Ebene, denn trotz dreier wirklich guter Schauspieler vermag es der Regisseur nicht, das Publikum auch emotional abzuholen. So bleibt <strong>Die Einöde</strong> leider über weite Strecken öde und kühl.</p>
<p><strong>Die Einöde startet am 6. Januar 2022 bei Netflix.</strong></p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/netflix-filmkritik-im-ueberblick/">Mehr Kritiken zu Netflix-Filmen gibt es hier.</a></p>
<figure id="attachment_11709" aria-describedby="caption-attachment-11709" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11709 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-4.jpg" alt="Asier Flores" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-4-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-4-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-4-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/01/einoede-4-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11709" class="wp-caption-text">Für Diego beginnen grauenhafte Tage, als ein unheimliches Wesen beginnt, ihr Haus zu attackieren.</figcaption></figure>
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