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	<title>Familiengeschichte - lauterfilme.de</title>
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	<title>Familiengeschichte - lauterfilme.de</title>
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		<title>Filmkritik: Belfast</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Feb 2022 09:29:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der nordirische Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Kenneth Branagh blickt mit seinen inzwischen 61 Jahren auf eine turbulente Karriere zurück. In jungen Jahren als der Mann gefeiert, der Shakespeare-Stoffe für die große Leinwand adaptieren konnte, bekam er in späteren Jahren für manche Projekte heftige Prügel. Nicht immer zu Unrecht. So ist sein &#8222;Artemis Fowl&#8220; völlig missraten, auch &#8222;Tod auf dem Nil&#8220; ist deutlich schwächer ausgefallen als der Vorgänger &#8222;Mord im Orient-Express&#8222;. In seinem bislang persönlichsten Projekt hat sich Branagh nun mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der nordirische Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Kenneth Branagh blickt mit seinen inzwischen 61 Jahren auf eine turbulente Karriere zurück. In jungen Jahren als der Mann gefeiert, der Shakespeare-Stoffe für die große Leinwand adaptieren konnte, bekam er in späteren Jahren für manche Projekte heftige Prügel. Nicht immer zu Unrecht. So ist sein &#8222;Artemis Fowl&#8220; völlig missraten, auch &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/tod-auf-dem-nil-kritik-film/">Tod auf dem Nil</a>&#8220; ist deutlich schwächer ausgefallen als der Vorgänger &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-mord-im-orient-express/">Mord im Orient-Express</a>&#8222;. In seinem bislang persönlichsten Projekt hat sich Branagh nun mit seiner eigenen Kindheit in den späten 60er Jahren im damals vom Bürgerkrieg geschüttelten &#8222;Belfast&#8220; beschäftigt. Und dafür sieben Oscar-Nominierungen eingeheimst, darunter zwei für sich selbst (Drehbuch und Regie). Ist der Film wirklich so gut? Das klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_12031" aria-describedby="caption-attachment-12031" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1.webp"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-12031 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1.webp" alt="Belfast" width="1024" height="681" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1-768x511.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-1-750x499.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12031" class="wp-caption-text">Buddy ist ein fröhlicher Junge, auch wenn die Armut der Eltern und der Bürgerkrieg ihm das nicht leicht machen.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Der neunjährige Buddy (Jude Hill) lebt 1969 in Belfast in einer typischen Arbeitergegend. Sein Vater (Jamie Dornan) ist für seinen Job fast immer in England, so dass Buddys Mutter (Caitriona Balfe, &#8222;Outlander&#8220;) sich allein um ihn und seinen älteren Bruder kümmert. Hilfe hat sie nur von Granny (Judi Dench) und Pop (Ciaran Hinds), ihren Schwiegereltern, die Buddy abgöttisch liebt. Eines Tages, als Buddy auf der Straße spielt, wird sein Viertel von Protestanten überfallen, es fliegen Steine und Fäuste. Zwar verschwinden die Angreifer schnell wieder, doch die Nachbarschaft, die aus Protestanten und Katholiken besteht, ist danach nicht mehr dieselbe. Das merkt auch Buddy, der den Konflikt aber nicht versteht.</p>
<p>Denn er als Protestant hat sich nicht nur unsterblich in eine katholische Mitschülerin verliebt, er kann auch mit den gegenseitigen Anschuldigungen der beiden Konfliktparteien wenig anfangen. Viel lieber genießt er seine Zeit mit den Großeltern, Kinobesuchen, seiner Cousine Moira und den wenigen Stunden im Monat, die er mit seinem Vater verbringen kann. Doch der merkt bald immer deutlicher, dass Buddys Kindheit im zunehmend gewalttätigen Konflikt in der Stadt in Gefahr gerät. Schließlich denken Buddys Eltern über eine für die Familie folgenschwere Entscheidung nach. Und mitten hinein platzt eine Hiobsbotschaft &#8230;</p>
<p><iframe title="BELFAST - Official Trailer - Only In Theaters November 12" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/Ja3PPOnJQ2k?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Das Leben &#8211; wenn man neun Jahre alt ist</h2>
<p>Die vielen Preise, die <strong>Belfast</strong> schon gewonnen hat, unter anderem den Golden Globe für das beste Drehbuch, finden manche Kritiker richtig und andere haben wenig Verständnis dafür. Das dürfte daran liegen, dass sich Branagh mit seiner Art, die Geschichte zu inszenieren, auf den ersten Blick angreifbar macht. Denn er erzählt seinen Film nicht nur aus der Sicht des Neunjährigen, der ihn selbst als Kind zeigt, sondern er erlaubt sich auch, seine Erinnerungen daran so verklärt zu zeichnen, wie sie bei Erwachsenen nun einmal oft sind. So sehen seine Eltern aus wie Filmstars und bewegen sich auch oft so, weil Buddy und seine Familie oft ins Kino gehen und Filme sehen. Und wenn sie zusammen sind, erscheinen sie Buddy wie das tollste Liebespaar der Welt, auch wenn Branagh die dunklen Seiten der angespannten Beziehung nicht ausspart.</p>
<p>Immer wieder zeigt Branagh gleichzeitig Realität und eine idealisierte Version davon und diese Doppelbödigkeit der Bilder können mitunter irritieren. Zudem sorgen sie dafür, dass sich Branagh den Vorwurf einfing, er würde über den Irland-Konflikt nicht angemessen ernsthaft berichten. Ein ziemlich unsinniger Vorwurf, da der Nordire keinen Dokumentarfilm gedreht hat. Und gerade einige Szenen, die direkt mit dem Konflikt zu tun haben, zu den stärksten Momenten des Films zählen. So macht die Anfangsszene mit dem Angriff der Protestanten unmissverständlich klar, wie viel Angst Buddy empfindet. Aber er ist eben ein neunjähriges Kind, das schon am nächsten Tag genauso traurig darüber ist, dass seine Mitschülerin ihn nicht beachtet.</p>
<figure id="attachment_12032" aria-describedby="caption-attachment-12032" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-2.webp"><img decoding="async" class="wp-image-12032 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-2.webp" alt="Jamie Dornan" width="1024" height="712" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-2.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-2-300x209.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-2-768x534.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-2-750x521.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12032" class="wp-caption-text">Buddys Vater muss in England arbeiten und lässt seine Familie oft allein. Auch seine Eltern Pop und Granny sehen ihn selten.</figcaption></figure>
<h2>Verklärte Erinnerung statt Kriegsdrama</h2>
<p>Dass Branagh sich weigert, aus seiner filmischen Autobiographie ein reines Bürgerkriegs-Drama zu machen, ist <strong>Belfast</strong> gar nicht hoch genug anzurechnen. Denn der Regisseur und Autor interessiert sich mehr für Menschen als für Meinungen oder Ideologien. Und so zeigt er Buddy nicht als hilfloses Opfer der Umstände, sondern als starkes Kind inmitten einer beschützenden Familie, deren Opfer für ihn er oft gar nicht bemerkt. Der Konflikt ist zwar stets unterschwellig da, weil vor allem das Leben des Vaters davon stark beeinträchtigt wird, aber es bleibt im Film nur ein Teilaspekt, weil Buddys Leben eben auch andere Seiten hat &#8211; wie die glücklichen Stunden bei seinen Großeltern. Das ist je nach persönlichem Empfinden emotional packend oder kitschig, aber als Blick auf die eigene Kindheit auch nicht wirklich angreifbar.</p>
<p>Neben der Handlung besticht Branaghs Film aber auch durch seine Bilder. Kameramann Haris Zambarloukos, mit dem Branagh hier bereits zum achten Mal zusammenarbeitet, zeigt <strong>Belfast</strong> als kulissenhafte Schmuddel-Schönheit in edlem Schwarz-Weiß und unterstreicht damit den fast traumhaften Charakter der verklärten Erzählung. <strong>Belfast</strong> ist hier schöner als es wohl tatsächlich war. So wie jeder Ort einer glücklichen Kindheit eben schön ist, wenn wir uns daran erinnern. Die Konsequenz, mit der Branagh seine Erinnerungen kindlich überhöht, lässt den Verdacht zu, dass der Regisseur durchaus wusste, was er tat, als er diese Art wählte. Das muss man nicht mögen. Aber es wäre schon vermessen, würde man Branagh deshalb sein Können als Autor und Regisseur absprechen.</p>
<h2>Schauspiel-Oscars?</h2>
<figure id="attachment_12033" aria-describedby="caption-attachment-12033" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3.webp"><img decoding="async" class="wp-image-12033 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3.webp" alt="Catriona Balfe" width="1024" height="682" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3-300x200.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3-768x512.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3-360x240.webp 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3-480x320.webp 480w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3-720x480.webp 720w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-3-750x500.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12033" class="wp-caption-text">Buddys Mutter leidet sehr unter der Trennung von ihrem Mann, wovon der Neunjährige aber wenig mitbekommt.</figcaption></figure>
<p>Doch nicht nur <strong>Belfast</strong> sieht in Zambarloukos Bildern märchenhaft aus, auch die Darsteller stellt der Film auf kleine Sockel. In den kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern wirken Judi Dench und Ciaran Hinds nicht mehr rein menschlich, sondern fast wie steinerne Denkmäler, die als weise Ratgeber und Anker für Buddy da sind. Und denen ihr wunderbares Spiel je eine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle einbrachte. Auch Caitriona Balfe und Ex-Model Jamie Dornan überzeugen als Buddys Eltern. Und spielen die leidenschaftlich Liebenden aus Sicht eines Neunjährigen mit viel Freude an Gesten und Drama. Und einer unwiderstehlichem Musical-Nummer. <strong>Belfast</strong> ist ein sehr persönlicher Film, den der Regisseur mit den Mitteln des Mainstream-Kinos erzählt. Und dagegen ist gar nichts zu sagen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mit <strong>Belfast</strong> arbeitet Regisseur und Drehbuchautor Kenneth Branagh seine eigene Kindheit in Nordirland auf. Und nutzt dabei die Mittel des Films, um aus seinen subjektiven Erinnerungen ein wunderschönes Dankeschön an seine Familie zu verschicken. In edlem Schwarz-Weiß zeigt Branagh eine Kindheit in einer schweren Zeit, die dennoch glücklich war. Und in der es auch andere Dinge gab als nur den Bürgerkrieg. All das erzählt Branagh mit einer melancholischen Leichtigkeit und ohne großes Interesse an Geschichtsunterricht. Branagh hat damit sicher keinen Film für ein großes Publikum gedreht, denn die Superhelden-Generation wird mit <strong>Belfast</strong> wenig anfangen können. Wer aber optisch und inhaltlich schönes Erzählkino schätzt, dürfte mit einem Lächeln aus dem Kino kommen.</p>
<p><strong>Belfast startet am 23. Februar 2022 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_12034" aria-describedby="caption-attachment-12034" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-4.webp"><img decoding="async" class="wp-image-12034 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-4.webp" alt="Belfast" width="1024" height="666" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-4.webp 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-4-300x195.webp 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-4-768x500.webp 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2022/02/belfast-4-750x488.webp 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12034" class="wp-caption-text">Buddy liebt es, mit seiner Familie ins Kino zu gehen und in fremde Welten zu entschwinden.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Waves</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2020 12:07:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-Produktionsfirma A24 gehört zu den Shootingstars der Filmszene im vergangenen Jahrzehnt. So verhalf sie dem Arthouse-Horror mit Filmen wie &#8222;The Witch&#8220; und &#8222;Hereditary&#8220; zu neuem Glanz, finanzierte Indie-Hits wie &#8222;The Lobster&#8220; und schaffte mit dem Oscar-gesegneten &#8222;Moonlight&#8220; den endgültigen Durchbruch als aufstrebender neuer Player in Hollywood. Mit &#8222;Waves&#8220; präsentiert A24 den dritten Film von Trey Edward Shults (&#8222;It Comes At Night&#8220;). Ob Arthouse auch bei Familiendrama funktioniert, verrät die Kritik. Sterling K. Brown gehört in den USA momentan zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die US-Produktionsfirma A24 gehört zu den Shootingstars der Filmszene im vergangenen Jahrzehnt. So verhalf sie dem Arthouse-Horror mit Filmen wie &#8222;The Witch&#8220; und <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-hereditary-das-vermaechtnis/">&#8222;Hereditary&#8220;</a> zu neuem Glanz, finanzierte Indie-Hits wie &#8222;The Lobster&#8220; und schaffte mit dem Oscar-gesegneten <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-moonlight/">&#8222;Moonlight&#8220;</a> den endgültigen Durchbruch als aufstrebender neuer Player in Hollywood. Mit &#8222;Waves&#8220; präsentiert A24 den dritten Film von Trey Edward Shults (&#8222;It Comes At Night&#8220;). Ob Arthouse auch bei Familiendrama funktioniert, verrät die Kritik.</strong></p>
<p>Sterling K. Brown gehört in den USA momentan zu den beliebtesten Schauspielern, da er in der Hit-Serie &#8222;This Is Us&#8220; eine Hauptrolle spielt. Doch das reicht dem 44-jährigen offenbar nicht, denn er probiert sich regelmäßig auch in anderen Genres fernab der gefühlsbetonten Serie aus. So war er 2018 unter der Regie von Jodie Foster im Gangsterdrama &#8222;Hotel Artemis&#8220; zu sehen und übernahm im gleichen Jahr eine Rolle in <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-predator-upgrade/">&#8222;Predator &#8211; Upgrade&#8220;</a>. Kann Brown auch als komplexe Vaterfigur in seinem neuen Film glänzen?</p>
<figure id="attachment_9030" aria-describedby="caption-attachment-9030" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-9030 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1.jpg" alt="Waves" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1-300x162.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1-768x416.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-9030" class="wp-caption-text">Mit Freundin Alexis hat Tyler immer eine gute Zeit.</figcaption></figure>
<h3>Waves: Die Handlung</h3>
<p>Tyler (Kelvin Harrison Jr.) lebt in einem privilegierten schwarzen Haushalt in Süd-Florida. Sein Vater Ronald (Sterling K. Brown) betreibt ein erfolgreiches Bau-Unternehmen, Stiefmutter Catherine (Renee Elise Goldberry) hilft als Annwältin Bedürftigen und mit seiner jüngeren Schwester Emily ((Taylor Russell, &#8222;Lost in Space&#8220;) versteht sich der beliebte Schüler auch gut. Dazu läuft es mit Freundin Alexis (Alexa Demie) großartig und seine Karriere im Ringen ist ebenfalls auf steilem Weg nach oben. Bis sein Arzt ihm rät, eine Schulterverletzung monatelang auszukurieren.</p>
<p>Tyler nimmt stattdessen Schmerzmittel, die er seinem Vater stiehlt und regelmäßig Drogen gegen seine schlechte Laune. Denn der dominante Ronald duldet im Haus keine Versager oder Schwächlinge &#8211; zumindest nach Tyers Meinung. Und so driftet er immer mehr in Drogen und Painkiller ab, dazu wird seine Beziehung zu Alexis durch einen weiteren Vorfall belastet. In einer Nacht, in der Tyler seine Gefühle nicht mehr länger unter Kontrolle hat, kommt es zu einer Katastrophe, die seine Familie hart trifft, besonders Schwester Emily &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/V5z3cr8AB5g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Waves: Starkes Drehbuch</h3>
<p>Trey Edward Shults inszenierte <em>Waves</em> nicht nur, er schrieb auch das Drehbuch für seinen Film. Und das gelingt ihm, trotz leichter Überlange, sehr gut. Die Geschichte, die er seinem Publikum erzählt, ist dabei nicht besonders außergewöhnlich oder abgehoben. Genau das ist aber ein wichtiger Teil der Qualität. Das Drama, das Shults in seinem Film erzählt, ist für jeden nachvollziehbar, der sich den Film ansieht. Denn die Probleme, die diese Familie hat, sind in ihrer Beschaffenheit fast universal. Rebellion gegen die Eltern, Selbstfindung, Erwartungshaltung anderer.</p>
<p>Dabei flechtet Shults den alltäglichen Rassismus in den USA ebenso beiläufig ein wie die wachsende Gewalt, ohne eines von beidem zu bestimmenden Themen des Films zu machen. Das kulminiert in der Figur des Ronald, der seine Kinder einem gnadenlosen Drill unterzieht, um sie besser zu machen als die Weißen, die ihnen ansonsten alles wegnehmen und sie übervorteilen würden. Ronald, den seine Erlebnisse mit Rassismus bis ins Mark verändert haben, gibt diesen Druck an seinen Sohn weiter &#8211; mit geradezu zwingend absehbaren Folgen.</p>
<figure id="attachment_9031" aria-describedby="caption-attachment-9031" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-9031 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2.jpg" alt="Waves" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2-300x162.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2-768x416.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-9031" class="wp-caption-text">Doch der gnadenlose Druck durch seinen ehrgeizigen Vater lässt Tyler ein paar falsche Entscheidungen treffen.</figcaption></figure>
<h3>Waves: Zu künstlerisch inszeniert</h3>
<p>Auch als Regisseur macht Shults in <em>Waves</em> eigentlich eine gute Figur &#8211; zumindest zu Beginn. So lässt er Tyler wie eine Hornisse von der Kamera umkreisen, zieht das Publikum so fast unmerklich in den hektischen und vollgestopften Alltag des Jungen hinein. Immer wieder blickt der Zuschauer so über Tylers Schulter, spürt den Druck, der auf diesen Schultern lastet, fast selbst. Hier überzeugt Shults mit guten Ideen, mit der er seine Story auskleidet. Doch im Lauf des Films entwickeln seine Ideen eine Art Eigenleben und übernehmen die Kontrolle über die Geschichte.</p>
<p>Wenn Shults anfängt, mit den Bildformaten zu experimentieren und mal im 4:3-Bild, mal mit schwarzen Balken oben und unten zu arbeiten, läuft <em>Waves</em> ein wenig aus dem Ruder. Denn diese letztlich als Spielerei enttarnten Kniffe lenken von der tragischen Geschichte eher ab, statt sie zu unterstützen. Hier wäre etwas weniger definitiv mehr gewesen. Das zweite Manko des Films ist das fast völlige Ignorieren von Shults&#8216; zweiter Hauptfigur. Denn neben Tyler wird Emily in der zweiten Hälfte zum wichtigsten Charakter. Das wirkt aber wie ein Bruch in der Story.</p>
<p>Weil Emily dem Publikum in der ersten Stunde des Films völlig fremd bleibt und überhaupt nicht in den Plot eingearbeitet ist, braucht <em>Waves</em> lange Zeit, bis die jüngere Schwester etabliert ist. Um erst dann zu beginnen, ihren Aspekt der Story zu erzählen. Das hätte ein erfahrener Regisseur möglicherweise eleganter lösen können. Dafür präsentiert Shults in dieser Hälfte des Films einige seiner stärksten Szenen, die kaum jemanden emotional kalt lassen dürften. weil sie sich unfassbar echt anfühlen. Hier ist Shults bereits ein Meister seines Fachs.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>A24 in allen Ehren, aber <em>Waves</em> hätte etwas weniger Arthouse und etwas mehr Vertauen in die starke Geschichte durchaus gut getan. Denn diese Über-Inszenierung nimmt dem Film ein wenig von der emotionalen Wucht, die er zweifelsfrei besitzt. Regisseur und Autor Trey Edward Shults zeigt aber auch, dass er es besser kann. Einige der Dialoge packen den Zuschauer so unmittelbar, dass hier sicher bei manchen Tränen fließen werden. <em>Waves</em> ist die kluge Analyse einer Familie in Zeiten des wachsenden Wahnsinns der USA. Und doch ein universeller Film über die Schwierigkeit, erwachsen zu werden.</p>
<p><strong>Waves startet am 16. Juli 2020 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_9032" aria-describedby="caption-attachment-9032" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-9032 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3.jpg" alt="Waves" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3-300x162.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3-768x416.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-9032" class="wp-caption-text">Und unter denen hat auch Tylers Schwester Emily zu leiden &#8211; ebenso wie der Rest der Familie.</figcaption></figure>
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		<title>Serienkritik: Zeit der Geheimnisse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Nov 2019 17:56:53 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Serien Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Und noch eine deutsche Serie bei Netflix! Die dreiteilige Mini-Serie &#8222;Zeit der Geheimnisse&#8220; hätte zeitlich auch gut als Spielfilm laufen können. Denn insgesamt dauert die Geschichte nur etwa zwei Stunden. Im Gegensatz zu Serien wie &#8222;Ghul&#8220;, die ursprünglich auch als Film geplant waren, bevor sie zur Mini-Serie umgeschnitten wurden, merkt man der deutschen Familiensaga dramaturgisch die Serien-Idee aber an. Wie gut ist das hochkarätige besetzte Feiertagstreffen einer ganz und gar ungewöhnlichen Familie? Schauspielerin und Autorin Katharina Eyssen ließ sich für [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Und noch eine deutsche Serie bei Netflix! Die dreiteilige Mini-Serie &#8222;Zeit der Geheimnisse&#8220; hätte zeitlich auch gut als Spielfilm laufen können. Denn insgesamt dauert die Geschichte nur etwa zwei Stunden. Im Gegensatz zu Serien wie <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-ghul/">&#8222;Ghul&#8220;</a>, die ursprünglich auch als Film geplant waren, bevor sie zur Mini-Serie umgeschnitten wurden, merkt man der deutschen Familiensaga dramaturgisch die Serien-Idee aber an. Wie gut ist das hochkarätige besetzte Feiertagstreffen einer ganz und gar ungewöhnlichen Familie?</strong></p>
<p>Schauspielerin und Autorin Katharina Eyssen ließ sich für das Script von Zeit der Geheimnisse von einer spanischen Serie inspirieren, verlegt die Handlung aber an die norddeutsche Küste. Eyssen schrieb bereits so unterschiedliche Drehbücher wie die Tragikomödie &#8222;Heute bin ich blond&#8220; oder die misslungene Komödie &#8222;Rate your Date&#8220; aus dem vergangenen Jahr. Die Netflix-Serie <em>Zeit der Geheimnisse</em> war für Eyssen ein lange gehegtes Wunschprojekt. Merkt man das dem Dreiteiler an?</p>
<figure id="attachment_7297" aria-describedby="caption-attachment-7297" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7297 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-aufmacher-1.jpg" alt="Zeit der Geheimnisse" width="1024" height="684" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-aufmacher-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-aufmacher-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-aufmacher-1-768x513.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-aufmacher-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-aufmacher-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7297" class="wp-caption-text">Oma Eva schaut auf ein bewegtes Leben zurück.</figcaption></figure>
<h3>Zeit der Geheimnisse: Die Handlung</h3>
<p>Vivi (Svenja Jung) kommt zwei Tage vor Heiligabend am Haus ihrer Großmutter Eva (Corinna Harfouch) an &#8211; und wird von Haushaltshilfe Ljubi mit einer Hiobsbotschaft empfangen: Eva ist tot! Wenig später treffen auch Vivis Schwester Lara (Leonie Benesch) und ihre Mutter Sonja (Christiane Paul) ein und sind durch die Nachricht am Boden zerstört. Doch wie sich herausstellt, ist Ljubi keine allzu gute Ärztin, denn Eva kommt nur wenig später putzmunter die Treppe herunter. Das ist der Beginn eines Weihnachtsfestes, das nicht so ist wie die vielen Feste vorher.</p>
<p>Denn im Laufe der Feiertage treten nicht nur Spannungen zwischen Frauen zutage, sondern auch lange vergessene oder verdrängte Geheimnisse der Familie werden durch unterschiedliche Anlässe wieder aktuell. Das überfordert nicht nur Laras Verlobten, sondern auch die anderen Männer, die in den Tagen bei Eva hereinschneien. Die Frauen aber, die sich schon so lange kennen und wissen, in welche verrückte Familie sie hineingeboren wurden, wollen endlich reinen Tisch machen. Doch das ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/pomEGSRfq7M" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Zeit der Geheimnisse: Tolles Ensemble</h3>
<p>Diese Serie steht und fällt mit ihren Darstellerinnen. Und die sind allesamt sehr stark. Corinna Harfouch und Christiane Paul haben schon so oft bewiesen, was für gute Schauspielerinnen sie sind, dass ihre Leistung hier keinen wirklich überraschen sollte. Selbst wenn Paul mit einer Serie wie <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-acht-tage/">&#8222;Acht Tage&#8220;</a> unlängst kräftig danebengelangt hat. Aber auch die heimliche Hauptfigur Vivi wird von Svenja Jung, mit Paul bereits gemeinsam in &#8222;Ostfriesenkiller&#8220; zu sehen, so packend gespielt, dass der Zuschauer stets dran bleibt.</p>
<p>Und auch die vielleicht undankbarste Rolle der unscheinbaren Lara wird von Leonie Benesch großartig verkörpert. Benesch konnte schon in <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-babylon-berlin/">&#8222;Babylon Berlin&#8220;</a> mit der vielleicht tragischsten Figur der ganzen Serie überzeugen &#8211; hier tut sie es auch. Dem starken Ensemble ist es zu verdanken, dass <em>Zeit der Geheimnisse</em> trotz einiger deutlich zu unglaubwürdigen Kapriolen nie zu albern oder zu sentimental wird. Und statt Rosamunde Pilcher eher die norddeutsch-kantige Version von &#8222;Sieben verdammt lange Tage&#8220;.</p>
<figure id="attachment_7292" aria-describedby="caption-attachment-7292" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7292 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-2.jpg" alt="Zeit der Geheimnisse" width="1024" height="684" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-2-768x513.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7292" class="wp-caption-text">Sonja hat den beiden Töchtern schon häufiger übel mitgespielt &#8211; meist zu Weihnachten.</figcaption></figure>
<h3>Zeit der Geheimnisse: Etwas zu viel Drama</h3>
<p>Dann auch die knarzigen One-Liner einer Corinna Harfouch können nicht ganz verhindern, dass einige der Familiengeheimnisse arg übertrieben wirken. So ist die Vaterschaft von Vivi eine der großen Fragen der Serie, die am Ende eher mau aufgelöst wird. Und ein paar der anderen vermeintlich großen Überraschungen sieht der Zuschauer auch schon von Weitem kommen. Das Drehbuch kann mit dem Leistungen der Schauspieler nicht ganz mithalten. Obwohl die Grundidee von vier Generationen im Schnelldurchlauf durchaus ihren Reiz hat.</p>
<p>Regisseurin Samira Radsi übertreibt es besonder in Folge zwei mit den Zeitsprüngen und fordert so dem Publikum eine hohe Konzentration ab, um jederzeit zu wissen, in welcher Zeitebene sich die Handlung gerade befindet. Dass jeder der weiblichen Figuren von mindestens zwei verschiedenen Darstellerinnen verkörpert wird, macht das in drei knappen Folgen erzählte Projekt auch nicht gerade einfacher. Wer hier nicht aufpasst, verliert möglicherweise bald den roten Faden.</p>
<p>Sobald Eyssen in ihrem Script die leisen Töne aufleben lässt, hat <em>Zeit der Geheimnisse</em> seine stärksten Szenen. Denn es sind nicht die überdrehten Plot-Twists, die wirklich berühren, sondern die kleinen Momente. In denen trotz aller Streits und Vorwürfen die Liebe der Figuren füreinander so gut zum Tragen kommt. Das unterscheidet <em>Zeit der Geheimnisse</em> wohltuend von einer klassischen Seifenoper, die auch aus dieser Serie hätte werden können. Harfouch und Co. verhindern das eindrucksvoll.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>War es die Angst vor zuviel Normalität? Autorin Katharina Eyssen lässt den Protagonisten in vier Generationen so viel abstruse Dinge zustoßen, dass<em> Zeit der Geheimnisse</em> mehrfach knapp an der Parodie vorbeischrammt. Den großartigen Schauspielerinnen ist es zu verdanken, dass die Serie immer im richtigen Moment wieder geerdet wird. Und vor allem die ruhigen Momente und der staubtrockene Humor in diesem ansonsten so turbulenten Weihnachtsfest im Gedächtnis bleiben. Ein reinigendes Familiengewitter, das sich sehen lassen kann!</p>
<p><strong>Zeit der Geheimnisse startet am 20. November 2019 bei Netflix.</strong></p>
<p><em>Gesehen: Drei von drei Folgen.</em></p>
<figure id="attachment_7293" aria-describedby="caption-attachment-7293" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7293 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-3.jpg" alt="Zeit der Geheimnisse" width="1024" height="684" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-3-768x513.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/zeit-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7293" class="wp-caption-text">Schon als Kinder litten die beiden unter ihrer Mutter und lebten deshalb bei Oma Eva.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Otherhood</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-otherhood/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Aug 2019 11:58:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Dramedy]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was kommt dabei heraus, wenn mit Cindy Chupack eine Autorin von &#8222;Sex and the City&#8220; und &#8222;Modern Family&#8220; ihr Regiedebüt mit der Verfilmung eines Romans gibt? Das können Dramedy-Fans jetzt bei Netflix herausfinden. Die Story um drei Mütter vom Lande, die ihre erwachsenen Söhne in Manhattan mit einem Besuch überraschen, hat Schupack auch in Drehbuchform gebracht. Lässt sich das Ergebnis sehen? Oder sollte man um &#8222;Otherhood&#8220; lieber einen Bogen machen? Beziehungskomödien gehören noch immer zu den wichtigsten Genres in Hollywood. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was kommt dabei heraus, wenn mit Cindy Chupack eine Autorin von &#8222;Sex and the City&#8220; und &#8222;Modern Family&#8220; ihr Regiedebüt mit der Verfilmung eines Romans gibt? Das können Dramedy-Fans jetzt bei Netflix herausfinden. Die Story um drei Mütter vom Lande, die ihre erwachsenen Söhne in Manhattan mit einem Besuch überraschen, hat Schupack auch in Drehbuchform gebracht. Lässt sich das Ergebnis sehen? Oder sollte man um &#8222;Otherhood&#8220; lieber einen Bogen machen?</strong></p>
<p>Beziehungskomödien gehören noch immer zu den wichtigsten Genres in Hollywood. Jedes Jahr sind in Kino und TV diverse Geschichten vom Suchen und Finden des oder der Richtigen zu sehen. Aber meistens geht es um die große Liebe und den Partner fürs Leben. Nur selten suchen sich Autoren auch andere Stoffe, wie beispielsweise <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-wie-der-vater/">&#8222;Wie der Vater &#8230;&#8220;</a>, in dem es um das schwierige Verhältnis einer Tochter zu ihrem Vater geht. Auch Chupack suchte sich für ihr Debüt einen Mütter-Söhne-Konflikt als Thema. Hat das funktioniert?</p>
<figure id="attachment_6524" aria-describedby="caption-attachment-6524" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6524 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-1-1024x682.jpg" alt="Otherhood" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6524" class="wp-caption-text">Sohn Daniel ist am Boden &#8211; doch Gillian hat zunächst nur reichlich schlechte Tipps für ihn.</figcaption></figure>
<h3>Otherhood: Die Handlung</h3>
<p>Karol (Angela Bassett), Gillian (Patricia Arquette) und Helen (Felicity Huffman) sind sauer. Während ihre erwachsenen Söhne in Manhattan leben und ihre Karrieren verfolgen, sitzen ihre Mütter im ländliche&nbsp; Poughkeepsie &#8211; und die Herren Söhne haben zum Muttertag nicht einmal angerufen! Kurzentschlossen springen die drei Frauen ins Auto und fahren in den Big Apple, um ihre Kinder zu überraschen und eine Entschuldigung einzufordern. Doch das läuft gar nicht so, wie sich die drei Mütter das gedacht hatten.</p>
<p>Bei Helen und ihrem schwulen Sohn Paul (Jake Lacy) fliegen wegen diverser Themen bald die Fetzen. Karol quartiert sich ein paar Tage bei ihrem Sohn Matt (Sinqua Walls) ein und muss feststellen, dass er nicht nur bei einem Erotikmagazin arbeitet, sondern selbst auch eine sehr zweifelhafte Einstellung zu Frauen entwickelt hat. Und Gillian findet ihren Sohn Daniel (Jake Hoffman) nach der frischen Trennung von seiner Langzeitfreundin in einem miserablen Zustand vor &#8211; und hat viele schlachte Ideen, wie sie ihm helfen könnte &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/q2b8MKsUloc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Otherhood: Starkes Trio</h3>
<p>Das Wortspiel des Titels hat sich Chupack allein ausgedacht, denn der Roman dazu heißt &#8222;Whatever makes you happy&#8220;. Abgeleitet von Motherhood (Mutterschaft) soll der Titel die Entfremdung der Mütter von ihren Söhnen aufzeigen &#8211; für ein deutsches Publikum nicht so einfach zu verstehen. Zudem musste der Film verschoben werden. Eigentlich für April geplant, zog Netflix den Film aufgrund der Anklage gegen Huffman wegen Bestechung des Collages der Tochter in den August zurück. Kein optimaler Beginn also.</p>
<p>Dem Film merkt man das aber nicht an. Was vor allem an der Spielfreude der drei Grand Dammes Bassett, Huffman und Arquette liegt. Die verwitwete Karol, die noch immer nicht mit dem Tod ihres Mannes abgeschlossen hat. Die eitle Helen, bei er sich alles nur um sie selbst dreht. Und die schräge Gillian, die hyperaktiv um das Wohl aller ihrer Lieben bemüht ist. Sie werden von den drei tollen Schauspielerinnen glaubhaft zum Leben erweckt. Das ist allerdings auch schon das beste an Otherhood.</p>
<figure id="attachment_6525" aria-describedby="caption-attachment-6525" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6525 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-2-1024x682.jpg" alt="Otherhood" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-2-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6525" class="wp-caption-text">Karol lässt sich in Manhattan einen frischen Look verpassen &#8211; und überrascht damit nicht nur ihren Sohn.</figcaption></figure>
<h3>Otherhood: Viel Gerede, wenig Emotion</h3>
<p>An Dialogen mangelt es dem Film wahrlich nicht, fast durchgehend reden zwei oder mehr Figuren miteinander &#8211; oder aneinander vorbei. Wer allerdings die Pointiertheit von Sex and the City erwartet, wird enttäuscht. Hier ergießt sich meist nur ein Schwall Plattitüden über den Zuschauer, witzig auf den Punkt sind hier nur wenige Szenen. Und manche sind auch überhaupt nicht witzig gemeint, denn als reine Komödie geht <em>Otherhood</em> ohnehin nicht durch. Die Dramedy setzt ganz bewusst auch ernste Momente in ihrem Plot. Und die funktionieren oft besser als die lustigen.</p>
<p>Leider bewegt sich Chupack auch immer wieder gefährlich nah am Kitsch, wenn die drei Frauen etwa unter einem Baum zusammentreffen, der auf drei Stammresten steht. Oder ein Baby plötzlich eine wichtige Rolle spielt. Hier fehlt der gallige Humor, der den Zuckerguss von der Story absprengen könnte &#8211; und dem Zuschauer dann auch deutlich mehr Spaß machen würde. Denn die ganzen großen und kleinen Dramen in den drei Familien sind alles andere als neu oder besonders aufregend. Richtig stark ist der Film meist nur dann, wenn die drei Diven gemeinsam zu sehen sind.</p>
<p>Denn dann fliegen die Bälle zumindest manchmal sehr schön hin und her. Insgesamt ist das aber zu alten der Fall, um das Publikum auf 100 Minuten durchgehend gut zu unterhalten. Empfehlenswert ist <em>Otherhood</em> vor allem für Mütter erwachsener Kinder, die vieles von dem, was sie da sehen, sicher gut nachfühlen können. Und daher auch eher emotional angesprochen werden als ein jüngeres Publikum. Was auch daran liegt, dass außer den Müttern hier fast alle anderen Figuren blass bleiben.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>&nbsp;Ein par gute Gags, ein paar rührende Momente und ein wenig Kitsch &#8211; viel mehr hat Otherhood von Cindy Chupack leider nicht zu bieten. Das reicht für 100 Minuten halbwegs gute Unterhaltung, aber nicht für einen bleibenden Eindruck. Trotz guter Darsteller Wie Angela Bassett oder Patricia Arquette bleibt die Story zu oft in Klischees und wenig interessanten Dramen stecken, um wirklich zu begeistern. Für zwischendurch oder als großer Fan von Familiengeschichten kann man aber ruhig einschalten.</p>
<p><strong>Otherhood startet am 2. August 2019 bei Netflix.</strong></p>
<figure id="attachment_6526" aria-describedby="caption-attachment-6526" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6526 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-3-1024x682.jpg" alt="Otherhood" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/other-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6526" class="wp-caption-text">Durch ein paar unangenehme Wahrheiten gerät sogar die Freundschaft der drei Mütter in Gefahr.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Schloss aus Glas</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-schloss-aus-glas/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Sep 2017 11:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturverfilmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeannette Walls hatte eine außergewöhnliche Kindheit: Zwischen einem liebevollen, aber alkoholkranken Vater und einer künstlerisch inspirierten Mutter ohne Verantwortungsgefühl verbrachten Jeannette und ihre drei Geschwister eine Zeit mit viel Liebe, aber auch Angst, ständigem Umziehen und bitterer Armut. Walls schrieb darüber ein Buch, dessen Verfilmung &#8222;Schloss aus Glas&#8220; jetzt auch in die deutschen Kinos kommt und mit großen Hollywood-Stars aufwarten kann. Spätestens 2019, wenn sich Brie Larson (&#8222;Free Fire&#8222;) als &#8222;Captain Marvel&#8220; ins gleichnamige Superhelden-Universum stürzen wird, dürfte sie auch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jeannette_Walls" target="_blank" rel="noopener">Jeannette Walls</a> hatte eine außergewöhnliche Kindheit: Zwischen einem liebevollen, aber alkoholkranken Vater und einer künstlerisch inspirierten Mutter ohne Verantwortungsgefühl verbrachten Jeannette und ihre drei Geschwister eine Zeit mit viel Liebe, aber auch Angst, ständigem Umziehen und bitterer Armut. Walls schrieb darüber ein Buch, dessen Verfilmung &#8222;Schloss aus Glas&#8220; jetzt auch in die deutschen Kinos kommt und mit großen Hollywood-Stars aufwarten kann.</strong></p>
<p>Spätestens 2019, wenn sich Brie Larson (&#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-free-fire/">Free Fire</a>&#8222;) als &#8222;Captain Marvel&#8220; ins gleichnamige Superhelden-Universum stürzen wird, dürfte sie auch einem großen Publikum ein Begriff werden, Cineasten kennen sie ohnehin schon. Denn die zierliche Blondine holte sich 2016 den Oscar für ihre Darstellung in &#8222;Room&#8220;. Für <em>Schloss aus Glas</em> könnte zumindest wieder eine Nominierung folgen, denn der Film bietet hohe Schauspielkunst &#8211; nicht nur von Larson.</p>
<figure id="attachment_2797" aria-describedby="caption-attachment-2797" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-2797 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-1-1024x682.jpg" alt="Schloss aus Glas" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-2797" class="wp-caption-text">Ein neues Heim für die Familie Walls &#8211; mal wieder. Die vier Kinder von Rex und Rose Mary sind diese Umzüge schon gewohnt.</figcaption></figure>
<h3>Schloss aus Glas: Die Handlung</h3>
<p>Die Familie Walls ist sehr speziell. Vater Rex (Woody Harrelson) ist ein hochintelligenter Säufer, der keinen Job lange behält und mit seiner Familie ständig auf der Flucht vor den Behörden ist, von denen er sich verfolgt glaubt. Mutter Rose Mary (Naomi Watts) hält sich für eine begnadete Malerin und kümmert sich lieber um ihr neuestes Werk statt um ihre vier Kinder. Und so müssen Lori, Jeannette, Brian und Maureen nicht nur dauernd umziehen, sondern haben häufig weder ein Dach über dem Kopf noch etwas zu essen. Und doch verspricht ihnen Rex, eines Tages würden sie in einem selbstgebauten <em>Schloss aus Glas</em> wohnen &#8230;</p>
<p>Das erzählt der Film in drei Zeitebenen. In der ersten ist Jeannette sieben Jahre alt und himmelt ihren Vater an. Die zweite zeigt die zehnjährige Jeannette, die erste Zweifel hat, ob das Leben an der Seite ihrer Eltern irgendwohin führt. In der dritten ist Jeannette erwachsen und hat sich so weit wie möglich von ihren Eltern entfernt. Und doch gelingt es ihr nicht, sie aus ihrem Leben herauszuhalten, denn die tauchen plötzlich in New York auf &#8211; mit unangenehmen Nachrichten &#8230;<br />
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<h3>Schloss aus Glas: Schauspielerkino</h3>
<p>Der Film ist eines dieser Projekte, nachdem sich Schauspieler vermutlich alle zehn Finger lecken. Denn unter der Regie des international eher unbekannten Destin Daniel Cretton müssen sie ihr Innerstes nach außen kehren und dürfen die ganz große Gefühls-Klaviatur nutzen, um diese Story zu erzählen. Das tun drei Schauspieler ganz besonders eindrucksvoll. Brie Larson verkörpert die zugleich wütende und tief verletzte Jeannette mit packender Intensität und lässt den Zuschauer spüren, was sie fühlt. Woody Harrelson spielt sich als Vater Rex ebenfalls die Seele aus dem Leib. Die ständige Spannung in ihm, seinen Lieben gerecht zu werden und die Unfähigkeit, seine eigenen, hochgesteckten Ziele zu erreichen, die in immer neuen Alkoholexzessen münden, bringt Harrelson sicher auf die Leinwand. Und schafft es dennoch, ein tragischer Held zu bleiben, dem man nie lange böse sein kann.</p>
<p>Die vielleicht größte Überraschung ist aber die junge Ella Henderson, die die zehnjährige Jeannette spielt. Ihr langsames Erkennen, in was für einer Falle sie sitzt und die daraus folgenden Konsequenzen gehören zu den Szenen des Films, die nachhallen und nicht so leicht aus dem Kopf zu bekommen sind. So ist eine Szene im Freibad, in der Rex seine Tochter immer wieder im Wasser von sich stößt, damit sie schwimmen lernt und ihre Angst besiegt, emotional schon harter Tobak.</p>
<p>Zwar machen auch die anderen Darsteller ihre Arbeit gut, bekommen aber deutlich weniger Platz, je mehr sich der Film auf das Duell zwischen der stärker werdenden Jeannette und ihrem schwächer werdenden Vater fokussiert. Selten wurde im Kino ein Kampf um die eigene Freiheit und die Versöhnung mit der Vergangenheit so eindringlich gezeigt wie hier.</p>
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<h3>Schloss aus Glas: Unsichere Regie</h3>
<p>So sehr man Regisseur Cretton dafür loben muss, dass er so viel aus seinen Schauspielern herausholt, so sehr muss man ihn dafür kritisieren, dass er ihren Leistungen nicht vertraut. Denn in einigen Szenen weiß Cretton schlicht nicht, wann es genug ist und überzieht die Dramatik ein kleines Stück. Damit schafft er zwar im ersten Moment noch mehr Intensität, auf Dauer nutzt sich dieses Stilmittel aber ab. Und nimmt so der starken Geschichte einen Teil ihrer Wucht.</p>
<p>Besonders deutlich wird das am Ende des Films, wenn er Szenen der echten Walls-Familie zeigt, die den Zuschauer nicht nur aus dem eben gesehenen Zauber reißen, sondern für eine Art Fremdschäm-Atmosphäre sorgen. Das ist auch deshalb schade, weil Cretton in manchen Szenen genau das richtige Maß findet. Wäre ihm das durchgehend gelungen, auch an ihm wäre die Academy sicher nicht vorbeigekommen. So dürfen sich Larson und Harrelson Hoffnung auf die beste weibliche Hauptrolle und die beste männliche Nebenrolle machen &#8211; und das verdient.&nbsp;</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p><em>Schloss aus Glas</em> ist ein packendes Familiendrama mit herausragenden schauspielerischen Leistungen und einer nicht immer sicheren Regie. Doch trotz kleinerer Schwächen überzeugt die Romanverfilmung mit emotionalem Tiefgang und glaubwürdigen Figuren. Was angesichts der fast unglaublichen, aber wahren Geschichte auch bitter nötig ist.</p>
<p><strong>Schloss aus Glas läuft ab dem 21. September in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_2799" aria-describedby="caption-attachment-2799" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-2799 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-3-1024x682.jpg" alt="Schloss aus Glas" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/schloss-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-2799" class="wp-caption-text">Der Kern der Geschichte: Die komplexe Beziehung zwischen Jeannette und ihrem Vater Rex durch die Jahrzehnte.</figcaption></figure>
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