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	<title>Arthouse - lauterfilme.de</title>
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		<title>Filmkritik: Frau im Dunkeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 2021 17:14:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schriftstellerin Elena Ferrante ist eine interessante Persönlichkeit. Die fast 80-jährige hat mit der &#8222;Neapolitanischen Saga&#8220; nicht nur einen Weltbeststeller geschrieben. Sondern sich auch ganz bewusst dafür entscheiden, unter dem Pseudonym anonym zu bleiben. Offenbar hat Ferrante in der US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal einen Fan. Denn die hat sich für ihr Regie-Debüt einen Roman der Autorin als Quelle für &#8222;Frau im Dunkeln&#8220; ausgesucht, den sie mit Olivia Colman, Dakota Johnson, Jessie Buckley und Ed Harris auch noch edel besetzen konnte. Nun [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schriftstellerin Elena Ferrante ist eine interessante Persönlichkeit. Die fast 80-jährige hat mit der &#8222;Neapolitanischen Saga&#8220; nicht nur einen Weltbeststeller geschrieben. Sondern sich auch ganz bewusst dafür entscheiden, unter dem Pseudonym anonym zu bleiben. Offenbar hat Ferrante in der US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal einen Fan. Denn die hat sich für ihr Regie-Debüt einen Roman der Autorin als Quelle für &#8222;Frau im Dunkeln&#8220; ausgesucht, den sie mit Olivia Colman, Dakota Johnson, Jessie Buckley und Ed Harris auch noch edel besetzen konnte. Nun ist der Film auf Netflix zu sehen und dort wirkt der Arthouse-Film aufgrund seines Anspruchs ein wenig deplatziert. Worum es geht und wie gut er ist, verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_11677" aria-describedby="caption-attachment-11677" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-11677 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-1.jpg" alt="Dakota Johnson" width="1024" height="618" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-1-300x181.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-1-768x464.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11677" class="wp-caption-text">Die auffallend hübsche, junge Mutter Nina erinnert Professorin Leda an ihre eigene Vergangenheit.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Die Professorin Leda Caruso macht einen Arbeitsurlaub auf der griechischen Insel Spetses, wo sie sich für den Sommer eine kleine Wohnung gemietet hat. Der Amerikaner Lyle (Ed Harris), der dort schon lange lebt, ist ihr beim Einzug behilflich und bemüht sich auch später immer wieder um die 48-jährige, die ihm nicht wirklich signalisiert, ob sie an Anschluss interessiert ist oder nicht. Deutlicher wird Leda hingegen beim britischen Studenten Will (Paul Mescal), der auf der Insel während der Semesterferien jobbt. Doch der findet die junge Nina (Dakota Johnson) spannender, die mit ihrer Großfamilie in der Nähe lebt und sich um ihre Tochter kümmert, während ihr Mann Toni (Oliver Cohen-Jackson) unterwegs ist.</p>
<p>Leda fühlt sich durch den Anblick Ninas und deren Umgang mit ihrer Tochter sehr in ihr eigenes Leben vor 20 Jahren erinnert, als sie (Jessie Buckley) von ihren Töchtern Bianca und Martha häufig genervt war und Schwierigkeiten hatte, ihnen genug Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Das änderte damals in einer schmerzlichen Entscheidung, die auch mit einem Literaturprofessor (Gylenhaal-Gatte Peter Sarsgaard) zu tun hatte und Leda in ein Gefühlschaos stürzte, mit dem sie auch 20 Jahre später noch zu kämpfen hat &#8230;</p>
<p><iframe title="Frau im Dunkeln | Offizieller Trailer | Netflix" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/Qc_cPLbgsyU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Arthouse-Kino statt leichter Unterhaltung</h2>
<p>Auch wenn der Trailer durchaus nicht so ganz eindeutig darin ist, dem Zuschauer zu zeigen, um was für eine Art Film es sich bei <strong>Frau im Dunkeln</strong> handelt, so sollten Fans von Thrillern oder Krimis um diese Neuheit auf Netflix einen Bogen machen. Denn es gibt weder eine spannende Handlung, noch ein Verbrechen. Stattdessen begleitet Regisseurin und Drehbuch-Autorin Maggie Gyllenhaal ihre Hauptfigur durch eine Zeit, in der die ein erstes Resümee zieht. Und sich an die Entscheidungen ihres Lebens erinnert, denen sie ihre momentane Situation zu verdanken hat. Die Beziehung zu ihren beiden Töchtern ist nicht so, wie Leda sich das wünscht und sie weiß, bei wem sie die Schuld suchen muss.</p>
<p>Gyllenhaal inszeniert diese Phase des emotionalen Chaos mit feiner Klinge. Auffällig oft umschwirrt die Kamera gerade zu Beginn des Films die Figuren so dicht, dass kaum zu erkennen ist, um wen es sich gerade handelt. Der Prozess einer langsamen und kathartischen Auflösung der Leda wird so auch optisch immer wieder aufgenommen und von Olivia Colman gewohnt beeindruckend gespielt. Denn schließlich wird klar, dass nur Leda und Nina diese ganz besondere Nähe erfahren, die anderen Charaktere bekommen mehr Abstand. Und das ist sinnvoll, denn Leda sieht in Nina so viel von ihrem jüngeren Selbst, dass durch die Begegnung immer wieder Erinnerungen an ihr Leben als Mutter mit zwei kleinen Mädchen an die Oberfläche gelangen.</p>
<figure id="attachment_11678" aria-describedby="caption-attachment-11678" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11678 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-2.jpg" alt="Ed Harris" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11678" class="wp-caption-text">Der alte Lebenskünstler Lyle bemüht sich um Leda.</figcaption></figure>
<h2>Stark gespielter Reinigungsprozess</h2>
<p>In denen brilliert Jessie Buckley als junge Leda nicht nur mit einem erstaunlich erotischen Auftritt. Sondern auch mit einem faszinierenden Balance-Akt zwischen der nicht immer geliebten Mutterrolle bei von ihr als anstrengend empfundenen Kindern. Und der wachsenden Zuneigung für einen Mann, der von ihrem Intellekt beeindruckt ist. Eine Anerkennung, die bei Leda deutlich körperlichere Reaktionen hervorruft als ihr zunächst bewusst ist. Und die schließlich ihr Gesellschaftsbild und ihre Rolle darin wieder auf Null stellt.</p>
<p>Gyllenhaal lässt ihre beiden Protagonistinnen erst spät wirklich miteinander reden, wenn sie längst erzählt hat, wo die beiden Frauen stehen und was sie bewegt. Dementsprechend knapp fallen die Dialoge aus. Denn das Gesagte bildet zu diesem Zeitpunkt nur noch die Essenz dessen, was der Zuschauer bereits weiß. Ratschläge von Leda kann Nina, der ihre Tochter auch langsam über den Kopf wächst, daher auch kaum erwarten. Denn das Geflecht aus Lust und Schuld, mit dem sich Leda in diesem Urlaub urplötzlich auseinandersetzen muss, kann die sonst so wortgewandte Professorin kaum in Worte fassen. Olivia Colman kann es aber spielen und lässt nur durch ihre Mimik den Charakter der Leda entstehen.</p>
<figure id="attachment_11679" aria-describedby="caption-attachment-11679" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11679 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-3.jpg" alt="Jessie Buckley" width="1024" height="614" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-3-300x180.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-3-768x461.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11679" class="wp-caption-text">Doch Leda muss sich mit lange verdrängten Gefühlen aus ihrer Zeit als junge Mutter herumschlagen.</figcaption></figure>
<p>Das alles ist aber auf einen flüchtigen Blick nicht sonderlich spannend oder fesselnd. <strong>Frau im Dunkeln</strong> ist bewusst spröde und ruhig erzählt und beschäftigt sich doch deutlich mit großen Themen des Lebens. Daher verlangt er vom Publikum viel Aufmerksamkeit, Interesse an der schlanken Story und dem großen Gefühl, dass sich nur selten offen zeigt. Hin und wieder nimmt Netflix solche Filme ins Programm, wenn es darum geht, bei den internationalen Preisverleihungen auf sich aufmerksam zu machen. Das gelangt manchmal sehr gut &#8211; oft gehen die Netflix-Produktionen aber doch leer aus. Zwei golden Globe-Nominierungen hat <strong>Frau im Dunkeln</strong> schon bekommen &#8211; für Gyllenhaal und Colman. Und das geht auch absolut in Ordnung.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p><strong>Frau im Dunkeln</strong> ist anspruchsvolles Arthouse-Kino, das sich trotz scheinbarer Urlaubs-Leichtigkeit mit schweren Themen beschäftigt. Und seine Protagonistin über ihr bisheriges Leben und ihre Entscheidungen reflektieren lässt. Darf eine Frau noch ihrer Lust nachgeben, wenn sie Mutter ist? Müssen die Kinder immer an erster Stelle stehen? Und wie wird man mit der Schuld fertig, die man durch frühere Entscheidungen auf sich geladen hat? Maggie Gyllenhaals Regie-Debüt gibt hier keine einfachen Antworten. Was den Film trotz überschaubarer Handlung für Fans von Arthouse-Kino dann auch so spannend macht.</p>
<p><strong>Frau im Dunkeln startet am 31. Dezember 2021 bei Netflix.</strong></p>
<p><a href="https://lauterfilme.de/netflix-filmkritik-im-ueberblick/">Mehr Kritiken zu Netflix-Filmen gibt es hier.</a></p>
<figure id="attachment_11680" aria-describedby="caption-attachment-11680" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-11680 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-4.jpg" alt="Frau im Dunkeln" width="1024" height="615" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-4-300x180.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/12/frau-4-768x461.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-11680" class="wp-caption-text">Damals erlag sie der Anziehung eines befreundeten Professors &#8211; mit einschneidenden Folgen.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: The Green Knight</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 15:08:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Arthouse-Kino &#8211; das ist für manche gleichbedeutend mit unfassbar langweiligen und seltsamen Filmen. Für andere hingegen ein Grund, ein Kino zu besuchen. David Lowery ist einer der Stars des Arthouse-Films. Der Regisseur inszenierte unter anderem &#8222;A Ghost Story&#8220; für die Produktionsfirma A24, die wie keine andere für Arthouse steht &#8211; und auch Lowerys neuestes Werk &#8222;The Green Knight&#8220; produzierte. Lowery, der gerade für Disney den potenziellen Blockbuster &#8222;Peter Pan und Wendy&#8220; inszeniert, verabschiedet sich also fürs Erste mit dem Ritterfilm [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Arthouse-Kino &#8211; das ist für manche gleichbedeutend mit unfassbar langweiligen und seltsamen Filmen. Für andere hingegen ein Grund, ein Kino zu besuchen. David Lowery ist einer der Stars des Arthouse-Films. Der Regisseur inszenierte unter anderem &#8222;A Ghost Story&#8220; für die Produktionsfirma A24, die <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-hereditary-das-vermaechtnis/">wie keine andere für Arthouse steht</a> &#8211; und auch Lowerys neuestes Werk &#8222;The Green Knight&#8220; produzierte. Lowery, der gerade für Disney den potenziellen Blockbuster &#8222;Peter Pan und Wendy&#8220; inszeniert, verabschiedet sich also fürs Erste mit dem Ritterfilm von A24 und seinem angestammten Terrain. Löst er mit seinem Film Jubelstürme oder nur Fragezeichen aus? Das klärt die Kritik.</p>
<figure id="attachment_10427" aria-describedby="caption-attachment-10427" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10427 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-1.jpg" alt="The Green Knight" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10427" class="wp-caption-text">Nach dem Willen seiner Mutter soll Gawain einmal König sein, doch bislang hat er wenig Ritterliches zustande gebracht.</figcaption></figure>
<h2>&nbsp;Die Handlung</h2>
<p>Das mythische England der Artus-Saga: Ritter Gawain (Dev Patel) ist zwar als Neffe des Königs ein wichtiger Mann, allerdings findet er den Körperkontakt im Bett der Hure Esel (Alicia Vikander) viel spannender als auf den Schlachtfeldern des Landes. Und so muss er im Gespräch mit seinem Onkel einräumen, dass er noch keinerlei ritterlichen Taten zu bieten hat. Weil Gawain dennoch auf den Thron hofft, empfindet er das als mögliches Hindernis für seine künftige Position. So nutzt er die Gelegenheit, als sie sich bietet. Ein geheimnisvoller Ritter dringt in die Halle des Königs ein und schlägt ein Spiel vor. Ein Ritter darf versuchen, ihn zu treffen, er selbst würde das ein Jahr später mit gleicher Münze zurückzahlen. Gawain meldet sich freiwillig, der Kämpfer für den gebrechlichen König zu sein.</p>
<p>Doch statt das Spiel als solches zu sehen, nutzt Gawain die Möglichkeit, dem Grünen Ritter den Kopf abzuschlagen. So denkt er, sei er vor einer möglichen Revanche sicher. Doch der Körper erhebt sich wieder, nimmt den Kopf in die Hände und erinnert Gawain an sein Versprechen: In einem Jahr muss Gawain den Ritter in seinem Zuhause besuchen und den gleichen Schlag hinnehmen, den er ausgeteilt hat. Als das Jahr fast vorüber ist, macht sich Gawain schweren Herzens auf den Weg, um sein Gesicht vor den anderen Rittern nicht zu verlieren. Auf seiner Reise in den Norden des Reiches begegnen ihm einige sonderbare Gestalten. Manche von ihnen bieten Gawain Hilfe an, andere sind ihm weniger freundlich gesonnen. Kann der junge Ritter seinen Kopf retten?</p>
<p><iframe title="The Green Knight | Official Trailer HD | A24" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/sS6ksY8xWCY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>800 Jahre alte Vorlage</h2>
<p>Die Vorlage zu diesem Film ist wohl eine der ältesten, die je zum Kinoerlebnis wurden. Das Gedicht &#8222;Sir Gawain und der Grüne Ritter&#8220; stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert und erzählt die Geschichte, an die sich Lowerys Film weitgehend hält. Allerdings gibt es auch deutliche Unterschiede, gerade in der Deutung der Story. So ist der literarische Gawain ein strahlender Held, der die ritterlichen Tugenden genauestens beachtet, während der Gawain in Lowerys Film sehr viel unvollkommener und menschlicher gezeigt wird. Dev Patel spielt diesen ambivalenten Charakter mit großer Intensität. Und nimmt so die Zuschauer mit in eine Geschichte, die sich weder an normale Erzählstrukturen hält, noch sonderlich viel mit klaren nachvollziehbaren Aussagen zu tun hat.</p>
<p>Hier zeigt sich einmal mehr Lowerys Verständnis von Film und warum man den Regisseur zum Arthouse-Kino rechnet. Schon in <strong>A Ghost Story</strong>, wo er Rooney Mara minutenlang Kuchen essen lässt, zeigte Lowery wenig Interesse daran, seine Vision der Geschichte in irgendeiner Weise einfach konsumierbar zu inszenieren. Vielmehr erzählt der 40-jährige Amerikaner seine Fassung der Abenteuer von Gawain bewusst in rätselhaften Szenen und Bildern. Die sind zwar deutlich anstrengender anzusehen als der Unterhaltungsfilm von nebenan, laden aber interessierte Zuschauer eben auch dazu ein, sich selbst Gedanken über eine mögliche Interpretation des Gesehenen zu machen. Wer einen einfach zu verstehenden Film sehen möchte, ist in <strong>The Green Knight</strong> jedenfalls definitiv falsch.</p>
<figure id="attachment_10428" aria-describedby="caption-attachment-10428" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10428 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-2.jpg" alt="The Green Knight" width="1024" height="673" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-2-300x197.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-2-768x505.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10428" class="wp-caption-text">Als der Grüne Ritter den König von Camelot fordert, sieht Gawain seine Chance und kämpft für Artus.</figcaption></figure>
<h2>Grandiose Bilder, rätselhafte Story</h2>
<p>Dennoch gibt es auch für Zuschauer, die eigentlich keine Lust auf Arthouse haben, einen guten Grund, sich Lowerys neuen Film anzusehen: Er sieht absolut grandios aus! Während Lowerys Geistergeschichte inhaltlich und optisch eher karg ausfiel, schwelgt der Regisseur in <strong>The Green Knight</strong> in tollen Bildern und erschafft die mythologisch reiche Welt der Artussaga in seinem eigenen Look gänzlich neu. Weit entfernt von der Hochglanz-Optik eines &#8222;Der erste Ritter&#8220; und auch von John Boormans opernhafter Version &#8222;Excalibur&#8220; zeigt Lowery Artus&#8216; England als dreckiges Mittelalter der Menschen, das im starken Kontrast zur wunderschönen Natur steht. Dennoch bleibt Gawains Reise auch durch den häufig vorhandenen Nebel und fast durchgehend diffuse Beleuchtung immer auch ein wenig unheimlich.</p>
<p>Das trifft auch auf die meisten Charaktere zu, denen Gawain auf seinem Weg in den möglichen Tod begegnet. So trifft er mit Winifred (Erin Kellyman) einer Toten, die Hilfe braucht. Und einem Schlossherren (Joel Edgerton), der nicht nur ein großer Jäger ist, sondern auch mit einer Lady (Alicia Vikander) verheiratet ist, die aussieht wie Gawains Freundin Esel. Darüber kann man sich so seine Gedanken machen &#8211; aber man muss es nicht. Denn Lowerys Film vermittelt nie den Eindruck, dass man etwas verpasst, wenn man die eine oder andere Szene nicht versteht. Nicht selten ist gar nicht klar, ob Lowery abseits des Offensichtlichen tatsächlich weitere tiefe Botschaften transportiert. Oder einfach nur einen Film machen wollte, der rätselhafter wirkt als er ist.</p>
<h2>Wie wichtig ist die Bedeutung?</h2>
<figure id="attachment_10429" aria-describedby="caption-attachment-10429" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10429 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-3.jpg" alt="The Green Knight" width="1024" height="610" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-3-300x179.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-3-768x458.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10429" class="wp-caption-text">Ein Jahr später tritt Gawain den Gang in den möglichen Tod an &#8211; die Axt des Grünen Ritters im Gepäck.</figcaption></figure>
<p>Was nicht heißt, dass Lowery nichts zu sagen hätte. Vor allem durch seine Hauptfigur, dem hedonistischen Gawain, der gern besser und ritterlicher wäre als er ist, kommentiert Lowery immer wieder klug über das Wesen des Menschen. Und lädt Zuschauer ein, über ungeklärte Fragen auch nach dem Film noch nachzudenken. Wofür steht der Grüne Ritter, ist er eine Metapher auf die Natur, die gegen den Menschen zurückschlägt? Sind er und der Schlossherr ein und dieselbe Person? Was bedeutet das Finale? Das Schöne an <strong>The Green Knight</strong> ist, dass man über all diese Dinge diskutieren kann &#8211; aber nicht muss. Denn auch wer gar keine Lust dazu hat, geht aus dem Kinosaal und hat einen bildgewaltigen und interessanten Film gesehen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>Mit <strong>The Green Knight</strong> legt Regisseur und Drehbuchautor David Lowery einen ebenso rätselhaften wie optisch umwerfenden Film vor, der die mittelalterliche Vorlage auf eine ganz eigene Art interpretiert. Und mit seinen stets interessanten aber selten eindeutigen Szenen viele Fragen aufwirft, von denen er kaum eine beantwortet. Doch auch wer mir großen Fragezeichen über dem Kopf den Kinosaal verlässt, kommt dennoch durch die wunderschönen und durchweg stimmungsvollen Bilder auf seine Kosten. Dieser Film ist ganz bestimmt nicht Jedermanns Sache, wird aber Fans solcher Arthouse-Abenteuer dafür umso mehr abholen.</p>
<p><strong>The Green Knight startet am 29. Juli 2021 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_10430" aria-describedby="caption-attachment-10430" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10430 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-4.jpg" alt="Joel Edgerton" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-4-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-4-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-4-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/07/green-4-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10430" class="wp-caption-text">Der Lord eines Schlosses lädt Gawain ein, über die Weihnachtstage zu bleiben. Welche Ziele verfolgt der Mann?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Waves</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-waves/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2020 12:07:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
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		<category><![CDATA[Familiengeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-Produktionsfirma A24 gehört zu den Shootingstars der Filmszene im vergangenen Jahrzehnt. So verhalf sie dem Arthouse-Horror mit Filmen wie &#8222;The Witch&#8220; und &#8222;Hereditary&#8220; zu neuem Glanz, finanzierte Indie-Hits wie &#8222;The Lobster&#8220; und schaffte mit dem Oscar-gesegneten &#8222;Moonlight&#8220; den endgültigen Durchbruch als aufstrebender neuer Player in Hollywood. Mit &#8222;Waves&#8220; präsentiert A24 den dritten Film von Trey Edward Shults (&#8222;It Comes At Night&#8220;). Ob Arthouse auch bei Familiendrama funktioniert, verrät die Kritik. Sterling K. Brown gehört in den USA momentan zu [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die US-Produktionsfirma A24 gehört zu den Shootingstars der Filmszene im vergangenen Jahrzehnt. So verhalf sie dem Arthouse-Horror mit Filmen wie &#8222;The Witch&#8220; und <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-hereditary-das-vermaechtnis/">&#8222;Hereditary&#8220;</a> zu neuem Glanz, finanzierte Indie-Hits wie &#8222;The Lobster&#8220; und schaffte mit dem Oscar-gesegneten <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-moonlight/">&#8222;Moonlight&#8220;</a> den endgültigen Durchbruch als aufstrebender neuer Player in Hollywood. Mit &#8222;Waves&#8220; präsentiert A24 den dritten Film von Trey Edward Shults (&#8222;It Comes At Night&#8220;). Ob Arthouse auch bei Familiendrama funktioniert, verrät die Kritik.</strong></p>
<p>Sterling K. Brown gehört in den USA momentan zu den beliebtesten Schauspielern, da er in der Hit-Serie &#8222;This Is Us&#8220; eine Hauptrolle spielt. Doch das reicht dem 44-jährigen offenbar nicht, denn er probiert sich regelmäßig auch in anderen Genres fernab der gefühlsbetonten Serie aus. So war er 2018 unter der Regie von Jodie Foster im Gangsterdrama &#8222;Hotel Artemis&#8220; zu sehen und übernahm im gleichen Jahr eine Rolle in <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-predator-upgrade/">&#8222;Predator &#8211; Upgrade&#8220;</a>. Kann Brown auch als komplexe Vaterfigur in seinem neuen Film glänzen?</p>
<figure id="attachment_9030" aria-describedby="caption-attachment-9030" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-9030 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1.jpg" alt="Waves" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1-300x162.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-1-768x416.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-9030" class="wp-caption-text">Mit Freundin Alexis hat Tyler immer eine gute Zeit.</figcaption></figure>
<h3>Waves: Die Handlung</h3>
<p>Tyler (Kelvin Harrison Jr.) lebt in einem privilegierten schwarzen Haushalt in Süd-Florida. Sein Vater Ronald (Sterling K. Brown) betreibt ein erfolgreiches Bau-Unternehmen, Stiefmutter Catherine (Renee Elise Goldberry) hilft als Annwältin Bedürftigen und mit seiner jüngeren Schwester Emily ((Taylor Russell, &#8222;Lost in Space&#8220;) versteht sich der beliebte Schüler auch gut. Dazu läuft es mit Freundin Alexis (Alexa Demie) großartig und seine Karriere im Ringen ist ebenfalls auf steilem Weg nach oben. Bis sein Arzt ihm rät, eine Schulterverletzung monatelang auszukurieren.</p>
<p>Tyler nimmt stattdessen Schmerzmittel, die er seinem Vater stiehlt und regelmäßig Drogen gegen seine schlechte Laune. Denn der dominante Ronald duldet im Haus keine Versager oder Schwächlinge &#8211; zumindest nach Tyers Meinung. Und so driftet er immer mehr in Drogen und Painkiller ab, dazu wird seine Beziehung zu Alexis durch einen weiteren Vorfall belastet. In einer Nacht, in der Tyler seine Gefühle nicht mehr länger unter Kontrolle hat, kommt es zu einer Katastrophe, die seine Familie hart trifft, besonders Schwester Emily &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/V5z3cr8AB5g" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Waves: Starkes Drehbuch</h3>
<p>Trey Edward Shults inszenierte <em>Waves</em> nicht nur, er schrieb auch das Drehbuch für seinen Film. Und das gelingt ihm, trotz leichter Überlange, sehr gut. Die Geschichte, die er seinem Publikum erzählt, ist dabei nicht besonders außergewöhnlich oder abgehoben. Genau das ist aber ein wichtiger Teil der Qualität. Das Drama, das Shults in seinem Film erzählt, ist für jeden nachvollziehbar, der sich den Film ansieht. Denn die Probleme, die diese Familie hat, sind in ihrer Beschaffenheit fast universal. Rebellion gegen die Eltern, Selbstfindung, Erwartungshaltung anderer.</p>
<p>Dabei flechtet Shults den alltäglichen Rassismus in den USA ebenso beiläufig ein wie die wachsende Gewalt, ohne eines von beidem zu bestimmenden Themen des Films zu machen. Das kulminiert in der Figur des Ronald, der seine Kinder einem gnadenlosen Drill unterzieht, um sie besser zu machen als die Weißen, die ihnen ansonsten alles wegnehmen und sie übervorteilen würden. Ronald, den seine Erlebnisse mit Rassismus bis ins Mark verändert haben, gibt diesen Druck an seinen Sohn weiter &#8211; mit geradezu zwingend absehbaren Folgen.</p>
<figure id="attachment_9031" aria-describedby="caption-attachment-9031" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-9031 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2.jpg" alt="Waves" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2-300x162.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-2-768x416.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-9031" class="wp-caption-text">Doch der gnadenlose Druck durch seinen ehrgeizigen Vater lässt Tyler ein paar falsche Entscheidungen treffen.</figcaption></figure>
<h3>Waves: Zu künstlerisch inszeniert</h3>
<p>Auch als Regisseur macht Shults in <em>Waves</em> eigentlich eine gute Figur &#8211; zumindest zu Beginn. So lässt er Tyler wie eine Hornisse von der Kamera umkreisen, zieht das Publikum so fast unmerklich in den hektischen und vollgestopften Alltag des Jungen hinein. Immer wieder blickt der Zuschauer so über Tylers Schulter, spürt den Druck, der auf diesen Schultern lastet, fast selbst. Hier überzeugt Shults mit guten Ideen, mit der er seine Story auskleidet. Doch im Lauf des Films entwickeln seine Ideen eine Art Eigenleben und übernehmen die Kontrolle über die Geschichte.</p>
<p>Wenn Shults anfängt, mit den Bildformaten zu experimentieren und mal im 4:3-Bild, mal mit schwarzen Balken oben und unten zu arbeiten, läuft <em>Waves</em> ein wenig aus dem Ruder. Denn diese letztlich als Spielerei enttarnten Kniffe lenken von der tragischen Geschichte eher ab, statt sie zu unterstützen. Hier wäre etwas weniger definitiv mehr gewesen. Das zweite Manko des Films ist das fast völlige Ignorieren von Shults&#8216; zweiter Hauptfigur. Denn neben Tyler wird Emily in der zweiten Hälfte zum wichtigsten Charakter. Das wirkt aber wie ein Bruch in der Story.</p>
<p>Weil Emily dem Publikum in der ersten Stunde des Films völlig fremd bleibt und überhaupt nicht in den Plot eingearbeitet ist, braucht <em>Waves</em> lange Zeit, bis die jüngere Schwester etabliert ist. Um erst dann zu beginnen, ihren Aspekt der Story zu erzählen. Das hätte ein erfahrener Regisseur möglicherweise eleganter lösen können. Dafür präsentiert Shults in dieser Hälfte des Films einige seiner stärksten Szenen, die kaum jemanden emotional kalt lassen dürften. weil sie sich unfassbar echt anfühlen. Hier ist Shults bereits ein Meister seines Fachs.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>A24 in allen Ehren, aber <em>Waves</em> hätte etwas weniger Arthouse und etwas mehr Vertauen in die starke Geschichte durchaus gut getan. Denn diese Über-Inszenierung nimmt dem Film ein wenig von der emotionalen Wucht, die er zweifelsfrei besitzt. Regisseur und Autor Trey Edward Shults zeigt aber auch, dass er es besser kann. Einige der Dialoge packen den Zuschauer so unmittelbar, dass hier sicher bei manchen Tränen fließen werden. <em>Waves</em> ist die kluge Analyse einer Familie in Zeiten des wachsenden Wahnsinns der USA. Und doch ein universeller Film über die Schwierigkeit, erwachsen zu werden.</p>
<p><strong>Waves startet am 16. Juli 2020 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_9032" aria-describedby="caption-attachment-9032" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-9032 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3.jpg" alt="Waves" width="1024" height="554" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3-300x162.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2020/07/waves-3-768x416.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-9032" class="wp-caption-text">Und unter denen hat auch Tylers Schwester Emily zu leiden &#8211; ebenso wie der Rest der Familie.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Endzeit</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-endzeit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2019 15:18:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Sci-Fi]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Zombiefilm aus Deutschland &#8211; das ist selten. Während die europäischen Nachbarn sich zum Teil schon an aufwendige Untoten-Thriller gewagt haben, wie beispielsweise Frankreich mit &#8222;The Horde&#8220;, ist das Land der Dichter und Denker mit Genrefilmen sehr sparsam &#8211; und mit Zombiestreifen erst recht. Da ist natürlich klar: Den klassischen fies-blutigen Zombie-Splatter ohne großen Sinn sollte hier niemand erwarten. &#8222;Endzeit&#8220; hat sich andere Ziele gesteckt als derbe Bilder zu zeigen. Ist das sehenswert? Dass sich mit günstig produzierten Horrorfilmen weltweit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Zombiefilm aus Deutschland &#8211; das ist selten. Während die europäischen Nachbarn sich zum Teil schon an aufwendige Untoten-Thriller gewagt haben, wie beispielsweise Frankreich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Horde" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8222;The Horde&#8220;</a>, ist das Land der Dichter und Denker mit Genrefilmen sehr sparsam &#8211; und mit Zombiestreifen erst recht. Da ist natürlich klar: Den klassischen fies-blutigen Zombie-Splatter ohne großen Sinn sollte hier niemand erwarten. &#8222;Endzeit&#8220; hat sich andere Ziele gesteckt als derbe Bilder zu zeigen. Ist das sehenswert?</strong></p>
<p>Dass sich mit günstig produzierten Horrorfilmen weltweit viel Geld verdienen lässt, weiß Hollywood schon lange. Für fünf Millionen Dollar entstehen dort regelmäßig Filme, die 100 und mehr Millionen Dollar einspielen. Deutsche Produktionen finden sich dabei allerdings nicht, denn Horror hat in Deutschland offenbar kein Lobby, Filmfördergelder scheint es für solche Produktionen nicht zu geben. Mit <em>Endzeit</em> hat sich dennoch ein fast reines Frauenteam daran gemacht, eine Art Zombie-Horror zu drehen &#8211; mit erstaunlichem Ergebnis.</p>
<figure id="attachment_6644" aria-describedby="caption-attachment-6644" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6644 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-1-1024x426.jpg" alt="Endzeit" width="750" height="312" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-1-1024x426.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-1-300x125.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-1-768x319.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-1-600x250.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6644" class="wp-caption-text">Als bei der Arbeit am Zaun etwas schiefgeht, fackelt Eva nicht lange.</figcaption></figure>
<h3>Endzeit: Die Handlung</h3>
<p>Vivi (Gro Swantje Kohlhof) hat die Lust am Leben verloren. Seit vor zwei Jahren eine Zombie-Virus-Epidemie ausgebrochen ist, haben nur zwei Städte den Ansturm überlebt &#8211; Weimar und Jena. Und Vivis kleine Schwester ging in den Wirren der ersten Attacken verloren. Das hat sich Vivi nie verziehen und sucht noch immer halbherzig nach Spuren, was ihrer Schwester zugestoßen sein könnte. Als sie der Instandhaltung des Schutzzauns zugeteilt wird, lernt sie die harte Eva (Maja Lehrer) kennen, die dort schon länger Dienst tut.</p>
<p>Doch die Gewalt, die Vivi gleich an ihrem ersten Tag miterleben muss, stößt die junge Frau ab. Und sie beschließt, nach Jena zu fliehen, wo angeblich Wissenschaftler an einer Heilung für die Infizierten arbeiten. Im einzigen Verkehrsmittel, einem automatisch fahrenden Zug, trifft Vivi erneut auf Eva, die weiterhin kalt und abweisend ist, aber offenbar auch einen Grund hat, nach Jena zu wollen. Im Lauf der Reise wächst langsam eine Verbindung zwischen den beiden Frauen. Und die ist auch nötig, denn die Natur um sie herum ist ebenso schön wie tödlich &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/d_nPQ4Inzbw" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Endzeit: Kein typischer Vertreter seiner Zunft</h3>
<p>Zwar ist <em>Endzeit</em> auf bestimmten Ebenen durchaus ein Zombiefilm, denn er arbeitet mit ein paar bekannten Versatzstücken daraus. Aber er macht auch so vieles anders, dass von einem typischen Vertreter des Genres keine Rede sein kann. Der Zombie-Anteil dient denn auch mehr dazu, den Figuren eine Motivation für ihr Tun zu geben und die Spannung hochzuhalten. Der Kern der Story dreht sich aber um etwas Anderes &#8211; der Entwicklung und Annäherung der beiden Frauen. Und das gelingt Regisseurin Carolina Hellsgard recht ansehnlich.</p>
<p>Das Drehbuch des ungewöhnlichen Films stammt von Olivia Vieweg, die es auf Basis ihrer eigenen, gleichnamigen Graphic Novel umsetzte. Und Vieweg setzt auf andere optische Reize als bluttriefende Untote. So fängt der Film die Natur zwischen Weimar und Jena zauberhaft ein und zeigt, wie schnell sich der Planet erholen könnte, wenn die Menschheit erst einmal eingedämmt oder verschwunden ist. Das ist gleichzeitig schön anzusehen, aber auch ein wenig erschreckend in der Konsequenz.</p>
<figure id="attachment_6645" aria-describedby="caption-attachment-6645" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6645 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-2-1024x426.jpg" alt="Endzeit" width="750" height="312" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-2-1024x426.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-2-300x125.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-2-768x319.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-2-600x250.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6645" class="wp-caption-text">Auf einem Staudamm müssen Vivi und Eva um ihr Leben laufen.</figcaption></figure>
<h3>Endzeit: Wenig Interesse an Horror</h3>
<p>Im Verlauf der Geschichte wird es dann auch zusehends märchenhaft, wenn Vivi beispielsweise der Gärtnerin begegnet, die sich bereits auf eine neue Symbiose mit der Natur eingelassen hat. Das erinnert an &#8222;Auslöschung&#8220; von Alex Garland, ohne allerdings dessen optische Wucht oder inhaltliche Tiefe zu erreichen. Die wenigen Momente des Films, in denen tatsächlich Zombies zu sehen sind, inszeniert Hellsgard aber sehr stark und zeigt, dass sie sich auch für einen echten Horrorfilm empfehlen kann. Da der Fokus aber nicht auf dem Horror liegt, bleiben diese Szenen Einzelstücke.</p>
<p>Die vielleicht aufwendigste Szene, wenn die beiden Frauen von einer Horde Infizierter über einen Staudamm verfolgt werden, verschenkt Hellsgard dramaturgisch regelrecht und handelt einen Schlüsselmoment der Story in gerade einmal zwei Minuten ab. So wenig Wert legt <em>Endzeit</em> in seinem Schlussdrittel auf Nervenkitzel. Stattdessen begleitet der Film Vivi dabei, wie sie langsam Frieden findet und mit sich selbst ins Reine kommt. Auch das Finale von <em>Endzeit</em> sieht sicher kaum ein Zuschauer kommen &#8211; und das ist diesem Fall durchaus ein Kompliment. Dazu hat der Film mit einer Hommage an &#8222;The Walking Dead&#8220; und &#8222;The Last of Us&#8220; auch noch Szenen für Zombiefans an Bord.</p>
<p>Daher ist <em>Endzeit</em> für all die einen Blick wert, die dystopische Filme durchaus mögen, aber keine Fans von bluttriefenden Zombie-Splatterfilmen sind. Denn in Sachen Gewalt hält sich der Film ebenso zurück wie mit typischen Genre-Klischees. Dafür liefert Caroline Hellsgard mit der Verfilmung der Graphic Novel einen nicht immer wirklich packenden, zu Beginn auch recht spröden Film ab, der aber gegen Ende durch seine wachsende Märchenhaftigkeit tatsächlich etwas Neues zum ausgebluteten Genre hinzufügt &#8211; auch, wenn das nicht jedem gefallen dürfte.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Mit <em>Endzeit</em> schafft Regisseurin Caroline Hellsgard einen Film, der nicht nur ausschließlich von Frauen in den Hauptrollen besetzt ist, sondern auch hinter der Kamera in allen wichtigen Positionen von Frauen umgesetzt wurde. Ob es daran liegt, dass der Film eine ganz andere Handschrift trägt als typische Zombiefilme, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. In jedem Fall hält sich <em>Endzeit</em> weitgehend von gängigen Klischees fern und erzählt im Deckmantel eines Horrorfilms eine interessante, manchmal sogar fesselnde Coming of Age-Story.</p>
<p><strong>Endzeit startet am 22. August 2019 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_6646" aria-describedby="caption-attachment-6646" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-6646 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-3-1024x532.jpg" alt="Endzeit" width="750" height="390" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-3-1024x532.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-3-300x156.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-3-768x399.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/08/endzeit-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-6646" class="wp-caption-text">In einem offenbar verlassen Haus sucht Vivi nach brauchbarer Ausrüstung.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Hereditary &#8211; Das Vermächtnis</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-hereditary-das-vermaechtnis/</link>
					<comments>https://lauterfilme.de/filmkritik-hereditary-das-vermaechtnis/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jun 2018 16:29:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit großen Vorschusslorbeeren, der gruseligste Film seit &#8222;Der Exorzist&#8220; zu sein, bedachten die Kritiker schon im Vorfeld Ari Asters Regiedebüt &#8222;Hereditary&#8220;. Auch Vergleiche mit &#8222;The Witch&#8220;, der wie Hereditary von der Avantgarde-Produktionsfirma &#8222;A24&#8220; ermöglicht wurde, waren zu lesen. Hat der Film dieses Urteil verdient? Ist Hereditary das Nonplusultra des Horrors im neuen Jahrtausend, wie manche behaupten? A24 ist eine Produktionsfirma, an der sich die Geister scheiden. Zwar gelingt ihnen auch immer wieder ein Achtungserfolg an den Kinokassen, an denen ein [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit großen Vorschusslorbeeren, der gruseligste Film seit &#8222;Der Exorzist&#8220; zu sein, bedachten die Kritiker schon im Vorfeld Ari Asters Regiedebüt &#8222;Hereditary&#8220;. Auch Vergleiche mit &#8222;The Witch&#8220;, der wie <em>Hereditary</em> von der Avantgarde-Produktionsfirma &#8222;A24&#8220; ermöglicht wurde, waren zu lesen. Hat der Film dieses Urteil verdient? Ist <em>Hereditary</em> das Nonplusultra des Horrors im neuen Jahrtausend, wie manche behaupten?</strong></p>
<p>A24 ist eine Produktionsfirma, an der sich die Geister scheiden. Zwar gelingt ihnen auch immer wieder ein Achtungserfolg an den Kinokassen, an denen ein Film aus ihrer Produktion mit einem Budget von 2-3 Millionen das Zehnfache einspielt, wie <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-lady-bird/">&#8222;Lady Bird&#8220;</a> oder &#8222;The Desaster Artist&#8220;. Aber meist bleiben ihre Filme eher Kritikerlieblinge wie &#8222;A Ghost Story&#8220; oder &#8222;The Killing of a Sacred Deer&#8220;, die nur wenig mehr als ihre Kosten erwirtschaftet haben. Kann <em>Hereditary</em> Kritiker und Publikum überzeugen?</p>
<figure id="attachment_4242" aria-describedby="caption-attachment-4242" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-4242 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-1-1024x576.jpg" alt="Hereditary" width="750" height="422" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-1-1024x576.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-1-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-1-768x432.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-4242" class="wp-caption-text">Bei Annie liegen bald die Nerven blank.</figcaption></figure>
<h3>Hereditary: Die Handlung</h3>
<p>Künstlerin Annie (Toni Collette) muss ihre Mutter begraben, zu der sie stets ein eher schwieriges Verhältnis hatte. Um ihre Trauer zu verarbeiten, besucht Annie eine Selbsthilfegruppe, in der sie die freundliche Joan (Ann Dowd) kennenlernt. Mir ihr spricht sie über andere Schwierigkeiten in ihrem Leben. Die 13-jährige Charlie (Milly Shapiro), die missgestaltet zur Welt kam, aber auch psychische Probleme hat. Den Sohn Peter (Alex Wolff), der fast erwachsen ist und Ärger mit Drogen hat. Und ihren Mann Steve, von dem sie sich langsam entfremdet.</p>
<p>Beim Aufräumen im Haus findet Annie alte Sachen ihrer Mutter, aus denen hervorgeht, dass die in einer Art Kult aktiv war. Und bald beginnen seltsame und erschreckende Dinge im Haus, die nicht nur Annie erschrecken, sondern auch Peter nicht kalt lassen. Als dann ein schreckliches Ereignis die Familie in ihrem Grundfesten erschüttert, werden diese Vorfälle immer schlimmer, bis sich eine dunkle Macht offenbart, die das alles eingefädelt hat. Oder ist das alles doch nur in Annies Kopf passiert?<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/V6wWKNij_1M" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Hereditary: Großartig inszeniert &#8230;</h3>
<p>Dass wir von Regisseur Ari Aster von viel hören werden, steht nach diesem Regiedebüt eigentlich außer Frage. Eine derart virtuose und durchdachte Inszenierung muss man von einem Debütanten lange suchen. Das beginnt schon bei der ersten Einstellung, in der die Kamera langsam auf eines der Puppenhäuser von Annie zufährt, mit denen sie ihr Geld verdient, bis wir uns plötzlich in Peters Zimmer befinden &#8211; scheinbar ganz ohne Schnitt.</p>
<p>Das Puppenhaus-Thema ist denn auch eines von mehreren, die Aster in seinem Film immer wieder aufnimmt. Manche Kameraeinstellungen im dunklen Haus der Familie machen es schwer zu beurteilen, ob wir in einem realen oder in einem Puppenhaus sind. Damit greift Aster die Frage, ob die Familie noch ihr eigener Herr ist oder schon längst wie Marionetten an den Fäden anderer Mächte hängen, gekonnt auch optisch immer wieder auf, ohne damit eine Antwort zu geben. Und auch der Wahnsinn, der offenbar immer wieder ein Teil von Annies Familie war, wird von Aster als wiederkehrender Faktor der Geschichte in Form diffuser Bilder und Gestalten in der Ecke von Zimmern aufgegriffen.&nbsp;</p>
<p>Wie Annie und Peter muss sich der Zuschauer fragen, was er jetzt wirklich gesehen und was vielleicht nur seine Phantasie erschaffen hat. Das gelingt Aster in einer Qualität, von der man wirklich nur den Hut ziehen kann. Aber die Bilder sind eben nicht alles.</p>
<figure id="attachment_4243" aria-describedby="caption-attachment-4243" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-4243 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-2-1024x670.jpg" alt="Hereditary" width="750" height="491" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-2-1024x670.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-2-300x196.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-2-768x502.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-4243" class="wp-caption-text">Peter gerät in einen Strudel seltsamer Ereignisse, die er nicht durchschaut.</figcaption></figure>
<h3>Hereditary: &#8230;aber nicht großartig geschrieben</h3>
<p>Ari Aster ist mit Sicherheit ein toller Regisseur. Ein toller Autor ist er aber nicht. Und so leidet der Film an zwei grundlegenden Dingen, die für einen guten Film wichtig sind. Die Handlung ergibt nicht wirklich Sinn, widerspricht sich an manchen Punkten sogar oder ist schlicht nicht glaubwürdig. Und das zerstört viel von dem Horror, den der Film eigentlich heraufbeschwören will. So deutet Aster schon sehr früh an, dass die Familie möglicherweise von dunklen Mächten in ihrem Haus attackiert wird. Genauso deutet er allerdings an, dass Annie schlicht den Verstand verliert.</p>
<p>Und diese beiden unterschiedlichen Ansätze verfolgt der Film viel zu lange, ohne dass er sie je richtig zusammenbringt. Bis dann die letzte Viertelstunde des mit zwei Stunden auch zu langen Films zwar schockiert, aber der Geschichte auch einen ordentlichen Ruck vom Arthouse-Horror zum B-Movie-Script verpasst. Das erinnert in guten Momenten an den Okkultklassiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rosemaries_Baby" target="_blank" rel="noopener">&#8222;Rosemary&#8217;s Baby&#8220;</a>, in weniger guten aber an Gurken wie <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-a-cure-for-wellness/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;A Cure for Wellness&#8220;</a>, der ebenfalls Meta-Ebenen antäuscht, um dann in einem B-Movie-Finale zu enden, das Roger Corman in den 60ern nicht flacher hätte schreiben können. Ganz so schlimm ist es in <em>Hereditary</em> zwar nicht, aber ein wenig albern wirkt das Ende angesichts der vorher gezeigten realen Gräuel dann doch.</p>
<p>Und so ist <em>Hereditary</em> weit weniger oft richtig gruselig, als er hätte sein können. Sensiblen Feingeistern mag der Film Angst einjagen, bodenständigere Horrorfans dürften hier aber kaum aus den Sesseln springen. Dazu kommen die unterschiedlichen Schauspieler-Leistungen. Während sich Toni Collette bis an die Grenze zur Karikatur verausgabt, zeigt Alex Wolff kaum eine Regung im ganzen Film. Das passt nicht wirklich gut zusammen.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Leicht überschätzter Arthouse-Horror mit B-Movie-Ende, der zwar herausragend inszeniert ist und deshalb viel fürs Auge bietet, als echter Horrorschocker aber durchfällt. Als Drama hätte er voll überzeugen können, hätte Regisseur Ari Aster sich in seinem Debüt darauf beschränkt. Als Horror-Drama-Mix funktioniert <em>Hereditary</em> aber nur mäßig. So ist das eher ein Film für Cineasten als einer für Horrorliebhaber.</p>
<p><strong>Hereditary &#8211; Das Vermächtnis startet am 14. Juni 2018 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_4244" aria-describedby="caption-attachment-4244" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-4244 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-3-1024x682.jpg" alt="Hereditary" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-3-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/06/here-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-4244" class="wp-caption-text">Ist die missgebildete Charlie Teil des Rätsels?</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-hereditary-das-vermaechtnis/">Filmkritik: Hereditary &#8211; Das Vermächtnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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		<title>Filmkritik: Euphoria</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2018 21:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Drama um zwei Schwestern, die sich nach ihrer Kindheit immer weiter auseinander gelebt haben. Bis ein trauriger Grund sie wieder zusammen bringt. &#8222;Euphoria&#8220;, der erste englischsprachige Film der schwedischen Regisseurin Lisa Langseth, hört sich an wie schwermütiges Arthouse-Kino, trotz Stars wie Alicia Vikander und Eva Green &#8211; aber stimmt das auch? Schweden hat in den vergangenen Jahren einige Schauspieler nach Hollywood exportiert. Die momentan bekannteste ist sicher Alica Vikander, die nicht nur mit einem anderen Superstar &#8211; Michael Fassbender [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Drama um zwei Schwestern, die sich nach ihrer Kindheit immer weiter auseinander gelebt haben. Bis ein trauriger Grund sie wieder zusammen bringt. &#8222;Euphoria&#8220;, der erste englischsprachige Film der schwedischen Regisseurin Lisa Langseth, hört sich an wie schwermütiges Arthouse-Kino, trotz Stars wie Alicia Vikander und Eva Green &#8211; aber stimmt das auch?</strong></p>
<p>Schweden hat in den vergangenen Jahren einige Schauspieler nach Hollywood exportiert. Die momentan bekannteste ist sicher Alica Vikander, die nicht nur mit einem anderen Superstar &#8211; Michael Fassbender &#8211; verheiratet ist, sondern auch die neue Lara Croft in <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-tomb-raider/">&#8222;Tomb Raider&#8220;</a> spielte. Davor erlangte sie Aufmerksamkeit in &#8222;Ex Machina&#8220;, &#8222;The Danish Girl&#8220; (Oscargewürdigt) und <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-tulpenfieber/">&#8222;Tulpenfieber&#8220;</a>, kennt sich also auch im Autorenkino aus. In Euphoria spielt sie nicht nur eine der Hauptrollen, sie produzierte den Film auch mit. Sollte man sich das ansehen?</p>
<figure id="attachment_4116" aria-describedby="caption-attachment-4116" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-4116 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-1-1024x684.jpg" alt="Euphoria" width="750" height="501" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-1-1024x684.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-1-768x513.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-4116" class="wp-caption-text">Zu Beginn ahnt Ines noch nichts vom wahren Grund ihres Treffens.</figcaption></figure>
<h3>Euphoria: Die Handlung</h3>
<p>Auch wenn es ein paar Minuten dauert, bis die Wahrheit ans Licht kommt, ahnen kann man es schon früh. Emilie (Eva Green), die ältere Schwester der Künstlerin Ines (Alicia Vikander) ist todkrank. Weil es bei Ines momentan nicht so gut läuft, nimmt sie die Einladung an, ihre Schwester in Europa zu treffen, nachdem sie sich Jahre nicht gesehen haben. Und als Emilie mit ihr in ein ganz spezielles Sanatorium reist, erfährt die jüngere Schwester endlich die Wahrheit: Emilie hat Krebs im Endstadium und will an diesem Ort ihr Leben beenden.</p>
<p>Zuerst reagiert Ines wütend und ist dicht davor, sofort abzureisen, doch durch gutes Zureden der Sterbebegleiterin Marina (Charlotte Rampling) bleibt Ines. Und versucht, längst zerrissene Bande zwischen ihr und ihrer so nervtötend gefühlvollen Schwester wieder zu flicken. Denn die zeit läuft den beiden davon und es gäbe noch so viel zu sagen, was unausgesprochen im Raum schwebt. Aber kann sich Ines in der kurzen Zeit wirklich wieder an ihre Schwester gewöhnen, bevor die geht?<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/R7yPUgWjpsw" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Euphoria: Kurz &#8211; und doch zu lang</h3>
<p>Mit gut 100 Minuten ist Euphoria wirklich nicht sonderlich lang, fühlt sich aber deutlich länger an. Das liegt hauptsächlich an der Story, die eigentlich nicht genug hergibt für einen Spielfilm. Spätestens nach 30 Minuten weiß der aufmerksame Zuschauer, was ihn noch erwartet &#8211; und das hätte keine gute Stunde mehr dauern müssen. Um trotzdem auf die Länge zu kommen, erzählt Lisa Langseth ihren Film sehr langsam &#8211; und kann so trotz ihrer guten Schauspieler nicht immer fesseln.</p>
<p>Dabei gelingen ihr durchaus Momente, die emotional packen. So ist die Abschiedsfeier des schwer reichen, aber ebenfalls todkranken Mr. Daren (Charles Dance) beim Zusehen extrem unangenehm &#8211; und steht in gelungenem Kontrast zu Emilies Art zu gehen. Und auch Charlotte Rampling als weise Marina hat mit beiden Schwestern zusammen und einzeln einige Szenen, die in ihrer schlichten Wahrheit berühren. Aber insgesamt passiert einfach zu wenig, um sich die letzten Tage einer geschundenen Restfamilie durchgehend begeistert anzusehen.</p>
<figure id="attachment_4117" aria-describedby="caption-attachment-4117" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-4117 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-2-1024x682.jpg" alt="Euphoria" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-2-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-4117" class="wp-caption-text">Sterbebegleiterin Marina versucht, zwischen den ungleichen Schwestern zu vermitteln.</figcaption></figure>
<h3>Euphoria: Gute Schauspieler reichen nicht</h3>
<p>Was nicht an den Schauspielern liegt. Alicia Vikander spielt die scheinbar so stahlharte junge Frau nachvollziehbar wütend und gereizt. Und Eva Green meistert die Rolle der emotional durchgehend überreagierenden, sterbenden Schwester ebenso gut. Auch das Zusammenspiel der beiden so ungleichen Charaktere wirkt immer authentisch. Aber die Schwestern brauchen einfach zu lange, um letztlich simple Botschaften und Zusammenhänge zu verstehen und zueinander zu finden.</p>
<p>Denn wie oft muss man eine junge Frau im Grünen sitzen sehen, die gedankenverloren auf Bäume und den See blickt, um zu verstehen, dass sie sich mit etwas beschäftigt? Langseth findet das deutlich häufiger wichtig, als dem Film gut tut. Da die Regisseurin auch das Drehbuch verfasste, muss man ihr die redundante Erzählung auch anlasten. Sie inszeniert die Story derart zurückgenommen, dass man viel zu selten wirklich mit den Figuren fühlt. Und so bleibt die ganze Geschichte im Endeffekt zu oberflächlich und gewöhnlich.</p>
<p>Für Fans der Schauspieler lohnt sich Euphoria natürlich trotzdem. Aber die können gegen die bleierne Langsamkeit, die manchmal an Thomas Manns &#8222;Zauberberg&#8220; erinnert, auch nicht anspielen. 30 Minuten kürzer wäre der Film deutlich besser geworden, so ist schlicht zu viel Ballast dabei, den keiner braucht.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Ein tolles Ensemble mäandert weitgehend vor sich hin, um nur gelegentlich einmal emotionale Nadelstiche zu setzen. <em>Euphoria</em> ist einfach derart langsam und lahm inszeniert und erzählt, um letztlich nicht viel zu liefern, dass er mehr Mühe als Spaß macht. Hier hätte eine kürzere Laufzeit &#8211; oder mehr Story &#8211; wirklich geholfen.</p>
<p><strong>Euphoria startet am 24. Mai 2018 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_4118" aria-describedby="caption-attachment-4118" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-4118 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-3-1024x684.jpg" alt="Euphoria" width="750" height="501" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-3-1024x684.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-3-768x513.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/05/euph-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-4118" class="wp-caption-text">Auch der reiche Mr. Daren hat sich zum Sterben eingefunden.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Professor Marston and the Wonder Women</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2017 16:11:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[DC]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[historienfilm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wohl keine andere Superheldin hat eine derart bewegte Entstehungsgeschichte wie die allererste ihrer Art. &#8222;Professor Marston and the Wonder Women&#8220; erzählt, wie die Idee zur Amazone Diana entstand &#8211; und welche privaten Schicksale dahinterstecken. Genau das Richtige für Comicfans? William Moulton Marston war ganz offensichtlich in vielen Bereichen ein außergewöhnlicher Zeitgenosse. Er lebte nicht nur bis zu seinem Tode mit zwei Frauen unter einem Dach und hatte mit beiden Kinder, er erfand auch mit Wonder Woman eine Superheldin, die in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wohl keine andere Superheldin hat eine derart bewegte Entstehungsgeschichte wie die allererste ihrer Art. &#8222;Professor Marston and the Wonder Women&#8220; erzählt, wie die Idee zur Amazone Diana entstand &#8211; und welche privaten Schicksale dahinterstecken. Genau das Richtige für Comicfans?</strong></p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/William_Moulton_Marston" target="_blank" rel="noopener">William Moulton Marston</a> war ganz offensichtlich in vielen Bereichen ein außergewöhnlicher Zeitgenosse. Er lebte nicht nur bis zu seinem Tode mit zwei Frauen unter einem Dach und hatte mit beiden Kinder, er erfand auch mit <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-wonder-woman/">Wonder Woman</a> eine Superheldin, die in ihren Anfangsjahren so ganz anders war als heute. Ist das ein zwingender Grund für Comicfans, sich den Film anzusehen?</p>
<figure id="attachment_3050" aria-describedby="caption-attachment-3050" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3050 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-2-1024x684.jpg" alt="Professor Marston" width="750" height="501" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-2-1024x684.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-2-768x513.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3050" class="wp-caption-text">In der Rahmenhandluing des Films muss sich Marston vor einer Ethik-Komission für den zweideutigen Inhalt seiner Comics verantworten.</figcaption></figure>
<h3>Professor Marston: Die Handlung</h3>
<p>1928: Der brillante Psychologie-Professor William Marston (Luke Evans) und seine nicht minder kluge Frau Elizabeth (Rebecca Hall) suchen eine Assistentin. Ihre Wahl fällt auf die junge Olive (Bella Heathcote),&nbsp; in die sich Marston bereits ein wenig verguckt hat. Als das Marston-Ehepaar den Lügendetektor entwickelt, kommen bei Tests einige Wahrheiten ans Licht, die dem Trio die Augen über ihre Gefühle öffnet. Hier ist jeder in die beiden anderen verliebt. Und so wird aus dem Paar samt Assistentin heimlich ein Gefüge aus drei Liebenden. Da die Gesellschaft der frühen 30er Jahre diese Partnerschaft nicht toleriert, verlieren die Marstons bald ihren Lehrstuhl.</p>
<p>Um ihre Liebe dennoch leben zu können, ziehen die drei an den liberalsten Ort, den die USA zu bieten haben &#8211; nach New York. Und dort kommen Marston bei der Erforschung von Rollen- und Fesselspielen für ihre Beziehung die ersten Ideen zu einer Superheldin &#8211; Wonder Woman &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/r991pr4Fohk" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Nichts für Comicfans</h3>
<p>Wem &#8222;Wonder Woman&#8220; in diesem Jahr im Kino gut gefallen hat und diesem Film daher Interesse entgegenbringt, dem sei gesagt: Von der Superheldin gibt es hier so gut wie nichts zu sehen. Vielmehr ist <em>Professor Marston and the Wonder Women</em> ein Film über starke Frauen in einer Zeit, als diese Eigenschaft bei ihrem Geschlecht noch nicht gern gesehen war. Die selbst heute noch nicht akzeptierte Beziehung zweier Frauen zu einem Mann steht im Zentrum des Films, die Comicfigur kommt in der ersten Stunden noch gar nicht vor.</p>
<p>Die Regisseurin Angela Robinson, die auch das Drehbuch schrieb, konnte sich offensichtlich nicht entscheiden, welche Aspekte in der Lebensgeschichte der drei ungewöhnlichen Menschen ihr am wichtigsten war. Und so wechselt der Film relativ unentschlossen zwischen Frauendrama, ungewöhnlicher Liebesbeziehung und von Zeitkolorit geprägter Prüderie hin und her. Dabei kommt keines der Themen so richtig zur Geltung.</p>
<h3>Seltsame Biographie</h3>
<p>Dazu kommen historische Ungenauigkeiten. Im Film nimmt die Liebe zwischen Elizabeth und Olive einen breiten Raum ein. Nach Aussage der Enkelin von Marston habe es diese Liebe aber nie gegeben. Die beiden Frauen hätten Zeit ihres Lebens eher als Schwestern zusammengelebt &#8211; und nicht als Paar. Zudem sei die Familie nie als Berater für den Film kontaktiert worden. Historische Korrektheit war also wohl keines der Ziele für den Film. Robinson erzählt ihre Geschichte auch als deutlich sexuell aufgeladenes Liebes-Chaos, ist aber derart prüde und harmlos inszeniert, dass dieser Aspekt nie wirklich glaubhaft wird. Ob das Studio im Hinblick auf Comicfans eine niedrige Freigabe anstrebte, oder ob die Regisseurin selbst nicht mehr zeigen wollte, ist nicht bekannt. Das Feuer, das angeblich in allen drei Figuren loderte, ist in den wenigen, züchtigen Sexszenen jedenfalls nicht zu spüren.</p>
<figure id="attachment_3051" aria-describedby="caption-attachment-3051" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3051 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-1-1024x682.jpg" alt="Professor Marston" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3051" class="wp-caption-text">Die Liebe zwischen Olive und Elizabeth &#8211; für Regisseurin Angela Robinson offenbar das Wichtigste an der Story.</figcaption></figure>
<p>Stärker ist der Film, wenn er sich auf die Schwierigkeiten konzentriert, die vor allem die beiden Frauen durch ihren gewählten Lebensweg bekommen. Die immens intelligente Elizabeth kann lediglich als Sekretärin arbeiten und die Ächtung durch Kollegen und Nachbarn wird nur zu deutlich. Zwar zeigt der Film auch, wie Marston schließlich seine Ideen zu Wonder Woman bekam. Doch das ist eher Beiwerk und steht lange Zeit nicht im Fokus des Films. Zudem ist das für moderne Fans auch gar nicht von Belang, denn Wonder Woman verlor nach dem Tod ihres Erfinders sofort sämtlich Bondage- und SM-Aspekte. Und wurde eine &#8222;ganz normale&#8220; Superheldin.</p>
<p>Auch mit der Besetzung hat sich Robinson keinen Gefallen getan. Während die beiden Frauen ihre Rollen sehr gut meistern, wirkt Luke Evans als Professor fehlbesetzt. Der muskelbepackte, durchtrainierte Körper passt so gar nicht zur Erscheinung eines Geisteswissenschaftlers der 30er Jahre.&nbsp;</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Eine teilweise wohl eher frei erfundene als tatsächliche Biographie, in der der titelgebende <em>Professor Marston</em> eine weitaus kleinere Rolle hat als seine <em>Wonder Women</em>. Rebecca Hall und Bella Heathcote spielen gegen ein deutlich zu prüdes Drehbuch an, das außer zwei starken Frauenfiguren herzlich wenig zu bieten hat. Und so plätschert die eigentlich spannende Lebensgeschichte des Erfinders der ersten Superheldin nur so vor sich hin, anstatt das Publikum mitzureißen.</p>
<p><strong>Professor Marston and the Wonder Women startet am 2. November in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_3052" aria-describedby="caption-attachment-3052" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3052 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-3-1024x682.jpg" alt="Professor Marston" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/10/marston-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3052" class="wp-caption-text">Enge Reizwäsche und ein Seil &#8211; hier lässt sich Wonder Woman schon erahnen.</figcaption></figure>
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    </iframe></p>
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		<title>Filmkritik: Mother!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Sep 2017 21:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Regisseur Darren Aronofsky gilt nicht gerade als Freund einfacher Botschaften &#8211; oder Filme. Viele seiner Werke sind düster, brutal und geheimnisvoll, manche auch extrem schräg. In welche Kategorie seines Schaffens reiht sich &#8222;Mother!&#8220; ein, den er mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem inszenierte? Nicht wörtlich gemeint! Diesen Ausdruck kann man bei Sprache und Texten eigentlich ganz gut verstehen, das wird bei Inszenierungen von Bildern und Handlungen schon komplizierter. Manchmal gibt es Filme, bei denen klar ist, dass das Gezeigte für [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regisseur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Darren_Aronofsky" target="_blank" rel="noopener">Darren Aronofsky</a> gilt nicht gerade als Freund einfacher Botschaften &#8211; oder Filme. Viele seiner Werke sind düster, brutal und geheimnisvoll, manche auch extrem schräg. In welche Kategorie seines Schaffens reiht sich &#8222;Mother!&#8220; ein, den er mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem inszenierte?</strong></p>
<p>Nicht wörtlich gemeint! Diesen Ausdruck kann man bei Sprache und Texten eigentlich ganz gut verstehen, das wird bei Inszenierungen von Bildern und Handlungen schon komplizierter. Manchmal gibt es Filme, bei denen klar ist, dass das Gezeigte für etwas anderes stehen soll &#8211; aber für was? Was hat der Regisseur wohl mit dieser oder jener Szene gemeint? Wenn Sie auf diese Art Kino stehen, werden Sie Mother! lieben, soviel ist sicher.</p>
<figure id="attachment_2753" aria-describedby="caption-attachment-2753" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-2753 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-1-1024x682.jpg" alt="Mother" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-2753" class="wp-caption-text">Die junge Frau entdeckt im Keller des Hauses ungewöhnliche Dinge.</figcaption></figure>
<h3>Mother!: Die Handlung</h3>
<p>Eine Ehepaar lebt abgeschieden in einem großen Haus irgendwo im Grünen. Er (Javier Bardem), ein Schriftsteller mit Schreibblockade, sie (Jennifer Lawrence), seine sehr viel jüngere Frau, die das einst abgebrannte Haus mit sehr viel Liebe wieder herrichtet. Doch die Idylle wird jäh gestört, als eines Abends ein Mann (Ed Harris) an die Tür klopft. Der offenbar schwerkranke Besucher bleibt auf Drängen des Dichters über Nacht &#8211; und am nächsten Morgen steht auch noch dessen Frau (Michelle Pfeiffer) vor der Tür. Anders als ihr Mann ist sie wenig zurückhaltend und fragt die junge Frau nach intimen Details ihrer Ehe mit dem Dichter. Als dann auch noch die beiden Söhne des älteren Paares auftauchen, eskaliert die Situation &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/XpICoc65uh0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Mother! Ein Film als Rätsel</h3>
<p>Wo soll man bei einem solchen Film anfangen? Wer die Handlung &#8222;wörtlich&#8220; nimmt, dürfte wenig verstehen, soviel lässt sich relativ sicher sagen. Aronofsky meint etwas Anderes als das, was er zeigt, wenn er Jennifer Lawrence durch eine immer wirrer werdende Hölle schickt. Immer mehr fremde Menschen, die ihr Wohnrecht in Zweifel ziehen und das Haus ruinieren, böse Blicke und ein mitunter komplett ignoranter Ehemann. Gegen Ende wird das Ganze dann äußerst rabiat und unappetitlich. Auf den ersten Blick ist nichts davon sinnvoll. Aber so darf man an <em>Mother!</em> sicher nicht herangehen.</p>
<p>Weiter kommt der Zuschauer eher, wenn er das Geschehen symbolisch versteht und selbst versucht, in den unterschiedlichen Hinweisen einen Sinn zu erkennen. Ein schlagendes Herz hinter einer Wand, eine Schwangerschaft, die eine Schreibblockade beendet, fremde Menschen, die den Dichter wie einen Gott verehren &#8211; wer hier seine Schlüsse zieht, kommt der gemeinten Sache vielleicht schon etwas näher. Mehr soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden &#8211; je weniger man über den Film weiß, bevor man ihn sieht, desto unbefangener kann man sich ein eigenes Bild von dem machen, was Aronofsky hier auf die Leinwand bringt. Tatsächlich erinnert der Film an ein abstraktes Gemälde, in das jeder etwas Eigenes hineininterpretieren kann &#8211; und manche sicher auch gar nichts. (Der Verfasser dieser Zeilen schenkt sich daher jegliche eigene Interpretationen, das würde das Filmerlebnis nur verderben.)</p>
<h3>Mother!: Krasse Bilder für den Kopf</h3>
<p>Dass sich an <em>Mother!</em> die Geister scheiden werden, dürfte bereits jetzt feststehen, bei seiner Premiere in Venedig wurde er sowohl ausgebuht als auch bejubelt. Vermutlich waren sich beide Gruppen auch sicher, ihn verstanden zu haben. Damit wird der Film für alle interessant, für die es gar nicht genug Subtext und verstecke Symbolik in einem Film geben kann. Inszeniert ist das Ganze, wie eigentlich immer bei Aronofsky, mit starken Bildern und beweglicher Kamera, die mit Vorliebe, vor, hinter oder neben Jennifer Lawrence bleibt, während die junge Frau durch das Haus läuft. Indem dann auch gleich der gesamte Film spielt, was ziemlich sicher kein Zufall ist.</p>
<figure id="attachment_2754" aria-describedby="caption-attachment-2754" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-2754 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-2-1024x588.jpg" alt="Mother" width="750" height="431" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-2-1024x588.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-2-300x172.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-2-768x441.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2017/09/mother-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-2754" class="wp-caption-text">Je länger die Frau das Haus restauriert, desto mehr Eigenleben scheint das alte Gemäuer zu entwickeln.</figcaption></figure>
<p>Wen das jetzt an Arbeiten von <a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-twin-peaks-staffel-3/">David Lynch</a> erinnert, liegt zwar nicht gänzlich falsch, so ganz passend ist der Vergleich aber auch nicht. Wo Lynch hauptsächlich bestimmte Gefühle erzeugt und sich um die Deutung einer Szene nicht weiter schert, macht Aronofsky schon deutlicher, dass er an Bauch und Kopf adressiert. Über <em>Mother!</em> soll man nachdenken, und das kann, wenn man durch das Gesehene nicht komplett abgestoßen ist, auch richtig Spaß machen. Zumal das Ensemble, allen voran Aronfoskys neue Muse Jennifer Lawrence, mit der er seit den Dreharbeiten liiert ist, großartige Leistungen abliefert.</p>
<h3>Fazit:&nbsp;</h3>
<p>Wieder ein Film, an dem sich die Geister scheiden werden! Für die einen große Kunst, für die anderen zumindest cleverer Mindfuck, für wieder andere nur Schwachsinn. Wer sich genug für künstlerisches Kino interessiert, sollte sich unbedingt selbst ein Bild davon machen, reine Fans von Horror und Psychothriller lassen <em>Mother!</em> besser aus, denn als echter Grusler funktioniert der Film nicht.</p>
<p><strong>Mother! startet am 14. September in den deutschen Kinos.</strong><br />
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    </iframe></p>
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