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	<title>Rassismus-Drama - lauterfilme.de</title>
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	<title>Rassismus-Drama - lauterfilme.de</title>
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		<title>Filmkritik: Candyman</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2021 16:00:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bevor der britische Autor Clive Barker in Sachen bahnbrechender Horror in den späten 90ern in der Versenkung verschwand, schuf er einige der interessantesten Horrorfiguren der Dekade. Jeder Fan kennt natürlich die &#8222;Hellraiser&#8220;-Reihe, die auf Barkers Kurzroman basiert. Aber auch seine Kurzgeschichten-Sammlungen &#8222;Die Bücher des Blutes&#8220; gaben Stoff für etliche Filme her. So auch für Bernard Roses &#8222;Candyman&#8220; von 1992, wobei Rose als Drehbuchautor etliche Veränderungen an Barkers Vorlage vornahm und den Mythos des Candyman nachträglich erst erfand. Nun hat sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor der britische Autor Clive Barker in Sachen bahnbrechender Horror in den späten 90ern in der Versenkung verschwand, schuf er einige der interessantesten Horrorfiguren der Dekade. Jeder Fan kennt natürlich die &#8222;Hellraiser&#8220;-Reihe, die auf Barkers Kurzroman basiert. Aber auch seine Kurzgeschichten-Sammlungen &#8222;Die Bücher des Blutes&#8220; gaben Stoff für etliche Filme her. So auch für Bernard Roses &#8222;Candyman&#8220; von 1992, wobei Rose als Drehbuchautor etliche Veränderungen an Barkers Vorlage vornahm und den Mythos des <strong>Candyman</strong> nachträglich erst erfand. Nun hat sich Produzent Jordan Peele (&#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-get-out/">Get Out</a>&#8222;, &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-wir/">Wir</a>&#8222;) mit der Regisseurin Nia DaCosta an einen weiteren Film gewagt, von dem sich im Vorfeld kaum sagen ließ, ob es ein Remake, eine Fortsetzung oder etwas anderes ist. Die Kritik klärt nicht nur darüber auf.&nbsp;</p>
<figure id="attachment_10693" aria-describedby="caption-attachment-10693" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-10693 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-1.jpg" alt="Yahya Abdul-Mateen II" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10693" class="wp-caption-text">Als der junge Maler Anthony auf die Legende des Candyman stößt, fühlt er sich davon inspiriert.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Der aufstrebende Künstler Anthony McCoy (Yahya Abdul-Mateen II, &#8222;The Trial of the Chicago Seven&#8220;) ist in einer Schaffenskrise. Zwar hält seine Freundin, die Galeristin Brianna (Teyonah Parris), fest zu ihm. Doch die Kunstkritiker der Stadt warten zunehmend ungeduldig auf neue Werke des Malers. Da hört er die Geschichte eines Mannes, der vor vielen Jahren im Problemviertel Cabrini Green lebte und den Spitznamen Candyman trug. Der Mann hatte eine Hand verloren und war deshalb auf eine Prothese angewiesen. Er schenkte den Kindern des Viertels gern Süßigkeiten, was ihm seinen Namen einbrachte, war aber auch ein wenig unheimlich. Als es zu einer Mordserie an Kindern kam, galt er als Hauptverdächtige. Und wurde bei seiner Verhaftung von weißen Cops zu Tode geprügelt.</p>
<p>Anthony ist bald von der Story fasziniert. Und spürt der Legende in den nunmehr fast verlassenen Gebäuden des alten Wohnviertels für arme Leute nach. Tatsächlich findet er in William Burke (Colman Domingo, &#8222;Fear the Walking Dead&#8220;) nicht nur einen Zeitzeugen, der damals alles gesehen hat, sondern glaubt auch bald, den Candyman selbst in seinem Kopf hören zu können. Für seine Kunst ist das ein Geschenk. Er beginnt wieder zu malen. Und hat bald eine stattlichen Anzahl Gemälde fertig, die sich mit Cabrini Green und dem Candyman beschäftigen. Aber sein Geisteszustand scheint immer mehr unter der Candyman-Legende zu leiden. Bald stellt Anthony beunruhigende Veränderungen an seinem Körper fest &#8230;</p>
<p><iframe title="Candyman - Official Trailer 2" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/TPBH3XO8YEU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Kein Artenschutz fürs Original</h2>
<p>Auch wenn die Grundidee von ihm stammt, so verdient Clive Barker an der Qualität des ersten Films keinen großen Anteil. Denn Bernard Rose machte den Candyman erst zum Schwarzen und gab ihm die Hintergrundstory des Malers, der sich in eine Weiße verliebte. Auch Cabrini Green als zentraler Handlungsort war Roses Idee, Barkers Story spielt in England. Allerdings nutzte Rose den Hintergrund der Rassenthematik lediglich als Aufhänger für die Glaubwürdigkeit seiner Story. Als Rassismus-Drama war &#8222;Candymans Fluch&#8220;, wie der Film auf deutsch hieß, nie geplant. Jordan Peele, der in all seinen Filmen das Thema Rassismus stark fokussiert, nutzt nun Roses Vorarbeit für einen Film, der die Horror-Idee Barkers und Roses in den Hintergrund treten lässt.</p>
<p>In Barkers Story und Roses Film geht es dem <strong>Candyman</strong> um seine Existenz als Legende. Er fürchtet, in Vergessenheit zu geraten und somit nochmal zu sterben und kann das nicht zulassen. Der finale Twist des Films bestätigt diese Legendenbildung nochmals. Peele und DaCosta machen aus dem <strong>Candyman</strong> aber einen Rachegeist der Schwarzen, der gegen Rassismus kämpft und dabei schon Jahrhunderte alt ist. Das widerspricht nicht nur der Story des Originals, obwohl sich der neue <strong>Candyman</strong> eindeutig als Fortsetzung begreift. Es dürfte auch Fans des ersten Films, der mit seinem grandiosen Soundtrack von Philip Glass und einigen sehr gelungenen Spannungssequenzen durchaus ein kleiner Klassiker wurde, vor den Kopf stoßen.</p>
<figure id="attachment_10694" aria-describedby="caption-attachment-10694" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10694 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-2.jpg" alt="Teyonah Paris" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10694" class="wp-caption-text">Galeristin Brianna ist zu Beginn noch erfreut über den Kreativschub ihres Freundes.</figcaption></figure>
<h2>Starke Inszenierung &#8230;</h2>
<p>Wer Roses Film mag, dürfte also an dieser Entwicklung des neuen Films nicht unbedingt Gefallen finden. Allerdings ist das auch einer der wenigen Kritikpunkte, die man Peele und DaCosta vorwerfen kann. Denn ihre Version des Candyman ist spannend, deutlich blutiger als das Original und von feinem Witz durchzogen (Kellertür!). Lediglich das Erzähltempo, das von Beginn bis zum Finale stark schwankt und in den letzten 20 Minuten extrem anzieht, ist auch noch ein Punkt, der Kritik verdient. Es wirkt ein wenig so, als hätte DaCosta plötzlich fertig werden müssen. Die bis dahin mitunter ruhige, aber stetige Steigerung der Atmosphäre und der Spannung geht dadurch etwas verloren. Dafür präsentiert sie dem Zuschauer einen wahrhaft blutigen Höhepunkt zum Ende.</p>
<p>Sonst kann sich der neue Candyman aber prächtig sehen lassen. Gerade optisch fällt Nia DaCosta eine Menge ein, um die Story interessant zu erzählen. So zeigt sie einen Mord aus einer höchst ungewöhnlichen Perspektive und lässt grundsätzlich bei den Auftritten des Candyman keine Gnade walten. Diese Härte steht dem Film ebenso gut zu Gesicht wie geschliffene Dialoge um Kunst und Rassismus im heutigen Amerika. Peele und DaCosta, die beide am Drehbuch mitarbeiteten, haben zu diesem Thema erwartungsgemäß einiges zu sagen &#8211; und tun das auch. Dennoch bleibt Candyman bei aller Präsenz des Rassen-Themas in erster Linie ein Horrorfilm. Dem es gelingt seinem Monster auch eine tragische Seite zuzugestehen. Und den Film daher emotional sehr viel zugänglicher macht als ein Slasher von der Stange.</p>
<h2>&#8230; und gut gespielt</h2>
<figure id="attachment_10695" aria-describedby="caption-attachment-10695" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10695 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-3.jpg" alt="Candyman" width="1024" height="551" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-3-300x161.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-3-768x413.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10695" class="wp-caption-text">Doch bald kommt es zu blutigen Morden in der Stadt.</figcaption></figure>
<p>Dazu gehört auch, dass die Rollen des Films stark gespielt sind. Yahya Abdul-Mateen II, der bereits in einigen Film auch mit seiner körperlichen Präsenz punkten konnte, spielt hier die zerrissene Künstler-Seele mit viel Zorn und Verzweiflung und macht so die Faszination, die der <strong>Candyman</strong> auf ihn ausübt, gut begreifbar. Teyonah Parris, kürzlich als neue Superheldin in &#8222;Wandavision&#8220; zu sehen, ist als rationaler Anker der Geschichte wunderbar ironisch und sorgt dafür, dass der Film sich selbst nie zu ernst nimmt. Zusammen sind die beiden auf der Leinwand extrem überzeugend. Und nehmen das Publikum auf verschiedene Reisen mit, die erst nach und nach wieder zusammenlaufen.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p><strong>Candyman</strong> ist ein moderner, stark inszenierter Horrorfilm, der das leider noch immer aktuelle Thema des alltags-Rassismus in den USA in zum Teil rabiaten Bildern an den Pranger stellt. Von Fans des Original-Films müssen sich Produzent und Co-Autor Jordan Peele und Regisseurin und Co-Autorin Nia DaCosta allerdings den Vorwurf gefallen lassen, wichtige Änderungen am Hintergrund der Titelfigur vorgenommen zu haben und die eigentlich Grundidee des <strong>Candyman</strong> zu ignorieren. Wer den Film aus dem Jahr 1992 allerdings nicht kennt, dem dürfte das ziemlich egal sein. Und der bekommt dann auch einen atmosphärisch dichten und zum Teil sehr blutigen Horrorfilm ohne den leicht schalen Beigeschmack zu vieler Änderungen.</p>
<p><strong>Candyman startet am 26. August 2021 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_10696" aria-describedby="caption-attachment-10696" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10696 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-4.jpg" alt="Candyman" width="1024" height="537" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-4-300x157.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/candy-4-768x403.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10696" class="wp-caption-text">Ist der Geist des getöteten Mannes tatsächlich auf Rachefeldzug unterwegs?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: American Son</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-american-son/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2019 11:56:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Netflix]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus-Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterstück]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das mediale Format, das wohl am wenigsten für Film-Adaptionen genutzt wird, ist das Theaterstück. Während Shakespeare-Werke noch hin und wieder zum Film werden, wie beispielsweise &#8222;The King&#8220;, sind moderne Dramen nur selten in einer Kinofassung zu sehen. &#8222;American Son&#8220; ist ein Broadway-Stück, das nur in einem einzigen Raum spielt und nur vier Personen beinhaltet. Kann die Umsetzung eines solchen Kammerspiels trotzdem sehenswert sein? Netflix hat sich in der jüngeren Vergangenheit nicht nur ab und zu mit Arthouse-Kino beschäftigt, um vielleicht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das mediale Format, das wohl am wenigsten für Film-Adaptionen genutzt wird, ist das Theaterstück. Während Shakespeare-Werke noch hin und wieder zum Film werden, wie beispielsweise <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-the-king/">&#8222;The King&#8220;</a>, sind moderne Dramen nur selten in einer Kinofassung zu sehen. &#8222;American Son&#8220; ist ein Broadway-Stück, das nur in einem einzigen Raum spielt und nur vier Personen beinhaltet. Kann die Umsetzung eines solchen Kammerspiels trotzdem sehenswert sein?</strong></p>
<p>Netflix hat sich in der jüngeren Vergangenheit nicht nur ab und zu mit Arthouse-Kino beschäftigt, um vielleicht einmal einen Oscar zu gewinnen. Auch politische Themen waren immer wider Kernstück von Serien der Filmen. Eines dieser Themen war der Rassismus, den Netflix beispielsweise mit der Mini-Serie &#8222;When They See Us&#8220; anprangerte. Auch <em>American Son</em> beschäftigt sich mit diesem Thema, geht aber andere Wege als die Serie. Wie gut ist der Film des hauptsächlich am Theater arbeitenden Regisseurs Kenny Leon?</p>
<figure id="attachment_7072" aria-describedby="caption-attachment-7072" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7072 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-1-1024x683.jpg" alt="American Son" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-7072" class="wp-caption-text">Mitten in der Nacht erscheint Kendra auf dem Revier, weil ihr Sohn Jamal verschwunden ist.</figcaption></figure>
<h3>American Son: Die Handlung</h3>
<p>Die Afro-Amerikanerin Kendra (Kerry Washington, &#8222;Django Unchained&#8220;), eine Psychologin, sitzt am Ende einer Nacht in einem Polizeirevier in Miami und sucht nach Spuren ihres Sohnes Jamal, der seit einigen Stunden verschwunden ist. Während sie auf ihren weißen Noch-Ehemann Scott (Steven Pasquale), einen FBI-Agent, wartet, redet sie immer wieder mit dem jungen Cop Larkin (Jeremy Jordan, &#8222;Supergirl&#8220;), der aber offenbar keine Kenntnis vom Verbleib ihres Sohnes hat und sie auf den PR-Kollegen vetröstet, der bald kommen soll. Kendra verzweifelt immer mehr an den Fragen des Cops.</p>
<p>Denn der macht kaum einen Hehl daraus, dass er Jamal für ein Gang-Mitglied hält &#8211; es geht ja schließlich um einen Schwarzen. Als Scott ankommt, hält Larkin ihn irrtümlich für den PR-Kollegen, den er noch nicht persönlich kennengelernt hat und gibt plötzlich bereitwillig Auskunft darüber, was er tatsächlich weiß. Zu spät merkt er, dass es sich bei Scott um den Vater des Jungen handelt. Denn nun wissen die Eltern, dass es tatsächlich einen Vorfall gegeben hat, in den Jamal verwickelt gewesen ist &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/dbKZlSwAS3M" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>American Son: Intensives Drama</h3>
<p>Autor Christopher Demos-Brown, der nicht nur das Stück, sondern auch das Script für den Film schrieb, seziert in seiner Geschichte, wie sehr das Leben in den USA vom allgegenwärtigen Rassismus durchdrungen ist. So sehr, dass er sich sogar in die Ehe zwischen einem irisch-stämmigen Weißen und einer Afro-Amerikanerin einen Weg bahnt &#8211; und nicht wieder verschwindet. Demos-Brown nutzt geschliffene Dialoge und gelungene kleine Monologe der Figuren, um zu zeigen, wie weit Schwarz und Weiß noch immer auseinander liegen.</p>
<p>Dabei macht sich Demos-Brown die Sache aber nie leicht. So zeigt er auf, wie sehr sich ein bestimmtes Verhalten bereits in Teile der afro-amerikanischen Bevölkerung gefressen hat, dass für Eskalation sorgen kann. Genauso aber entblößt er den scheinbar so korrekten Gatten und FBI-Mann als latenten Rassisten. Der eben auch bestimmtes Verhalten bei seinen Cop-Kollegen billigt, wie falsch es auch sein mag. Schonungslos zeigt Demos-Brown bei einer sehr zurückgenommenen Regie von Kenny Leon auf, wie tief das Problem sitzt.</p>
<figure id="attachment_7073" aria-describedby="caption-attachment-7073" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7073 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-2-1024x683.jpg" alt="American Son" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-7073" class="wp-caption-text">Doch so sehr Kendra auch bittet, sie erhält keine Informationen über ihren Sohn.</figcaption></figure>
<h3>American Son: Grandios gespielt</h3>
<p>Kerry Washington spielt die Schlüsselrolle der besorgten Mutter, mit der die Zuschauer in jeder Minute mehr mitleiden, absolut mitreißend. Ihrer wachsende Verzweiflung angesichts der sich bald abzeichnenden Möglichkeiten, was passiert sein könnte, wird durch sie so nachvollziehbar und emotional packend, dass man sich ihrem Spiel kaum entziehen kann. Steven Pasquale setzt als Ehemann die dazu passenden Akzente ebenfalls beeindruckend gut. Jeremy Jordan ist als junger Cop mit Rassismus-Tendenzen eine positive Überraschung.</p>
<p>Das Trio treibt sich gegenseitig zu großartigen Momenten der Schauspielkunst. Bis im letzten Akt des Films mit dem schwarzen PR-Cop Stokes (Eugene Lee) ein Katalysator auftaucht, der durch seine nüchterne und gnadenlose Art nochmal einen gänzlich anderen Ton in den Film bringt. Und als schwarzer Cop, der zwischen den Stühlen sitzt, auch inhaltlich nochmals neue Aspekte der Geschichte aufzeigt. Ein brillant geschriebenes Stück, das bei Netflix als ebensolches Kammerspiel verfilmt wurde.</p>
<p>Allerdings ist das ein Film für Zuschauer, die gern ins Theater gehen oder sich zumindest für kammerspielartige Stoffe begeistern können. Außer den Schauspielern gibt es hier nichts zu sehen, außer großartigen Dialogen nichts zu hören. Wer so etwas mag, bekommt ein erschütterndes Zeugnis des ständig vorhandenen Rassismus in den USA. Dessen Übertragung auf deutsche Verhältnisse nach jüngsten Ereignissen hier gar nicht so schwer fällt. Weil die Argumente von Rassisten sich weltweit nur wenig unterscheiden.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p><em>American Son</em> ist eine großartige Umsetzung des gleichnamigen Theaterstückes, in der nicht nur die vier Schauspieler glänzen, sondern Autor Christopher Demos-Brown auch den Rassismus in all seinen Daseinsformen entlarvt. Der bis in die Ehe zwischen zwei Menschen reicht. Als reiner Unterhaltungsfilm eignet sich American Son dagegen nur bedingt. Hier kommen eher Theaterfreunde und klassische Bildungsbürger auf ihre Kosten als Netflix-Nutzer, die nach einem netten Film für den Wochenend-Abend suchen.</p>
<p><strong>American Son startet am 1. November 2019 bei Netflix.</strong></p>
<p>Weitere Kritiken zu Netflix-Filmen <a href="https://lauterfilme.de/netflix-filmkritik-im-ueberblick/">finden Sie hier.</a></p>
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<figure id="attachment_7074" aria-describedby="caption-attachment-7074" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-7074 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-3-1024x683.jpg" alt="American Son" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/11/son-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-7074" class="wp-caption-text">Erst als Kendras weißer Ehemann Scott auftaucht, beginnt der junge Cop zu reden.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Beale Street</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-beale-street/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2019 15:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Love-Story]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus-Drama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Regisseur Barry Jenkins gewann mit seinem zweiten Spielfilm &#8222;Moonlight&#8220;, für den er auch das Drehbuch schrieb, nicht nur den Oscar als bester Film, sondern heimste weltweit Preise im Dutzend ein. Dass er nicht nur eine Eintagsfliege ist, will er nun mit &#8222;Beale Street&#8220; beweisen, in dem er erneut eine afro-amerikanische Geschichte erzählt, die gleichzeitig furchtbar und poetisch ist. Kann Jenkins mit dem neuen Film an seinen Welterfolg anknüpfen? James Baldwin (1924-1987) gehört nicht nur zu den wichtigsten afro-amerikanischen Schriftstellern, sondern [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Regisseur Barry Jenkins gewann mit seinem zweiten Spielfilm <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-moonlight/">&#8222;Moonlight&#8220;</a>, für den er auch das Drehbuch schrieb, nicht nur den Oscar als bester Film, sondern heimste weltweit Preise im Dutzend ein. Dass er nicht nur eine Eintagsfliege ist, will er nun mit &#8222;Beale Street&#8220; beweisen, in dem er erneut eine afro-amerikanische Geschichte erzählt, die gleichzeitig furchtbar und poetisch ist. Kann Jenkins mit dem neuen Film an seinen Welterfolg anknüpfen?</strong></p>
<p>James Baldwin (1924-1987) gehört nicht nur zu den wichtigsten afro-amerikanischen Schriftstellern, sondern hat auch mit Film zu tun. &#8222;I am not your Negro&#8220;, in dem Baldwin eine wichtige Rolle spielt, war 2017 für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. Baldwins Romane wurden aber noch nicht für das große Hollywood-Kino entdeckt &#8211; bis jetzt. Denn Jenkins&#8216; Beale Street basiert auf Baldwins Buch &#8222;Beale Street Blues&#8220;. Welchen Blick auf das Leben der Schwarzen im New York der frühen 70er Jahre bietet der Film?</p>
<figure id="attachment_5734" aria-describedby="caption-attachment-5734" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5734 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-1-1024x683.jpg" alt="Beale Street" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-1-1024x683.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5734" class="wp-caption-text">Trish und Fonny kennen sich schon, seit sie Kleinkinder waren. Doch nun haben sie sich ineinander verliebt.</figcaption></figure>
<h3>Beale Street: Die Handlung</h3>
<p>Sie kennen sich schon seit Kindertagen. Doch nun hat es zwischen dem 22-jährigen Bildhauer Alonzo, genannt Fonny (Stephan James) und der 19-jährigen Verkäuferin Trish (KiKi Lane) gefunkt. Die beiden werden ein Paar. Fonnys Familie ist davon zwar nicht begeistert, aber Trishs Vater Joseph (Colman Domingo, &#8222;Fear the Walking Dead&#8220;) und Mutter Sharon (Regina King) stehen hinter der Entscheidung ihrer Tochter für Fonny &#8211; auch als Trish schwanger wird. Doch dann schlägt das Schicksal unbarmherzig zu.</p>
<p>Denn ein Vergewaltigungsopfer will Fonny bei einer Gegenüberstellung als Täter erkannt haben, obwohl der junge Mann eigentlich beweisen kann, dass er zur Tatzeit kilometerweit entfernt vom Tatort war. Doch dazu bräuchte es einen Prozess &#8211; und der steht wegen völlig überlasteter Gerichte in den kommenden Monaten &#8211; vielleicht sogar Jahren &#8211; nicht an. Sharon versucht daher, die Frau zu finden, die Fonny wiedererkannt haben will. Doch die Latina hat sich mittlerweile in ihre alte Heimat Puerto Rico abgesetzt. Was kann Fonny nun noch tun?<br />
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<h3>Beale Street: Rassismus als Grundgerüst</h3>
<p>Barry Jenkins gelingt mit Beale Street etwas Besonderes. Denn er erzählt eine Liebesgeschichte voller Poesie und wunderschöner Bilder. Und nur selten tritt der Rassismus offen zutage, wie in einer Szene, in der ein Cop (schön fies: <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-alita-battle-angel/">Ed Skrein</a>) auf Fonny losgeht, weil der einen Weißen davon abhalten wollte, Trish zu betatschen. Und dieser Moment ist für alle Beteiligten ganz selbstverständlich. Niemand wundert sich über die Reaktion der Leute, die daran beteiligt sind. Eine Ausnahme, denn meist geht Jenkins in seinem Film viel subtiler vor.</p>
<p>In seinem Film ist der Alltags-Rassismus oft so allgegenwärtig, dass Szenen, in denen es tatsächlich akut um rassistische Angriffe geht, gar nicht nötig sind. So ist ein Moment, in der ein weißer Geschäftsmann von Trish verlangt, ein Parfum zu benutzen, das er vielleicht kaufen will, und ihm ihren Arm zu geben, damit er daran riechen kann, schlimm genug. Auch hier spricht die Selbstverständlichkeit, mit der Trish sich fügt, obwohl sie das Ganze deutlich sichtbar als unangenehm empfindet, Bände. In diesen Momenten erreicht Jenkins die maximale Wirkung.</p>
<figure id="attachment_5735" aria-describedby="caption-attachment-5735" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5735 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-2-1024x683.jpg" alt="Beale Street" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-2-1024x683.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5735" class="wp-caption-text">Trishs Eltern wollen sofort helfen, nachdem Fonny unschuldig im Gefängnis landet.</figcaption></figure>
<h3>Beale Street: Mehr als nur ein Drama</h3>
<p>Dazu schafft Jenkins eine breite Gefühlsspanne, wenn er das zarte Annähern von Trish und Fonny in wundervollen Farben von Kameramann James Laxton einfangen lässt. Und den harten Alltag in ein gänzlich anderes Licht taucht. So darf sich der Zuschauer auch immer wieder an der Liebe erfreuen, bevor ein neuer Tiefschlag ihn in die Wirklichkeit zurückholt. Denn wie schwer es ist, dem unschuldigen Fonny zu helfen, muss vor allem Trishs Mutter Sharon, oscarprämiert von Regina King gespielt, am eigenen Leib erfahren.</p>
<p>Denn sie und ihre Familie versuchen alles, um Fonny noch vor der Geburt seines Kindes aus dem Gefängnis zu holen. Doch das US-Justizsystem ist ein mächtiger Gegner, wie bald klar wird. Und so werden die Versuche, etwas zu erreichen, immer wieder zu Kämpfen gegen Windmühlen. Wie wenig überraschend die Betroffenen auf immer neue Rückschläge reagieren, gehört zu den schlimmsten Momenten des Films. Und zeigen, wie sehr sich Baldwins Literatur schon von Dramen wie &#8222;Mississippi Burning&#8220; weiterentwickelt hatte.</p>
<p>Jenkins verlässt sich auch in seiner Drehbuch-Fassung auf die Beobachtungsgabe des Schriftstellers. Und erzählt von einer Liebe in schweren Zeiten, ohne deshalb seinen Film in bleischwerer Melancholie versinken zu lassen. Oder mit drastischen Bildern und Szenen seine Botschaft zu verbreiten. Wie sehr der Rassismus ein Teil der US-Gesellschaft ist, macht er gerade deshalb deutlicher als mancher Versuch, dem Thema allein einen ganzen Film zu widmen. Moonlight war definitiv kein One-Hit-Wonder, von Barry Jenkins werden Kinofans noch einiges hören.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Wunderschön, optimistisch, tieftraurig, wütend: Barry Jenkins spielt in seinem Moonlight-Nachfolger Beale Street virtuos auf der emotionalen Klaviatur des Kinos. Und zeigt den Alltagsrassismus der 70er Jahre fast beiläufig, während er eine der schönsten Liebesgeschichten des Jahres präsentiert. Ein Film, der einen aus unterschiedlichen Gründen schüttelt. Und wundervolle Bilder mit schrecklichen Inhalten kombiniert.</p>
<p><strong>Beale Street startet am 7. März 2019 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_5736" aria-describedby="caption-attachment-5736" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5736 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-3-1024x683.jpg" alt="Beale Street" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-3-1024x683.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/03/beale-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5736" class="wp-caption-text">Die Aussage des Opfers brachte Fonny in den Knast. Kann Trishs Familie die Frau überzeugen, die Wahrheit zu sagen?</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: The Hate U Give</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Feb 2019 15:27:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Coming of Age]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturverfilmung]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus-Drama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele kennen Amandla Stenberg als &#8222;Rue&#8220; aus dem ersten Teil der &#8222;Tribute von Panem&#8220;. Inzwischen hat sich die 20-jährige Tochter einer Afro-Amerikanerin und eines Dänen aber in die obere Liga der jungen Hollywood-Stars gespielt. Mit &#8222;The Darkest Minds&#8220; gab es einen Rückschlag, doch ihre Hauptrolle in &#8222;The Hate U Give&#8220; hat sie schon als Laudatorin zu den Oscars gebracht. Worum geht es in der Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans? Früher waren Rassismus-Dramen in Hollywood eine Besonderheit &#8211; auch weil sie so [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele kennen Amandla Stenberg als &#8222;Rue&#8220; aus dem ersten Teil der <a href="https://lauterfilme.de/die-tribute-von-panem-studio-wuenscht-fortsetzung/">&#8222;Tribute von Panem&#8220;</a>. Inzwischen hat sich die 20-jährige Tochter einer Afro-Amerikanerin und eines Dänen aber in die obere Liga der jungen Hollywood-Stars gespielt. Mit <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-the-darkest-minds-die-ueberlebenden/">&#8222;The Darkest Minds&#8220;</a> gab es einen Rückschlag, doch ihre Hauptrolle in &#8222;The Hate U Give&#8220; hat sie schon als Laudatorin zu den Oscars gebracht. Worum geht es in der Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans?</strong></p>
<p>Früher waren Rassismus-Dramen in Hollywood eine Besonderheit &#8211; auch weil sie so selten waren. Und so konnte ein &#8222;In der Hitze der Nacht&#8220; oder &#8222;Mississippi Burning&#8220; schon deshalb nachhaltig beeindrucken, weil es in ihrer Zeit kaum kassenträchtige Filme gab, die sich mit einem der schon am längsten andauernden Problem der USA beschäftigten &#8211; dem Rassismus. Das hat sich verändert. Mittlerweile kommen mehrmals im Jahr Filme ins Kino, die Rassismus auf ganz unterschiedliche Arten thematisieren. <em>The Hate U Give</em> ist einer davon.</p>
<figure id="attachment_5669" aria-describedby="caption-attachment-5669" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5669 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-1-1024x682.jpg" alt="The Hate U Give" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5669" class="wp-caption-text">In der teuren Privatschule ist Starr ein ganz normales Mädchen mit weißen Freunden.</figcaption></figure>
<h3>The Hate U Give: Die Handlung</h3>
<p>Die 16-jährige Starr (Amandla Stenberg) lebt in zwei Welten. In der teuren Privatschule, die sie besucht, ist sie eine beliebte Schülerin. Aber eine ihrer Freundinnen von Hause einzuladen, das wagt sie nicht. Denn ihre Familie lebt in einem ärmlichen, schwarzen Viertel, in dem Starr ebenfalls Freunde und ihre Wurzeln hat. Und sie hat bereits früh verstanden, dass sich diese beiden Welten nicht sonderlich gut miteinander vertragen. Dennoch gelingt es ihr recht gut, beides unter einen Hut zu bringen. Bis Khalil (Algee Smith) auftaucht.</p>
<p>Starrs alter Freund aus Kindertagen lädt sie zu einer Party ein. Als es dort zu einer Schießerei kommt, will er sie mit seinem Wagen nach Hause bringen, wird aber von einem jungen weißen Cop angehalten. Als sich Khalil ins Auto beugt, um seine Papiere herauszuholen, wird er erschossen. Starr kommt zwar mit dem Schrecken davon, begreift aber, dass ein Leben in beiden Welten eigentlich nicht funktionieren kann. Und so muss sich die 16-jährige Augenzeugin des Vorfalls überlegen, was sie jetzt tun will &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/3MM8OkVT0hw" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>The Hate U Give: Die Wut der Jugend</h3>
<p>Rassismus ist in den USA noch immer ein großes Thema und wird es in leicht anderer Konstellation auch immer mehr in Europa. Dennoch gibt es Filme, die sich nicht darauf beschränken wollen, etwas über Rassismus zu sagen. Auch <em>The Hate U Give</em> ist so ein Film. Denn er zeichnet durch Starrs Augen nicht nur ein ungewöhnlich komplexes Bild der US-Volksseele, sondern beschäftigt sich auch mit anderen Themen. Wie der Schwierigkeit herauszufinden, wer man sein will. Und ob Freundschaft oder Haltung im Leben wichtiger ist.</p>
<p>Zwar sind der Tod von Khalil und die sich daraus ergebende Handlung das Rückgrat des Films, aber wirklich sehenswert machen ihn die Szenen, in denen es auch um andere Dinge geht. So hat Starrs Figur allein schon deshalb starke Momente, weil sie zwei Leben führen muss, die sie auch stets streng voneinander getrennt hält. Die ständige Wut, die Starr darüber empfindet, dass es überhaupt nötig ist, verleiht <em>The Hate U Give</em> die dringend benötigten subtileren Zwischentöne, denn manche Momente geraten Regisseur George Tillman Jr. zu platt.</p>
<figure id="attachment_5670" aria-describedby="caption-attachment-5670" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5670 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-2-1024x682.jpg" alt="The Hate U Give" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-2-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5670" class="wp-caption-text">Doch sie lebt in einem vorwiegend schwarzen Armenviertel. Und führt dort ein anderes Leben. Als sie auf einer Party ihren Sandkastenfreund Khalil trifft, weiß sie noch nicht, dass der Junge eine Stunde später tot sein wird.</figcaption></figure>
<h3>The Hate U Give: Nicht frei von Klischees</h3>
<p>Denn bei alles Komplexität der Handlung, die neben Starr auch die Sicht schwarzer Bürgerrechtsbewegungen, schwarzer Cops und schwarzer Gangs berücksichtigt, ist nicht jede Figur frei von Klischees. So darf Avengers-Star Anthony Mackie als Gangsterboss King nur das Klischee eines Schurken spielen. Und auch die Tatsache, dass alle Aktionen der schwarzen Gemeinde von der Kirche ausgehen oder mit ihr zu tun haben, ist bei allem vermutlich realen Hintergrund doch stark in einem Schablonen-Denken verhaftet, vom dem der Film nicht frei ist.</p>
<p>Umso besser, dass es neben Starr auch noch weitere starke Charaktere gibt, die dazu ein starkes Gegengewicht schaffen. So ist Russell Hornsby als Starrs Vater, der als Ex-Knacki ein besseres Leben für sein Kinder und sich trotzdem nichts gefallen lassen will, ein ausgezeichneter moralischer Kompass ohne Zeigefinger. Und auch Starrs Onkel Carlos (Common),ein Cop mit einer ganz eigenen Sicht auf den Vorfall, hebt sich wohltuend von den Klischees ab und zeigt ein differenziertes Bild eines zwischen Rassismus und Kollegen-Loyalität zerissenen Menschen.</p>
<p>Diese Highlights machen <em>The Hate U Give</em> neben der packenden, glaubhaften Handlung zu einem sehenswerten Kinoerlebnis. Denn der Film macht durch seine Hauptfigur deutlich, dass es keine Eskalation der Gewalt wie Khalils Tod braucht, um den alltäglichen Rassismus zu zeigen. Starrs Weigerung, ihren weißen Freund Chris mit zu sich nach Hause zu nehmen, ist eine ebenso starke Anklage wie der verblutende Teenager mit drei Kugeln im Rücken. Tillman verbindet beides &#8211; auch dank einer sehr starken Hauptdarstellerin.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Ein perfekter Film ist <em>The Hate U Give</em> nicht geworden. Aber er traut sich etwas, das der Zuschauer nicht oft zu sehen bekommt. Der Film bemüht sich um Komplexität und Ausgewogenheit, obwohl er die emotionale Wucht der Geschichte nie unterdrückt. So verschweigt er weder die Schießereien im Schwarzenviertel, noch die Instrumentalisierung des toten Teenagers durch Organisationen, denen das in die Karten spielt. Und macht dennoch zu Recht wütend. Das muss ein Film, der dazu klar auf eine jugendliche Zielgruppe abzielt, erst einmal schaffen.</p>
<p><strong>The Hate U Give startet am 28. Februar 2019 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_5671" aria-describedby="caption-attachment-5671" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5671 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-3-1024x682.jpg" alt="The Hate U Give" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2019/02/hate-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5671" class="wp-caption-text">Nun muss Starr sich als einzige Augenzeugin entscheiden: Schweigen, um ihre Existenz auf der weißen Schule nicht zu verlieren &#8211; oder in Khalils Namen die Wahrheit herausschreien.</figcaption></figure>
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