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	<title>Oscar - lauterfilme.de</title>
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		<title>Filmkritik: The Father</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2021 18:42:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Er startete spät in Hollywood durch, schaffte erst mit 53 Jahren seinen Durchbruch mit &#8222;Das Schweigen der Lämmer&#8220;. Der Film brachte ihm aber nicht nur den Oscar ein, sondern katapultierte ihn sofort in die oberste Liga der Schauspiel-Stars: Anthony Hopkins. Der Brite widerstand allerdings vielen Blockbuster-Angeboten und spielte meistens in kleineren, aber für seinen Geschmack offenbar interessanteren Filmen mit. Mit &#8222;The Father&#8220; holte der mittlerweile 83-jährige in diesem Jahr seinen zweiten Oscar als bester Hauptdarsteller. Welche Rolle er dort spielt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Er startete spät in Hollywood durch, schaffte erst mit 53 Jahren seinen Durchbruch mit &#8222;Das Schweigen der Lämmer&#8220;. Der Film brachte ihm aber nicht nur den Oscar ein, sondern katapultierte ihn sofort in die oberste Liga der Schauspiel-Stars: Anthony Hopkins. Der Brite widerstand allerdings vielen Blockbuster-Angeboten und spielte meistens in kleineren, aber für seinen Geschmack offenbar interessanteren Filmen mit. Mit &#8222;The Father&#8220; holte der mittlerweile 83-jährige in diesem Jahr seinen zweiten Oscar als bester Hauptdarsteller. Welche Rolle er dort spielt und warum die Auszeichnung absolut verdient ist (auch wenn viele sich den verstorbenen Chadwick Boseman als posthumen Gewinner gewünscht hätten), verrät die Kritik.</p>
<figure id="attachment_10708" aria-describedby="caption-attachment-10708" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-10708 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-1.jpg" alt="Olivia Colman" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-1.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10708" class="wp-caption-text">Anne kümmert sich so gut sie kann um ihren Vater Anthony. Doch sie will umziehen und braucht eine dauerhafte Lösung.</figcaption></figure>
<h2>Die Handlung</h2>
<p>Anthony (Anthony Hopkins) ist zunehmend verwirrt. Seine Tochter Anne (<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-the-favourite-intrigen-und-irrsinn/">Olivia Colman</a>) taucht in letzter Zeit häufig in seiner Wohnung auf, auch wenn er sie gar nicht gerufen hat. Sie erklärt ihm, dass sie nach Paris ziehen wolle und für ihn nun eine Pflegerin sucht, die sich um ihn kümmert. Doch Anthony weiß gar nicht, worüber sie sich Sorgen macht, schließlich kommt er allein noch wunderbar zurecht. Und er denkt auch gar nicht daran, aus seiner Wohnung auszuziehen, die er vor vielen Jahre gekauft hat. Dass ab und zu ihm völlig fremde Männer auftauchen und so tun, als würden sie dort wohnen, missfällt ihm aber sehr.&nbsp;</p>
<p>Als Anne ihm die neue Pflegerin Laura (Imogen Poots) vorstellt, ist Anthony ganz hingerissen von der jungen Frau, erinnert sie ihn doch stark an seine andere Tochter Lucy, von der er leider seit einer Weile nichts mehr gehört hat. Im Gegensatz zu Anne, die ihn oft enttäuscht hat, ist Lucy sein ganzer Stolz. Denn sie ist Malerin geworden und hat ihm für die Wohnung das schöne Bild im Wohnzimmer geschenkt. Doch wenn er sich bei Anne nach ihr erkundigt, bekommt er keine Antwort. Eines Tages muss er feststellen, dass jemand in seiner Wohnung die alten Bilder abgehängt und durch andere ersetzt hat, ohne ihn zu fragen. Das macht ihm Angst. Und sein Martyrium ist noch nicht zu Ende, denn immer häufiger geschehen in seiner Wohnung Dinge, für die er keine Erklärung hat &#8230;&nbsp;</p>
<p><iframe title="THE FATHER | Official Trailer (2020)" width="750" height="422" src="https://www.youtube.com/embed/4TZb7YfK-JI?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Konsequent subjektiv</h2>
<p>Der französische Schriftsteller und Regisseur Florian Zeller schrieb bereits die Vorlage für seinen Film, das Theaterstück &#8222;Le pére&#8220; im Jahr 2012. Es läuft bis heute mit großem Erfolg in aller Welt. Nun inszenierte er The Father als Filmregie-Debüt mit Weltstars. Dass es sich bei der Hauptfigur um einen Demenzkranken handelt, dass erkennt der Zuschauer schnell. Auch wenn es erst am Ende explizit erklärt wird. Neuland betritt Zeller auch nicht mit dem Thema, das wurde bereits in Filmen wie &#8222;Still Alice&#8220; mit Julianne Moore behandelt. Sondern mit der Art und Weise, wie er die Geschichte erzählt, nämlich konsequent aus der Sicht Anthonys. Und damit bekommt der Zuschauer den wohl unzuverlässigsten Erzähler überhaupt.</p>
<p>Somit muss das Publikum grundsätzlich alles infrage stellen, was der Film behauptet. Schleichend führt Zeller dies Tatsache ein. Denn in den ersten Minuten könnte man Anthony noch für einen zwar etwas ruppigen, aber dennoch kultivierten und gesunden älteren Herrn halten. Aber je länger der Film läuft, desto mehr irreale Situationen prasseln auf Anthony ein. Mal sitzt ein ihm völlig unbekannter Mann (Mark Gatiss) in seinem Wohnzimmer und behauptet, sein Schwiegersohn zu sein. Mal erzählt ihm Anne, dass sie nach Paris zieht, dann wieder, dass sie verheiratet ist und Anthony bei ihr wohnt. Und selbst Anne wechselt hin und wieder das Aussehen und mutiert zu einer Frau, die Anthony noch nie gesehen hat.</p>
<figure id="attachment_10709" aria-describedby="caption-attachment-10709" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10709 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-2.jpg" alt="The Father" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-2.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-2-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10709" class="wp-caption-text">Da trifft es sich gut, dass die neue Pflegerin Laura bei Vater Anthony gut ankommt.</figcaption></figure>
<h2>Hopkins ist grandios &#8211; und nicht nur er</h2>
<p>Das dürfte vor allem für die Zuschauer der blanke Horror sein, die einen solchen Fall aus eigener Erfahrung kennen. Denn Hopkins führt dem Publikum mit seinem ganzen Können als Schauspieler vor Augen, wie furchtbar diese Krankheit für den Betroffenen selbst ist. Denn ein Happy-End gibt es hier ebenso wenig wie einen auch nur irgendwie gearteten positiven oder optimistischen Ausklang. Demenz ist eine grausame Krankheit und <strong>The Father</strong> macht das brutal deutlich. Und sich derart in das Innere eines Kranken versetzt zu sehen, ist schon für Zuschauer ohne entsprechenden Background kein Zuckerschlecken. Für jemanden, der einen Fall in der Verwandtschaft hat, könnte <strong>The Father</strong> wirklich beklemmend wirken.</p>
<p>Zeller macht in seiner Inszenierung keinen Hehl daraus, dass er hier ein Theaterstück verfilmt. Es bleibt ein Kammerspiel, in dem kaum einmal eine Figur das Haus verlässt. Alles spielt sich in den immer gleichen Wänden ab, die für Anthony aber nicht gleich bleiben. Und Hopkins spielt den langsamen Verfall und das noch langsamere Realisieren der Tatsache, dass mit ihm etwas nicht stimmt, absolut grandios. Alles, was Betroffene oft mit Erkrankten erleben, die Wut, die Trauer, der Zusammenbruch und die völlige Verzweiflung angesichts eines nicht mehr vorhandenen Lebens in gewohnter Realität, bringt der 83-jährige fast grausam genau auch den Punkt. Und macht aus dem anfangs gar nicht so sympathischen Senioren einen Kranken, mit dem man zutiefst mitleidet.</p>
<figure id="attachment_10710" aria-describedby="caption-attachment-10710" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10710 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-3.jpg" alt="Rufus Sewell" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-3.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-3-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10710" class="wp-caption-text">Schwiegersohn Paul ist im Umgang mit Anthony weniger zimperlich.</figcaption></figure>
<p>Auch der restliche Cast kann sich mehr als sehen lassen. Olivia Colman sieht der Zuschauer ihre tiefe Trauer ob des Zustandes ihres Vaters in jeder Szene an. Rufus Sewell und Mark Gatiss als vermeintlich ruppige Inkarnationen eines Schwiegersohns sind ebenfalls sehenswert. Genau wie Olivia Williams als zweite Anne und Imogen Poots als reale oder nicht reale Pflegerin Laura. All das macht <strong>The Father</strong> zwar zu einem großartigen Film, der sich zurecht sechs Nominierungen und zwei Oscars holte (neben Hopkins bekam auch Zeller einen Goldjungen für das Beste adaptierte Drehbuch), aber eben nicht zu einem schönen. Für nicht wenige im Publikum dürfte <strong>The Father</strong> ein ganz realer Horrorfilm sein.</p>
<h2>Fazit:</h2>
<p>So vermeintlich harmlos, wie <strong>The Father</strong> beginnt, so erschütternd und deprimierend endet er. Dazwischen sieht das Publikum einem älteren Herrn dabei zu, wie er Schritt für Schritt die Person verliert, die er einmal war. Und zu jemandem wird, der nur noch in rotierenden Erinnerungen existiert, die zum Teil nicht einmal echt sind. Ein Alptraum der realen Sorte, der den Zuschauer ganz ohne Blut und Monster schockiert. Und nach dem man den Drang verspürt, sich mal wieder beim Arzt so richtig durchchecken zu lassen. Auch wenn man es Chadwick Boseman gegönnt hätte, Anthony Hopkins hat sich diesen Oscar mehr als verdient.</p>
<p><strong>The Father startet am 26. August 2021 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_10711" aria-describedby="caption-attachment-10711" style="width: 1024px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-10711 size-full" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-4.jpg" alt="The Father" width="1024" height="683" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-4.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-4-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-4-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-4-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2021/08/father-4-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-10711" class="wp-caption-text">Anthony ist verwirrt: Hier hing doch sonst ein anderes Bild!</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Alles Geld der Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Feb 2018 15:29:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[historienfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der neue Film des britischen Regisseurs Ridley Scott handelt von einem Kriminalfall, der in den frühen 70er Jahren Furore machte. Der Enkel des reichsten Mannes der Welt war entführt worden &#8211; und Opa J. Paul Getty weigerte sich, auch nur einen Cent Lösegeld zu zahlen &#8211; obwohl er &#8222;Alles Geld der Welt&#8220; besaß. Kann sich der Film nach Scotts sehr mäßigem &#8222;Alien: Covenant&#8220; wieder sehen lassen? Dass der 80-jährige, einst von Fans und Kritikern gefeierte Regisseur Ridley Scott einen richtig [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der neue Film des britischen Regisseurs Ridley Scott handelt von einem Kriminalfall, der in den frühen 70er Jahren Furore machte. Der Enkel des reichsten Mannes der Welt war entführt worden &#8211; und Opa J. Paul Getty weigerte sich, auch nur einen Cent Lösegeld zu zahlen &#8211; obwohl er &#8222;Alles Geld der Welt&#8220; besaß. Kann sich der Film nach Scotts sehr mäßigem &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-alien-covenant/">Alien: Covenant</a>&#8220; wieder sehen lassen?</strong></p>
<p>Dass der 80-jährige, einst von Fans und Kritikern gefeierte Regisseur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ridley_Scott" target="_blank" rel="noopener">Ridley Scott</a> einen richtig guten Film in die Kinos brachte, ist schon eine Weile her. In den vergangenen Jahren präsentierte er häufig Durchschnittsware &#8211; wenn überhaupt. Kann der Altmeister mit diesem historischen Stoff aus jüngerer Vergangenheit diese Negativserie brechen? Und seinen Fan wieder einmal einen packenden und sehenswerten Film bescheren?</p>
<figure id="attachment_3528" aria-describedby="caption-attachment-3528" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3528 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-1-1024x682.jpg" alt="Alles Geld der Welt" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-1-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3528" class="wp-caption-text">Nachdem bekannt wird, dass ihr Sohn entführt wurde, hat Gail in der Öffentlichkeit keine ruhige Sekunde mehr.</figcaption></figure>
<h3>Alles Geld der Welt: Die Handlung</h3>
<p>1973, Rom: Der 16-jährige J. Paul Getty (Charlie Plummer) wird mitten in der Stadt in einen VW-Bus gezerrt und verschwindet. Seine Mutter Gail (Michelle Williams) hält den Anruf erst für einen Scherz, wendet sich dann aber doch an ihren Ex-Schwiegervater J. Paul Getty (Christopher Plummer), den damals reichsten Mann der Welt, mit der Bitte, das Lösegeld von stolzen 17 Millionen Dollar zu zahlen. Doch Getty weigert sich, überhaupt eine Summe&nbsp; zu zahlen. Stattdessen schickt er seinen Mann fürs Grobe, den Ex-CIA-Agenten Fletcher Chace (Mark Wahlberg), nach Rom zu Gail, um den Fall zu untersuchen.</p>
<p>Der macht vielversprechende Fortschritte, bis er durch einen früheren Scherz des Opfers plötzlich davon überzeugt ist, die Entführung sei nur gestellt und Paul wolle an das Geld seines Großvaters. Diese Fehleinschätzung sorgt nicht nur für schmerzhafte Folgen bei Paul, sondern bringt auch Gail endgültig gegen Getty Sr. und Chace auf. Als doch Spuren darauf hindeuten, dass sich Paul in der Hand skrupelloser Gangster befindet, versucht Chace alles, um seine Fehleinschätzung wieder gut zu machen &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/wCDLdO4KxYo" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Alles Geld der Welt: Der eiskalte Mogul</h3>
<p>Obwohl er nicht die Hauptrolle spielt, ist der Charakter des J. Paul Getty doch der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Der Mann, der ebenso reich wie geizig war und selbst die grundlegendsten Spielregeln des emotionalen Zusammenlebens offenbar nicht kannte, sollte ursprünglich von Kevin Spacey gespielt werden. Doch nach dessen Skandal wegen sexueller Belästigung entschieden sich die Produzenten, sämtliche Szenen mit Christopher Plummer (nicht verwandt mit Charlie) als Getty neu zu drehen. Was dem 88-jährigen eine unerwartete Oscar-Nominierung einbrachte.</p>
<p>Und die ist verdient, denn Plummer spielt den Mann mit einer Eiseskälte, die selbst im Kinosaal die Temperatur herunterkühlt, ist dabei aber doch nie nur Monster, sondern immer auch Ergebnis seiner eigenen Historie. Und er verleiht der Figur sowohl eine diabolische wie auch eine tragische Seite. Nicht minder gut ist Michelle Williams als verzweifelte Mutter, die alles versucht, um ihren Sohn zu retten und dabei an ihrer Umwelt fast zerbricht.</p>
<figure id="attachment_3529" aria-describedby="caption-attachment-3529" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3529 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-2-1024x682.jpg" alt="Alles Geld der Welt" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-2-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3529" class="wp-caption-text">Obwohl J. Paul Getty vorgibt, seinen Enkel zu lieben, denkt er nicht daran, Lösegeld zu zahlen.</figcaption></figure>
<h3>Alles Geld der Welt: Wenn das Drehbuch passt &#8230;</h3>
<p>Er kann es noch! Wenn sich Ridley Scott nur auf seinen Job als Regisseur konzentriert und dazu ein gutes Drehbuch bekommt, dann können noch immer sehr sehenswerte Filme dabei herauskommen. Das beweist er mit <em>Alles Geld der Welt</em> sehr eindrucksvoll. Denn er setzt das gute Script des bislang eher unbekannten David Scarpa präzise um und vermeidet dabei jegliche eitlen Regie-Schnörkel. Ganz im Dienst der Geschichte inszeniert Scott sicher, aber zurückhaltend, und lässt die Schauspieler alle wichtigen Dinge der Story erzählen &#8211; verbal oder nicht.</p>
<p>Dabei lotet er präzise auch die Grautöne der Figuren aus, lässt die eine oder andere glaubhafte Wandlungen durchleben und schafft durch seinen Abstand zum Geschehen erst recht eine emotionale Verbindung zu den Charakteren. Scott lässt seinen Figuren Platz zum Atmen und Wachsen und fängt dadurch sehenswerte Szenen ein, in denen Charaktere wie der sanfte Paul, die kämpferische Mutter Gail oder Cinquanta, ein Entführer mit Gewissen, ihre großen Momente bekommen.</p>
<p>Bislang galt Scott eher als Regisseur, der mit Bildern, Licht und Kamera seine Storys erzählt statt mit seinen Schauspielern. Daher darf <em>Alles Geld der Welt</em> als Ausnahme gelten, in der er den Akteuren die Chance einräumt, die treibende Kraft des Films zu sein. Und die danken es ihm mit eindrucksvollem Spiel.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Mit <em>Alles Geld der Welt</em> gelingt Ridley Scott ein gutes Comeback nach zuletzt schwächeren Arbeiten. In zwei Stunden arbeitet er präzise und emotional packend alle Aspekte des realen Kriminalfalls heraus und lässt den Zuschauer an der Seite einer fast ohnmächtigen Mutter verzweifeln. Und dass Kevin Spacey die Rolle besser gespielt hat als Christopher Plummer, der für ihn einsprang, ist auch schwer vorstellbar. Pralles Schauspielerkino in einer für Scott ungewohnt zurückhaltenden Inszenierung.</p>
<p><strong>Alles Geld der Welt startet am 15. Februar 2018 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_3530" aria-describedby="caption-attachment-3530" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3530 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-3-1024x682.jpg" alt="Alles Geld der Welt" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/alles-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3530" class="wp-caption-text">Dem entführten Paul geht es immer schlechter.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Shape of Water</title>
		<link>https://lauterfilme.de/filmkritik-shape-of-water/</link>
					<comments>https://lauterfilme.de/filmkritik-shape-of-water/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2018 11:41:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon einmal stand der mexikanische Regisseur Guillermo Del Toro kurz vor dem Gewinn eines Oscars. 2007 war sein Film &#8222;Pan&#8217;s Labyrinth&#8220; als Bester fremdsprachiger Film nominiert &#8211; und ging leer aus. Mit &#8222;Shape of Water&#8220; ist er nun gleich mehrfach im Rennen um die Goldjungs. Hat er diesmal mehr Glück &#8211; und wäre das verdient? Einer ist wieder einmal nicht nominiert, obwohl er für Del Toro so etwas wie ein Glücksbringer ist: Doug Jones. Der amerikanische Schauspieler war auch bei [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schon einmal stand der mexikanische Regisseur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Guillermo_del_Toro" target="_blank" rel="noopener">Guillermo Del Toro</a> kurz vor dem Gewinn eines Oscars. 2007 war sein Film &#8222;Pan&#8217;s Labyrinth&#8220; als Bester fremdsprachiger Film nominiert &#8211; und ging leer aus. Mit &#8222;Shape of Water&#8220; ist er nun gleich mehrfach im Rennen um die Goldjungs. Hat er diesmal mehr Glück &#8211; und wäre das verdient?</strong></p>
<p>Einer ist wieder einmal nicht nominiert, obwohl er für Del Toro so etwas wie ein Glücksbringer ist: Doug Jones. Der amerikanische Schauspieler war auch bei <em>Pan&#8217;s Labyrinth</em> dabei, spielte in den beiden &#8222;Hellboy&#8220;-Filmen den Fischmenschen Abe Sapien und ist auch in Shape of Water die Kreatur, die Sadie Hawkins&#8216; Herz berührt. Bei &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/serienkritik-star-trek-discovery/">Star Trek: Discovery</a>&#8220; ist er als Saru dabei. Kann er seinem Regisseur bei den Oscars Glück bringen?</p>
<figure id="attachment_3519" aria-describedby="caption-attachment-3519" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3519 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-2-1024x682.jpg" alt="Shape of Water" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-2-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3519" class="wp-caption-text">Nur Giles findet Zugang zur schüchternen Eliza, der stummen Nachbarin.</figcaption></figure>
<h3>Shape of Water: Die Handlung</h3>
<p>Irgendwann während des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion. Die stumme Eliza (ebenfalls oscarnominiert: Sally Hawkins) arbeitet als Reinigungskraft in einem geheimen Forschungslabor der US-Regierung. Mit ihrem Nachbarn Giles (Richard Jenkins) sieht sie sich gern Filme an, lebt aber ansonsten sehr zurückgezogen. Bis sie eines Tages entdeckt, dass die Wissenschaftler in einem der streng abgeriegelten Labors ein seltsames Wesen (Doug Jones) gefangen halten.&nbsp;</p>
<p>Während der neue Leiter der Abteilung, der eiskalte Colonel Strickland (Michael Shannon), das Wesen mit äußerster Brutalität behandelt und es am liebsten töten und aufschneiden möchte, versucht Eliza das Wesen, dass ihr auf besondere Weise nahe steht, aus dem Labor zu befreien, bevor Strickland seinen blutigen Willen durchsetzt. Doch das ist einfacher gesagt, als getan. Denn auch eine andere Macht interessiert sich sehr für das Wesen und setzt alles dran, es den Amerikanern wegzuschnappen &#8230;<br />
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<h3>Shape of Water: Modernes Märchen</h3>
<p>Wie in <em>Pan&#8217;s Labyrinth</em> schrieb Del Toro auch für Shape of Water das Drehbuch selbst. Und das führt zu einer im Kino höchst seltenen Einheit von Story und Optik. Del Toro wusste in jeder Szene offensichtlich ganz genau, wie sie aussehen und woran sie anschließen sollte, denn die Bilder, die Kameramann Dan Laustsen einfing, sind von fast künstlicher Schönheit. Beleuchtung, Look und Details in fast jedem Moment erinnern an &#8222;Die fabelhafte Welt der Amelie&#8220; von Jean-Pierre Jeunet und bescheren Shape of Water einen ganz eigenen Look, der allein schon für ein besonderes Filmerlebnis sorgt.</p>
<p>Dazu mischt Del Toro aber seine märchenhaften Elemente mit sehr dunklen Themen wie Rassismus und Homosexualität und mischt seinem manchmal zuckersüßen Plot damit immer wieder bittere Einsprengsel bei. Und schafft so eine fast magische Verbindung zwischen der Fantasy-Story und der Realität. Und das erinnert nicht nur ein wenig an Del Toros bisheriges Meisterwerk <em>Pan&#8217;s Labyrinth</em>.</p>
<figure id="attachment_3520" aria-describedby="caption-attachment-3520" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3520 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-1-1024x684.jpg" alt="Shape of Water" width="750" height="501" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-1-1024x684.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-1-300x201.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-1-768x513.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-1.jpg 1197w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3520" class="wp-caption-text">Als sei eines Tages ein geheimnisvolles Wesen im Labor entdeckt, ändert sich Elizas Leben von Grund auf.</figcaption></figure>
<h3>Shape of Water: Wundervolles Schauspiel</h3>
<p>Dass Del Toros Geschichte so berührt, liegt neben dem klugen Script aber vor allem an den großartigen Schauspielern, allen voran Sally Hawkins. Was die Engländerin hier komplett ohne die Möglichkeit von Text an Emotionen auf die Leinwand bringt, ist absolut sehenswert. Aber auch die Kollegen wie Octavia Spencer, Richard Jenkins und Michael Shannon als das eigentliche Monster des Films, können sich mehr als sehen lassen.</p>
<p>Zusammen mit Del Toros feiner Regie wird aus <em>Shape of Water</em> so ein Märchen für Erwachsene, das sein Publikum in zwei Stunden verzaubert und kaum jemanden kalt lässt. Ein Oscar wäre dem Regisseur zu gönnen, der ihm für seinen noch besseren <em>Pan&#8217;s Labyrinth</em> vor elf Jahren verwehrt blieb. Denn die Liebesgeschichte zwischen Fischmensch und Frau gehört klar zu den besten Filmen, die es in diesem Jahr im Kino zu sehen gibt.&nbsp;</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Nach eher flachen Blockbustern wie &#8222;Pacific Rim&#8220; findet Guillermo Del Toro mit <em>Shape of Water</em> wieder zu alter Stärke. Der wundervolle Film kann sowohl in Form als auch in Inhalt überzeugen und gehört aller Wahrscheinlichkeit nach in die Top-Ten des Jahres 2018. Wer auch nur ein wenig für Fantasy-Geschichten übrig hat, darf diesen Film nicht verpassen.</p>
<p><strong>Shape of Water startet am 15. Februar 2018 in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_3521" aria-describedby="caption-attachment-3521" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3521 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-3-1024x553.jpg" alt="Shape of Water" width="750" height="405" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-3-1024x553.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-3-300x162.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-3-768x415.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/02/shape-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3521" class="wp-caption-text">Der grausame Strickland setzt alle Hebel in Bewegung, um das Wesen im Labor töten zu lassen.</figcaption></figure>
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    </iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Filmkritik: Three Billboards outside &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jan 2018 22:02:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Tragikomödie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit &#8222;Three Billboards outside Ebbing, Missouri&#8220; bringt Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh seinen ersten Film nach fünf Jahren in die Kinos. Und der ist nach diversen Siegen bei den Golden Globes und anderen Awards nun auch für sieben Oscars nominiert. Zurecht? &#160;Halb Ire, halb Brite, aber ein ganzes Script-Genie. Mit dem Drehbuch zu Three Billboards hat sich der ohnehin eher als Autor denn als Regisseur auffällige Martin McDonagh endgültig in den Olymp Hollywoods geschrieben. Warum der Film bereits jetzt zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit &#8222;Three Billboards outside Ebbing, Missouri&#8220; bringt Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh seinen ersten Film nach fünf Jahren in die Kinos. Und der ist nach diversen Siegen bei den Golden Globes und anderen Awards nun auch für sieben Oscars nominiert. Zurecht?</strong></p>
<p>&nbsp;Halb Ire, halb Brite, aber ein ganzes Script-Genie. Mit dem Drehbuch zu <em>Three Billboards</em> hat sich der ohnehin eher als Autor denn als Regisseur auffällige <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_McDonagh" target="_blank" rel="noopener">Martin McDonagh</a> endgültig in den Olymp Hollywoods geschrieben. Warum der Film bereits jetzt zu den Besten des noch jungen Jahres gehört und jeden einzelnen seiner bereits erreichten und noch folgenden Preise absolut verdient hat, erfahren Sie hier.</p>
<figure id="attachment_3436" aria-describedby="caption-attachment-3436" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3436 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-1-1024x682.jpg" alt="Three Billboards" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-1-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-1-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-1-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-1-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-1-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3436" class="wp-caption-text">Mildred ist wütend auf die Welt &#8211; und lässt sie das auch spüren.</figcaption></figure>
<h3>Three Billboards: Die Handlung</h3>
<p>Seit sieben Monaten ist Angela Hayes jetzt tot. Sie wurde ganz in der Nähe ihres Zuhauses am Straßenrand vergewaltigt und ermordet, vom Täter fehlt noch immer jede Spur. Während der Rest der kleinen Ortschaft Ebbing seinen Frieden damit gemacht hat, ist Angelas Mutter Mildred (Frances McDormand) noch immer so wütend wie am ersten Tag. Weil sie die Untätigkeit der örtlichen Polizei nicht mehr aushält, mietet sie drei heruntergekommene Werbetafeln an der Straße und beklebt sie mit sehr eindeutigen Meinungsäußerungen, was die Qualität der Arbeit von Chief Willoughby (Woody Harrelson, &#8222;<a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-schloss-aus-glas/">Schloss aus Glas</a>&#8222;) und seinen Männern angeht.</p>
<p>Damit tritt die zornige und verbitterte Frau eine ganze Lawine von Ereignissen los, in deren Verlauf nicht nur ihr eigenes Leben großen Veränderungen unterworfen ist. Sondern auch der rassistische Hilfssheriff Dixon (Sam Rockwell), Willoughby, Mildreds Ex-Mann Charlie (John Hawkes) und viele weitere Einwohner Ebbings mit Dingen konfrontiert werden, die keiner hatte kommen sehen. Bald ist nichts mehr so, wie es einmal war im beschaulichen Ebbing &#8230;<br />
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<h3>Three Billboards: Gute Story, brillant erzählt</h3>
<p>Das Besondere an McDonaghs Film ist sicher nicht die Handlung. Die ist zwar gut und glaubhaft, aber nicht gänzlich neu. Die Art, wie der Autor und Regisseur sie erzählt, hingegen schon. Denn so vielschichtige Figuren gab es auf der Leinwand in der Menge schon lange nicht mehr zu sehen. Die wütende Mutter. Der verständnisvolle, aber leicht tumbe Sheriff. Der wirklich dumme und dazu noch rassistische Hilfssheriff. Und die Liste ließe sich noch fortsetzen. Schon nach zehn Minuten weiß der Zuschauer vermeintlich ganz genau, was er von welchem Charakter zu halten hat. Und dann beginnt McDonagh ganz genüsslich mit der völligen Demontage dieses Wissens.</p>
<p>Und nach einer Stunde muss auch der letzte Zuschauer zugeben, dass er zu Beginn mit seiner Analyse doch nicht so ganz richtig lag. Dabei nutzt McDonagh aber nicht etwa unlautere Tricks und enthält dem Publikum gezielt Wissen vor. Stattdessen zeigt er einfach nur, zu was die vielschichtigen Charaktere so alles in der Lage sind &#8211; und wie schnell man sich im ersten Urteil doch täuschen kann. Das ist natürlich nicht allein sein Verdienst.</p>
<figure id="attachment_3437" aria-describedby="caption-attachment-3437" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3437 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/billboards-2-1024x683.jpg" alt="Three Billboards" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/billboards-2-1024x683.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/billboards-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/billboards-2-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/billboards-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/billboards-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/billboards-2.jpg 1800w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3437" class="wp-caption-text">Cop Dixon und Mildred werden in diesem Leben scheinbar keine Freunde mehr.</figcaption></figure>
<h3>Three Billboards: Schauspieler auf der Höhe</h3>
<p>So ist Frances McDormand erwartungsgemäß für den Oscar als beste weibliche Hauptrolle nominiert und eigentlich führt kein Weg an ihr vorbei. Sie spielt die waidwunde, zähe Mildred mit derart viel Würde und Kraft, dass es fast unmöglich ist, sie nicht auf ihrem Rachefeldzug zu begleiten &#8211; mit dem Herzen. Dass sich Sam Rockwell und Woody Harrelson um den gleichen Goldjungen &#8211; beste männliche Nebenrolle &#8211; streiten müssen, ist fast schade, denn verdient haben sie ihn beide.</p>
<p>Sowohl Rockwell, der einem durch und durch jämmerlichen Charakter ebenfalls eine gewisse Würde verleiht, als auch Harrelson, der dem Zuschauer die vielleicht größten emotionalen Momente beschert, bleiben dem Publikum garantiert auch nach Verlassen des Kinos noch im Sinn. Und das tun sie im Verbund mit einem der besten Drehbücher der vergangenen Jahre.</p>
<p>Denn McDonagh greift sich ein Thema, dass man eigentlich nur als tiefschwarzes Drama erzählen kann. Und schafft es tatsächlich, passenden, galligen und meist hochgradig unkorrekten Humor einfließen zu lassen. Und so ist <em>Three Billboards</em> trotz der dunklen Story immer wieder auch von hellen Momenten durchzogen. Dazu seziert McDonagh seine Figuren nur genau so weit, wie es für seine Geschichte nötig ist und lässt andere Facetten unbeleuchtet. So bringt er in knapp zwei Stunden nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch einige Nebencharaktere, die manchmal nur eine Szene haben, durch ihre Glaubhaftigkeit und Echtheit zum Leuchten. Wenn dieses Script den Oscar nicht bekommt, wäre das eine echte Enttäuschung.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Hier trifft eigentlich nur das so oft überstrapazierte Wort Meisterwerk den Kern der Sache. Schauspieler, Story, Dialoge, Kamera, Musik, Emotionen &#8211; es passt einfach alles zusammen und fügt sich zu einem Film, denn man so schnell nicht wieder vergisst. Eine Gefühls-Achterbahn mit einer erzählerischen Wucht, wie man sie nur selten zu sehen bekommt. Wer auch nur ein wenig abseits der typischen Blockbuster wandelt, darf <em>Three Billboards</em> auf keinen Fall verpassen.</p>
<p><strong>Three Billboards outside Ebbing, Missouri startet am 25. Januar in den deutschen Kinos.</strong></p>
<figure id="attachment_3438" aria-describedby="caption-attachment-3438" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-3438 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-3-1024x682.jpg" alt="Three billboards" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-3-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-3-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-3-768x512.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-3-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-3-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/01/bill-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-3438" class="wp-caption-text">Cheif Willoughby sieht vieles entspannter und macht sich auch mal einen schönen Tag mit Gattin (Abbie Cornish).</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-three-billboards-outside/">Filmkritik: Three Billboards outside &#8230;</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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