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	<title>Tragödie - lauterfilme.de</title>
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	<description>Filme, Serien und viel mehr</description>
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		<title>Filmkritik: Roma</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Dec 2018 17:25:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
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		<category><![CDATA[Tragödie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Film in Schwarz-Weiß, ohne Stars &#8211; und sogar ohne deutsche Fassung. Das ist &#8222;Roma&#8220;, der neue Film von Alfonso Cuarón, der jetzt bei Netflix startet, vorher in Venedig den Goldenen Löwen als Bester Film gewann und als Favorit für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gilt. Und deshalb eine limitierte Kino-Auswertung erhalten hat. Wohl dem, der die Chance hatte, diesen Film auf großer Leinwand zu sehen! Warum? Das erfahren Sie hier. Bereits mit &#8222;Harry Potter und der Gefangene [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-roma/">Filmkritik: Roma</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Film in Schwarz-Weiß, ohne Stars &#8211; und sogar ohne deutsche Fassung. Das ist &#8222;Roma&#8220;, der neue Film von Alfonso Cuarón, der jetzt bei Netflix startet, vorher in Venedig den Goldenen Löwen als Bester Film gewann und als Favorit für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gilt. Und deshalb eine limitierte Kino-Auswertung erhalten hat. Wohl dem, der die Chance hatte, diesen Film auf großer Leinwand zu sehen! Warum? Das erfahren Sie hier.</strong></p>
<p>Bereits mit &#8222;Harry Potter und der Gefangene von Azkaban&#8220; konnte der mexikanische Regisseur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alfonso_Cuar%C3%B3n" target="_blank" rel="noopener">Alfonso Cuarón</a> auf sich aufmerksam machen. Danach drehte er mit &#8222;Children of Men&#8220; einen der am meisten unterschätzten Filme des vergangenen Jahrzehnts. Und gewann mit seinem nächsten Film &#8222;Gravity&#8220; einen Oscar als bester Regisseur. <em>Roma&nbsp;</em>ist seine Autobiografie, mit denen der 57-jährige die Geschichte seiner Kindheit in den frühen 70er Jahren aufarbeitet. Und das mit einigen der schönsten Bilder des Jahres.</p>
<figure id="attachment_5198" aria-describedby="caption-attachment-5198" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-5198 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-1-1024x551.jpg" alt="Roma" width="750" height="404" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-1-1024x551.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-1-300x161.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-1-768x413.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5198" class="wp-caption-text">Die junge Cleo ist Hausmädchen und der gute Geist im Haushalt von Antonio und Sofia.</figcaption></figure>
<h3>Roma: Die Handlung</h3>
<p>1970, Mexiko-Stadt, das Viertel Roma. Die junge Indio Cleo (Yalitza Aparicio) arbeitet als Dienstmädchen bei einer Familie, die der mexikanische Mittelschicht angehört. Die vier Kinder des Hauses lieben Cleo und auch sie ist den vier Geschwistern sehr zugetan. Über Köchin Adela (Nancy Garcia) lernt Cleo den jungen Fermin (Jorge Antonio Guerrero) kennen, in den sie sich verliebt. Doch als sie ihm während eines Kinobesuches erzählt, dass sie möglicherweise schwanger ist, macht sich der junge Mann sofort aus dem Staub.</p>
<p>Nun fürchtet Cleo, dass Hausherrin Sofia (Marina de Tavira) sie entlassen wird. Doch die vierfache Mutter denkt gar nicht daran und verspricht, Cleo auf ihrem weiteren Weg zu helfen. Bald müssen die beiden Frauen feststellen, dass Vater Antonio gar nicht in Quebec auf Forschungsreise ist, wie er behauptet hat, sondern seine Familie zugunsten einer jüngeren Geliebten verlassen hat. Und damit sind die Schicksalsschläge für Cleo und die Familie noch nicht beendet &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/6BS27ngZtxg" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Roma: Melancholische Schönheit</h3>
<p><em>Roma</em> erzählt keine originelle Geschichte und hat angesichts seiner Laufzeit von 135 Minuten auch gar nicht so viel Handlung. Wegen der Story sollte man diesen außergewöhnlichen Film auch nicht sehen. Sondern wegen seiner Bilder. In knallscharfem Schwarz-Weiß fängt Cuarón, der erstmals selbst die Kamera bediente, Momente von so atemberaubender Schönheit ein, dass Cineasten ihren Augen kaum trauen werden. Selten hat eine melancholische bis traurige Geschichte so unglaublich gut ausgesehen.</p>
<p>Dazu passt Cuarón die Kamera der Geschwindigkeit seiner Handlung an und schwelgt in sehr langsamen Kamerafahrten und Drehungen, zeigt den Alltag Cleos und der Familie in den eigenen vier Wänden, dem Viertel, in dem sie leben, und in der freien Natur wie einem Wald während einer Silvesterfeier oder dem Meer im gemeinsamen Kurzurlaub. Standbilder davon könnte man sich in Museen oder an den eigenen Wänden vorstellen, so perfekt fängt Cuarón seine eigenen Kompositionen ein. Dieses Stilmittel gibt er über den gesamten Film auch nicht auf.</p>
<p>In <em>Roma</em> stehen selten die Charaktere allein im Fokus, Cuarón erzählt seinen ganzen Film fast ausschließlich in Totalen, in denen der Mensch immer nur einen Teil des ganzen Bildes darstellt und ohne Kontext kaum funktioniert. Dazu passiert so viel im Hintergrund, dass der Zuschauer seine ganze Aufmerksamkeit braucht, um nichts zu versäumen, was Cuarón dort erzählt.</p>
<figure id="attachment_5199" aria-describedby="caption-attachment-5199" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5199 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-2-1024x682.jpg" alt="Roma" width="750" height="500" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-2-1024x682.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-2-300x200.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-2-768x511.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-2-360x240.jpg 360w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-2-600x400.jpg 600w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-2.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5199" class="wp-caption-text">Zu den vier Kindern hat Cleo eine tiefe Bindung entwickelt.</figcaption></figure>
<h3>Roma: Zeitgeschichte aus Kinderaugen</h3>
<p>Dazu erinnert sich der Regisseur an die unruhigen politischen Zustände seiner eigenen Kindheit und erzählt diese Momente aus den Augen der Kinder oder der kindlich-naiven Cleo. So taucht Cuarón nicht tief in Fakten zu der gewaltsamen Niederschlagung einer Studenten-Demo im Jahr 1971 ein, sondern überfällt mit dem Geschehen sein Publikum ebenso unvermittelt, wie es einem Kind ergehen würde. Auch ohne viel Blut oder wilden Schnitten entsteht so in kurzer Zeit eine Atmosphäre tiefer Bedrohung, an deren Ende ein tragisches Ereignis steht.</p>
<p>Alfonso Cuarón erzählt so die Story fast ausschließlich über Emotionen und malt mit der Kamera die passenden Bilder dazu. Das Zusammenspiel dieser beiden Elemente beherrscht er meisterhaft. Und er schafft ohne viel Text, (den Netflix lediglich als Untertitel eingedeutscht hat, der ganze Film ist nur in Spanisch und Mixtekisch zu hören) klare Ausagen zur Gesellschaft der Zeit und der noch heute in vielen Teilen der Welt gültigen Rolle der Frau. Wenn sich Cuarón in seinem Film ein Gefühl leistet, ist es die stumme Wut über die Männer.</p>
<p>Denn in <em>Roma</em> gibt es keinen einzigen erwachsenen Mann, der eine positive Rolle im Geschehen spielt. Stattdessen müssen die Frauen die Familie zusammenhalten, während sich die Männer aus ihrer Verantwortung stehlen &#8211; auf mitunter grausame Weise. Ohne Pathos und mit fast dokumentarischem Abstand macht Cuarón diese Erfahrung nur umso eindringlicher. Dass die meisten Filmfans <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-hostiles-feinde/">dieses Meisterstück</a> nicht auf der großen Leinwand sehen können, wo <em>Roma</em> unbedingt hingehört, ist ein zusätzliches trauriges Kapitel des Films.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Regisseur und Kameramann Alfonso Cuarón schuf mit <em>Roma</em> ein wunderschönes, melancholisches Kunstwerk über Kindheits-Erinnerungen und zeitlose Tragödien, aber auch über Stärke und die Kraft der Familie. Die Bilder des Films entfalten eine unglaubliche Wucht und zeigen, dass es keine spektakuläre Geschichte braucht, um einen spektakulären Film zu machen. Dass dieser Film kaum in den deutschen Kinos gezeigt wurde, ist eine weitere Tragödie. Diese Bilder hätten eine große Leinwand verdient.</p>
<p><strong>Roma ist ab dem 14. Dezember 2018 bei Netflix zu sehen.</strong></p>
<p>Weitere Netflix-Filmkritiken <a href="https://lauterfilme.de/netflix-filmkritik-im-ueberblick/">finden Sie hier</a>.</p>
<figure id="attachment_5200" aria-describedby="caption-attachment-5200" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-5200 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-3-1024x600.jpg" alt="Roma" width="750" height="439" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-3-1024x600.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-3-300x176.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-3-768x450.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/12/roma-3.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-5200" class="wp-caption-text">Sofia verabschiedet Antonio auf Geschäftsreise. Er wird nicht wiederkommen.</figcaption></figure>
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		<title>Filmkritik: Utoya 22. Juli</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Markus Fiedler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Sep 2018 09:07:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Film Reviews]]></category>
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		<category><![CDATA[Horror]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Attentat von Anders Breiwik auf ein Camp von Jugendlichen gehört zu den schlimmsten Ereignissen der jüngeren europäischen Geschichte. Nun hat der norwegische Regisseur Erik Poppe mit &#8222;Utoya 22. Juli&#8220; daraus einen Film gemacht. Allerdings interessiert sich Poppe nicht für den Täter, sondern ausschließlich für die Opfer. Und löste damit eine Diskussion aus: Darf man über so ein Verbrechen einen Film machen? Auf Festivals wurde Utoya 22. Juli bereits gezeigt und durchaus kontrovers aufgenommen. Denn Poppe erzählt zwar vom realen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-utoya-22-juli/">Filmkritik: Utoya 22. Juli</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Attentat von Anders Breiwik auf ein Camp von Jugendlichen gehört zu den schlimmsten Ereignissen der jüngeren europäischen Geschichte. Nun hat der norwegische Regisseur Erik Poppe mit &#8222;Utoya 22. Juli&#8220; daraus einen Film gemacht. Allerdings interessiert sich Poppe nicht für den Täter, sondern ausschließlich für die Opfer. Und löste damit eine Diskussion aus: Darf man über so ein Verbrechen einen Film machen?</strong></p>
<p>Auf Festivals wurde <em>Utoya 22. Juli</em> bereits gezeigt und durchaus kontrovers aufgenommen. Denn Poppe erzählt zwar <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ge_in_Norwegen_2011" target="_blank" rel="noopener">vom realen Ereignis</a>, aber mit fiktiven Personen. Die junge Kaya, der das Publikum über quälende 90 Minuten folgt, hat es so nicht gegeben. Aber viele andere wie sie. Mit denen hat Poppe lange gesprochen und danach behauptet, die Erfahrung dieser Überlebenden in seinem Film verarbeitet zu haben. Darf man so arbeiten?</p>
<h3>Utoya 22. Juli: Die Handlung</h3>
<p>Zuerst sehen wir echte Bilder von den Bombenanschlägen in Oslo vom gleichen Tag, die auch auf Breviks Konto gingen. Dann lernen wir die 18-jährige Kaya (Andrea Berntzen) kennen, die mit ihrer jüngeren Schwester Emili (Elli Riannon Müller Osborne) Urlaub auf Utoya macht &#8211; im Rahmen einer Einladung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Kaya ist sauer auf Emilie, weil ihre Mutter sie nicht erreichen konnte und deshalb bei Kaya angerufen hat. Die Schwestern streiten &#8211; und Kaya lässt Emilie im Zelt allein. Und trifft sich mit Freunden.</p>
<p>Als die Schüsse zu hören sind, herrscht im Camp kurz Unsicherheit, worum es sich dabei handelt. Doch dann fliehen Menschen panisch aus dem Wald an Kaya und den anderen vorbei und die jungen Leute verstehen, dass es besser ist, sich vorsichtshalber in Sicherheit zu bringen. Zwar ist immer wieder von Übung die Rede, doch sicher ist sich niemand. Als sich ihre Clique in Sicherheit bringen will, bleibt Kaya zurück. Sie muss unter allen Umständen ihre Schwester finden, vorher kann sie Utoya nicht verlassen &#8230;<br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/J87SXGagqK0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h3>Utoya 22. Juli: Brillante Kamera</h3>
<p>Erik Poppe hat meisterhaft verstanden,wie er das Publikum sofort ins Geschehen miteinbeziehen kann. Durch die herausragende Kamerarbeit von Martin Otterbeck sind wir ein unsichtbarer Begleiter Kayas. Wir fliehen mit ihr zusammen, hocken mit ihr im Dreck und sehen uns gemeinsam mit ihr nach dem oder den Schützen um. Immer dicht am Geschehen werden wir dennoch nie wahrgenommen, sondern bleiben in der Rolle des Beobachters. Und die ist ungemein schmerzlich und bedrückend. Das alles erzählt Poppe ohne sichtbaren Schnitt.</p>
<p>Und bleibt in seinem Film stets konsequent. Der Zuschauer weiß natürlich, was gerade wirklich passiert, aber in der Rolle des Begleiters von Kaya erfährt er nicht mehr als sie. Und in deren Gesicht spiegelt sich dank großartiger schauspielerischer Leistung das ganze Grauen dieses Tages wider. 72 Minuten dauerte das Massaker an fast 70 Kindern und Jugendlichen und Poppe erzählt das in Echtzeit. Und so können wir dem Grauen genauso wenig entkommen wie Kaya und ihre Freunde.</p>
<figure id="attachment_4757" aria-describedby="caption-attachment-4757" style="width: 750px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-4757 size-large" src="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/09/utoya-1-1024x576.jpg" alt="Utoya" width="750" height="422" srcset="https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/09/utoya-1-1024x576.jpg 1024w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/09/utoya-1-300x169.jpg 300w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/09/utoya-1-768x432.jpg 768w, https://lauterfilme.de/wp-content/uploads/2018/09/utoya-1.jpg 1400w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption id="caption-attachment-4757" class="wp-caption-text">Kaya versucht alles, um auf Utoya dem Tod zu entgehen.</figcaption></figure>
<h3>Utoya 22. Juli: Darf man das?</h3>
<p>Warum Erik Poppe sich entschieden hat, einen fiktiven Film über das Massaker zu machen, anstatt eine Dokumentation zu drehen, ist nicht bekannt. Aber er muss sich die Kritik gefallen lassen, die beispielsweise auch Oliver Stones &#8222;JFK&#8220; traf, denn beide Filme vermischen Fakten und reale Ereignisse mit zusätzlicher Fiktion. Das mag dramaturgisch seine Gründe haben, verwässert aber gleichzeitig die Wucht des Films und lässt dem Zuschauer ein Schlupfloch, denn &#8222;das ist ja doch nicht genauso passiert, wie hier gezeigt.&#8220;</p>
<p>Natürlich darf Poppe trotzdem so einen Film drehen. Und er bringt die schrecklichen Emotionen, die diese Menschen durchleiden mussten, beeindruckend auf die Leinwand. Zudem würdigt er den Täter Breiwik fast keines Blickes, lässt ihn nur einmal kurz als verschwommene Gestalt auftauchen. Poppe sieht sich als Anwalt der Opfer, ob tot oder lebendig. Doch gerade durch die erfundenen Figuren und Handlungen mildert Poppe ein wenig das wirkliche Grauen von Utoya. Angesichts einer so unbegreifbaren Tat aber auch verständlich.</p>
<p>Letztlich muss jeder Zuschauer selbst wissen, ob er sich diese furchtbare Erfahrung antun will, neben einem sterbenden Mädchen zu sitzen oder Kinder in Schockstarre in Sicherheit bringen zu wollen. Denn mehr als Leid und Wut über die Tat, die der rechtsradikale Breiwik angerichtet und bis zum heutigen Tage nicht bereut hat, bietet der Film nicht. Hier gibt es keine Erlösung, keine Erklärung, nur Terror und Tod. Diesen Film muss man eher aushalten als ansehen. Denn Helden, die den Tag retten, wie das sonst im Kino gerne passiert, tauchen hier nicht auf.</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Ob Erik Poppe mit seinem Film den Toten und Überlebenden von Utoya tatsächlich ein Denkmal setzt oder ihr Leid zu kommerziellen Zwecken nutzt, darüber lässt sich streiten. <em>Utoya 22. Juli</em> ist unstrittig ein handwerklich starker Film, der sich aber durch die Vermischung von Fakten und Fiktion angreifbar macht. Und jedem, der ins Kino geht, muss klar sein, dass er jungen Menschen beim Kampf ums Überleben zusieht, die es zumindest so ähnlich gegeben hat.</p>
<p><strong>Utoya 22. Juli startet am 20. September in den deutschen Kinos.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lauterfilme.de/filmkritik-utoya-22-juli/">Filmkritik: Utoya 22. Juli</a> erschien zuerst auf <a href="https://lauterfilme.de">lauterfilme.de</a>.</p>
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