Die großen US-Networks leiden immer mehr unter der Konkurrenz der Pay-TV-Anbieter wie HBO, AMC oder Netflix. Konsequenz: Die Zuschauerzahlen für lukrative Werbe-Deals stimmen nicht mehr – 2018 sieht daher ein extrem großes Seriensterben, das sich quer durch alle Sender zieht. Und etliche Fanlieblinge mit in den Abgrund reißt. So müssen sich die Zuschauer von „Lucifer“, „Designated Survivor“, „The Expanse“ und vielen anderen verabschieden.

Der Mai ist traditionell in den USA der Monat für Serienverlängerungen – oder dem Ende einer Show. In diesem Jahr schlägt die Axt der Sender besonders rigoros zu. Zwar ist kein Serientod komplett überraschend, bei einigen Serien hatten die Fans aber bis zuletzt gehofft, es könnte doch weitergehen. Und kämpfen auch noch mit Petitionen darum, ihren Liebling zu retten und vom Sender eine weitere Staffel zu erbitten.

Seriensterben: Die Quoten passen nicht

So versuchen Fans des coolen Lucifer, eine vierte Staffel der Serie bei Fox herauszuholen, die Chancen stehen aber nicht gut. Denn die Quoten der dritten Staffel lagen mit im Schnitt vier Millionen Zuschauern nicht mehr im Toleranzbereich des Senders. Auch die von Kritikern geliebte Horror-Serie „The Exorcist“ endet nach der zweiten Staffel, die Quoten blieben so schwach wie im ersten Jahr. Der „Last Man on Earth“ wird von Fox nach Staffel vier ebenfalls in Serienrente geschickt. Dafür soll „Last Man Standing“ mit Tim Allen aus dem Ruhestand zurückgeholt werden.

Fox ist aber nicht er einzige Sender mit großem Seriensterben. Auch ABC setzt die Schere an und lässt ihren letztjährigen Hit Designated Survivor nach zwei Staffeln dahinscheiden. „Quantico“ wird nach drei Staffeln enden, die neue Serie „The Crossing“, die momentan in Deutschland bei Amazon Prime zu sehen ist, wird keine zweite Staffel erhalten. Die „Inhumans“, die niemand mochte, werden ebenfalls nicht verlängert, über die „Agents of SHIELD“ hat der Sender hingegen noch nicht entschieden.

Seriensterben

Lucifer endet nach Staffel 3 – und wohl mit einem fiesen Cliffhanger.

Der Spartensender Syfy, eine Tochter des NBC-Konzerns, trennt sich nach der dritten Staffel von The Expanse, die besonders bei Fans anspruchsvollerer Sci-Fi hoch im Kurs stand. Aber auch hier waren die Kritiker größerer Fans als die Zuschauer, nur etwa eine Million schaltete regelmäßig ein. Die hoffen jetzt, dass Netflix möglicherweise die Serie übernimmt, da sie dort recht beliebt ist – und Netflix sich bei der Finanzierung kostspieliger Serien meist spendabler zeigt.

Bereits jetzt hat es 15 Serien, die erst im TV-Jahr 2017/18 gestartet sind, erwischt. Bei einigen weiteren steht die Entscheidung noch aus. Aber es ist deutlich zu sehen, dass immer weniger neue Serien mehr als eine Staffel bekommen. Lediglich bei The CW scheint es für Serien einen halbwegs sicheren Hafen zu geben. Allerdings sitzt auch hier das Geld nicht locker: Das bereits angekündigte Spin-Off von „Supernatural“ namens „Wayward Sisters“ wurde von CW doch nicht bestellt. Damit scheiterte bereits der zweite Versuch, aus der Erfolgsserie einen Nachfolger zu schaffen.

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