Die Discovery fliegt bei Netflix in ihr zweites Jahr. Die Star Trek-Serie wird erneut mit einer neuen Folge pro Woche zu sehen sein. Sonst soll sich aber einiges ändern, denn Serienerfinder Alex Kurtzman verspricht für Discovery Staffel 2 noch mehr ursprüngliches Star-Trek-Feeling und insgesamt einen etwas helleren Ton als in der düsteren Kriegs-Geschichte der ersten Staffel. Hält er diese Zusagen?

Star Trek scheint im Kino gerade eine herbe Bruchlandung hinzulegen, denn der neue Film wurde unlängst von Paramount auf Eis gelegt. Besser läuft es im TV. Nicht nur, dass Fanliebling Jean-Luc Picard vermutlich im Herbst in einer eigenen Serie zurückkommt, auch weitere Trek-Serien sind in Arbeit. Zuerst fliegt aber das Schiff in ein neues Abenteuer, das das Universum im Fernsehen wieder wach geküsst hat – die Discovery. Was erwartet die Zuschauer in Discovery Staffel 2?

Discovery Staffel 2

Mit Christopher Pike betritt einer der ältesten Charaktere aus Star Trek die Discovery. Der Captain war bereits im Star Trek-Pilotfilm „The Cage“ aus dem Jahr 1964 dabei.

Star Trek Discovery Staffel 2: Die Handlung

Die Enterprise taucht direkt vor der Discovery auf, deren Captain Christopher Pike (Anson Mount) lässt sich auf die Discovery beamen, um übergangsweise das Kommando zu übernehmen. Denn der prominente Captain hat einen wichtigen Auftrag und das eigene Schiff ist so stark beschädigt, dass es nicht fliegen kann. Pike erklärt Michael Burnham (Sonequa Martin-Green), Saru (Doug Jones) und den anderen Brückenoffizieren die Aufgabe. In der ganzen Galaxis verstreut sind sieben seltsame Leuchtfeuer aufgetaucht und Pike soll das nächstliegende untersuchen.

Das führt die Discovery mitten in ein Asteroidenfeld, in dem ganz besondere Bedingungen gelten. Offenbar enthält das Gestein dunkle Materie, denn das Asteroidenfeld stört massiv alle Versuche, mit Scannern oder Schiffen in dem Gebiet zu agieren. Dennoch findet die Discovery ein gestrandetes Schiff der Föderation – auf einem großen Felsbrocken, der in wenigen Stunden vernichtet werden wird. Und so plant Pike mit der Besatzung der Discovery eine höchst gefährliche Rettungsaktion …

Star Trek Discovery Staffel 2: Edle Optik

Auch in der zweiten Staffel hat sich die Produktionsfirma nicht lumpen lassen. Discovery Staffel 2 hält optisch das hohe Niveau des ersten Jahres oder verbessert es sogar noch. Die Bilder des Fluges durch das Asteroidenfeld müssen sich hinter modernen Kinoproduktionen nicht verstecken. Und auch die Ausstattung der Serie, die Amerikaner nennen es „production value“, ist jederzeit auf Goldrand genäht und zieht den Zuschauer durch die Detailverliebtheit und die Perfektion jedes sichtbaren Stückes Technik tief ins Trek-Universum hinein.

Dazu haben die Autoren mit Christopher Pike und Spock nicht nur unter Trekkies sehr bekannte Figuren in die Story geschrieben, sondern halten auch Kurtzmans Zusage, wieder mehr die ursprüngliche Idee von Star Trek als ein Reisen und Erforschen in den Vordergrund zu stellen. Denn die Suche nach den geheimnisvollen sieben Leuchtfeuern in der Milchstraße wirkt in den ersten drei Folgen wie der Beginn einer kosmischen Schnitzeljagd. Der harte und düstere Inhalt der Kriegszeiten weicht einer klassischen Sci-Fi-Story, die entschieden freundlicher ausfällt.

Discovery Staffel 2

Die Rettungsaktion inmitten des Asteroidenfeldes wird für Pike, Burnham und weitere Crewmitglieder lebensgefährlich.

Star Trek Discovery Staffel 2: Alte Bekannte

Aber nicht weniger spannend. Denn die Reisen zu den unterschiedlichen Orten sind mit neuen Gefahren verbunden. Und bald schon wird klar, dass auch Burnhams eigene Familie in Form von Sarek (James Frain), seiner menschlichen Frau Amanda (Mia Kirshner) und Stiefbruder Spock (Ethan Peck) eine zentrale Rolle in dem Geheimnis spielt. Dabei flechten die Autoren auch mythologische Elemente mit ein und geben der zweiten Staffel damit einen stärkeren Fantasy-Touch im Vergleich zum Vorgänger, in dem die Technik eine wichtigere Rolle einnahm.

Allerdings werden Figuren und Handlungsstränge aus Staffel 1 nicht vernachlässigt. Schon in Episode drei steht das klingonische Imperium wieder im Fokus der Handlung und auch Captain Georgiuo (Michelle Yeoh) und Ash Tyler (Shazad Latif) haben die Fans nicht zum letzten Mal gesehen. Das macht den Beginn der zweiten Staffel sehr viel stärker zu einer Serie, die einer großen Story folgt als die erste, in der es immer wieder auch weitgehend autarke Folgen gab. Das könnte allerdings in den verbleibenden elf Folgen von Staffel 2 auch noch kommen.

Die Klagen vieler Fans wegen fehlender Kontinuität zu den alten Serien haben sich Kurtzman und Co. auch zu Herzen genommen. So sind in Staffel 2 erste Klingonen zu sehen, die wieder fast so aussehen wie früher. Erklärungen dafür gibt es nach drei Folgen zwar noch nicht, aber das kann ja noch werden. Was sich aber bereits einstellt, ist das alte Star Trek-Feeling, weil es mehr um das Einhalten der Ersten Direktive und das Lösen kosmischer Rätsel geht als um Kriege gegen andere Rassen. So könnte Discovery vor allem für traditionelle Fans eine positive Überraschung werden.

Fazit:

Nicht ganz so düster, nicht ganz so ernst, aber optisch noch genauso brillant wie im ersten Jahr, so präsentiert sich Star Trek Discovery Staffel 2 dem Publikum. Die ersten Folgen deuten auf eine noch stärker in der Serie verankerte Haupthandlung hin. Dazu gibt es mit Pike, Spock und anderen bekannten Figuren aus dem Star Trek-Universum große Wiedersehensfreude für die Fans. Wenn die Qualität so bleibt, darf man sich schon jetzt auf weitere Trek-Serien freuen.

Star Trek Discovery startet am 18. Januar 2019 mit einer neuen Folge pro Woche bei Netflix.

Gesehen: Drei von 14 Folgen

Discovery Staffel 2

Trotz prominenter Verstärkung bleibt Michael Burnham der zentrale Charakter in Star Trek: Discovery.

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Eine Antwort

  1. Jan

    Ich bin von STD bisher schwer enttäuscht. Besonders von Staffel 2. Und das umso mehr, weil es ja durchaus viele gute Ideen und Charaktere gibt, aus denen man so viel mehr hätte machen können.

    Leider ist so viel verschenkt worden: Stories nicht zu Ende erzählt oder ohne Ursprung aus dem Boden gestampft, manche Charaktere stagnieren in ihrer Entwicklung, andere machen ganz plötzliche Sprünge, viele werden zwischendurch ganz vergessen. Da hilft es auch nicht, künstlich „Charaktermomente“ zwischen die Action zu packen, wenn ich überhaupt nicht mitfühlen kann, was da ständig unter Tränen und großem Pathos verkündet wird.

    Und dann ständig diese an den Haaren herbei gezogenen Twists, nur um an das gewünschte Ziel im Drehbuch zu kommen. Im Zweifel tut es immer unverständlicher Techno-Bubble oder gar mystischer Irrsinn.

    Überhaupt ist die Serie völlig überladen. Viele Handlungsstränge hätten fast allein Futter für eine ganze Staffel gegeben, aber alles wird immer nur schnell angerissen und möglichst in einer Folge abgefrühstückt.

    Es gibt auch viel zu viele Charaktere. Anstatt sich mal fünf, sechs raus zu picken und ihnen einen richtigen Entwicklungsbogen zu schreiben, tauchen ständig wieder neue auf und verkommen zu Stereotypen.

    Nichts gegen Frauenpower: Aber irgendwie fühlt es sich so an, als hätten die Autoren einen Wettstreit entfacht, wie viele scheinbar(!) starke Frauenrollen man in eine Staffel packen kann!

    Und leider fängt der zentrale Charakter mit seiner ständigen Besserwisserei und Opferbereitschaft deutlich an zu nerven!

    Zuletzt dann noch die vielen Logiklöcher. Alle fünf Minuten gibt es ein „Warum?“. Am Anfang habe ich noch gedacht, ich hab einfach nicht gut genug aufgepasst, bis ich drauf gekommen bin, dass eben vieles wirklich keinen Sinn ergibt!

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen neues Star Trek und fand die JJ-Filme auch ziemlich gelungen, aber das hier hätte man deutlich besser machen können! 🙁

    Antworten

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