Einer der größten Geheimtipps für Horror-Fans bei Netflix geht in die nächste Runde: Kingdom Staffel 2 ist da. Die ersten sechs Folgen endeten nicht nur mit einem fiesen Cliffhanger, sondern auch auf extrem hohem Niveau. Vor allem optisch verpasste die Serie dem langsam siechenden Sub-Genre der Zombie-Story eine dringend notwendige Frischzellenkur. Kann die Serie das halten? Wird sie vielleicht sogar noch besser? Das verrät die Kritik.

Lieber erst die Kritik zu Staffel 1 lesen? Die gibt es hier.

Die meisten Film- und Serienfans stehen asiatischen Produktionen nicht neutral gegenüber. Entweder hat der Zuschauer einen Faible für die typische Art, in der dort Geschichten erzählt werden, oder ist von genau diesen Besonderheiten genervt. Letztere haben vermutlich deshalb eine der besten  Z0mbie-Serien verpasst, die es momentan gibt. Warum man Kingdom Staffel 2 und dem Vorgänger einen Chance geben sollte, auch wenn man kein Fan von Asia-Kino ist, erfahren Sie hier.

Kingdom Staffel 2

Die Seuche, die die Bevölkerung in nach Menschenfleisch gierende Monster verwandelt, droht Korea zu vernichten.

Kingdom Staffel 2: Die Handlung

Die Geschichte beginnt exakt dort, wo sie in der vergangenen Staffel stoppte. Die Monster greifen plötzlich, gegen ihre sonstige Gewohnheit, die kleine Stadt am hellichten Tag an. Und davon werden die Verteidiger um Kronprinz Chang (Ju-Ji hoon) völlig überrascht. Nur mit Mühe können er und seine kleine Schar Kämpfer sich hinter die Mauern der nahen Zitadelle retten. Allerdings hat die ohnehin überschaubare kleine Armee des Prinzen dabei weitere, schmerzhafte Verluste zu beklagen. Chang wird klar, dass er handeln muss, um sein Land zu retten.

Währenddessen forscht die Ärztin Seo-Bi (Bae Doona) weiter an den Ursachen für die tödliche Seuche und gerät dadurch in einen Strudel von Intrigen. Denn trotz der Notlage hält die junge Königin noch immer an ihrem bösen Plan fest und wird dabei vom Oberhaupt ihres Clans unterstützt. Doch selbst der gerät angesichts einiger ungeheuerlicher Gerüchte, die sich um die Legitimität des neugeborenen Prinzen ranken, bald aus der Fassung. Versinkt Korea durch mordende Untote und machtgierige Herrscher vollends im Chaos?

Kingdom Staffel 2: Besser denn je

Wenn eine Serie den Titel als asiatisches „Game of Thrones“ verdient hat, dann ist es diese. Blutige Kämpfe gegen tödliche Kreaturen wechseln sich hier mit so fiesen Intrigen ab, dass Cersei Lannister den Hut ziehen würde. Das alles verdichtet Autor Kim Eun-hee in insgesamt nur zwölf Folgen der beiden Staffeln zu einem packenden und rasanten Mix aus Königsdrama und Zombie-Reißer. Auch wenn die Serie nach der furiosen ersten Folge ein wenig vom Gas geht, um notwendige Story-Wendungen zu erzählen, verliert Kingdom Staffel 2 trotzdem nie die Spannung.

Und bringt die Story mit einer derart grandiosen Finale zu Ende, dass selbst Skeptiker hier zufrieden sein dürften. Wenn die Serie einen Fehler macht, dann höchstens den, zugunsten einer möglichen weiteren Staffel ein eigentlich perfektes Ende zu verwässern. Sonst kann Kingdom Staffel 2 in allen Belangen noch mehr überzeugen, als die bereits starke erste Staffel der Serie. Die Qualität lässt sich dabei an mehreren Faktoren festmachen. Neben guten Schauspielern bietet die Serie eine beeindruckend starke Kamera-Arbeit.

Kingdom Staffel 2

Während die Männer des Kronprinzen um ihre Leben rennen müssen …

Kingdom Staffel 2: Ein Juwel für Zombie-Fans

Wenn Kronprinz Chang im weißen Birkenwald einen sterbenden Mann in den Armen hält oder hunderte von Zombies eine Gruppe Überlebender auf blankem Eis attackieren, dann verpacken die Macher das in Bilder, die der Zuschauer so leicht nicht mehr vergisst. Wenn die zu Beginn noch in strahlendem Weiß gekleideten Soldaten sich in der Schlacht mehr und mehr in rosa oder rote Gestalten verwandeln, dann vermittelt die Serie auch ohne expliziten Gore-Gehalt die Härte der Situation sehr eindeutig. Und auch gestorben wird in dieser Staffel reichlich.

Wer also Game of Thrones vor allem deshalb mochte, weil niemand sicher war und jederzeit ein Liebling des Publikums ins Gras beißen konnte, dann findet er oder sie in Kingdom einen zwar kurzen, aber sehr würdigen Nachfolger. Das geht zwar zu Lasten der Komplexität, denn viel mehr als Helden, gefallene Helden und Schurken bietet auch Kingdom Staffel 2 dem Publikum nicht. Weil die aber allesamt sehr gut gespielt sind, lässt den Zuschauer ihr Ende dennoch nicht kalt. Selbst mit dem für Asien typischen Overacting gehen einige dieser Tode zu Herzen.

Was auch daran liegt, dass Autor Kim Eun-hee seine Figuren trotz einfacher Einteilung und Gut und Böse jederzeit nachvollziehbar schreibt und aufzeigt, dass auch sie nur dem roten Faden folgen, unter dessen Kurs sie seit ihrer Geburt sehen. Das verleiht auch den übelsten Schurken noch eine Portion Tragik. Und wie schwierig es sein kann, eine Zombie-Saga mit derart großen Gefühlen zu füllen, wissen „The Walking Dead“-Fans ja schon länger. Gerade für diese Zielgruppe bietet Kingdom Staffel 2 ein erfrischend anderes Setting – und hohe Qualität.

Fazit:

Auch Kingdom Staffel 2 fegt durch den Rest der aktuellen Zombie-Serien wie ein Wirbelwind und zeigt beeindruckend, wie viel Leben noch in diesem Genre steckt, wenn man gute Autoren, Schauspieler und Kameraleute arbeiten lässt. Grandiose Bilder, beklemmende Momente voller Tragik und die stets nur auf das Wesentliche konzentrierte Story machen die Serie zu einem der Horror-Highlights, die Netflix momentan zu bieten hat. Dass hier auch Game of Thrones-Fans glücklich werden, ist noch die Sahne auf der Torte.

Kingdom Staffel 2 startet am 13. März 2020 bei Netflix.

Gesehen: Sechs von sechs Folgen.

Kingdom Staffel 2

… wird die Ärztin Seo-bi am Hofe des Reiches in finstere Intrigen verstrickt, die sie das Leben kosten könnten.

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