Was kommt dabei heraus, wenn sich der „Tribute von Panem“-Star Josh Hutcherson mit den Produzenten von „Preacher“ zusammentut? Eine völlig durchgeknallte Science-Fiction-Comedy namens „Future Man“, in der Hutcherson neben der Produktion auch die Hauptrolle übernimmt. Die erste Staffel der Serie ist nun bei Amazon Prime zu sehen. Für wen ist Future Man ein Must-See?

In den USA lief die Staffel beim Streaming-Anbieter Hulu, der bald in den Besitz von Disney übergeht, weil er zum Fox-Deal gehört. Hulu könnte zukünftig Heimat der Serien werden oder bleiben, die im familienfreundlichen Streaming-Dienst „Disney +“ keinen Platz finden. Zu diesen Serien gehört Future Man in jedem Fall. Eine Verlängerung hat die Show bereits bekommen, im Januar 2019 startet Staffel zwei erneut bei Hulu. Aber worum geht es überhaupt?

Future Man

Der leicht unterbelichtete Wolf und die toughe Tyger suchen Josh auf, weil sie ihn für einen Kriegshelden halten.

Future Man: Die Handlung

Josh Futturman (Josh Hutcherson) ist ein echter Looser. Er wohnt noch zuhause bei seinen Eltern, arbeitet als Hausmeister in einer Forschungseinrichtung für die Bekämpfung von sexuell übertragbaren Krankheiten und verbringt seine gesamte Freizeit damit, ein Videospiel namens „Biotic Wars“ zu spielen, das scheinbar nicht gewinnbar ist. Doch eines Abends gelingt es Josh, den ominösen letzten Level 83 zu knacken und das Game zu besiegen. Das will er feiern, indem er Hand an sich legt und dabei an die heiße Spielheldin Tyger denkt.

Während er noch in seinen Sexträumen schwelgt, stehen plötzlich Tyger (Eliza Coupe) und Wolf (Derek Wilson), die beiden Helden aus dem Spiel, in seinem Zimmer. Und unterrichten ihn darüber, dass er als „Savior“ gilt, weil er die Simulation des in der Zukunft real tobenden Biotic War gewonnen hat. Er sei Future Man, Held der letzten Menschen, die verzweifelt auf die Rettung warten. Und ausgerechnet sein Arbeitgeber, Dr. Elias Kronish, soll die Gegner der zukünftigen Menschheit, die Biotics, durch seine Forschung erschaffen haben. Kann Josh da helfen?

Future Man: Schräger Humor

Die Idee zur Serie stammt von Howard Overman („Misfits“) sowie Kyle Hunter und Ariel Shaffir („Sausage Party“). Wer ihre vorherigen Arbeiten kennt, der weiß, worauf er sich mit Future Man einlässt. Dass auch noch Seth Rogen und Evan Goldberg als Produzenten dabei sind, macht dann endgültig klar, dass es sich bei dieser Serie eigentlich nur um eine schräge, politisch unkorrekte und immer wieder hemmungslos alberne Sache handeln kann. Und genau so ist es auch. Schon in den ersten Folgen scheren sich die Macher keinen Deut um Anstand oder Geschmack.

Und schaffen so eine Serie, die allein durch ihre unverfrorene Direktheit einige brillante Lacher kreiert. Denn natürlich ist die Handlung weitgehend bekannten Sci-Fi-Klassikern der vergangenen Jahrzehnte entnommen. Aber statt das zu verschleiern oder gar tot zu schweigen, geht Future Man damit ganz entspannt und offensiv um, indem die entsprechenden Originale ständig genannt und zitiert werden. So weiß Josh zum Beispiel, dass die Story, die ihm gerade passiert, bereits 1984 als „Starfight“ in die Kinos kam. Und macht sich darüber lustig.

Future Man

Aber Josh ist lediglich im Videospiel „Biotic Wars“ und seinen Träumen ein echter Held.

Future Man: Derb, aber gut

Allerdings sollten sich Feingeister des Humors darüber im Klaren sein, dass Future Man mit der ganz groben Kelle arbeitet und auf schöngeistigen Wortwitz nur sehr selten verfällt. Meistens gibt es derbe Zoten zu sehen und zu hören, die allerdings hin und wieder derart witzig und auf dem Punkt sind, dass man lachen muss – ob man will oder nicht. Dazu kommen einige Running Gags, die immer wieder ausgezeichnet funktionieren. Beispielsweise Joshs ständiger Kampf mit Tyger und Wolf, damit die beiden nicht einfach unschuldige Bürger über den Haufen schießen.

Das Ganze ähnelt ein wenig der nach drei Staffeln beendeten Serie „Ash vs Evil Dead“, wobei es bei Future Man nicht ganz so explizit blutig ans Werk geht wie in der Horror-Comedy. Aber was das Verlassen des guten Geschmacks angeht, sind sich beide Shows recht nahe. Und auch im Grad an mitunter richtig albernen Momenten ähneln sich die Serien. Es ist also ein ganz bestimmter Humor gefragt, damit Future Man seine volle Wirkung entfalten kann. Das ist qualitativ durchaus wechselhaft.

Die Macher zeigen aber in der zweiten Folge, die sich erstmals mit Zeitreisen beschäftigt (ein Thema, dass erhalten bleibt), welch gewaltiges Potenzial zum großartigen Klamauk die Serie bietet. Das absolute Highlight der ersten Episoden zieht nicht nur „Zurück in die Zukunft“ und „Terminator“ durch den Kakao, sondern macht sich auch noch herrlich respektlos über Rassismus und Klischees über Schwarze lustig. Dieses hohe Niveau hält die Serie leider nicht in jeder Folge. Dennoch: Wer Spaß an schrägem, abseitigen Humor hat und Sci-Fi-Fan mit Expertenstatus ist, für den ist Future Man ein echter Schatz.

Fazit:

Future Man ist definitiv nicht für jeden. Denn eine feine Klinge wird in Sachen Humor hier ganz und gar nicht geführt. Allerdings gelingen den Machern immer wieder so herrlich überdrehte und extrem lustige Momente, dass sich die Serie vor allem für beinharte Fans von modernen Sci-Fi-Blockbustern lohnt. Denn die modernen Klassiker des Genres  werden hier samt und sonders liebevoll durch den Kakao gezogen. Tipp: Wer über Folge zwei nicht lachen kann, sollte nicht weiterschauen.

Future Man startet am 14. Dezember 2018 auf Amazon Prime.

Gesehen: Fünf von 13 Folgen

Future Man

In der Realität hingegen hat Josh mit Schusswaffen und Prügeleien nicht viel am Hut. Kann er die Erde trotzdem retten?

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