Zur Hölle! Nachdem Sabrina in den beiden ersten Staffeln nicht nur mit dem Bösen in Berührung kam, sondern auch mehr über ihre Herkunft erfuhr, ist die Situation zu Beginn von „Chilling Adventures of Sabrina Staffel 3“ klar. Die junge Hexe sucht nach einem Weg in die Unterwelt, um ihren Freund zu befreien, der sich für Mensch- und Hexenheit geopfert hatte. In acht neuen Folgen erzählt Serienschöpfer Roberto Aguirre-Sacasa die Geschichte weiter. Hält er das Niveau der vorherigen Episoden?

Die Kritik von Sabrina Staffel 1 finden Sie hier.

Die Kritik von Sabrina Staffel 2 gibt es hier.

Das Chaos mit der Nummerierung bedarf der Aufklärung. In der normalen Zählweise sind die neuen Folgen Chilling Adventures of Sabrina Staffel 3. Allerdings hat Netflix eigentlich gleich 20 Folgen bestellt, und dann entschieden, diese in drei Blöcken – 10, Weihnachtsfolge – 9 – ins Programm zu nehmen. Danach verlängerte der Streaming-Dienst die Serie um 16 Folgen, die erneut in zwei Teilen zu sehen sind – und jetzt beginnen. Streng genommen ist Staffel drei also Staffel 2.1. Inhaltlich spielt das aber keine Rolle.

Chilling Adventures of Sabrina Staffel 3

Der Trip in die Hölle wird für Sabrina und ihre Freunde eine echte Überraschung, denn die ist nicht wie erwartet.

Sabrina Staffel 3: Die Handlung

Sabrina (Kiernan Shipka) ist es zwar gelungen, ihren wahren Vater, den Teufel, zu besiegen. Doch dafür musste ihr Freund Nick (Gavin Leatherwood) sich opfern, den Geist Lucifers in sich aufnehmen und der neuen Herrscherin Lilith (Michelle Gomez) in die Hölle folgen. Weil sich dieser Sieg anfühlt wie eine Niederlage, denkt Sabrina gar nicht daran aufzugeben. Sie will Nick aus der Unterwelt befreien. Und ihre Freunde Harvey (Ross Lynch), Rosalind (Jaz Sinclair) und Theo, ehemals Susie (Lachlan Watson) haben ihre Hilfe dabei zugesagt.

Tatsächlich findet die junge Hexe einen Eingang zur Unterwelt. Doch die Hölle ist ganz und gar nicht so, wie sie es erwartet hat. Und so stellt sie fest, dass sie sich auf einen dunklen Deal einlassen muss, um ihren Freund zu retten. Doch nicht nur dieses Geschäft macht Sabrina bald Sorgen. Auch ein geheimnisvoller Wanderzirkus, der in Greendale auftaucht, bringt jede Menge tödlicher Probleme mit sich. Kann Sabrina die Dinge wieder zum Guten wenden oder hat ihr Hexenzirkel um Tante Zelda (Miranda Otto) tatsächlich ein blutiges Ende vor sich?

Sabrina Staffel 3: Ein Fest für Teens und Nerds

Chilling Adventures of Sabrina funktioniert auf mehreren Ebenen. Zum einen sind da junge Zuschauer, die sich mit Sabrina und ihren Freunden identifzieren können. Für diese Zielgruppe ist Sabrina so etwas wie das neue „Buffy im Bann der Dämonen“ – und die Ähnlichkeiten sind auch gar nicht wegzudiskutieren. Wer also die sieben Staffel der Vampirjägerin verehrt hat, könnte auch oberhalb des Teenie-Alters mit dieser Netflix-Serie Spaß haben. Und dann gibt es da ja noch die Horrorfans, für die Aguirre-Sacasa so viele Bonbons fallen lässt.

Wie schon in den ersten beiden Staffeln wimmelt die Serie vor direkten und versteckten Anspielungen und Nutzungen auf und von berühmten Horrorfilmen, Charakteren und Namen. Folge sechs verbeugt sich beispielsweise tief vor David Cronenbergs „Die Fliege“, Folge sieben zeigt Respekt vor „Wickerman“ und auch eine Shakespeare-Schöpfung findet schon in Folge eins der neuen Staffel Einzug ins Universum von Sabrina. Je besser sich ein Zuschauer mit Horror auskennt, umso mehr Referenzen wird er oder sie in der Serie erkennen. Ein Heidenspaß! Und keine gute Idee für ein Trinkspiel – Experten könnten da Probleme bekommen, so viele Verweise stecken in dieser Serie.

Chilling Adventures of Sabrina Staffel 3

Denn dort wartet mit Caliban ein neuer Gegner auf die junge Hexe.

Sabrina Staffel 3: Die Alten Götter kehren zurück

Manche dieser Verweise sind aber mehr als bloße Spielereien und Hommagen an große Werke des Horrors, sondern spielen eine größere Rolle. So sind die alten Götter wie „der grüne Mann“ oder „der große Gott Pan“ in der neuen Staffel ein Thema, letzteres ist auch der Titel einer berühmten Kurzgeschichte von Arthur Machen, der ein Vorbild und eine Inspiration von H.P. Lovecraft war. Dazu kommen für den Kontrast jede Menge Anleihen aus der christlichen Mythologie, die ja in den Staffeln zuvor schon wichtiger Ideengeber für die Handlung war.

Dieses Geflecht aus verschiedenen Einflüssen des klassischen und modernen Horrors ist für Fans des Genres absolut unwiderstehlich. Zumal die Macher in Staffel drei die typischen Teenie-Soap-Elemente auch angenehm zurücknehmen und durch einen ordentlichen Schlag Fantasy ersetzen. Zwar gibt es noch immer Herzschmerz-Momente, doch zumeist münden die nur in weitere Horrorsequenzen. Sabrina Staffel 3 ist die düsterste bisher, nicht nur, weil sie zum Teil in der Hölle spielt. Nie war der Tod in der Serie so gegenwärtig wie dieses Mal.

Eine auffällige Veränderung bringt Staffel drei allerdings mit sich – es wird viel gesungen und getanzt – meist von Kiernan Shipka. Ob das ankommt oder nicht, dürfte extreme Geschmackssache sein, das Können ist bei Shipka jedenfalls kein Problem, was schon das vorab veröffentlichte Musikvideo zu Staffel drei beweist. Heller macht das die neuen Folgen allerdings nicht. Der obligatorische Cliffhanger am Ende ist auch wieder mit dabei. Und weist auf eine Lovecraft-geschwängerte vierte Staffel hin. Na, wenn das nichts Gutes verheißt?

Fazit:

Chilling Adventures of Sabrina Staffel 3 hält mühelos das Niveau der Vorgängerstaffeln. Der spielfreudige Cast überzeugt erneut, dazu hat Mastermind Roberto Aguirre-Sacasa aus dem reichhaltigen Fundus der Horror-Historie wieder jede Menge Anspielungen und Story-Ideen geholt. Und die funktionieren nach einem nicht ganz überzeugenden Auftakt in der zweiten Hälfte der Staffel so gut, dass Binge-Watching hier wieder eine überaus verlockende Option ist. Sabrina bleibt die geistige Nachfolgerin von Buffy – in ähnlich herausragender Qualität.

Chilling Adventures of Sabrina Staffel 3 startet am 23. Januar 2020 bei Netflix.

Chilling Adventures of Sabrina Staffel 3

In Greendale muss Sabrina sich mit einem Wanderzirkus auseinandersetzen, der ein paar unschöne Überraschungen bereithält.

Gesehen: Acht von acht Folgen.

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