Nach dem Ende von „Castle“ startete Nathan Fillion mit der Cop-Serie „The Rookie“ durch, während Stana Katic alias Kate Beckett im vergangenen Jahr die kleine, aber feine Thrillerserie „Absentia“ mitproduzierte und auch gleich die Hauptrolle übernahm. Nun kehrt sie mit Absentia Staffel 2 erneut als Emily Byrne zurück, die jahrelang in Gefangenschaft gehalten wurde. Und in Staffel 1 herausfand, wer dafür verantwortlich war. Kann die zweite Staffel der Serie an die Spannung der ersten anschließen? Oder sind die zehn neuen Folgen die letzten?

Die Kritik zu Absentia Staffel 1 finden Sie hier.

Harte, düstere Thriller erwartet der Fan eigentlich eher aus dem skandinavischen Raum. Aber es gibt eben immer wieder Überraschungen. Ob sie aus Deutschland stammen, wie die erstaunlich gute Serie „Der Pass“ – oder eben aus den USA, wo Absentia für den kleinen Pay-TV-Sender AXN (im Besitz von Sony) entstand. Die erste Staffel, die zumindest Ähnlichkeiten mit Jussi Adler Olsens erstem Sonderdezernat Q-Roman „Erbarmen“ aufweist, kam die Thrillerfans gut genug an, um eine zweite Staffel zu ermöglichen. Ist auch die gelungen?

Absentia Staffel 2

Es beginnt mit einem fiesen Terroranschlag, den sich Tyler Mills in seinem Keller ausdenkt.

Absentia Staffel 2: Die Handlung

Seit dem Ende der ersten Staffel sind einige Jahre vergangen. Emily Byrne (Stana Katic) hat das FBI verlassen und führt ausgerechnet eine Beziehung mit Tommy Gibbs (Angel Bonanni), dem Cop, der sie damals so gnadenlos jagte. Ex-Mann Nick (Patrick Heusinger) ist hingegen noch ganz der Alte – noch immer mit Alice (Cara Theobald) verheiratet und noch immer beim FBI. Und der gemeinsame Sohn von Emily und Nick – Flynn (Patrick McAuley) – ist inzwischen in der Pubertät und noch immer in einer Therapie, um das Vergangene zu verarbeiten.

Als ein besonder fieser Terroranschlag mit Giftgas Boston erschüttert, hat Nick alle Hände voll zu tun. Und kann deshalb seiner Ex-Frau nicht bei ihren Nachforschungen behilflich sein. Denn Emily will endlich wissen, woher sie stammt und warum sie so eine mörderische Wut in sich trägt. Tatsächlich entdeckt sie bei ihren Recherchen eine Frau, die ihre leibliche Mutter sein könnte. Doch damit sticht sie in ein Wespennest aus Gewalt und Tod, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Um eine Chance zu haben, die Sache aufzuklären, kehrt Emily sogar zum FBI zurück …

Absentia Staffel 2: Spannend mit Logiklöchern

Nachdem die erste Staffel ihre Spannung hauptsächlich daraus bezog, wer Emily fünf Jahre lang gefangen gehalten und ihr dann das Gedächtnis geraubt hatte, fiel dieser Spannungsaufbau zur zweiten Staffel weg. Nun standen die Autoren vor der schweren Aufgabe, etwas anderes zu finden, dass sie ähnlich gut nutzen konnten, um einen nervenaufreibenden Plot zusammen zu bauen. Und den erneut glaubwürdig mit der Figur von Emily Byrne zu verknüpfen. Richtig gut gelungen ist ihnen das nicht. Und so setzt Absentia Staffel 2 vor allem auf Schauwerte.

Ob das der ausgezeichnet inszenierte Terroranschlag auf ein Bürogebäude in Boston ist. Oder ein wenig später in der Serie ein Ausflug Emily in die ehemalige Sowjetunion auf Mörderjagd. Die zweite Staffel setzt nicht mehr allein auf das Rätsel um die coole Agentin. Sondern versucht, mit gleich mehreren Handlungssträngen Spannung zu erzeugen und das Publikum zu unterhalten. Und wer bereit ist, ein paar Logiklöcher zu akzeptieren, die allerdings auch Staffel 1 schon aufwies, der bekommt auch mit Absentia Staffel 2 spannende Unterhaltung geboten.

Absentia Staffel 2

Mit einer Familientherapie versuchen Nick und Alice, ihrem Sohn Flynn zu helfen.

Absentia Staffel 2: Sehenswerte Katic

Die Figur der Emily Byrne steht nicht nur in der Tradition der gebrochenen Ermittler Skandinaviens, sie ist mit ihrem eigenen dunklen Geheimnis auch eine wirklich stark entwickelte und gut geschriebene Hauptrolle. Und die wird von Stana Katic großartig gespielt. Das merkt man nicht nur daran, dass die meisten Szenen ohne sie nur Lückenfüller oder Stichwortgeber sind, sondern auch an den Emotionen, die Emily Byrne hervorruft. Ihr Leiden, dass auch in Absentia Staffel 2 nicht wesentlich geringer wird, rührt an und nimmt das Publikum mit ins Dunkel.

Allerdings täte man dem restlichen Cast Unrecht, würde man nur Katics schauspielerische Leistung loben. Gerade Angel Bonannis Leistung als kaputter Cop Tommy und Cara Theobald als vernachlässigte Gattin Alice zeigen ebenfalls, warum sie in diese Serie gehören. Das gilt diesmal für die Autoren nur bedingt. Denn die Story, die sie sich für die neue Staffel ausgedacht haben, erfüllt zwar das wichtigste Kriterium – Spannung – aber etwas glaubwürdiger und logischer hätte sie schon ausfallen dürfen. Denn die Verbindungen, die hier zu Emily führen, sind zum Teil einfach schwer zu glauben.

So empfiehlt es sch für Thrillerfans, nicht jedes Detail logisch zu hinterfragen oder sich um die Wahrscheinlichkeiten Gedanken zu machen, die dem Publikum hier zum Teil zugemutet werden. Weil Absentia Staffel 2 nach etwas müdem Beginn nach hinten raus immer stärker wird, würde man sich nach den furiosen Finale, das nicht nur einen potenziellen Bösewicht aufbaut, sondern auch viele Fragen aufwirft, wie es mit den bekannten Charakteren nun weitergehen könnte, definitiv eine dritte Staffel wünschen. Wie die Chancen dafür stehen, ist momentan noch völlig unklar.

Fazit:

So stark wie die erste ist Absentia Staffel 2 nicht ausgefallen. Auch, weil die persönliche Motivation, die Hauptfigur Emily Byrne durch ihren ersten Fall trug, in der Neuauflage nicht mehr so glaubhaft und packend ist. Für Fans von düsteren Thrillern bietet aber auch die zweite Staffel genug Schauwerte und Twists für gute „böse“ Unterhaltung. Auch weil Stana Katic sich erneut die Seele aus dem Leib spielt. Und den Zuschauer damit die Abgründe ihrer Figur spüren lässt. Das ist so stark wie in Staffel 1 und lohnt allein das Einschalten.

Absentia Staffel 2 startet am 14. Juni 2019 bei Amazon Prime.

Gesehen: Zehn von zehn Folgen

Absentia Staffel 2

Emily Byrne recherchiert erneut in einem Fall, der sie persönlich betrifft.

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