Das Horrorjahr 2019 gehört zu den schwächeren der vergangenen Dekade. Daher blicken die Fans des Genres hoffnungsvoll auf das, was 2020 bringen soll. Neben Fortsetzungen und Reboots sind auch ein paar interessante neue Ideen angekündigt. Doch gerade die haben zum Teil noch gar keinen deutschen Starttermin. Was heute bereits zum Horror 2020 bekannt ist, finden Sie hier.

Januar

The Grudge (9.1.)

Das Reboot eines der besten asiatischen Horror-Franchises der 2000er Jahre beruht auf der japanischen „Ju-On“-Reihe, die 2000 begann und 2004 ein erstes US-Remake erhielt. Damals dabei: Sarah Michelle Gellar („Buffy“). Für den Reboot verpflichtete Produzent Sam Raimi unter anderem Andrea Riseborough und John Cho („Star Trek“). Der Trailer zur Neuauflage sieht gut aus – und deutet Verbindungen zu den drei Filmen an, die es bereits gibt.

Prognose: Gute Schauspieler, Horror-Ikone Sam Raimi als Produzent und eine wirklich gruselige Grundidee neu aufgelegt: Hier sollte eigentlich nicht allzu viel schief gehen. Das sieht nach einem guten Start für den Horror 2020 aus.

Underwater (9.1.)

Die Besatzung eines Tiefesee-Labors wird von einem Erdbeben überrascht. Und das hat auf dem Meeresboden nicht nur Verwüstungen hinterlassen, sondern offenbar auch einem Lebewesen zur Freiheit verholfen, dass vorher von der Menschheit getrennt war. Die Überlebenden sind also noch nicht außer Gefahr …

Prognose: Die gute Besetzung, unter anderem Kirsten Stewart und Jessica Henwick („Iron Fist“), und die US-Freigabe des Films als PG-13 deuten eher auf einen Mainstream-Thriller als auf echten Horror hin. Zudem haben ähnliche Storys in der Vergangenheit („Deep Star Six“, „Leviathan“) nicht sonderlich gut funktioniert und meist nur den Klassiker „Alien“ unter Wasser nacherzählt. Es wäre schön, wenn Underwater die Fans positiv überrascht, aber Skepsis ist angebracht.

Countdown (30.1.)

Eine neue App berechnet für interessierte Nutzer die Lebenszeit, die ihnen noch bleibt. Bei einigen zeigt der Zähler nur noch wenige Tage oder Stunden an – und die kommen dann auch auf grausame Weise ums Leben. Als die junge Quinn (Elizabeth Lail, „You – Du wirst mich lieben“) durch die App erfährt, dass sie nur noch Tage hat, beginnt sie das Phänomen zu untersuchen, das sie töten will …

Prognose: In den USA ist Countdown bereits angelaufen und ziemlich gefloppt. Auch die Kritiker waren nicht freundlicher als das Publikum. Obwohl die Idee des tödlichen Smartphones durchaus funktionieren kann, wie der ansehnliche „App“ aus den Niederlanden beweist, scheint dieser Film kein Aushängeschild für Horror 2020 zu werden.

Februar

The Lodge (6.2.)

Die neue Freundin eines zweifachen Vaters muss wegen eines Notfalls mit den beiden Kindern alleine in einer eingeschneiten Hütte bleiben. Nach und nach zeigt sich, dass sich Kinder und Freundin aus unterschiedlichen Gründen nicht vertrauen. Ist die junge Frau eine Killerin? Oder haben die Kinder ein tödliches Hobby? Der Film stammt von den beiden Österreichern Veronika Franz und Severin Fiala, die bereits mit „Ich seh, ich seh“ auf sich aufmerksam machten.

Prognose: Bislang lief der Film nur auf einigen Festivals, kam aber bei der Mehrzahl der meist horroraffinen Zuschauer gut an. The Lodge könnte daher das erste Horror-Highlight des Jahres 2020 werden.

Fantasy Island (13.2.)

Kein Jahr ohne Blumhouse-Horror! Das gilt auch für 2020. Fantasy Island war einst eine meist rührselige Fantasy-Serie, in der Gästen auf der Insel Wünsche erfüllt und ihnen dadurch die Augen für bestimmte Aspekte ihres Lebens geöffnet wurden. Die Horror-Variante von Regisseur Jeff Wadlow nimmt die Idee auf, verwandelt die Wünsche der Gäste aber bald in Alpträume, aus denen sie entkommen müssen, wen sie überleben wollen …

Prognose: 2019 war für Blumhouse kein besonders beeindruckendes Jahr. Aber ihre Filme sind oft eine Wundertüte, bei denen sich im Vorfeld oft nicht sagen lässt, was genau auf den Zuschauer zukommt. Der Trailer macht einen soliden Eindruck, ob Wadlow, der zuletzt den eher mauen „Wahrheit oder Pflicht“ inszenierte, hier einen besseren Film abliefert, bleibt offen. Wenn sich das Publikum etwas wünschen darf, vielleicht einen guten Film?

Brahms: The Boy 2 (20.2.)

Bis Ende Februar dauert es zur ersten Fortsetzung im Horrorjahr 2020. The Boy von 2016 bekam durchschnittliche Kritiken, machte aber bei kleinem Budget dennoch Gewinn an den Kinokassen. Und so wird die Puppe erneut ins Rennen um die Gunst der Horrorfans geschickt. Eine neue Familie zieht in das Haus ein, in dem Brahms lebt. Und bald findet der Sohn der Familie die Porzellanpuppe …

Prognose: Noch kein Trailer zum Film – das verheißt in der Regel nichts Gutes. Auch wenn das Originalteam aus Regie und Drehbuch wieder dabei ist – The Boy 2 dürfte mit Vorsicht zu genießen sein.

Der Unsichtbare (27.2.)

Blumhouse, die Zweite: Elizabeth Moss spielt eine junge Frau, die nur mit Mühe einer Beziehung zu einem brillanten, aber gewalttätigen Wissenschaftler entkommt. Als sie erfährt, dass ihr Ex-Freund sich umgebracht haben soll und sein Vermögen an sie vererbt hat, wird sie misstrauisch. Hat der Ex seinen Tod nur vorgetäuscht und verfolgt sie jetzt – durch seine Forschung komplett unsichtbar?

Prognose: H.G.Wells‘ Klassiker wurde schon einige Male verfilmt, der neueste Versuch macht aber einen guten Eindruck. Mit Regisseur Leigh Whannell ist ein Horror-Veteran (Drehbuch zu einigen Filmen der „Saw“-Reihe und der „Insidious“-Serie) am Start, die Besetzung ist mit Elizabeth Moss und Oliver Jackson-Cohen („Spuk in Hill House“) ebenfalls stark. Das könnte ein fieser Home-Invasion-Thriller werden.

März

A Quiet Place 2 (19.3.)

Noch ist nicht viel bekannt zur Fortsetzung des Überraschungshits von 2018: Emily Blunt und ihre beiden Filmkinder sind erneut dabei, Gatte John Krasinski führt erneut Regie – das war es aber auch schon. Welche Story der Film erzählen wird, darüber gibt bislang noch kein Trailer Auskunft. Auch Fotos hat Verleih Paramount noch nicht herausgerückt. Werden im zweiten Teil die Aliens zu den Gejagten?

Horror 2020

Wird Emily Blunt im Kampf gegen Monster zur nächsten Ripley?

Prognose: John Krasinski schrieb diesmal das Drehbuch alleine und scheint eine direkte Fortsetzung der Story zu liefern. Wer also den ersten Teil mochte, hat gute Chancen, auch diesmal wieder einen guten Horror-Thriller zu bekommen. Dass bisher noch nichts vom Film zu sehen ist, muss aufgrund der knappen Zeit bis zum Release nicht unbedingt ein negatives Zeichen sein – vermutlich ist einfach noch nicht genug fertig, um es zu zeigen.

April

New Mutants (2.4.)

Der letzte X-Men-Film von Fox taucht nun schon zum dritten Mal in einer Jahresvorschau auf, so oft wurde er bereits verschoben. Die Story: Eine Gruppe junger Mutanten wird in einer Hochsicherheitsanlage festgehalten und untersucht. Doch etwas Böses versucht, eine aus der Gruppe zu erwischen …

Prognose: So langsam müssen die Fans wohl alle Hoffnung fahren lassen, dass dieser Film etwas taugen könnte. Erst waren Nachdrehs angekündigt, die aber nie stattfanden, dann positionierte Disney den Film im April – ohne neuen Trailer oder anderweitige Bemühungen. Vermutlich wissen die dort, warum. Ob er den Horror 2020 überhaupt bereichert? 

Die Besessenen (16.4.)

Ein Kindermädchen übernimmt den Job, zwei Kinder in einem alten Landhaus irgendwo in Maine zu betreuen. Doch die beiden Kinder sind ganz und gar nicht so, wie die Nanny das erwartet hätte. Bald muss sie feststellen, dass das Haus und dessen Bewohner ein paar dunkle Geheimnisse aufweisen – die ihr das Leben kosten könnten. Der Film basiert auf der Novella „The Turning of the Screw“ von Henry James, eine der bekanntesten Geistergeschichten des späten 19. Jahrhunderts.

Prognose: Mackenzie Davis und Finn Wolfhard sind eine gute Besetzung und der Stoff wurde bereits erfolgreich verfilmt. Auch Mike Flanagan wird für die zweite Staffel seiner „Spuk in …“-Serie den James-Roman adaptieren. Daher könnte Die Besessenen durchaus ein guter Vertreter des Geister-Horrors im Jahr 2020 werden. Potenzial ist jedenfalls da.

Mai

Antebellum (7.5.)

Worum es in diesem Film so genau geht, darüber gibt weder der Verleih noch der erste Teaser wirklich Auskunft. Antebellum könnte aber von Reisen in Zeit oder Dimension handeln. Allerdings auch von etwas völlig anderem, bislang sind mehr als Spekulationen nicht möglich. Genau das könnte den Reiz des Films aber auch ausmachen.

Prognose: Produzent Sean McKittrick hat bereits „Get Out“ und „Us“ von Jordan Peele ermöglicht, also könnte auch dieser Film durchaus eine positive Überraschung für den Horror 2020 bedeuten.

Juni

Candyman (18.6.)

Apropos Jordan Peele! Ein schwarzer Künstler verleibt sich in die weiße Tochter eines Großgrundbesitzers und wird von den Untergebenen des Mannes grausam zu Tide gefoltert. Weil das auch mit Honig und Bienen zu tun hat, geht er als Candyman in die Geschichte ein. Ein Jahrhundert später untersucht eine weiße Studentin die urbane Legende vom Candyman – und kommt dem Grauen deutlich näher, als sie erwartet hatte. Das Remake von Produzent Jordan Peele holt eine Kurzgeschichte des jungen Clive Barker aus den „Büchern des Blutes“ zurück auf die Leinwand.

Prognose: Coole Story, gute Besetzung, Soundtrack von Philip Glass – das Original ist eine leider fast vergessene Horrorperle der 90er. Peele ist aber zuzutrauen, die faszinierende Geschichte im neuen Gewand erneut gut auf die Leinwand zu bringen. Mit diesem Candyman sollte man im Horror 2020 rechnen!

Juli

The Purge 5 (2.7.)

Es ist wieder Purge-Nacht! Mit diesem Film soll die Saga um die eine Nacht, in der alle Bürger der USA ungestraft Verbrechen verüben dürfen, allerdings zu einem Ende kommen. Zumindest im Kino. Denn es gibt ja auch eine Serie dazu, die zurzeit (November 2019) in die zweite Staffel geht. Braucht die Welt noch einen weiteren Purge-Film?

Prognose: Warum nicht? Zwar ist keiner der Filme dazu angetan, ganz hohe Horror-Weihen zu empfangen, aber die fiesen und dreckigen Filme haben ihre harte Fangemeinde. Und die sehen sich den letzten (?) Film sicher auch wieder an. Und Mastermind James DeMonaco soll auch dieses Script wieder schreiben. Da ist zumindest von gleichbleibender Qualität auszugehen.

September

Escape Room 2 (3.9.)

Auch wenn der fiese Thriller nicht alle Erwartungen erfüllen konnte, so war er doch vor allem in Sachen Setdesign ein Highlight 2019. Die Überlebenden aus Teil eins sollen nun auch im zweiten Teil der Story wieder mit dabei sein, gemeinsam mit ein paar neuen Opfern. Das Ende des ersten Films stellt dazu ja schon ein Szenario in Aussicht …

Horror 2020

Wird Zoe auch die Escape Room-Herausforderungen des zweiten Teils meistern?

Prognose: Einerseits sind Regisseur und Drehbuchautor aus dem ersten Film wieder mit dabei, andererseits wirkt ein zweiter Teil nach gerade einmal anderthalb Jahren schon wie ein Schnellschuss. Falls aber schon während der ersten Story die Idee zu mehr aufkam, könnte der Film durchaus den Erfolg des Originals wiederholen und auch qualitativ überzeugen.

Conjuring 3 (10.9.)

Der wahrscheinlich am meisten erwartete Horrorfilm des Jahres startet im September. Erneut gehen Patrick Wilson und Vera Farmiga als Ehepaar Warren auf die Jagd nach dem Bösen – und sollen es diesmal möglicherweise mit Werwesen zu tun bekommen. Ein Haunted House-Film soll es jedenfalls nicht wieder werden. Stammregisseur James Wan muss diesmal aus Termingründen allerdings passen. Es übernimmt Michael Chaves, der mit „Lloronas Fluch“ nicht wirklich überzeugen konnte.

Horror 2020

Der dritte Teil der Reihe wird wohl ohne Dämonen-Nonne auskommen.

Prognose: Das Flaggschiff des Conjuring-Universums bringt den Kahn nach ziemlicher Schlagseite durch schwächere Filme wie „The Nun“ und „Annabelle 3“ hoffentlich wieder auf Kurs. Da die Machr erkannt haben, dass es Zeit für Neues wird, ist Hoffnung angebracht.

Last Night in Soho (24.9.)

Eigentlich ist Edgar Wright nicht unbedingt ein Horror-Regisseur, auch wenn er es in seiner Cornetto-Trilogie häufiger ordentlich splattern ließ. Nach Baby Driver soll nun mit diesem Film aber ein echter, ernster und fieser Pyscho-Horror-Thriller kommen.

Prognose: Edgar Wirght ist ein toller Regisseur – und ein fast noch besserer Drehbuchschreiber. Daher ist die Vorfreude auf seinen ersten Ausflug ins harte Horrorfach absolut berechtigt.

Oktober

Halloween Kills (15.10.)

Der zweite Teil der neuen Trilogie wurde ein Windeseile verkündet, nachdem die Fortsetzung des Originals von John Carpenter an der Kasse mächtig Furore machte. Etwas Neues hatte der Film dem Mythos allerdings nicht zu geben.

Halloween

Laurie gegen Michael – das Duell geht in eine neue Runde.

Prognose: Schon der neue Halloween begeisterte nicht jeden Horrorfan. Wenn den Autoren nicht endlich neue Ideen entwickeln und erneut nur ein Rip-Off des bekannten und nicht sonderlich ergiebigen Plots anbieten, könnte das ein Flop werden. 

Horror 2020 – noch ohne Termin

Antlers

Im vergangenen Jahr lieferte Regisseur und Drehbuchautor Scott Cooper mit „Hostiles“ einen großartigen Neo-Western ab, der leider völlig unterging. Nun versucht er sich an waschechtem Horror. Zumindest ist bereits der Trailer zu Antlers nichts für schwache Nerven. Die Story, die ein wenig an „Graue Masse“ von Stephen King erinnert, scheint sich um einen Jungen zu drehen, dessen Vater kein Mensch mehr ist – und der Hunger auf rohes Fleisch entwickelt hat …

Prognose: Wenn die Story so gut und hart ist, wie der Trailer es vermittelt, könnte Antlers eines der Highlights im Jahr 2020 werden.

Color From Outer Space

Nicholas Cage ist der Star in einer Verfilmung einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft – die Farbe aus dem All. Als ein Meteor in der Nähe einer kleinen Farm abstürzt und sich aus seinem Inneren eine merkwürdige Farbe ergießt, wird Pflanze, Tier und schließlich auch der Mensch verändert. Und nicht zum Guten …

Prognose: Die Vorlage gehört zu den besten Arbeiten des Horror-Autors Lovecraft. Aber wer sich bei den Verfilmungen seiner Stoffe auskennt weiß: Es gibt kaum vernünftige Umsetzungen bisher. Ob ausgerechnet Cage das ändern kann, ist doch sehr zweifelhaft. Auch wenn sich die Fans das natürlich sehr wünschen würden. 

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