Vor einigen Jahren hatten Romane, die den Stempel „Young Adult“ trugen, plötzlich einen Riesenerfolg. Ob „Die Tribute von Panem“, „The 100“ oder „Die Maze Runner“ – die Trilogien wurden Hits auf dem Buchmarkt – und zogen daher auch bald Verfilmungen nach sich. Die neueste Variante fürs Kino ist nun „The Darkest Minds – Die Überlebenden“ nach einem gleichnamigen Buch. Auch hier verschlägt es Teenager in eine dystopische Zukunft. Ist das sehenswert?

Junge Menschen inmitten einer dunklen Zukunft – das ist momentan ein bewährtes Strickmuster für den Absatz von Büchern. Und die sollen nach dem Wunsch des Studios, das die Filmrechte gekauft hat, natürlich auch auf der Leinwand für ordentlich Kasse sorgen. Doch zuletzt schwächelte die Young Adult-Schiene merklich. Nach dem schwachen dritten Teil kam der Abschluss der „Divergent“-Reihe erst gar nicht mehr. Trotzdem startet FOX nun eine neue Serie – The Darkest Minds. Hat der Film etwas Neues zu bieten?

Darkest Minds

Ruby hat die Seuche überlebt und extrem mächtige Fähigkeiten dadurch erhalten.

The Darkest Minds: Die Handlung

Nachdem eine Seuche 98 Prozent aller Kinder in den USA getötet hat, machen die eigentlich glücklichen Eltern der letzten zwei Prozent eine furchtbare Entdeckung. Ihre Sprösslinge haben besondere Fähigkeiten entwickelt und beherrschen beispielsweise Telekinese oder sind extrem intelligent. Weil es unter ihnen auch ein paar besonders gefährliche Kräfte gibt, interniert die Regierung kurzerhand alle Kinder in spezielle Lager, wo sie wie Gefangene gehalten und kontrolliert werden.

Eine von ihnen ist Ruby (Amandla Stenberg), die Menschen kontrollieren und deren Erinnerungen auslöschen kann – und damit die höchste Gefahrenkategorie darstellt. Als sie mithilfe der Ärztin Cate (Mandy Moore) dem Lager entkommen kann, heften sich deshalb sofort Elitetruppen des Staates an ihre Fersen. Doch sie kann immer wieder entkommen und trifft eines Tages auf eine Gruppe Jugendlicher unter der Führung von Liam (Harris Dickinson), einem Telekineten. Kann er Ruby helfen, endlich einen sicheren Ort zu finden?

The Darkest Minds: Hat Marvel geklagt?

Wenn man sich die Story ansieht, könnte man fast meinen, einfach nur eine Variante von Marvels berühmter Mutantenfamilie zu sehen. The Darkest Minds ähnelt auf so vielen Art den „X-Men“, dass eine Klage von Marvel gegen den Stoff nicht wirklich verwundert hätte. Regisseurin Jennifer Yuh Nelson gelingt es in keiner einzigen Szene, aus dem recht ausgelutschten Stoff der zu Unrecht verfolgten jungen Frau irgendetwas Neues oder Originelles herauszuholen.

Denn sowohl die Geschichte einer Liebe in schweren Zeiten als auch die Story von den Verfolgten, die Angst machen, weil sie nicht verstanden werden, gab es im Kino schon oft – und oft besser. The Darkest Minds ist kein richtig schlechter Film. Denn er ist handwerklich sauber gemacht, ordentlich gespielt und durchaus mit Sinn für Tempo inszeniert. Aber er ist inhaltlich dermaßen altbacken und belanglos, dass es schwierig ist, mit den Figuren warm zu werden und sich in die Geschichte ziehen zu lassen.

Darkest Minds

Liam und seine Freunde werden für Ruby bald zu einer Art neuer Familie. Doch sie leben in ständiger Angst vor Entdeckung.

The Darkest Minds: Fortsetzung folgt?

Dazu hat der Film ein weiteres Problem: Im Gegensatz zu anderen Auftaktfilmen einer Reihe ist The Darkest Minds allzu deutlich auf Fortsetzung gedrillt. Das sorgt dafür, dass der Spannungsbogen nicht gut funktioniert, weil der Film nicht mit einem furiosen Finale endet, sondern mit einem Ausblick auf weitere Teile. Die dürften allerdings nach dem schwachen Abschneiden des Films im heimischen US-Markt zurzeit in weiter Ferne sein. Für die jungen Schauspieler kann einem das leid tun.

Denn Amandla Stenberg, schon als „Rue“ in Die Tribute von Panem dabei, spielt ihre Rolle gut. Und auch ihre jungen Kollegen machen noch das Beste aus ihrem meist eindimensionalen Rollen. Aber viel mehr als hin und wieder ängstlich aussehen und häufig fliehen wird ihnen eben nicht abverlangt. Richtig glänzen kann man mit solchen Szenen aber nicht. Interessantere Rollen wie die der zwielichtigen Ärztin Cate oder der Kopfgeldjägerin Lady Jane (Gwendoline Christie) kommen viel zu kurz und sind so leider verschenkt.

Und so bleibt ein Film, der nicht unbedingt schlecht, aber völlig überflüssig ist. Eine solche Story ist inzwischen so häufig schon zu sehen gewesen, dass The Darkest Minds Jahre zu spät kommt, um noch von irgendeinem Interesse zu sein.

Fazit:

Ein Film, den keiner braucht. Die Story von begabten Teenagern, die unverstanden und verhasst auf der Flucht vor der Welt der Erwachsenen sind, ist schon sehr oft besser erzählt worden als hier. Der Nachzügler The Darkest Minds ist komplett ohne frische und eigene Ideen daher einfach unnötig. Wer nach Sichtung des Films also wissen will, wie es weitergeht, wird sich wahrscheinlich an die Romane halten müssen.

The Darkest Minds – Die Überlebenden startet am 16. August in den deutschen Kinos.

Darkest Minds

Wenn Ruby angegriffen wird, zeigt sie ihren Gegnern schnell, dass sie mit ihren Kräften umgehen kann.

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