Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis Sony sich an eine Fortsetzung des Tricktechnik-Blockbusters von 1995 heranwagte, obwohl der Film ordentliche Gewinne eingespielt hatte. Dementsprechend niedrig waren die Erwartungen an den neuen Teil, obwohl Größen wie Dwayne Johnson und Kevin Hart dabei sind. Kann der neue „Jumanji“ ebenso sein Publikum finden wie der alte?

Dwayne Johnson ist zwar kein Garant für ein Top-Einspielergebnis („Baywatch„), aber die meisten seiner Filme kommen beim Publikum doch mehr oder weniger gut an. Was sicher auch daran liegt, dass sich der ehemalige Wrestler problemlos auch mal selbst auf die Schippe nimmt und schon früh seinen Status als hohler Muskelprotz durch den Kakao zog. Zeigt er diese Selbstironie auch im neuen Familienfilm Jumanji?

Jumanji

Martha wird als Spielcharakter Ruby Roundhouse zur kämpfenden Amazone.

Jumanji: Die Handlung

Ja, man muss mit der Zeit gehen, selbst wenn man ein verwunschenes Brettspiel ist! Deshalb verwandelt sich das titelgebende Spiel, gleich nachdem ein Junge es 1996 am Strand findet, in einen Videogame. Und die Mühe lohnt: Als Brettspiel fand Alex (Nick Jonas) Jumanji noch lahm, aber als Videogame testet der junge Mann es doch einmal an – und verschwindet spurlos.

20 Jahre später sind es Spencer (Alex Wolff), Fridge (Ser’Darius Blain), Bethany (Madison Iseman) und Martha (Morgan Turner), die beim Nachsitzen im Keller der Schule auf die alte Spielekonsole stoßen. Und statt aufzuräumen, doch lieber eine Partie Jumanji spielen wollen. Nachdem sich jeder eine Figur ausgesucht hat, geht es los – und wie einst Alex werden auch die vier Jugendlichen ins Spiel gesogen. Spencer ist nun ein Muskelprotz namens Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), der riesige Fridge nun eher klein (Kevin Hart), Martha eine rothaarige Powerfrau (Karan Gillan) und Bethany ein dicker, älterer Mann (Jack Black). Bald wird dem Quartett klar, dass sie das Spiel gewinnen müssen, wenn sie Jumanji lebend wieder verlassen wollen …

Jumanji: Besser als erwartet

Gleich vier Drehbuchautoren werkelten an dem Film, eigentlich eher ein Grund, Angast zu haben. Doch diesmal ist alles gut gegangen, denn das Quartett liefert eine solide Story mit guten Gags ab. Dazu lässt das Script seinen Stars auch Platz, um ihr komisches Talent einzubringen. Und so kämpfen vor allem Kevin Hart und Jack Black um die witzigsten Momente im Film. Aber auch Dwayne Johnson spielt die Rolle des Jugendlichen, der sich in einem Superheldenkörper wiederfindet, jederzeit glaubhaft und extrem amüsant.

Auch Karen Gillan, die hauptsächlich bei Sci-Fi-Fans als Kompanion von „Doctor Who“ bekannt ist, da man sie in „Guardians of the Galaxy“ als Nebula unter all der Schminke kaum wiedererkennt, hat sichtlich Spaß daran, die knallharte Kämpfern zu spielen, die ihre Talente im Lauf des Films allerdings erst entdecken muss. Das Quartett spielt sich die Bälle gut zu und lässt den ganzen Film über kaum einmal einen fallen. Dadurch wird Jumanji tatsächlich zu einer positiven Überraschung zum Jahresende.

Jumanji

Die Bewohner von Jumanji versuchen zu helfen, verfügen aber nur über wenig Wissen – und noch weniger Antworten.

Jumanji: Traum für Gamer

Am meisten Spaß werden aber Zuschauer haben, die regelmäßig selbst zum Controller greifen und spielen. Denn die zahllosen Anspielungen auf Videogames heben den Film vom amüsanten, aber auch banalen Abenteuerspaß auf das nächste Level. Dass ein neuer Spielabschnitt an der Farbe erkennbar ist, dass nicht spielbare Charaktere nur drei mögliche Antworten geben können oder dass der Endgegner zu schwach ist – darüber werden echte Gamer deutlich mehr lachen als nicht gameaffines Publikum.

Obwohl der neue Film definitiv besser ist als sein Vorgänger, hat er eine seiner Schwächen übernommen. War es im Jahr 1995 noch entschuldbar, dass die wilden Tiere aus dem Computer nicht sonderlich echt aussahen, so ist das 2017 eigentlich nicht mehr akzeptabel. Filme wie „Das Dschungelbuch“ haben gezeigt, was da mittlerweile möglich ist. Und daher fallen die mitunter sehr durchschnittlichen CGI-Effekte besonders negativ auf. Den Spaß, dem Quartett beim Überleben in Jumanji zuzusehen, schmälert das glücklicherweise kaum.

Fazit:

Obwohl die eigentliche Story über eine durchschnittliche Abenteuergeschichte selten hinauskommt, sorgt die gute Besetzung dafür, dass der Zuschauer jederzeit mitfiebert – und lacht. Denn der Humor in Jumanji ist der gelungenste Teil des ganzen Films. Die Gags sitzen, die Game-Anspielungen sind teilweise grandios und Längen hat der Film auch nicht. Für Familien mit nicht mehr ganz kleinen Kindern ein guter Grund für einen Kinoausflug zwischen den Jahren.

Jumanji – Willkommen im Dschungel startet am 21. Dezember 2017 in den deutschen Kinos.

Jumanji

Jetzt aber flott! Kevin Hart im Wettrennen mit einigen höchst aggressiven Nashörnern.

 

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