Cars 3 Evolution – das dritte Abenteuer von Lightning McQueen steht an der Startlinie. Mit dem ersten Film eroberte sich Pixar die Herzen vieler großer und kleiner Autofans, der zweite bleib hinter den Erwartungen zurück. Holt der dritte – und vermutlich letzte – Film sein Publikum wieder ab?

Obwohl Pixar bereits seit Bestehen eng mit dem Medienriesen Disney zusammenarbeitete, wurde das Animationsstudio erst 2006 komplett von Disney gekauft und als zweite große Produktion von Animationsfilmen neben dem Disney-eigenen Bereich („Frozen“, „Vaiana“) geführt. Für viele Fans der frühen Werke von Pixar war diese Komplettübernahme gleichbedeutend mit Qualitätsverlust – mehr Fortsetzungen, weniger Innovation. Liefert Cars 3 diesen Vorurteilen neues Futter oder kann der Film überzeugen?

Cars 3

Lightnings neuer Konkurrent Jackson Storm macht dem roten Renner nicht nur auf der Strecke schwer zu schaffen.

Cars 3: Die Handlung

Seine Agententage sind vorbei, Lightning McQueen ist wieder ein Rennwagen – und sonst nichts. Doch gleich zu Beginn der Saison wird er in einen furchtbaren Unfall verwickelt und halb zerstört – woran McQueens neuer Konkurrent Jackson Storm nicht ganz unschuldig ist. Doch der rote Rennwagen hat sein Kämpferherz nicht verloren. Nach ein paar ruhigen Wochen mit seinen Freunden in Radiator Springs will McQueen wieder angreifen und nicht – wie sein einstiger Mentor Doc Hudson – in den Ruhestand gedrängt werden. Allerdings hat der neue Rennstallbesitzer Sterling (Originalstimme Nathan Fillion) frische Pläne für seinen Star mitgebracht. Und die beinhalten auch eine eigene Trainerin – die junge Cruz. Doch Lightnings Ungeduld und Ehrgeiz machen ihr den Job deutlich schwerer als erwartet …

Cars 3: Routiniert, aber kein Feuerwerk

Hand aufs Herz, ihr Kritiker: So einen richtig schlechten Film hat Pixar bis zum heutigen Tage nicht gemacht. Auch wenn manche Experimente des Studios („Arlo und Spot“) kein großes Publikum gefunden haben. Und das ändert sich auch mit Cars 3 nicht. Die bekannten, sympathischen Figuren reichen eigentlich schon aus, um besonders die jungen Zuschauer zu begeistern. Und der Film bietet durchaus mehr als das. Zum einen sind da die neuen Charaktere, die sich nahtlos einfügen und sich nach kurzer Zeit anfühlen, als seien sie schon immer dabei gewesen. Und zum anderen verfügt auch Cars 3 über den typischen Pixar-Charme und den Anspruch, neben lustigen Momenten auch eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur für Sechsjährige interessant ist.

Denn die Story über Lightnings Zukunft und Entscheidungen, die das Leben verändern – damit dürften sich vor allem die erwachsenen Begleiter der jungen Zuschauer identifizieren können. Soll McQueen weitermachen wie bisher oder eine Neuausrichtung seines Lebens in Betracht ziehen? Nach einem Kinderfilm klingt das nun wahrlich nicht. Und das passt ins Bild, denn Pixar überlässt den typischen Disney-Flair mit simplen Gut-Böse-Storys schon lange dem Original und versucht sich immer wieder an erwachseneren Themen, die durch witzige Momente aufgepeppt werden. Filme wie „Wall-E“ oder „Up“ sind dafür gute Beispiele.

Cars 3

Mit der neuen Trainerin Cruz übt Lightning am Strand – und kann ihr auch so einiges beibringen.

Cars 3: Der letzte der Reihe?

Zudem kann Pixar das Cars-Franchise mit diesem Film gut in einen würdigen Ruhestand verabschieden, denn die Geschichte von Lightning McQueen ist mit dem dritten Teil sauber auserzählt. Was nicht nur die jungen Zuschauer mit etwas Wehmut erfüllen dürfte. Doch bereits hier kämpfen die Drehbuchschreiber damit, abseits von den ewig gleichen Rennen Abwechslung in den Plot zu bekommen, nicht ohne Grund war dem Franchise als TV-Serie nur ein kurzes Leben beschieden. Das soll den Charme des ersten Films nicht schmälern, aber richtig viele Möglichkeiten bieten sprechende Rennwagen eben nicht. Und so hat auch Cars 3 seine Momente, die einem schon sehr bekannt vorkommen.

Technisch bleibt Pixar hingegen top, was die Animatoren hier auf die Leinwand zaubern, muss sich hinter keinem anderen aktuellen Film verstecken – das geht weitaus schlechter. Vor allen die Dynamik während der Rennen können mit adrenalinfördernden Aufnahmen wie etwa aus „Rush“ locker mithalten und sorgen für die Actionhighlights des Films. Doch auch die sind nicht wirklich neu, auch wenn sie immer noch gut funktionieren. Diese PS-Boliden haben mindestens einen längeren Boxenstopp nötig, möglicherweise ist es sogar Zeit, den Motor endgültig abzustellen. In den USA, wo der Film bereits im Juni anlief, sah das Publikum es ähnlich und bescherte dem Film eher moderate Einspielergebnisse und Kritiken.

Fazit:

Cars 3 Evolution bietet den gehobenen Pixar-Standard, ist aber kein Ausrutscher nach oben. Eine nette Story, gut gemacht, keine Frage. Aber das richtige Feuer früherer Pixar-Klassiker wie der „Toy-Story“-Reihe oder Wall-E hat dieser Film nicht. Ein typisches Sequel, dass noch immer gut unterhält, aber wehmütige Erinnerungen an den weit besseren, ersten Teil wach werden lässt. Zeit, sich von Lightning McQueen zu verabschieden.

Cars 3 Evolutuion läuft ab dem 28. September in den deutschen Kinos.

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Natürlich sind auch im dritten Teil Guido, Sally, Rusty und Luigi wieder mit von der Partie.

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