Es ist für viele der am meisten erwartete Film des ganzen Kinojahres 2018. „Avengers: Infinity War“ ist der Film, der die ersten zehn Jahre der unter eigener Flagge produzierten Marvel-Filme zu einem Abschluss bringen soll. Kann der mindestens 300 Millionen Dollar teure dem ungeheuren Druck standhalten und die Erwartungen erfüllen? Oder legt Produzent Kevin Feige ausgerechnet mit diesem Film seinen ersten echten Flop hin?

Höher kann die Latte eigentlich nicht liegen. Erst knallt Marvel auf dem US-Markt mit ihrem „Black Panther“ durch die Decke und holt sich Platz 3 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Und nun kommt mit Avengers Infinity War der Film, der die große Story der ersten zehn Jahre (gemeinsam mit Teil 4 im kommenden Jahr) zu einem krönenden Abschluss bringen soll. Haben die Russo-Brüder wie bei „Cpatain America: Winter Soldier“ und „Captain America: Civil War“ erneut abgeliefert?

Infinity War

Im Verlauf der Story bilden die Marvelhelden einige durchaus ungewöhnliche Teams.

Avengers Infinity War: Die Handlung

Der Film beginnt direkt nach dem Ende von „Thor: Tag der Entscheidung“. Thanos und seine Helfer dringen in das Schiff der Asen ein und beginnen damit, die Hälfte aller an Bord befindlichen Lebewesen zu töten. Denn das ist Thanos‘ Philosophie, um das Universum ins Gleichgewicht zu bringen. Weder Thor, noch Loki oder der Hulk können den Titanen aufhalten. Und der ist mit seinen Plänen noch lange nicht am Ende.

Während er selbst in den Tiefen des Alls nach weiteren Infinity-Steinen sucht, schickt er seine Helfer zur Erde, um die beiden Steine zu holen, die sich dort befinden. Doch weder Dr. Strange, der den Zeitstein besitzt, noch Vision, in dessen Stirn der Gedankenstein steckt, sind über diesen Besuch sonderlich erfreut. Und so kommt es zwischen Thanos‘ Schergen und den Helden der Erde zu ersten Kämpfen. Die wahre Schlacht steht aber allen noch bevor. Und auch Thanos muss auf seiner Suche feststellen, dass nicht alles so läuft, wie er es sich erhofft hatte …

Avengers Infinity War: Star ist die Story

Für Comicfans bietet Infinity War einen Gänsehaut-Moment nach dem anderen. Allerdings wäre jeder einzelne Erwähnung hier ein Spoiler, denn die dicht gewobene Story, die in 150 Minuten tatsächlich allen Helden ihren großen Moment einräumt, den Titanen Thanos aber ins Zentrum stellt, macht diese Szenen erst möglich. Unverfänglich gesagt, ist den Drehbuchautoren Christopher Marcus und Stephen McFeely, die bereits vier Scripts für Marvel verfassten, ein großer Wurf gelungen.

Denn neben der packenden Story ohne jeden Durchhänger, gelingt es dem Duo, dem Schurken der Geschichte ungewöhnlich viel Screentime zu geben, ohne dass man die Helden vermissen würde. Und der ist nicht nur eine der besten CGI-Kreaturen, die es jemals im Kino zu sehen gab. Josh Brolin spricht ihn im Original auch mit einer derartigen Inbrunst und Tiefe, dass einige seiner Zeilen zumindest für Marvel-Fans wohl unvergesslich bleiben werden. Dazu kommt, dass man in Thanos‘ Gesicht auch die Mimik Brolins wiedererkennt. Ein ganz starker Auftritt!

Infinity War

Ein überzeugender Gegenspieler für die Avengers: Thanos.

Avengers Infinity War: Nicht nur, was man erwartet

Natürlich rufen die Russo-Brüder nach ihren beiden hervorragenden „Captain America“-Filmen auch hier wieder ihr volles Action-Potenzial ab. Besser als in ihren Arbeiten haben die Marvel-Helden nie gekämpft. Und auch Infinity War bietet reichlich Fights, die jedes Fanherz höher schlagen lassen. Dazu lässt der Film trotz gelegentlichen Humors keinen Zweifel daran, dass es diesmal nicht darum geht, einen finsteren Plan zu vereiteln oder einen Verbrecher aufzuhalten. Diesmal, das macht Infinity War von Beginn an mehr als deutlich, geht es um Leben und Tod.

Das verleiht dem Film eine größere Wucht als allen seinen Vorgängern. Denn schon früh wird klar, das Infinity War das Marvel-Universum, wie wir es kennen, tatsächlich umfassend verändern wird. Und so heißt es für die Zuschauer auch, Abschied zu nehmen von bekannten Strukturen, Orten und Charakteren, die womöglich ihren letzten Auftritt haben. Ein Gefühl von Wehmut bleibt da bei all denen nicht aus, die das MCU bereits seit „Iron Man“ aus dem Jahr 2008 aufmerksam verfolgt haben. 

Denn je länger der Film läuft, desto mehr wird klar, dass die typischen Fragen, die man sich beim Ansehen anderer Marvel-Filme stellt, hier nicht mehr greifen. Mehr ins Details zugehen ist ohne Spoiler nicht möglich, daher nur so viel: Avengers Teil 4 hängt sicher noch mit diesem Film zusammen und erzählt die Geschichte weiter. Vorher sorgen die Russos aber für das wohl ungewöhnlichste Ende eines Marvel-Films bisher. Und für ein würdiges Spektakel zum möglichen Abgang einiger Helden.

Fazit:

Für Actionfans eine runde Sache, für beinharte Marvelfans ein Film zum Niederknien. Was die Russos aus dem schon sehr guten Drehbuch machen, ist die neue Messlatte für Superheldenfilme und der Schwanengesang, den man sich für die ersten zehn Jahre Marvel-Kinohits nur wünschen konnte. Mit einem Schwindel müssen sie aber leben: dass Marvel versuchte, allen weiszumachen, Avengers 3 und 4 wären kein Zweiteiler. Denn dieser Film braucht und bekommt nächstes Jahr im Mai seine Fortsetzung.

Avengers: Infinity War startet am 26. April 2018 in den deutschen Kinos.

Infinity War

Hat Vision eine Überlebenschance, wenn er einen Infinitystein trägt?

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2 Responses

  1. Andi

    Großartig, einfach großartig … lange habe ich nicht mit offenem Mund im Kino gesessen. Mehr kann ich noch nicht sagen, außer das ich nun extrem gespannt auf Film Nr.21 bin … die Rettung naht 😉

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    • filmadmin

      Wäre 22, Nummer 20 ist Ant-Man and the Wasp, Nummer 21 dann Captain Marvel. Aber ich weiß, was du meinst! 🙂

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